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Christian Brückner: Das Hörwerk

The Voice Actor

Marginalien zu Christian Brückners »Hörbuch-Pantheon«

Von Jörg Auberg

 

Christian Brückner: The Voice Actor

Chris­ti­an Brück­ner: The Voice Actor

Man kann von Chris­ti­an Brück­ner viel hören, über ihn aber wenig. Das Feuil­le­ton und die PR-Abtei­lun­gen des Kul­tur­be­trie­bes bezeich­nen ihn oft als »Star unter den Spre­chern« oder »The Voice«, ido­li­sie­ren ihn zum Erha­be­nen auf dem Markt, der in den Olymp auf­ge­stie­gen ist, hul­di­gen ihm als ergrau­ter Zele­bri­tät, die über Schund und Kom­merz, Geschwät­zig­keit und Nich­tig­keit thront. Doch ergeht es ihm tat­säch­lich bes­ser als Luci­en de Rub­empré in Hono­ré de Balz­acs mensch­li­cher Komö­die, der in einer »Ili­as der Kor­rup­ti­on« ver­en­det?1

 

Der »Stimmenverleiher«

Am 17. Okto­ber 1943 in Wal­den­burg im ehe­ma­li­gen Schle­si­en (dem heu­ti­gen Wal­brzych) gebo­ren, kam er nach dem Ende des zwei­ten Welt­krie­ges nach Köln, wo sein Vater als Ton­in­ge­nieur beim neu­ge­grün­de­ten Nord­west­deut­schen Rund­funk arbei­te­te. Schon als Kind beglei­te­te Brück­ner sei­nen Vater in die Ton­stu­di­os und lern­te auf die­se Wei­se früh die tech­ni­sche Sei­te sei­nes zukünf­ti­gen Metiers ken­nen. Nach dem Abitur 1963 in Köln zog Brück­ner nach Ber­lin, um dem Mili­tär­dienst zu ent­kom­men. An der Frei­en Uni­ver­si­tät stu­dier­te er Ger­ma­nis­tik, Thea­ter­wis­sen­schaf­ten und Sozio­lo­gie, ver­folg­te jedoch par­al­lel zum Stu­di­um eine sprach­li­che und schau­spie­le­ri­sche Aus­bil­dung.2

Schon in sei­ner Stu­den­ten­zeit sam­mel­te er Erfah­run­gen auf klei­nen Büh­nen und in klei­nen Rol­len beim Rund­funk und finan­zier­te sein Stu­di­um teil­wei­se über Syn­chro­ni­sa­ti­ons­auf­trä­ge. So war er bereits im Som­mer 1967 – als nach der Ermor­dung Ben­no Ohnes­orgs am 2. Juni 1967 die Stu­den­ten­re­vol­te in Ber­lin erup­tier­te – in der Syn­chron­fas­sung des Burt-Ken­ne­dy-Wes­terns The War Wagon zu hören, des­sen deut­sche Urauf­füh­rung am 18. August 1967 statt­fand. Damals lieh er dem von Bruce Dern gespiel­ten Schur­ken Ham­mond sei­ne Stim­me, dem jedoch bereits nach weni­gen Minu­ten durch einen geziel­ten Schuss des Revol­ver­hel­den Lomax (dar­ge­stellt von Kirk Dou­glas) der Gar­aus berei­tet wur­de.

 

Bonnie and (Arthur Penn, 1967)

Bon­nie and Cly­de (Arthur Penn, 1967)

