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August 2018 Posts

Zora Neale Hurston und Toni Morrison

Der Bann der Vergangenheit

Zwei Bücher von Zora Neale Hurston und Toni Morrison schärfen das Bewusstsein gegen den Rassismus

Von Jörg Auberg

 

The past is never dead. It’s not even past.1

Wil­liam Faulk­ner, Requi­em for a Nun

 

Nach ihrem Selbst­ver­ständ­nis sind die USA das »Land der Frei­en«. »Kei­ne Idee ist für Ame­ri­ka­ner in ihrem Ver­ständ­nis als Indi­vi­du­en und Nati­on grund­sätz­li­cher als die Frei­heit«2, schrieb der His­to­ri­ker Eric Foner. Der ame­ri­ka­ni­schen Geschich­te ist jedoch das Mal der Unfrei­heit ein­ge­gra­ben, auch wenn sich die USA den demo­kra­ti­schen Idea­len der Frei­heit und Gleich­heit ver­pflich­tet fühl­ten, die­se jedoch nie fak­tisch ein­lös­ten. Obwohl die meis­ten der Grün­dungs­vä­ter des US-ame­ri­ka­ni­schen Staa­tes voll­mun­di­ge Bekennt­nis­se zu Frei­heit und Gleich­heit abga­ben, waren acht der ers­ten zwölf Prä­si­den­ten Skla­ven­hal­ter. Von Anbe­ginn war Ame­ri­ka, insis­tiert Peter Kol­chin, von Zwangs­ar­beit abhän­gig, und das Sys­tem der Skla­ve­rei war für den Bestand des Lan­des von unmit­tel­ba­rer Not­wen­dig­keit. So ver­bot die Ver­fas­sung von 1787 dem Kon­gress für zwan­zig Jah­re, den Skla­ven­han­del zu äch­ten. Auch als nach 1830 Aboli­tio­nis­ten für die Abschaf­fung der Skla­ve­rei ein­tra­ten, betrach­te­te sie die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner – im Süden wie im Nor­den – als Fana­ti­ker, wel­che die Pro­spe­ri­tät und Exis­tenz der Repu­blik aufs Spiel setz­ten.3

Die­se Geschich­te der Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung war kei­nes­wegs mit dem offi­zi­el­len Ende der Skla­ve­rei nach dem ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg 1865 vor­über. Bis heu­te wirkt sie nach – selbst nach Jahr­zehn­ten der Bür­ger­rechts­be­we­gung und einem afro­ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten – wei­ter­hin fort. Die »star­ke Kraft der Geschich­te«, schrieb James Bald­win 1965, »rührt aus der Tat­sa­che, dass wir sie mit uns tra­gen, von ihr in vie­ler­lei Hin­sicht unbe­wusst kon­trol­liert wer­den und Geschich­te buch­stäb­lich in allem gegen­wär­tig ist, was wir tun«.4

 

Barracoon: Die Geschichte der letzten Sklavenlieferung

 

Die Gegen­wär­tig­keit die­ser Geschich­te fin­det in der Lebens­ge­schich­te des aus West­afri­ka nach Ala­ba­ma ver­schlepp­ten Olua­le Kos­so­la (des­sen Name als »Cud­jo Lewis« ame­ri­ka­ni­siert wur­de) ihren authen­ti­schen Aus­druck, die nun unter dem Titel Bar­r­a­coon ver­öf­fent­licht wur­de. Um 1841 im west­li­chen Benin gebo­ren, wur­de Kos­so­la 1860 von Skla­ven­händ­lern gefan­gen und mit dem Schiff Clotil­da über die »Mit­tel­pas­sa­ge« in den US-ame­ri­ka­ni­schen Süden trans­por­tiert, wo er auf einer Baum­woll­plan­ta­ge ver­sklavt wur­de.

 

Zora Neale Hurston: Barracoon (HarperCollins USA, 2018)

Zora Nea­le Hur­s­ton: Bar­r­a­coon (Har­per­Col­lins, 2018)

Kos­so­la war einer jener 3.873.600 Afri­ka­ner, die zwi­schen 1801 und 1866 gegen die Lie­fe­rung von Gold, Waf­fen und ande­ren Waren euro­päi­scher und ame­ri­ka­ni­scher Pro­ve­ni­enz als Zwangs­ar­bei­ter von den afri­ka­ni­schen Herr­schern ver­kauft wur­den.5 Zwar ende­te sein Skla­ven­da­sein offi­zi­ell mit der »Eman­ci­pa­ti­on« am Ende des Bür­ger­krie­ges zwi­schen den Nord- und den Süd­staa­ten der USA, doch für Kos­so­la (oder Cud­jo Lewis) gab es kei­ne wirk­li­che Frei­heit im »neu­en Land«, und eine Rück­kehr nach Afri­ka war eben­falls aus­ge­schlos­sen. Für den Rest sei­nes Lebens blieb er ein Ent­wur­zel­ter.

