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Mai 2016 Posts

Kamel Daoud: Der Fall Mersault

Eine monströse Wunde

Kamel Daoud  lie­fert mit sei­nem Debüt­ro­man Der Fall Mer­sault eine Gegen­dar­stel­lung zu Albert Camus‘ Roman Der Frem­de

 

Von Jörg Auberg

»Der Frem­de von Camus fand schon unmit­tel­bar nach sei­nem Erschei­nen eine sehr güns­ti­ge Auf­nah­me«1, begann Jean-Paul Sart­re sei­ne Rezen­si­on von Albert Camus’ Erst­lings­ro­man L’Étranger im Jah­re 1943. Mit Kamel Daouds Debüt­ro­man Der Fall Mer­sault, der eine Gegen­dar­stel­lung zu Camus’ Werk dar­stellt, ver­hält es sich ähn­lich. Für einen Roman­erst­ling, der zunächst 2013 in Algier und ein Jahr spä­ter in Frank­reich erschien, erhielt er eine unge­wöhn­li­che Auf­merk­sam­keit von Sei­ten der Kri­tik. Nicht allein in den gro­ßen inter­na­tio­na­len Tages­zei­tun­gen und Lite­ra­tur­zeit­schrif­ten wur­de er von nam­haf­ten Kri­ti­kern wohl­wol­lend bis begeis­tert rezen­siert, son­dern reüs­sier­te auch sonst im inter­na­tio­na­len Lite­ra­tur­be­trieb: Nur knapp ver­fehl­te Daoud den renom­mier­ten fran­zö­si­schen Lite­ra­tur­preis Prix Gon­court.

Das inter­na­tio­na­le Inter­es­se an einem Erst­lings­werk eines ara­bi­schen Jour­na­lis­ten, der rela­tiv spät den Weg zur Schrift­stel­le­rei fand, liegt in sei­ner Kri­tik einer euro­päi­schen Iko­ne begrün­det. Im nega­ti­ven Sin­ne spie­gelt sich dies in der nahe­zu hys­te­ri­schen Erre­gung der bei­den Kri­ti­ker Hel­mut Böt­ti­ger und Til­man Krau­se wider, die sich in einem Kri­ti­ker­ge­spräch des Deutsch­land­funks am 14. März 2016 über Daouds »Nai­vi­tät« und »Pole­mik« hef­tig erreg­ten und in einer gro­tes­ken Arro­ganz einer deutsch gepräg­ten euro­päi­schen Über­heb­lich­keit dem ara­bi­schen Autor die intel­lek­tu­el­le Fähig­keit und Red­lich­keit abspre­chen, den fran­zö­si­schen Nobel­preis­trä­ger Camus kri­ti­sie­ren zu dür­fen. In einer frap­pie­ren­den Selbst­ge­rech­tig­keit unter­stel­len sie dem Autor Daoud eine intel­lek­tu­el­le Unfä­hig­keit, die fran­zö­si­sche Tra­di­ti­on der »impas­si­bi­lité« von Stendhal und Gide zu begrei­fen oder den his­to­ri­schen Stand­punkt des fran­zö­si­schen Exis­ten­zia­lis­mus zu ver­ste­hen. Im ande­ren Extrem ver­gli­chen Kri­ti­ker etwas über­hitzt Daoud mit Samu­el Beckett und Jor­ge Luis Bor­ges und erho­ben den Roman in den Rang eines »unmit­tel­ba­ren Klas­si­kers« (wie bei­spiels­wei­se Robin Yas­sin-Kas­sab im Guar­di­an) oder rubri­zier­ten ihn (wie Clai­re Mes­sud in der New York Review of Books) als »ulti­ma­ti­ves Camus-Mix­tape«.2

Kamel Daoud - Der Fall Mersault (Kiepenheuer und Witsch)

Kamel Daoud — Der Fall Mer­sault (Kie­pen­heu­er und Witsch)