Weit­aus nach­hal­ti­ger war Brück­ners Syn­chro­ni­sa­ti­ons­ar­beit für Arthur Penns Out­law-Bal­la­de Bon­nie and Cly­de, die nicht allein die Ouver­tü­re für das Kino des »New Hol­ly­wood« bil­de­te, son­dern Brück­ner auch in die Ers­te Liga der Syn­chron­spre­cher hob. Cly­des »sozia­les Ban­di­ten­tum«, das sich im popu­lis­ti­schen Cre­do »Wir rau­ben Ban­ken aus« aus­drückt, ändert an den Klas­sen­ver­hält­nis­sen in der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft der »Gro­ßen Depres­si­on« nichts. Doch ist das Auf­be­geh­ren gegen die Herr­schaft der Ban­ken (das sich im sym­bo­li­schen Zer­schie­ßen des neu­en Eigen­tü­mer­schil­des der ent­eig­ne­ten Farm aus­drück­te) eine ange­mes­se­ne Revol­te, auch wenn sie den depos­se­dier­ten und obdach­lo­sen Far­mern nicht ihre Exis­tenz­grund­la­ge zurück­bringt (wobei der schwar­ze Hilfs­ar­bei­ter in der Farm­sze­ne von sei­nem ehe­ma­li­gen wei­ßen Chef jedoch erst unter­wie­sen wer­den muss, wohin er schie­ßen soll, was im poli­ti­schen Kon­text der dama­li­gen Ghet­to­auf­stän­de in Watts und anders­wo etwas selt­sam anmu­tet). Zumin­dest aber war die »Ent­eig­nung« einer Bank Aus­druck einer sozia­len Gegen­wehr, die der aso­zia­len Pra­xis der kapi­ta­lis­ti­schen Herr­schaft ein wider­stän­di­ges Aus­ru­fe­zei­chen ent­ge­gen­setzt.3

La Lectrice (Michel Deville, 1988)

La Lec­tri­ce (Michel Deville, 1988)

Dann lesen Sie! Ich habe nicht die gerings­te Nei­gung, Sie so davon­kom­men zu las­sen. Das soll­ten Sie wis­sen.

In den Fol­ge­jah­ren wur­de Brück­ners Stim­me zur kon­kur­renz­lo­sen Syn­chron­stim­me Robert de Niros. Dar­über hin­aus lieh er sei­ne stimm­li­chen Qua­li­tä­ten Mar­tin She­en, Robert Red­ford, Gérard Depar­dieu oder Donald Suther­land. Prä­gnant war er auch in klei­nen Sprech­rol­len, etwa in der des prä­ten­tiö­sen »Nicht-Lesers« in Michel Devilles Ver­fil­mung von Ray­mond Jeans Roman La Lec­tri­ce (1988), in der Patrick Ches­nais die Figur der halb­ge­bil­de­ten, lese­fau­len »Füh­rungs­kraft« par­odier­te, der (in lan­ger Zeit vor der #metoo-Ära) eher der »Vor­le­se­rin« sexu­el­le Avan­cen macht, als sich dem Hör­erleb­nis hin­zu­ge­ben, das mög­lichst nur ein »Qui­ckie« oder eine kom­pri­mier­te Form eines »Reader’s Digest« sein soll.

Sie sind doch bestimmt nicht nur Vor­le­se­rin! … Sie sind doch noch bestimmt ein biss­chen etwas ande­res!

Mit der Stim­me des spä­te­ren »Star-Vor­le­sers« Brück­ner erhält die Rol­le des César-Preis­trä­ger Ches­nais in der deut­schen Syn­chron­fas­sung eine iro­ni­sche Über­dreht­heit, die das Ori­gi­nal in den Schat­ten stellt.

 

Alle sind kriminell

In den 1980er und 1990er Jah­ren war Brück­ner – trotz eines län­ge­ren Auf­ent­halts in New York – neben sei­ner aus­ge­präg­ten Syn­chro­ni­sa­ti­ons­ar­beit in der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Rund­funk­sze­ne über­aus prä­sent. Beschäf­ti­gung fand er vor allem in Pro­duk­tio­nen von Kri­mi­hör­spie­len, die zu einem über­aus popu­lä­ren Gen­re in einer Gesell­schaft wur­den, in der – nach einem Urteil Max Hork­hei­mers – alle kri­mi­nell waren, weil sie auf die eine oder ande­re Art in objek­ti­ve Schand­ta­ten ver­strickt waren.4 Der Auf­schwung der ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen des »Kri­mi­nal­stücks« als Roman, Hör­spiel, Fern­seh- oder Spiel­film hat­te mög­li­cher­wei­se – wie Ernest Man­del mut­maß­te – sei­nen Ursprung in der Tat­sa­che, dass »die bür­ger­li­che Gesell­schaft alles in allem eine ver­bre­che­ri­sche Gesell­schaft« sei.5