Im Jah­re 1927 reis­te die Schrift­stel­le­rin und Anthro­po­lo­gin Zora Nea­le Hur­s­ton (1891–1960) nach Pla­teau- Maga­zi­ne Point in Ala­ba­ma, um mit dem damals 86-jäh­ri­gen Kos­so­la zu spre­chen und »die Geschich­te der letz­ten Ladung von Skla­ven, die in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten gebracht wur­den«, auf­zu­zeich­nen.6 Hur­s­ton ver­stand sich als »Auf­nah­me­in­stru­ment«: Sie schrieb Kos­so­las Wor­te auf, wie sie sie wahr­nahm, wobei sie das dia­lek­ta­le Idi­om des Erzäh­lers, das sei­ne afri­ka­ni­sche Her­kunft in sich barg, nicht glät­te­te. Obgleich sie Kos­so­las erzäh­le­ri­sche Sen­si­bi­li­tät respek­tier­te und sein gele­gent­li­ches Abdrif­ten in Dig­res­sio­nen tole­rier­te, war Hur­s­ton – wie die Her­aus­ge­be­rin Debo­rah G. Plant unter­streicht – nicht ledig­lich eine »Ste­no­ty­pis­tin«, son­dern wirk­te aktiv am Pro­zess des Erzäh­lens mit, um Kos­so­la zu hel­fen, sei­ne Geschich­te zu erzäh­len.

 

Zora Neale Hurston (Aufnahme zwischen 1935 und 1943)

Zora Nea­le Hur­s­ton (Auf­nah­me zwi­schen 1935 und 1943)

Zu die­ser Geschich­te gehört nicht in ers­ter Linie die phy­si­sche Bru­ta­li­tät des Skla­ven­han­dels, son­dern die Ernied­ri­gung des Indi­vi­du­ums und sei­ne Zurich­tung zum Abbild des Skla­ven. Auf ihrem Trans­port von Afri­ka nach Nord­ame­ri­ka wur­de die mensch­li­che Ware, die der König von Dahome auf dem inter­na­tio­na­len Markt ver­kauf­te, ihrer Klei­der beraubt. Die Skla­ven erreich­ten den ame­ri­ka­ni­schen Boden nackt. Von den Wei­ßen wur­de sie als »nack­te Wil­de« ver­ach­tet, zu denen sie von den wei­ßen Skla­ven­händ­lern erst gemacht wur­den. Glei­cher­ma­ßen trifft sie die Ver­ach­tung der »ame­ri­ka­ni­sier­ten« Schwar­zen, die über die »pri­mi­ti­ven« Neu­an­kömm­lin­ge aus Afri­ka die Nase rümpf­ten. »De Ame­ri­can colo­red folks, you unner­stand me«, gab Kos­so­la zu Pro­to­koll, »dey sey we sava­ge and den dey laugh at us and doan come say not­hin’ to us.«7

Auch nach der »Befrei­ung« blieb der ver­schlepp­te Kos­so­la ein Frem­der in einem frem­den Land. Die ehe­ma­li­gen Skla­ven bil­de­ten in Ala­ba­ma ihre Erin­ne­rung an Afri­ka nach. »We call our vil­la­ge Affi­can Town«, erzähl­te er Hur­s­ton. »We say dat ‘cau­se we want to go back in de Affi­ca soil and we see we cain go. Dere­fo’ we make de Affi­ca whe­re dey fetch us.« 8

 

Der Vorhang des »Kolorismus«

 

Von Frei­heit konn­te kei­ne Rede sein. Im Jah­re 1956 sprach James Bald­win von »zwei­hun­dert Jah­ren in Skla­ve­rei« und »neun­zig Jah­ren von Qua­si-Frei­heit«.9 Kein Vor­hang unter dem Him­mel sei, schrieb er neun Jah­re spä­ter, schwe­rer als jener aus Schuld und Lügen, hin­ter dem sich wei­ße Ame­ri­ka­ner und Ame­ri­ka­ne­rin­nen ver­bar­gen – nicht ein­mal der »Eiser­ne Vor­hang« des Kal­ten Krie­ges. »Der ame­ri­ka­ni­sche Vor­hang ist Far­be«, kon­sta­tier­te Bald­win. Mit­tels die­ses Begriffs oder die­ser Vor­stel­lung hät­ten Wei­ße unsag­ba­re Ver­bre­chen gerecht­fer­tigt – nicht allein in der Ver­gan­gen­heit, son­dern auch in der Gegen­wart.10

 

Toni Morrison: Die Herkunft der anderen (Rowohlt, 2018)

Toni Mor­ri­son: Die Her­kunft der ande­ren (Rowohlt, 2018)

Die­se Kri­tik des »Kolo­ris­mus« greift Toni Mor­ri­son, die Her­aus­ge­be­rin von Bald­wins gesam­mel­ten Essays, in ihren Har­vard-Vor­le­sun­gen aus dem Jah­re 2016 auf, die nun unter dem Titel Die Her­kunft der ande­ren auch auf deutsch vor­lie­gen. Wie tief das Kon­zept des »Kolo­ris­mus« in der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft ver­wur­zelt ist, macht Mor­ri­son bereits zu Anfang mit einer pri­va­ten Erin­ne­rung an eine Begeg­nung mit ihrer »dun­kel­häu­ti­gen« Groß­mutter deut­lich: Beim Anblick ihrer »hell­häu­ti­gen« Enke­lin­nen rief sie ent­setzt aus: »Die­se Kin­der sind ver­pfuscht wor­den.«11