In sei­ner erzäh­le­ri­schen Struk­tur rekur­riert Der Fall Mer­sault – Eine Gegen­dar­stel­lung auf Camus’ Spät­werk La Chu­te (1956; dt. Der Fall). In Form einer Lebens­beich­te erzählt ein alter Mann namens Haroun einem Frem­den in einer alge­ri­schen Bar von der Tötung sei­nes Bru­ders am Strand durch Mer­sault und von den Ereig­nis­sen, die die­ser Tat folg­ten. »Die­se Geschich­te müss­te neu geschrie­ben wer­den«, pos­tu­liert der Erzäh­ler, »in der glei­chen Spra­che, aber dies­mal, wie das Ara­bi­sche, von rechts nach links.«3 Nicht allein in der Ver­wen­dung der Spra­che und in der Per­spek­ti­ve des Erzähl­ten posi­tio­niert sich der Erzäh­ler gegen das Ori­gi­nal des »Mör­der-Schrift­stel­lers«4, son­dern auch in der nar­ra­ti­ven Stra­te­gie. Anders als »die­ses nüch­tern kla­re Werk«5 (wie Sart­re Camus’ Roman L’Étranger klas­si­fi­zier­te) will sich der zuwei­len in Weit­schwei­fig­keit und Dig­res­sio­nen abdrif­ten­de Erzäh­ler nicht der »Mathe­ma­ti­fi­zie­rung« der Wor­te unter­wer­fen. Camus benut­ze die »Kunst des Dich­tens, um den Schuss aus einer Waf­fe zu beschrei­ben«, ruft Haroun am Anfang aus. »Sei­ne Welt ist sau­ber, wie erfüllt von der Klar­heit des Mor­gens, prä­zi­se, ein­deu­tig, durch­drun­gen von Aro­men und durch­zo­gen von neu­en Hori­zon­ten.«6 In die­ser küh­len Alge­bra der Wor­te wird jedoch die »mons­trö­se Wun­de des Kolo­nia­lis­mus«7 (wie Daoud in einem Inter­view mit dem Camus-Exper­ten Robert Zarets­ky in der Los Ange­les Review of Books sag­te) ver­schwie­gen.

»Der Frem­de, das ist der Mensch, wie er der Welt gegen­über­steht«8, schrieb Sart­re in sei­ner Rezen­si­on, doch unter­schlägt Camus in sei­nem Roman die Tren­nung von Fran­zo­sen und Ara­ber, Kolo­ni­al­her­ren und Kolo­nia­li­sier­ten, indem er das ara­bi­sche Opfer des Alge­ri­en-Fran­zo­sen Mer­sault in der Anony­mi­tät ver­har­ren lässt. In sei­nem Buch Cul­tu­re and Impe­ria­lism aus dem Jah­re 1993 hat­te bereits Edward Said Camus vor­ge­wor­fen, durch die Namen- und Geschichts­lo­sig­keit »des Ara­bers« bewe­ge er sich in der »poli­ti­schen Geo­gra­fie Alge­ri­ens«, wie sie von der impe­ria­lis­ti­schen Macht Frank­reichs im 19. Jahr­hun­dert geschaf­fen wur­de. Dem Text sei die impe­ria­le Ges­te ein­ge­schrie­ben, lau­te­te der Vor­wurf Saids.9 Ähn­lich argu­men­tiert auch Jef­frey C. Isaac in sei­nem Arti­kel »Camus on Tri­al« in der lin­ken Zeit­schrift Dis­sent: Wäh­rend Camus in den 1930er Jah­ren als Jour­na­list in Alge­ri­en für die Rech­te der Ara­ber ein­trat, schien er sie in sei­ner Lite­ra­tur nicht wahr­zu­neh­men.10

Daouds Roman ist jedoch kei­ne res­sen­ti­ment­ge­la­de­ne Replik auf einen gro­ßen euro­päi­schen, in Alge­ri­en spie­len­den Roman, der sich der »ame­ri­ka­ni­schen Tech­nik« von Roman­au­to­ren wie Ernest Heming­way bedien­te11 (wie Sart­re in sei­ner Rezen­si­on schrieb), son­dern eine Refle­xi­on über das unge­rech­te Schick­sal des Bru­ders, »in einem Buch zu ster­ben«12, als auch des Über­le­ben­den, der unter den Rache­ge­lüs­ten der Mut­ter zu lei­den hat. Der Tod des Bru­ders las­tet wie ein Alp auf den Gehir­nen der »Zurück­ge­blie­be­nen«. Rache­durs­tig drängt die schein­bar ewig leben­de Mut­ter ihren über­le­ben­den Sohn, den sie nur als Abbild ihres ermor­de­ten Soh­nes gel­ten lässt, in die will­kür­li­che Tötung eines Kolo­ni­al­fran­zo­sen nach dem Ende der fran­zö­si­schen Kolo­ni­al­herr­schaft im Juli 1962. Das Opfer bleibt in Daouds Gegen­dar­stel­lung nicht namen­los, son­dern wird als »Joseph Lar­quais« benannt. Ana­log zu Mer­saults Teil­nahms­lo­sig­keit wird Haroun sei­ne Pas­si­vi­tät im »Befrei­ungs­kampf« vor­ge­hal­ten: »Den Fran­zo­sen hät­test du mit uns umbrin­gen müs­sen«, wird ihm im Ver­hör vor­ge­hal­ten, »im Krieg, nicht erst die­se Woche!«13 So unter­schei­den sich Mör­der und Befrei­er.