 

Léo Malet: Die Nächte von St. Germain (SWF 1994; DAV 2002)

Léo Malet: Die Näch­te von St. Ger­main (SWF 1994; DAV 2002)

In den Hör­spiel­fas­sun­gen der »poli­ti­schen« Kri­mis des schwe­di­schen Autoren­du­os Maj Sjö­wall und Per Wahlöö ver­kör­per­te er oft den unge­stü­men Heiß­sporn im Sti­le von Patrick Dewae­re. In Rund­funk­ad­ap­tio­nen von Léo Malets Kri­mi­nal­ro­ma­nen, die das Milieu und Ambi­en­te der Pari­ser Nach­kriegs­zeit mit einer fieb­ri­gen »Scound­s­cape« von Jazz-Grö­ßen wie Dizzy Gil­le­spie, Duke Elling­ton oder Sid­ney Bechet kom­bi­nier­ten, gab Brück­ner den schnodd­ri­gen, sub­ver­si­ven Noir-Detek­tiv Nes­tor Bur­ma, der sich gegen Gangs­ter und Poli­zis­ten als Agen­ten orga­ni­sier­ter Herr­schaft glei­cher­ma­ßen zur Wehr setz­te.6

 

Guy de Maupassant: Bel Ami (WDR 2000; Der Hörverlag, 2001)

Guy de Mau­pas­sant: Bel Ami (WDR 2000; Der Hör­ver­lag, 2001)

In eini­gen Hör­spiel­fas­sun­gen von Ray­mond Chand­lers Erzäh­lun­gen, die Her­mann Naber in nüch­ter­ner Prä­gnanz mit erst­klas­si­gen Akteu­ren wie Arnold Mar­quis, Horst Micha­el Neut­ze, Hans Peter Hall­wachs und ande­ren für öffent­lich-recht­li­che Rund­funk­sen­der umsetz­te, agier­te Brück­ner mit sei­ner bereits zum Mar­ken­zei­chen gewor­de­nen Stim­me, war jedoch eher das vir­tuo­se Mit­glied von wech­seln­den Ensem­bles als die von Feuil­le­to­nis­ten ehr­fürch­tig beschwo­re­ne Kul­tur-Instanz.7 Den­noch war er schon in der her­aus­ra­gen­den WDR-Pro­duk­ti­on Bel Ami aus dem Jah­re 2000 nach dem Roman Guy de Mau­pas­sants der sono­re, unter­schwel­lig kri­ti­sche Erzäh­ler, der die Ereig­nis­se um den Auf­stieg eines skru­pel­lo­sen, ehr­gei­zi­gen Jour­na­lis­ten im Pari­ser Macht­ge­fü­ge in der zwei­ten Hälf­te des 19.  Jahr­hun­derts ent­lar­vend inein­an­der fügt.

 

Die Maschine rotiert auf der Stelle

Das Jahr 2000 bedeu­te­te für Brück­ner eine Zäsur und Zei­ten­wen­de. Zusam­men mit sei­ner Frau Wal­traut grün­de­te er sei­nen eige­nen Hör­buch-Ver­lag namens Par­lan­do, der bis 2017 sei­ne Eigen­stän­dig­keit als Fami­li­en­un­ter­neh­men behaup­te­te, ehe er vom Argon-Ver­lag über­nom­men und somit in das Kon­zern-Impe­ri­um der »Holtz­brinck-Kul­tur« über­führt wur­de, in der schon ande­re Kul­tur­pro­jek­te wie etwa das Kurs­buch im Toten­reich ver­wes­ten.