Ähn­lich wie bei den herr­schen­den Wei­ßen wur­de bei den unter­drück­ten Schwar­zen die Far­be zum Fetisch, zum Merk­mal der Wer­tig­keit. »Die Defi­ni­ti­on, was es bedeu­tet, ›ame­ri­ka­nisch‹ zu sein, bemerkt Mor­ri­son, »bleibt für vie­le, tra­gi­scher­wei­se eine Fra­ge der Far­be.«12 Für die einen ist eine tie­fe Far­be ein Merk­mal der Aus­sät­zig­keit, wäh­rend für die ande­ren der Man­gel an Far­be ein Cha­rak­te­ris­ti­kum der Min­der­wer­tig­keit ist.

In ihren Vor­le­sun­gen ver­knüpft Mor­ri­son pri­va­te Erfah­run­gen mit his­to­ri­schen und lite­ra­ri­schen Ana­ly­sen der Rea­li­tät des Ras­sis­mus. Dabei geht es ihr um die Fra­ge der Gene­se: Wodurch wird Ras­sis­mus über die Jahr­hun­der­te per­p­etu­iert? Wodurch wird jemand Ras­sist? Ant­wor­ten bie­tet Mor­ri­son nicht, doch gera­de ihr in die Tie­fe drin­gen­des, ambi­va­len­tes Erfor­schen der sozia­len Rea­li­tät macht ihren schma­len Band zu einer intel­lek­tu­el­len Sti­mu­la­ti­on, die eige­nen Vor­stel­lun­gen von Ras­se, Far­be und Geschlecht – wie sie in Gesell­schaft, Wirt­schaft, Poli­tik und Kul­tur per­ma­nent repro­du­ziert wer­den – kri­tisch zu hin­ter­fra­gen.

Unter dem Deck­man­tel einer schein­bar wert­frei­en Wis­sen­schaft eta­blier­te sich die Kon­struk­ti­on des schwar­zen »Unter­men­schen«, die bis heu­te in den wei­ßen Gesell­schaf­ten prä­sent ist. »Das schwar­ze Blut, das dem Gehirn zuge­führt wird«, zitiert Mor­ri­son Dr. Samu­el Cart­wright, einen eng­li­schen Euge­nik-Theo­re­ti­ker und Skla­ven­hal­ter aus den Süd­staa­ten, ket­te den Geist der »Neger« an »Unwis­sen­heit, Aber­glau­ben und Bar­ba­rei, ver­rie­gelt das Tor zu höhe­rer Ent­wick­lung, mora­li­schem Emp­fin­den und reli­giö­ser Wahr­heit.« 13 In die­sem Wahn wei­ßer Über­le­gen­heit, der bis heu­te – nicht allein – die US-ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft prägt, kann sich die Gewalt – legi­ti­miert durch einen wis­sen­schaft­lich ver­bräm­ten Ras­sis­mus – gegen Indi­vi­du­en, die in der pathi­schen Pro­jek­ti­on aller Indi­vi­dua­li­tät ent­klei­det sind, mit aller Bru­ta­li­tät wen­den.

 

Harriett Beecher Stowe: Uncle Tom's Cabin (1852)

Har­ri­ett Bee­cher Sto­we: Uncle Tom’s Cabin (1852)

Als Bei­spiel führt Mor­ri­son den jun­gen Eng­län­der Tho­mas Thist­le­wood an, der 1750 in die »Neue Welt« auf­brach, um als Skla­ven­auf­se­her und spä­ter als Skla­ven­be­sit­zer auf Jamai­ka sein Glück auf Kos­ten ande­rer zu machen. In sei­nem Tage­buch hielt er »Ereig­nis­se und Begeg­nun­gen, das Wet­ter, Ver­hand­lun­gen, Gewin­ne und Ver­lus­te« eben­so fest wie die Ver­ge­wal­ti­gun­gen sei­ner Skla­vin­nen, die er als Recht des Besit­zers für sich rekla­mier­te. »Für Thist­le­wood ist Ver­ge­wal­ti­gung die Roman­tik des Besit­zens, des droit du sei­gneur«, ana­ly­siert sie. Die­se Roman­tik sieht Mor­ri­son in Har­riet Bee­cher-Sto­wes popu­lä­ren Roman Onkel Toms Hüt­te nach­wir­ken: »Bei Sto­we wird die Skla­ve­rei sexu­ell und roman­tisch rein­ge­wa­schen und par­fü­miert«, urteilt Mor­ri­son. 14