Als Resul­tat der Befrei­ung vom kolo­nia­len Sys­tem der Euro­pä­er tri­um­phier­te in Alge­ri­en schließ­lich ein neu­es Sys­tem der auto­ri­tä­ren Herr­schaft. Nicht die Eman­zi­pa­ti­on des Indi­vi­du­ums wur­de rea­li­siert, son­dern ein auf Natio­na­lis­mus und Reli­gi­on gegrün­de­te Dik­ta­tur. Für sei­ne Kri­tik der Reli­gi­on im alge­ri­schen Staat wur­de Daoud von einem alge­ri­schen Sala­fis­ten mit einer Fat­wa belegt. So ende­te die vor­geb­li­che Eman­zi­pa­ti­on Alge­ri­ens in einer neu­en bru­ta­len Herr­schaft. Einen neu­en, bes­se­ren Men­schen hat sie nicht geschaf­fen.

 

Bibliografische Nachweise:

Kamel Daoud.
Der Fall Mer­sault – Eine Gegen­dar­stel­lung.
Aus dem Fran­zö­si­schen von Claus Jos­ten.
Köln: Kie­pen­heu­er & Witsch, 2016.
208 Sei­ten, 17,99 EUR.

 

Eine kür­ze­re Fas­sung erschien in literaturkritik.de, Nr. 6 (Juni 2016)

© Jörg Auberg 2016

Nachweise

  1. Jean-Paul Sart­re, Der Mensch und die Din­ge: Auf­sät­ze zur Lite­ra­tur, 1938–1946, übers. Lothar Bai­er et al., hg. Lothar Bai­er (Rein­bek: Rowohlt, 1986), S. 75
  2. Robin Yas­sin-Kas­sab, »The Meur­s­ault Inves­ti­ga­ti­on by Kamel Daoud review – an instant clas­sic«, Guar­di­an, 24. Juni 2015, http://www.theguardian.com/books/2015/jun/24/meursault-investigation-kamel-daoud-review-instant-classic; Clai­re Mes­sud, »The Bro­ther of ›The Stran­ger‹, New York Review of Books, 22. Okto­ber 2015, http://www.nybooks.com/articles/2015/10/22/brother-stranger/
  3. Kamel Daoud, Der Fall Mer­sault – Eine Gegen­dar­stel­lung, übers. Claus Jos­ten (Köln: Kie­pen­heu­er und Witsch, 2016), S. 17
  4. Daoud, Der Fall Mer­sault, S. 93
  5. Sart­re, Der Mensch und die Din­ge, S. 89
  6. Daoud, Der Fall Mer­sault, S. 11
  7. »Inso­lence, Exi­le, and the King­dom: Robert Zarets­ky inter­views Kamel Daoud«, Los Ange­les Review of Books, 9. Juni 2015, https://lareviewofbooks.org/article/insolence-exile-and-the-kingdom
  8. Sart­re, Der Mensch und die Din­ge, S. 77
  9. Edward Said, Cul­tu­re and Impe­ria­lism (Lon­don: Vin­ta­ge, 1994), S. 204–224, ins­bes. S. 210 und 213
  10. Jef­frey C. Isaac, »Camus on Tri­al«, Dis­sent, Win­ter 2016, https://www.dissentmagazine.org/article/camus-on-trial-kamel-daoud-meursault-investigation-review
  11. Sart­re, Der Mensch und die Din­ge, S. 86
  12. Daoud, Der Fall Mer­sault, S. 55
  13. Daoud, Der Fall Mer­sault, S. 156

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Als Her­bert Mar­cu­se im Juni 1969 in einem römi­schen Thea­ter einen Vor­trag hielt, wur­de er mehr­fach von Dani­el Cohn-Ben­dit unter­bro­chen, der ein Jahr zuvor im Pari­ser Mai als elo­quen­ter, pat­zig auf­trump­fen­der Revol­te­dar­stel­ler des Spek­ta­kels in Erschei­nung getre­ten war und nun die intel­lek­tu­el­le Iko­ne der Neu­en Lin­ken inqui­si­to­risch auf­for­der­te, er, Mar­cu­se, sol­le sei­ne skan­da­lö­se Ver­gan­gen­heit als CIA ein­ge­ste­hen.1 Damit griff »Dany le Rouge« ein Gerücht auf, das von einer mao­is­ti­schen Abspal­tung der ame­ri­ka­ni­schen kom­mu­nis­ti­schen Par­tei, Pro­gres­si­ve Labor, in der End­pha­se der Stu­den­ten­be­we­gung ver­brei­tet wur­de, ohne dass dafür his­to­ri­sche Bele­ge exis­tier­ten.