 

»Kul­tur ist eine para­do­xe Ware. Sie steht so völ­lig unterm Tausch­ge­setz, daß sie nicht mehr getauscht wird; sie geht so blind im Gebrauch auf, daß man sie nicht mehr gebrau­chen kann..«

– Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, Dia­lek­tik der Auf­klä­rung8 

In den spä­ten 1990er Jah­ren boom­te das Geschäft mit Hör­bü­chern. Waren frü­her Unter­neh­mun­gen wie Cotta’s Hör­büh­ne oder Lite­ra­tur für Kopf­hö­rer des Rowohlt-Ver­la­ges finan­zi­el­le Fehl­schlä­ge, boten tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen wie die Hör­kas­set­te oder die Hör-CD eine Mög­lich­keit, Bücher in einem Cross-Media Publi­shing mehr­fach zu ver­mark­ten. Wäh­rend es nach der Neu­grün­dung des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks 1945 vor allem den Rund­funk­an­stal­ten vor­be­hal­ten war, Lite­ra­tur­ver­mitt­lung mit popu­lä­ren »Vor­le­sern« wie Gert West­phal, Will Quad­flieg oder Rolf Boy­sen für ein brei­tes Publi­kum zu betrei­ben, taten sich 1993 Buch­ver­la­ge wie Han­ser, Suhr­kamp, Fischer und Rowohlt zusam­men, um das Unter­neh­men Der Hör­ver­lag zu grün­den. Als Joint­Ven­ture von Süd­west­rund­funk und dem Auf­bau-Ver­lag wur­de der Audio Ver­lag (DAV) 1999 gegrün­det. Bei­de Unter­neh­men gehö­ren zur Ver­lags­grup­pe Ran­dom House, die mit mehr als 40 Ver­la­gen einen Groß­teil des inter­na­tio­na­len Ver­lags­we­sens kon­trol­liert.

 

»Umschlagplatz der Ideen« (Frankfurter Buchmesse, 2015)

»Umschlag­platz der Ide­en« (Frank­fur­ter Buch­mes­se, 2015)

So wie­der­ho­len sich auf dem kapi­ta­lis­ti­schen Umschlag­platz des Hör­buch­mark­tes jene Pro­zes­se, die André Schif­frin bereits vor Jah­ren als gene­rel­le »Medi­en­kri­se« in Fol­ge öko­no­mi­scher Kon­zen­tra­ti­ons­be­we­gun­gen ana­ly­sier­te.9 Wie David Har­vey her­aus­streicht, kann die tech­ni­sche Inno­va­ti­on (das Spei­cher­me­di­um, das Unmen­gen audio­vi­su­el­ler Daten auf­zu­neh­men ver­mag) selbst als Geschäfts­be­trieb des Irr­sinns orga­ni­siert wer­den, bei dem es um den größt­mög­li­chen Pro­duk­ti­ons­aus­stoß und die maxi­ma­le Kapi­talak­ku­mu­la­ti­on geht.10

Das Medi­um Hör­buch stellt nicht das Kul­tur­gut Buch in Fra­ge; zumeist ist es die Zweit­ver­wer­tung bereits am Markt aus­ge­tes­te­ter Kul­tur­wa­ren, die sich im Zir­ku­la­ti­ons­pro­zess ein »Mar­ken­zei­chen« und einen Markt­wert erwer­ben konn­ten. Rou­ti­niert spie­len im Gewer­be der »Kon­for­mis­mus der Abneh­mer« und die »Repro­duk­ti­on des Immer­glei­chen« (wie Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no im Kul­tur­in­dus­trie-Kapi­tel der Dia­lek­tik der Auf­klä­rung ana­ly­sier­ten) inein­an­der.11 Mitt­ler­wei­le sind es nicht allein Buch­ver­la­ge, Hör­buch­pro­duk­tio­nen und Redak­tio­nen, die für die Geschäf­tig­keit des glo­ba­len Betrie­bes ver­ant­wort­lich sind. Unter­neh­men wie Audi­ble (eine Toch­ter des Ama­zon-Kon­zerns) belie­fern die Kund­schaft unab­läs­sig mit digi­ta­len Waren via Smart­pho­ne, Tablet und Blue­tooth, wobei auch tra­di­tio­nel­le Ver­mark­ter wie Rund­funk­an­stal­ten (die sich unmerk­lich zu Agen­tu­ren im neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus ent­wi­ckel­ten) die Maschi­ne­rie stän­dig mit neu ver­pack­ten Pro­duk­ten der Ver­gan­gen­heit am Lau­fen hal­ten.