In einer kri­ti­schen Dis­kus­si­on US-ame­ri­ka­ni­scher Autoren und Autorin­nen wie Wil­liam Faulk­ner, Ernest Heming­way oder Flan­ne­ry O’Connor the­ma­ti­siert Mor­ri­son in unter­schied­li­chen Varia­tio­nen die pathi­sche Pro­jek­ti­on des »Frem­den« schwar­zer Haut­far­be, der als »Nig­ger« klas­si­fi­ziert wird. Far­be wird feti­schi­siert: In Faulk­ners Roman­welt bei­spiels­wei­se ist »Ras­sen­mi­schung« ein »abscheu­li­che­res Übel« als Inzest oder selbst in Ernest Heming­ways »Aben­teu­er­no­vel­le« To Have and Have Not ver­liert der Mensch mit schwar­zer Haut­far­be sei­ne Indi­vi­dua­li­tät, indem er als »Nig­ger« klas­si­fi­ziert wird: »He was a nig­ger that never thought much of any of us.«15 Die Umkeh­rung der Wahr­neh­mung fin­det sich in Flan­ne­ry O’Connors Erzäh­lung »The Arti­fi­ci­al Nig­ger«, in der sich zwei Wei­ße in einem Schwar­zen­vier­tel ver­ir­ren und ihre Fremd­heit in die­sem Milieu als unmit­tel­ba­re Erfah­rung am eige­nen Kör­per spü­ren. Am Ende möch­ten sie nichts ande­res, als mög­lichst schnell das Gefühl des Ver­lo­renseins in einer frem­den Welt hin­ter sich zu las­sen.

 

Die Verlogenheit der Hölle

 

Über­all im Land lau­ert das »Gift der Fremd­heit« oder der »Fluch des Fremd­seins«.16 Anders als in John Dos Pas­sos’ USA-Tri­lo­gie, in der die his­to­ri­sche Erfah­rung der Afro-Ame­ri­ka­ner aus­ge­spart wird, sind die USA kei­ne »Spra­che des Vol­kes«.17 Viel­mehr ist das Land, wie Hur­s­ton und Mor­ri­son ver­deut­li­chen, zer­ris­sen, von jahr­hun­der­te­lan­gen Kämp­fen von Herr­schaft und Unter­drü­ckung gezeich­net. In sei­nen Arti­keln zum ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg insis­tier­te Karl Marx, dass die Frei­heit der Schwar­zen eine Vor­be­din­gung für eine unab­hän­gi­ge Poli­tik der ame­ri­ka­ni­schen Arbei­ter­klas­se sei.18 Aktu­ell aber domi­niert – wie Mor­ri­son in Para­phra­se eines berühm­ten Zitats Jean-Paul Sar­tres insis­tiert – die »Ver­lo­gen­heit der Höl­le«19. Trotz allem ist die­ser Höl­len­kreis kei­ne Natur­ge­ge­ben­heit. Die Kata­stro­phe ist men­schen­ge­macht. Daher bestün­de die Mög­lich­keit, die­sen Zir­kel zu ver­las­sen. Ob die Ver­hält­nis­se dies tat­säch­lich zulas­sen, ist eine ande­re Fra­ge.

 

Bibliografische Angaben:

Zora Nea­le Hur­s­ton.
Bar­r­a­coon: The Sto­ry of the Last »Black Car­go«.
Her­aus­ge­ge­ben von Debo­rah G. Plant.
Vor­wort von Ali­ce Wal­ker.
New York: Har­per­Col­lins, 2018.
208 Sei­ten, 24,99 US-Dol­lar.
ISBN: 978–0-062–74820-1.

Toni Mor­ri­son.
Die Her­kunft der ande­ren: Über Ras­se, Ras­sis­mus und Lite­ra­tur.
(The Ori­gin of Others, Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2017).
Vor­wort von Ta-Nehi­si Coa­tes.
Über­setzt von Tho­mas Piltz.
Rein­bek: Rowohlt, 2018.
112 Sei­ten, 16 Euro.
ISBN: 978–3-498–04543-2.

 