Tat­säch­lich hat­te Mar­cu­se – zusam­men mit Franz Neu­mann und Otto Kirch­hei­mer, die wie Mar­cu­se mit dem exi­lier­ten Frank­fur­ter Insti­tut für Sozi­al­for­schung asso­zi­iert waren – ab 1943 für das Office of Stra­te­gic Ser­vices (OSS) gear­bei­tet. Die­ser Nach­rich­ten­dienst war direkt dem US-ame­ri­ka­ni­schen Kriegs­mi­nis­te­ri­um unter­stellt und hat­te die Auf­ga­be, Infor­ma­tio­nen zu beschaf­fen, Des­in­for­ma­ti­on, Spio­na­ge­ab­wehr und Sabo­ta­ge zu betrei­ben sowie Par­ti­sa­nen zu unter­stüt­zen. Zu sei­nen akti­ven Mit­ar­bei­tern gehör­ten auch kom­mu­nis­ti­sche Lin­ke wie der Schrift­stel­ler und spä­te­re Film­re­gis­seur Abra­ham Polon­sky, der in Frank­reich nach der Lan­dung der Alli­ier­ten für Radio­pro­pa­gan­da gegen die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schaft zustän­dig war.2 In Washing­ton waren Mar­cu­se, Neu­mann, Kirch­hei­mer und eine Pha­lanx wei­te­rer Sozi­al­wis­sen­schaft­ler, die nach 1945 zu Ruhm kom­men soll­ten, damit beschäf­tigt, Geheim­dienst­in­for­ma­tio­nen, Befra­gun­gen von Kriegs­ge­fan­ge­nen, Pres­se­be­rich­te und Tele­fon­mit­schnit­te aus­zu­wer­ten und Berich­te für die Mit­tel­eu­ro­pa-Sek­ti­on des OSS zu erstel­len.3

Ein­zel­ne Berich­te erschie­nen auf deutsch in dem Band Feind­ana­ly­sen (1998) im Rah­men der von Peter-Erwin Jan­sen edier­ten nach­ge­las­se­nen Schrif­ten Mar­cu­ses sowie in der von Alfons Söll­ner her­aus­ge­ge­be­nen zwei­bän­di­gen Antho­lo­gie Zur Archäo­lo­gie der Demo­kra­tie in Deutsch­land (1982/86). Der von Raf­fae­le Lau­da­ni edier­te Band und nun auf deutsch vor­lie­gen­de Band Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land ver­sam­melt 31 Berich­te, die zwi­schen 1943 und 1949 vor­wie­gend in der For­schungs- und Ana­ly­se-Abtei­lung des OSS ent­stan­den und den Auto­ren Neu­mann, Mar­cu­se und Kirch­hei­mer zuzu­ord­nen waren. Als ers­ter des Tri­os war Neu­mann zum Nach­rich­ten­dienst gesto­ßen, denn mit sei­nem 1942 erschie­ne­nen Werk Behe­moth, in dem er – wie es im Unter­ti­tel heißt – die Struk­tur und Pra­xis des Natio­nal­so­zia­lis­mus ana­ly­siert hat­te, konn­te er sich als Exper­te für die Bekämp­fung des Nazis­mus emp­feh­len. Im Vor­wort sei­nes Buches hat­te Neu­mann die Not­wen­dig­keit der mili­tä­ri­schen Nie­der­la­ge Deutsch­lands betont, denn ein­zig sie wer­de den Natio­nal­so­zia­lis­mus aus­lö­schen. Der Nazis­mus glich Neu­mann zufol­ge Behe­moth, einem Unge­heu­er des Cha­os aus der jüdi­schen Escha­to­lo­gie: Er sei ein »Unstaat«, argu­men­tier­te Neu­mann, eine Herr­schaft der Gesetz­lo­sig­keit, »wel­che die Rech­te wie die Wür­de des Men­schen ›ver­schlun­gen‹ hat und dabei ist, die Welt durch die Ober­ge­walt über rie­si­ge Land­mas­sen in ein Cha­os zu ver­wan­deln«.4 Die Ver­nich­tung der euro­päi­schen Juden nahm in Neu­manns Ana­ly­se einen ver­gleichs­wei­se klei­nen Raum ein: Für ihn war der Anti­se­mi­tis­mus die »Speer­spit­ze des Ter­rors«, der sich auch gegen ande­re Grup­pen wie Sozia­lis­ten, Kom­mu­nis­ten, Pazi­fis­ten oder Chris­ten rich­te­te. »Die Juden wer­den wie Ver­suchs­tie­re benutzt, um die Metho­den der Repres­si­on zu tes­ten«5, schrieb er in Behe­moth, und die glei­che For­mu­lie­rung fin­det sich in Neu­manns Ana­ly­se des Anti­se­mi­tis­mus aus dem Mai 1943, die als ers­ter Bericht den Band eröff­net.