»Mad world, mad kings, mad com­po­si­ti­on!«

Shake­speare, King John (Zwei­ter Akt, 1. Sze­ne)

 

The World is Reading (Frankfurter Buchmesse 2015)

The World is Rea­ding (Frank­fur­ter Buch­mes­se 2015)

In der herr­schen­den Pro­duk­ti­ons­wei­se geht es stets um »die Ergat­te­rung des größt­mög­li­chen Anteils am zir­ku­lie­ren­den Mehr­wert«12, wie es bei Max Hork­hei­mer heißt. Über­tra­gen auf den gegen­wär­ti­gen Hör­buch­markt bedeu­tet dies vor allem einen höchst­mög­li­chen quan­ti­ta­ti­ven Aus­stoß, wobei die Qua­li­tät der Pro­duk­te eine zu ver­nach­läs­si­gen­de Grö­ße ist. Wie der Box-Impre­sa­rio in dem Film Body and Soul (1947) tref­fend bemerkt: »Ever­ything is addi­ti­on or sub­trac­tion. The rest is con­ver­sa­ti­on.«13 Ver­mark­tet wird alles, das »etwas ein­bringt«, unge­ach­tet der poli­ti­schen Aus­rich­tung oder der hand­werk­li­chen Qua­li­tät. So ver­treibt der zur Wes­ter­mann-Grup­pe (die in ers­ter Linie im Schul­buch-Seg­ment agiert) gehö­ren­de Audio Media Ver­lag sowohl das auto­ri­tä­re Gedan­ken­gut eines Thi­lo Sar­ra­zin als auch plat­te Kri­mi­un­ter­hal­tung aus der Autoren­werk­statt einer Gisa Pau­ly. Ver­mut­lich ist es rea­li­täts­fremd, von einem Kon­zern, der mit der Pro­duk­ti­on von Schul­bü­chern sei­ne Pro­fi­te ein­fährt, zu erwar­ten, Bei­trä­ge zu einer kri­ti­schen Bil­dung zu lie­fern. Statt­des­sen betrei­ben die­se Agen­tu­ren der Halb­bil­dung eine Ver­här­tung des »gesell­schaft­li­chen Unwe­sens« (wie Ador­no die­sen Zustand beschrieb), die in gewalt­tä­ti­ge Wahn­sys­te­me der aktu­el­len neo­fa­schis­ti­schen Aus­prä­gung mün­det. »Die Welt ist aus den Fugen, aber die Fugen sind mit trä­ger Mas­se aus­ge­füllt«, schrieb Ador­no 1949 nach sei­ner Rück­kehr aus den USA nach Deutsch­land; »die Kul­tur ist in Trüm­mern, aber die Trüm­mer sind weg­ge­räumt, – und wo sie noch ste­hen, sehen sie aus, als wären sie ehr­wür­di­ge Rui­nen.«14

 