Bildquellen



Cover Bar­r­a­coon — © Har­per­Col­lins USA

Foto von Zora Nea­le Hur­s­ton — Wiki­me­dia

Cover Die Her­kunft der ande­ren — © Rowohlt Ver­lag

Cover Uncle Tom’s CabinWiki­me­dia

© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Wil­liam Faulk­ner, Requi­em for a Nun (Lon­don: Vin­ta­ge, 2015), S. 85
  2. Eric Foner, The Sto­ry of Ame­ri­can Free­dom (New York: W. W. Nor­ton, 1998), S. xiii
  3. Peter Kol­chin, Ame­ri­can Slavery, 1619–1877 (Lon­don: Pen­gu­in, 1995), S. 3, 79
  4. James Bald­win, »The White Man’s Guilt« (1965), in: Bald­win, Collec­ted Essays, hg. Toni Mor­ri­son (New York: Libra­ry of Ame­ri­ca, 1998), S. 723
  5. Wolf­gang Rein­hard, Die Unter­wer­fung der Welt: Glo­bal­ge­schich­te der euro­päi­schen Expan­si­on, 1415–2015 (Mün­chen: C. H. Beck, 2016), S. 453–484
  6. Zora Nea­le Hur­s­ton, Ein­lei­tung, Bar­r­a­coon: The Sto­ry of the Last Slave (Lon­don: HQ/HarperCollins, 2018), S. 6
  7. Hur­s­ton, Bar­r­a­coon, S. 62
  8. Hur­s­ton, Bar­r­a­coon, S. 68
  9. Bald­win, »Faulk­ner and Dese­gre­ga­ti­on«, in: Bald­win, Collec­ted Essays, S. 209
  10. Bald­win, »The White Man’s Guilt«, S. 725
  11. Toni Mor­ri­son, Die Her­kunft der ande­ren: Über Ras­se, Ras­sis­mus und Lite­ra­tur, übers. Tho­mas Piltz (Rein­bek: Rowohlt, 2018), S. 19
  12. Mor­ri­son, Die Her­kunft der ande­ren, S. 31
  13. Mor­ri­son, Die Her­kunft der ande­ren, S. 21
  14. Mor­ri­son, Die Her­kunft der ande­ren, S. 23–24, 28
  15. Ernest Heming­way, To Have and Have Not (New York: Scrib­ner, 2010), S. 19
  16. Mor­ri­son, Die Her­kunft der Ande­ren, S. 95
  17. John Dos Pas­sos, U.S.A., hg. Dani­el Aaron und Town­send Lud­ding­ton (New York: Libra­ry of Ame­ri­ca, 1996), S.3
  18. Mike Davis, Old Gods, New Enig­mas: Marx’s Lost Theo­ry (Lon­don: Ver­so, 2018), S. 144–145
  19. Mor­ri­son, Die Her­kunft der ande­ren, S. 45

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Andrej Platonow: Tschewengur

Die Utopie in den Augen toter Fische

 

Andrej Platonows jahrzehntelang verbotener Roman Tschewengur liegt in einer überarbeiteten Neuausgabe vor

 

Von Jörg Auberg

 

Filmplakat Oktober (Sergej M. Eisenstein, 1927)

Film­pla­kat Okto­ber (Ser­gej M. Eisen­stein, 1927)

Im Jah­re 1927 fei­er­ten die sowje­ti­schen Macht­ha­ber ihr »Oktober«-Jubiläum mit einer Heroi­sie­rung ihrer zehn­jäh­ri­gen Herr­schaft. In Fil­men wie Okto­ber (Ser­gej M. Eisen­stein), Das Ende von Sankt Peters­burg (Wse­wo­lod Podow­kin), Der Fall der Dynas­tie Roma­now und Der Gro­ße Weg (bei­de Esther Schub) erleb­te nicht nur der sowje­ti­sche »Mon­ta­ge­film« sei­nen Höhe­punkt, son­dern es war auch der Abge­sang auf die Uto­pi­en der Revo­lu­ti­on. »Revo­lu­ti­on und Klas­sen­krieg waren die epi­schen The­men des gro­ßen Stumm­films«, resü­mier­te Dwight Mac­do­nald 1938 in einem Rück­blick auf die »Glanz­zei­ten« des sowje­ti­schen Kinos. »Die Ein­füh­rung des ers­ten Fünf­jah­res­pla­nes 1928 rief nach neu­en The­men – Indus­tria­li­sie­rung und Kol­lek­ti­vie­rung –, die schwer zu dra­ma­ti­sie­ren waren.«1

An die­ser Bruch­stel­le – zwi­schen 1926 und 1929 – ent­stand Andrej Pla­to­nows Roman Tsche­wen­gur, der eben­falls die Geschich­te der Sowjet­uni­on von der Revo­lu­ti­on über den Bür­ger­krieg bis zur »Neu­en Öko­no­mi­schen Poli­tik« the­ma­ti­sier­te, jedoch an den zuneh­mend auto­ri­tä­ren Struk­tu­ren der sowje­ti­schen Büro­kra­tie schei­ter­te. Als Pla­to­now bei der Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Romans auf Wider­stän­de der staat­li­chen Zen­sur stieß, such­te er Unter­stüt­zung bei Maxim Gor­ki, doch die­ser fühl­te sich von der »anar­chis­ti­schen Ten­denz« des Romans abge­sto­ßen. Die Prot­ago­nis­ten erschie­nen ihm wie »komi­sche Käu­ze« oder »Halb­ver­rück­te«, wel­che die Revo­lu­ti­on in Ver­ruf brach­ten. Zwar konn­te Pla­to­now Tei­le des Romans in Zeit­schrif­ten ver­öf­fent­li­chen, doch ver­schwand das Werk in der Sowjet­uni­on bis 1988 in den Kata­kom­ben des »Unles­ba­ren«.2

 