Secret Reports on Nazi Germany (Princeton University Press)

Secret Reports on Nazi Ger­ma­ny (Prince­ton Uni­ver­si­ty Press)

In sei­ner prä­gnan­ten und kennt­nis­rei­chen Ein­lei­tung beschreibt Lau­da­ni das schwie­ri­ge Ver­hält­nis zwi­schen US-Mili­tärs und euro­päi­schen Sozi­al­wis­sen­schaft­lern: Beim OSS tra­fen Neu­mann und sei­ne Kol­le­gen nicht nur auf Vor­be­hal­te gegen­über den jüdi­schen Emi­gran­ten, son­dern auch auf büro­kra­ti­sche Struk­tu­ren mit unmiss­ver­ständ­li­chen, restrik­ti­ven Richt­li­ni­en, die wis­sen­schaft­li­che Objek­ti­vi­tät und Neu­tra­li­tät wäh­rend des Krie­ges ein­for­der­ten. Zudem wur­de den Sozi­al­wis­sen­schaft­lern von Beginn an unmiss­ver­ständ­lich klar gemacht, dass für »Proust, Joy­ce oder Ger­tru­de Stein« kein Platz in der For­schungs- und Ana­ly­se-Abtei­lung sei.6 Auch wenn der emi­grier­te Jurist John Herz mein­te, der lin­ke Hegel­sche Welt­geist habe zeit­wei­lig Unter­schlupf beim OSS gefun­den, waren die wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ter die­ses Geheim­diens­tes rasch frus­triert, denn die US-ame­ri­ka­ni­schen Behör­den ent­schie­den sich häu­fig gegen ihre Vor­schlä­ge und Emp­feh­lun­gen, und die Wis­sen­schaft­ler-Grup­pe um Neu­mann betrach­te­te ihren Bei­trag zum demo­kra­ti­schen Wie­der­auf­bau Deutsch­lands als Fehl­schlag.

Ohne­hin befan­den sich Neu­mann und sei­ne Kol­le­gen mit ihren Auf­fas­sun­gen häu­fig im Gegen­satz zur offi­zi­el­len Linie der west­li­chen Alli­ier­ten. Winston Chur­chill etwa hat­te betont, dass die Nazi-Tyran­nei und der preu­ßi­sche Mili­ta­ris­mus die Haupt­ele­men­te im deut­schen Leben sei­en, die voll­stän­dig zu zer­stö­ren sei­en. Mar­cu­se wider­sprach die­ser Ansicht ener­gisch: In sei­nen Augen ver­deck­te die Gleich­set­zung von Nazi-Tyran­nei und preu­ßi­schem Mili­ta­ris­mus das aggres­si­ve Wir­ken jener Kräf­te, die den Natio­nal­so­zia­lis­mus geför­dert hat­ten und an der Macht hiel­ten. Dies waren nicht rück­stän­di­ge preu­ßi­sche Jun­ker, son­dern die indus­tri­el­le Bour­geoi­sie und die Hoch­fi­nanz. Die Trans­for­ma­ti­on des Deut­schen Rei­ches in einen zen­tra­li­sier­ten tota­li­tä­ren Staat unter einer ein­heit­li­chen ter­ro­ris­ti­schen Kon­trol­le führ­te zur Auf­lö­sung Preu­ßens als poli­ti­sche Ein­heit. Gleich­falls stell­te Neu­mann die Effek­ti­vi­tät der alli­ier­ten Luft­an­grif­fe infra­ge: Nach sei­ner Auf­fas­sung spiel­ten sie dem Nazi-Regime in die Hän­de und stärk­ten den Zusam­men­halt der Hei­mat­front. Anstatt die poli­ti­sche Apa­thie der Bevöl­ke­rung im Pro­zess des deut­schen Zusam­men­bruchs zu poten­zie­ren, wäre es nach Mei­nung Neu­manns not­wen­dig gewe­sen, die demo­kra­ti­schen oppo­si­tio­nel­len Kräf­te in Deutsch­land zu einer Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus von innen her zu befä­hi­gen.