Die Kraft der Utopie

In der Par­lan­do-Pro­duk­ti­on leuch­tet die »Kraft der Uto­pie«15 durch. In ihren über 120 Hör­buch­pro­duk­tio­nen beruft sie sich nicht auf einen Kanon der Lite­ra­tur oder beschwört Kul­tur als fixier­te Kate­go­rie in einem erstarr­ten Kraft­feld, son­dern reflek­tiert die Ver­wüs­tun­gen und das Fak­tum des äußers­ten Grau­ens im 20. Jahr­hun­dert in ihrer Pro­duk­ti­on und ist in ihrem inhä­ren­ten Pro­gramm einer kri­ti­schen Selbst­be­sin­nung des Indi­vi­du­ums ver­pflich­tet. »Im Kli­ma der Halb­bil­dung über­dau­ern die waren­haft ver­ding­lich­ten Sach­ge­hal­te von Bil­dung auf Kos­ten ihres Wahr­heits­ge­halts und ihrer leben­di­gen Bezie­hung zu leben­di­gen Sub­jek­ten«16 In Zei­ten, da der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk unter dem Druck der Kom­mer­zia­li­sie­rung sei­ne Bil­dungs­auf­ga­ben zuneh­mend auf­gibt, springt ein klei­nes Unter­neh­men wie  Par­lan­do in die Bre­sche. Ohne öffent­lich-recht­li­che Unter­stüt­zung wären vie­le Pro­jek­te zwar nicht rea­li­sier­bar, doch bie­tet Par­lan­do ein Gegen­pro­gramm zu den »Brut­stät­ten der Halb­bil­dung«17, die Ador­no 1960 bereits in den Medi­en des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks der Bun­des­re­pu­blik ver­or­te­te.

 

Homer: Odyssee (Edition Parlando, 2015)

Homer: Odys­see (Par­lan­do, 2015)

Das Pro­gramm von Par­lan­do zeich­net sich durch ein brei­tes und reich­hal­ti­ges Spek­trum an Hör­wer­ken aus, das von klas­si­schen Tex­ten wie Homers Odys­see und Ili­as, Miguel Cer­van­tes’ Epos Don Qui­jo­te von der Man­cha über Roma­ne und Erzäh­lun­gen von Johann Wolf­gang von Goe­the, Hono­ré de Balzac, Gust­ave Flau­bert, Edgar All­an Poe, Joseph Con­rad, Franz Kaf­ka, James Joy­ce, Wil­liam Faulk­ner und Ernest Heming­way bis zu Wer­ken der neue­ren Moder­ne und Post­mo­der­ne von Paul Aus­ter, Richard Ford, Phil­ip Roth, Don DeLil­lo und Ror Wolf reicht. Neben die­sen Pro­sa­tex­ten, die den Haupt­be­stand­teil des Ver­lags­pro­gramms aus­ma­chen, rezi­tiert Brück­ner auch poe­ti­sche Wer­ke wie Hein­rich Hei­nes Gedicht Deutsch­land. Ein Win­ter­mär­chen oder Charles Bau­de­lai­res Blu­men des Bösen. Zum erwei­ter­ten Reper­toire gehö­ren nicht-fik­tio­na­le Tex­te von Wal­ter Ben­ja­min, Karl Marx, Alexis de Toc­que­vil­le oder Noam Chom­sky, die das auf­klä­re­risch-kri­ti­sche Pro­gramm des Ver­la­ges abrun­den.

 

 

Der Vorleser als Statthalter

Paral­lel zu die­sen her­aus­ra­gen­den Pro­duk­tio­nen ver­ding­te sich Brück­ner auch immer wie­der in Unter­neh­mun­gen der Fern­seh­an­stal­ten, die den Main­stream-Markt bedien­ten. So trat er in Seri­en wie Die­se Drom­buschs, Tat­ort, Rosa Roth, Lieb­ling Kreuz­berg oder Lie­be am Fjord auf oder ver­ding­te sich als Spre­cher für Gui­do Knopps schlei­fen­för­mi­ge Hit­ler-Doku­men­ta­tio­nen wie »Hit­lers Hel­fer«, »Hit­lers Krie­ger« oder »Hit­lers Frau­en«. In der  »Spre­cher­kar­tei« des Inter­net-Por­tals »Die­Me­dia-Paten« wird sei­ne Stim­me als »rau­chig«, »seri­ös«, »sonor«, »warm« und »mar­kant« beschrie­ben und für neue Auf­trä­ge als buch­bar ange­prie­sen.18