Utopie und Gewalt


Plato­nows Roman beschreibt ein­drück­lich das Jahr­zehnt vom Sturz des zaris­ti­schen Regimes bis zum Auf­stieg der sta­li­nis­ti­schen Herr­schaft in Zyklen von »Uto­pie und Gewalt«, wie die Zeit­schrift Ost­eu­ro­pa 2016 ihre Pla­to­now-Spe­zi­al­num­mer pro­gram­ma­tisch für das Schrei­ben die­ses Autors in der »revo­lu­tio­nä­ren Moder­ne« der 1920er Jah­re beti­tel­te.3 Der »Auf­bau des Sozia­lis­mus« in der Sowjet­uni­on war von Anbe­ginn von einem »Gewal­t­rausch« an Mensch und Natur gekenn­zeich­net. Im rück­stän­di­gen Russ­land fehl­ten die Vor­aus­set­zun­gen für die his­to­ri­sche Rea­li­sie­rung eines sozia­lis­ti­schen Pro­jekts. »Sozia­lis­mus setzt Kapi­ta­lis­mus vor­aus – oder zumin­dest die Errun­gen­schaf­ten des Kapi­ta­lis­mus«, merk­te Her­bert Mar­cu­se in sei­ner Stu­die Die Gesell­schafts­leh­re des sowje­ti­schen Mar­xis­mus (1958) an, »näm­lich einen hohen Grad an Indus­tria­li­sie­rung, eine hohe Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät, aus­ge­bil­de­te und dis­zi­pli­nier­te Arbeits­kräf­te.«4 In den vom Kapi­ta­lis­mus unbe­rühr­ten Land­schaf­ten konn­ten die Vor­aus­set­zun­gen des Sozia­lis­mus aus­schließ­lich mit bra­chia­ler Gewalt her­ge­stellt wer­den, womit das huma­ni­tä­re Ziel des Sozia­lis­mus – die Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen der Indi­vi­du­en – auf den Kopf gestellt und schließ­lich ad absur­dum geführt wur­de.

 

Utopie und Gewalt - Andrej Platonow: Die Utopie schreiben (Spezialnummer der Zeitschrift Osteuropa, 2016)

Uto­pie und Gewalt — Andrej Pla­to­now: Die Uto­pie schrei­ben (Spe­zi­al­num­mer der Zeit­schrift Ost­eu­ro­pa, 2016)

Wäh­rend des Bür­ger­krie­ges zwi­schen 1918 und 1921 arbei­te­te Pla­to­now als Inge­nieur für die Eisen­bahn, um den Nach­schub für die Rote Armee im Kampf gegen die »Kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­re« – »Weiß­gar­dis­ten«, Anar­chis­ten oder Ban­di­ten – auf­recht zu erhal­ten. In der leni­nis­ti­schen Ratio sym­bo­li­sier­te die Loko­mo­ti­ve den unauf­halt­sa­men Fort­schritt der Geschich­te, der sich – unge­ach­tet der herr­schen­den Wid­rig­kei­ten und Fähr­nis­se – sei­ne Bahn such­te. Für Pla­to­now war die Maschi­nen­tech­no­lo­gie das Mit­tel zur völ­li­gen Umge­stal­tung der Ver­hält­nis­se auf dem Pla­ne­ten. In sei­ner Uto­pie ima­gi­nier­te er – blind für die Fol­ge­schä­den – ein Pro­jekt der »revo­lu­tio­nä­ren Erd­er­wär­mung«, ein »Sibi­ri­en ohne Eis«, einen gro­ßen Ansturm auf die Geschich­te und die Natur, der rea­li­ter auf eine Ver­ge­wal­ti­gung der bis­he­ri­gen Gege­ben­hei­ten hin­aus­lief. »Wir müs­sen dafür sor­gen«, schrieb er in den Jah­ren zwi­schen 1923 und 1926, »dass die Mensch­heit sich über den gan­zen Erd­ball aus­brei­tet, indem wir die­sen von den Polen bis zu den Tro­pen gleich­wer­tig und ange­nehm gestal­ten. Der Mensch ist nicht nur Kolum­bus, er ist auch Mecha­ni­ker sei­nes Pla­ne­ten.«5 Ohne Rück­sicht auf Nach­hal­tig­keit über­nahm Pla­to­now Lenins Glau­ben »an den expe­ri­men­tel­len und vor­läu­fi­gen Cha­rak­ter der rus­si­schen Revo­lu­ti­on« (den Mar­cu­se als Vor­bo­ten der sta­li­nis­ti­schen Poli­tik cha­rak­te­ri­sier­te) und über­ant­wor­te­te sich und sein Werk der sowje­ti­schen »Gene­ral­li­nie«, obgleich die herr­schen­de Kul­tur­bü­ro­kra­tie ihn bis zu sei­nem Tod als »Unper­son« klas­si­fi­zier­te.