Wäh­rend die US-Behör­den eher christ­lich-kon­ser­va­ti­ve Strö­mun­gen unter­stütz­ten, die sich in der Wei­ma­rer Repu­blik als Steig­bü­gel­hal­ter des Nazis­mus betä­tigt hat­ten, favo­ri­sier­ten Neu­mann und sei­ne Kol­le­gen eher lin­ke Grup­pie­run­gen als klei­ne­res Übel. In zwei län­ge­ren Ana­ly­sen über die SPD und die KPD kri­ti­sier­te Mar­cu­se bei­de Par­tei­en für ihr Ver­hal­ten in der Wei­ma­rer Repu­blik. Der SPD warf er ihren »Lega­lis­mus« vor, der sie von einem mili­tan­ten Wider­stand gegen die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Macht­über­nah­me abge­hal­ten habe. Sie ope­rier­te nur inner­halb des insti­tu­tio­nel­len Rah­mens des demo­kra­tisch-kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems. Die KPD dage­gen hat­te kei­ne Skru­pel, sich in den 1920er Jah­ren oppor­tu­nis­tisch des Natio­na­lis­mus zu bedie­nen, um sich grö­ße­re Macht­an­tei­le zu sichern. Zwar waren in den 1940er Jah­ren in der Par­tei kei­ne natio­nal­bol­sche­wis­ti­schen Ten­den­zen viru­lent, doch könn­ten Situa­tio­nen im Zer­falls­pro­zess des Nazi-Regimes ent­ste­hen, mut­maß­te Neu­mann, die eine Wie­der­be­le­bung die­ser Strö­mung im Nach­kriegs­deutsch­land sti­mu­lie­ren könn­ten.

Für die Zeit nach dem Ende der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft for­mu­lier­ten Neu­mann, Mar­cu­se und Kirch­hei­mer dezi­dier­te Vor­schlä­ge zur Auf­lö­sung der NSDAP und ihrer ange­glie­der­ten Orga­ni­sa­tio­nen, zur Auf­he­bung der NS-Geset­ze und Ent­na­zi­fi­zie­rung des Jus­tiz­ap­pa­rats, zur Zer­schla­gung der Kar­tel­le, die den Auf­stieg der Nazis begüns­tigt hat­ten und nicht als Tar­nung für natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Polit-Orga­ni­sa­tio­nen die­nen soll­ten. Zudem befür­wor­te­ten sie ein Ver­bot aller Par­tei­en, die Nazi-Ideo­lo­gie ver­brei­te­ten und Nazi-Pro­pa­gan­da betrie­ben, und eine Wie­der­be­le­bung des poli­ti­schen und kon­sti­tu­tio­nel­len Lebens auf Län­der- und Gemein­de­ebe­ne. In der Fra­ge von Schuld und Ver­ant­wor­tung argu­men­tier­te Kirch­hei­mer, dass in der tota­li­tä­ren Struk­tur der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft das Füh­rer­prin­zip alle Sphä­ren der Gesell­schaft durch­drun­gen habe, sodass alle Füh­rer und Unter­füh­rer bis in die tiefs­te Ebe­ne zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den müss­ten. Statt von einer Kol­lek­tiv­schuld aus­zu­ge­hen, müs­se die kon­kre­te indi­vi­du­el­le Schuld des Ein­zel­nen ver­han­delt wer­den.

Im Kampf gegen Nazideutschland (Campus)

Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land (Cam­pus)

In einer Ana­ly­se des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gesamt­kon­zepts zur Herr­schaft über Euro­pa aus dem August 1945 beschäf­tig­te sich Mar­cu­se mit den NS-Vor­stel­lun­gen von »Lebens­raum« und »Groß­raum­ord­nung«. So unter­strich der NS-Ideo­lo­ge Wer­ner Best (der sich bis zu sei­nem Tod 1989 der Süh­ne sei­ner Ver­bre­chen ent­zie­hen konn­te), dass Deutsch­land als »füh­ren­de Nati­on«, das Recht, gar die »Mis­si­on« habe, alle Roh­stof­fe und mensch­li­chen Res­sour­cen inner­halb ihres Groß­raum­be­rei­ches für die Erhal­tung ihrer eige­nen Herr­schafts­po­si­ti­on zu nut­zen. Die­se tota­li­tä­re Ten­denz begeg­ne­te Mar­cu­se spä­ter beim Stu­di­um der fort­ge­schrit­te­nen Indus­trie­ge­sell­schaft erneut. Tota­li­tär sei »nicht nur eine ter­ro­ris­ti­sche poli­ti­sche Gleich­schal­tung der Gesell­schaft«, schrieb er in sei­ner Stu­die Der ein­di­men­sio­na­le Mensch (1964), »son­dern auch eine nicht-ter­ro­ris­ti­sche öko­no­misch-tech­ni­sche Gleich­schal­tung, die sich in der Mani­pu­la­ti­on von Bedürf­nis­sen durch alt­her­ge­brach­te Inter­es­sen gel­tend macht.«7 Die Erfah­run­gen sei­ner Arbeit für das OSS, in der er die Aus­deh­nung poli­ti­scher Kon­trol­le in alle Lebens­be­rei­che beob­ach­te­te, hat­ten somit auch Ein­fluss auf sei­ne spä­te­re kri­ti­sche Wahr­neh­mung der moder­nen Indus­trie- und Mas­sen­ge­sell­schaft.

Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land bie­tet eine inter­es­san­te Ein­sicht in die Indienst­nah­me sozi­al­wis­sen­schaft­li­cher Metho­den und intel­lek­tu­el­ler »Res­sour­cen« durch staat­li­che Agen­tu­ren, wobei der Band sowohl nost­al­gisch-roman­ti­sie­ren­de Rück­bli­cke ein­zel­ner betei­lig­ter Per­so­nen als auch ideo­lo­gisch durch­tränk­te Gerüch­te über den angeb­li­chen Aus­ver­kauf der kri­ti­schen Theo­rie kor­ri­giert. Dar­über hin­aus ver­sam­melt er bis­lang öffent­lich unzu­gäng­li­che Ana­ly­sen pro­mi­nen­ter Ver­tre­ter des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung. Die Behaup­tung, die­se Berich­te stell­ten einen Bei­trag der »Frank­fur­ter Schu­le« zu den Kriegs­an­stren­gun­gen zwi­schen 1943 und 1945 dar (wie sie der Unter­ti­tel des Ban­des auf­stellt), geht jedoch an der Rea­li­tät vor­bei, denn Neu­mann, Mar­cu­se und Kirch­hei­mer bil­de­ten ledig­lich eine Frak­ti­on inner­halb »Frank­fur­ter Schu­le« (Max Hork­hei­mer und Fried­rich Pol­lock ver­tra­ten in ihrer Ana­ly­se des Natio­nal­so­zia­lis­mus einen gänz­lich ande­ren Ansatz als Neu­mann8) und arbei­te­ten als indi­vi­du­el­le Ange­stell­te der büro­kra­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on des OSS, nicht als »Agen­ten« der »Frank­fur­ter Schu­le«. Nichts­des­to­trotz ist der von Raf­fae­le Lau­da­ni her­aus­ge­ge­be­ne Band ein bemer­kens­wer­tes Buch, das die unmit­tel­ba­re Ana­ly­se des Natio­nal­so­zia­lis­mus mit allen Hoff­nun­gen, Fehl­ein­schät­zun­gen und Frus­tra­tio­nen jener Zeit ein­drucks­voll doku­men­tiert.

In der »Rück­über­set­zung« aus dem deutsch durch­wirk­ten Eng­li­schen der Emi­gran­ten (oder »gebro­che­nen Eng­li­schen«, wie es der Euge­ne N. Ander­son, der Lei­ter der Mit­tel­eu­ro­pa-Sek­ti­on des OSS nann­te9) muss­te die Über­set­ze­rin Chris­ti­ne Pries eini­ge sprach­li­che Schwer­fäl­lig­kei­ten der aus ihrem Land und ihrer Spra­che ver­trie­be­nen Wis­sen­schaft­ler über­brü­cken. »Die sti­lis­ti­schen Unbe­hol­fen­hei­ten, die den begrenz­ten Aus­drucks­mög­lich­kei­ten im Eng­li­schen geschul­det sind […] wur­den – mög­lichst ohne die ursprüng­li­che Unge­ho­belt­heit ganz zu ver­de­cken – in der Über­set­zung eben­falls behut­sam geglät­tet, zumal es sicher­lich kei­ne Lösung sein kann, das gebro­che­ne Eng­lisch deut­scher Mut­ter­sprach­ler als gebro­che­nes Deutsch wie­der­zu­ge­ben«10 So ist bei der Lek­tü­re der über­setz­ten Tex­te stets im Hin­ter­kopf zu hal­ten, dass es über­setz­te Tex­te von Über­set­zun­gen sind, wobei die For­mu­lie­run­gen der Gedan­ken bereits den Vor­ga­ben der staat­li­chen Insti­tu­ti­on unter­la­gen. Theo­dor W. Ador­no hat­te im US-ame­ri­ka­ni­schen wis­sen­schaft­li­chen Betrieb star­ke Vor­be­hal­te gegen­über der »Ver­bes­se­rung sti­lis­ti­scher Män­gel«, die »dem Ein­wan­de­rer unter­lau­fen« 11. Für ihn war vor allem die Spra­che, die ihm eine geis­ti­ge Hei­mat bot, ein Beweg­grund, trotz allem nach Deutsch­land zurück­zu­keh­ren. »Zumin­dest der gebo­re­ne Deut­sche wird füh­len, daß er das essen­ti­el­le Moment der Dar­stel­lung oder des Aus­drucks, in der frem­den Spra­che nicht voll erwer­ben kann«, sag­te er in einem Bei­trag für den Deutsch­land­funk im Jah­re 1965. »Schreibt man in einer ernst­haft frem­den Spra­che, so gerät man, ein­ge­stan­den oder nicht, unter den Bann, sich mit­zu­tei­len, es so zu sagen, daß die ande­ren es auch ver­ste­hen.«12 Für die emi­grier­ten Ange­stell­ten gab es kei­ne Wahl: Sie muss­ten sich den ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln bedie­nen, um sich im staat­li­chen Appa­rat zu arti­ku­lie­ren. Mar­cu­se, Neu­mann und Kirch­hei­mer arran­gier­ten sich mit ihren Unzu­läng­lich­kei­ten in den Aus­drucks­mög­lich­kei­ten der eng­li­schen Spra­che und leis­te­ten trotz allem einen gro­ßen Bei­trag zum Kampf gegen die nazis­ti­sche Ter­ror­herr­schaft.