 

Technik als Befreiung von der Arbeit


Auf die rück­schritt­li­chen Land­schaf­ten Russ­lands pro­ji­zier­te Pla­to­now eine »tech­ni­fi­zier­te« Befrei­ung der Arbei­ter und Bau­ern von der Müh­sal der täg­li­chen Arbeit. »Die Elek­tri­fi­zie­rung der Welt ist ein Schritt zu unse­rem Erwa­chen aus dem Schlaf der Arbeit – der Beginn der Befrei­ung von der Arbeit«, schrieb er 1920, »die Über­tra­gung der Pro­duk­ti­on auf die Maschi­ne, der Beginn einer wahr­haft neu­en, alle Vor­stel­lun­gen spren­gen­den Lebens­form. […] Die Elek­tri­fi­zie­rung ist die Ver­wirk­li­chung des Kom­mu­nis­mus in der Mate­rie – in Stein, Metall und Feu­er.«6

 

Andrej Platonow: Tschewengur (Suhrkamp, 2018)

Andrej Pla­to­now: Tsche­wen­gur (Suhr­kamp, 2018)

In sei­nem Roman Tsche­wen­gur domi­niert zunächst nicht die Uto­pie eines bes­se­ren Lebens, son­dern die Schwer­kraft des Bestehen­den. In der süd­rus­si­schen Step­pe sind ihre Bewoh­ner von den Gege­ben­hei­ten ihres Daseins über­wäl­tigt, da sie es nicht ver­mö­gen, einen Ein­klang mit der Natur her­zu­stel­len. Stets schon sind die Step­pen­be­woh­ner »zer­mürbt von der Not«7 oder heim­ge­sucht von der Dür­re, die sich in der Fri­gi­di­tät der Repro­duk­ti­ons­fä­hig­keit ankün­digt. In der archai­schen Vor­stel­lungs­welt ist das »Brach­lie­gen« des weib­li­chen Kör­pers ein über­sinn­li­cher Hin­weis auf den kom­men­den Hun­ger, ohne dass sich die Step­pen­be­woh­ner jemals über die eige­ne Wahr­neh­mung als Opfer der über­mäch­ti­gen Ver­hält­nis­se der Natur hin­aus bewe­gen noch dass sie eine Ver­ant­wor­tung für ihr Dasein in den Land­schaf­ten über­neh­men.


In der Figur des Sascha Dwanow lie­fert Pla­to­now selbst einen auto­bio­gra­fi­schen Blick auf die schein­bar aus­sichts­lo­se Lage der länd­li­chen Bevöl­ke­rung in der Step­pe. Dwanows Vater, ein Fischer, ertränkt sich selbst und über­lässt sei­nen Sohn einem unge­wis­sen Schick­sal. »Der Fischer beob­ach­te­te jah­re­lang den See und dach­te immer nur über eines nach – über das Rät­sel des Todes.«8 Die­ses Rät­sel schien sich in den stum­men, aus­drucks­lo­sen Augen toter Fische auf­zu­lö­sen. Sascha kommt zunächst in einer kin­der­rei­chen Fami­lie unter, doch schließ­lich wird er als »über­flüs­si­ger Esser«9 in die Step­pe ver­trie­ben.

 

Lokomotive des Zuges, mit dem Lenin am 3. April 1917 in St. Petersburg ankam

Loko­mo­ti­ve des Zuges, mit dem Lenin am 3. April 1917 in St. Peters­burg ankam

In der Zeit der Revo­lu­ti­on und des Bür­ger­krie­ges arbei­tet Sascha bei der Eisen­bahn. Die Loko­mo­ti­ve ver­liert zuneh­mend ihre Antriebs­kraft, wird lang­sam, stockt im Betrieb. »Der sowje­ti­sche Ver­kehr ist das Gleis für die Loko­mo­ti­ve der Geschich­te«10, zitiert Pla­to­now den Spruch eines Pro­pa­gan­da­pla­ka­tes. Die­ses Gleis führt ins Nir­gend­wo der kom­mu­nis­ti­schen Stadt Tsche­wen­gur, in der eine klei­ne bol­sche­wis­ti­sche Avant­gar­de die Rea­li­sie­rung des Kom­mu­nis­mus für sich in Anspruch nimmt. Zusam­men mit dem qui­jo­ti­schen Rei­ter Kop­jen­kin, der auf einer Rosi­nan­te-Nach­fol­ge­rin namens »Pro­le­ta­ri­sche Kraft« unter­wegs ist und Rosa Luxem­burg als eine Dul­ci­nea von Tobo­so im revo­lu­tio­nä­ren Zeit­al­ter ver­klärt, nimmt Dwanow den uto­pi­schen Ort in Augen­schein: »Hier ist Kom­mu­nis­mus und umge­kehrt«.11
Die Uto­pie äußert sich in der tota­len Gewalt, denn die Satra­pen der bol­sche­wis­ti­schen Herr­schaft mer­zen die »Burs­huis«, die Ver­tre­ter der Bour­geoi­sie und des Klein­bür­ger­tums, gna­den­los aus, ohne jedoch zum Ziel der uto­pi­schen Glück­se­lig­keit zu gelan­gen. Die Geschich­te endet mit einem neu­er­li­chen Gemet­zel: Kosa­ken drin­gen in die Stadt ein, und in der Schlacht kommt Kop­jen­kin um. Auf des­sen Pferd rei­tet Dwanow davon, um mit ihm in den See zu rei­ten, in dem schon sein Vater »in Todes­neu­gier gegan­gen war«.12

 

Destruktion und Vernichtung


In Pla­to­nows Roman ist die Uto­pie das Resul­tat der tota­len Zer­stö­rung: Bour­geoi­sie und Klein­bür­ger­tum fal­len der Exter­mi­na­ti­on zum Opfer; das erträum­te Ende der Geschich­te ist nicht mehr als eine Erstar­rung jeg­li­cher Krea­ti­vi­tät und Schrei­ben wird als Tech­nik der Unter­drü­ckung der illi­te­ra­ten Mas­sen dia­bo­li­siert – am Ende war­tet nur der Tod.


Für Joseph Brods­ky stand Pla­t­a­now in einer Rei­he mit Franz Kaf­ka und Samu­el Beckett als Autor einer Lite­ra­tur des Absur­den. Der eng­li­sche Lite­ra­tur­kri­ti­ker John Bay­ley kri­ti­sier­te jedoch an Tsche­wen­gur (als der Roman erst­mals ins Eng­li­sche über­tra­gen wur­de) einen »Man­gel an Form«. In sei­nen Augen blieb Pla­to­now ein Autor, des­sen Ein­fluss auf ande­re wich­ti­ger war als sein eige­ner künst­le­ri­scher Sta­tus.13 Die­ses Urteil wird Pla­to­now jedoch nicht gerecht. Tref­fen­der ist die Kri­tik Pier Pao­lo Paso­li­nis, der Pla­to­now eine unver­gess­li­che Poe­tik attes­tier­te. »Nur schwer­lich gibt es eine Sei­te«, schrieb Paso­li­ni 1972 in einer Rezen­si­on der ita­lie­ni­schen Über­set­zung des Romans, »auf der man nicht leben­dig und gegen­wär­tig – in kur­zen, über­rei­chen Bemer­kun­gen, die das Bes­te sind – die Erzäh­ler­stim­me jenes wun­der­ba­ren Dich­ters ver­näh­me, der Pla­to­now ist.«14 Die­sem Urteil ist nichts hin­zu­zu­fü­gen.

 


Biblio­gra­fi­sche Anga­ben:

Andrej Pla­to­now.
Tsche­wen­gur. Die Wan­de­rung mit offe­nem Her­zen.
Roman.
Über­setzt aus dem Rus­si­schen von Rena­te Reschke.
Nach­wort von Hans Gün­ther.
Dia­lo­gi­scher Essay von Ingo Schul­ze und Dže­vad Karaha­san.
Ber­lin: Suhr­kamp, 2018.
581 Sei­ten, 32,00 EUR.
ISBN-13: 9783518428030.

 

Bildquellen



Film­pla­kat Okto­ber — Unbe­kann­ter Autor [Public domain], via Wiki­me­dia Com­mons

Foto Lenins Loko­mo­ti­ve (1916) — James G. How­es [Attri­bu­ti­on], via Wiki­me­dia Com­mons

Cover Uto­pie und Gewalt — © Zeit­schrift Ost­eu­ro­pa

Cover Tsche­wen­gur — © Suhr­kamp Ver­lag

Eine kür­ze­re Fas­sung erschien in literaturkritik.de, Nr. 8 (August 2018)
© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Dwight Mac­do­nald, On Movies (1969; rpt. New York: DaCa­po Press, 1981), S. 201
  2. Hans Gün­ther, Andrej Pla­to­now: Leben – Werk – Wir­kung (Ber­lin: Suhr­kamp, 2016), S.67
  3. Man­fred Sap­per und Vol­ker Weich­sel, »Uto­pie und Gewalt: Andrej Pla­to­nov lesen«, in: Ost­eu­ro­pa, 66:8–10 (2016), S. 5–6
  4. Her­bert Mar­cu­se, Die Gesell­schafts­leh­re des sowje­ti­schen Mar­xis­mus (Schrif­ten, Bd. 6) (Sprin­ge: zu Klam­pen, 2004), S. 58
  5. Andrej Pla­to­now, »Über die Ver­bes­se­rung des Kli­mas«, in: Ost­eu­ro­pa, 66:8–10, S. 9
  6. Andrej Pla­to­now, »Die Elek­tri­fi­zie­rung (All­ge­mei­ne Begrif­fe)«, in: Ost­eu­ro­pa, 66:8–10, S. 242
  7. Andrej Pla­to­now, Tsche­wen­gur, übers. Rena­te Reschke (Ber­lin: Suhr­kamp, 2018), S. 28
  8. Pla­to­now, Tsche­wen­gur, S. 13
  9. Pla­to­now, Tsche­wen­gur, S. 39
  10. Pla­to­now, Tsche­wen­gur, S. 133
  11. Pla­to­now, Tsche­wen­gur, S. 275
  12. Pla­to­now, Tsche­wen­gur, S. 535
  13. John Baley, »The Bro­ken Spi­ne«, New York Review of Books, 3. Mai 1979, https://www.nybooks.com/articles/1979/05/03/the-broken-spine/)
  14. Pier Pao­lo Paso­li­ni, »Unver­gess­li­che Poe­tik: Andrej Pla­to­novs Čeven­gur«, in: Ost­eu­ro­pa, 66:8–10, S. 408

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