 

Bibliografische Nachweise:

Franz Neu­mann, Her­bert Mar­cu­se und Otto Kirch­hei­mer. Secret Reports on Nazi Ger­ma­ny: The Frank­furt School Con­tri­bu­ti­on to the War Effort. Hg. Raf­fae­le Lau­da­ni. Mit einem Vor­wort von Ray­mond Geuss. Prince­ton: Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 2013. 679 Sei­ten, 45,00 US-Dol­lar.

Franz Neu­mann, Her­bert Mar­cu­se und Otto Kirch­hei­mer. Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land: Die Berich­te der Frank­fur­ter Schu­le für den ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst 1943–1949. Hg. Raf­fae­le Lau­da­ni. Mit einem Vor­wort von Axel Hon­neth. Aus dem Eng­li­schen über­setzt von Chris­ti­ne Pries. Frankfurt/Main: Cam­pus  Ver­lag, 2016. 812 Sei­ten, 39,95 Euro.

 

 © Jörg Auberg (2016)

Nachweise

  1. Die­go Gia­chet­ti, »Giug­no 1969: I ›Cal­di‹ Gior­ni Ita­lia­ni di Her­bert Mar­cu­se«, http://www.marcuse.org/herbert/booksabout/00s/69ItalyLecturesDGiachetti04z.htm
  2. Paul Buh­le und David Wag­ner, A Very Dan­ge­rous Citi­zen: Abra­ham Lin­coln Polon­sky and the Hol­ly­wood Left (Ber­ke­ley: Uni­ver­si­ty of Cali­for­nia Press, 2001), S. 75–77
  3. Zum Hin­ter­grund sie­he Bar­ry M. Katz, »The Cri­ti­cism of Arms: The Frank­furt School Goes to War«, Jour­nal of Modern Histo­ry, 59:3 (Sep­tem­ber 1987):439–478
  4. Franz Neu­mann, Behe­moth: Struk­tur und Pra­xis des Natio­nal­so­zia­lis­mus, 1933–1944, übers. Hed­da Wag­ner und Gerd Schä­fer, (Frankfurt/Main: Fischer, 1984), S. 16
  5. Neu­mann, Behe­moth, S. 582
  6. Raf­fae­le Lau­da­ni, »Ein­lei­tung«, in: Franz Neu­mann, Her­bert Mar­cu­se und Otto Kirch­hei­mer, Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land: Die Berich­te der Frank­fur­ter Schu­le für den ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst 1943–1949, hg. Raf­fae­le Lau­da­ni. übers. Chris­ti­ne Pries. Frankfurt/Main: Cam­pus  Ver­lag, 2016), S. 45
  7. Her­bert Mar­cu­se, Der ein­di­men­sio­na­le Mensch: Stu­di­en zur Ideo­lo­gie in der fort­ge­schrit­te­nen Indus­trie­ge­sell­schaft, übers. Alfred Schmidt (Darm­stadt: Luch­ter­hand, 1982), S.23
  8. Zu den ver­schie­de­nen Ansät­zen der Insti­tuts­mit­glie­der cf. Mar­tin Jay, Per­ma­nent Exi­les: Essays on the Intel­lec­tu­al Migra­ti­on From Ger­ma­ny to Ame­ri­ca (New York: Colum­bia Uni­ver­si­ty Press, 1986), S. 54–59
  9. Lau­da­ni, »Zu den Tex­ten«, in: Neu­mann et al., Im Kampf gegen Nazi­deutsch­land, S. 29
  10. Chris­ti­ne Pries, »Anmer­kun­gen der Über­set­ze­rin«, ibid., S. 22
  11. Theo­dor W. Ador­no, Kul­tur­kri­tik und Gesell­schaft, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 2003), S. 698
  12. Ador­no, Kul­tur­kri­tik und Gesell­schaft, S.700

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