Honoré de Balzac: Verlorene Illusionen (Edition Parlando, 2012)

Hono­ré de Balzac: Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen (Par­lan­do, 2012)

Unge­ach­tet des in den Jahr­zehn­ten erwor­be­nen Kult­sta­tus ist Brück­ner noch immer auf die Ver­käuf­lich­keit ange­wie­sen, muss sich von sol­chen Ver­mark­tungs­agen­tu­ren anprei­sen las­sen, ohne jedoch wie Balz­acs Schrei­ber­ling Luci­en de Rub­empré in den Tie­fen der Kor­rup­ti­on zu ver­sump­fen, weil er unfä­hig zur »Tren­nung von Glück und Arbeit« wäre.19 »Der Kerl spricht ja für Geld«, könn­te jemand aus­ru­fen in Ana­lo­gie zu dem hart­nä­cki­gen Geschäfts­mann Beet­ho­ven, der sich über die Ver­mark­tungs­fä­hig­keit des Roman­schrift­stel­lers Wal­ter Scott echauf­fier­te.20 Rub­empré wird anfäl­lig für die Kor­rup­ti­on, weil er in den schmut­zi­gen Ver­hält­nis­sen sei­ne Rein­heit bewah­ren möch­te, obgleich er sich immer wie­der mit Gefäl­lig­kei­ten, Bevor­zu­gun­gen und Gunst­be­zeu­gun­gen kor­rum­pie­ren lässt, um wei­ter in der Gesell­schaft zu reüs­sie­ren. Im Tausch gegen sozia­les und kul­tu­rel­les Kapi­tal muss er sich der Herr­schaft als Opfer über­ant­wor­ten, will jedoch in sei­ner gesell­schaft­li­chen Pra­xis als wider­stän­di­ger Intel­lek­tu­el­ler gel­ten. Heim­ge­zahlt wird es ihm am Ende mit der voll­kom­me­nen Demü­ti­gung des Aus­schlus­ses vom Markt und der Ver­ban­nung in die Pro­vinz, aus der er kam.

Über den »Waren­wert« sei­ner aus­ge­bil­de­ten Stim­me, der sich aus den Ver­wer­tungs­pro­zes­sen der Kul­tur­ma­schi­ne­rie speis­te, die Brück­ner über Jahr­zehn­te bedien­te, konn­te er den »Gebrauchs­wert« sei­ner stimm­li­chen Fähig­kei­ten in eine Form »geis­ti­gen Kapi­tals« über­füh­ren, das zwar in sei­nen minia­tur­haf­ten Zir­ku­la­ti­ons­pro­zes­sen kei­ne gro­ßen Gewin­ne abwarf, aber doch einen »Mehr­wert« erwirt­schaf­te­te. Wie Robin­son ret­tet er die Gebrauchs­ge­gen­stän­de aus den Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Schiff­bruchs und ver­wen­det sie, um sie auf »lich­ter Insel« als Gegen­ent­wurf gegen das »finst­re euro­päi­sche Mit­tel­al­ter« des Auto­ri­ta­ris­mus zu bewah­ren.21 Obwohl Brück­ner allent­hal­ben von den Agen­tu­ren des kul­tu­rel­len Betrie­bes hofiert wird, hat er sich über die Jah­re eine kri­ti­sche Distanz erhal­ten, die ihn von ande­ren »Stim­men­ak­teu­ren« unter­schei­det. »Der Künst­ler, der das Kunst­werk trägt«, schrieb Ador­no, »ist nicht der je Ein­zel­ne, der es her­vor­bringt, son­dern durch sei­ne Arbeit, durch pas­si­ve Akti­vi­tät wird er zum Statt­hal­ter des gesell­schaft­li­chen Gesamt­sub­jekts.«22 Brück­ner redu­ziert sich nicht auf die Rol­le eines »Vor­le­sers«, son­dern agiert als wider­stän­di­ger Statt­hal­ter des mög­lich Bes­se­ren: Das Indi­vi­dual­un­ter­neh­men »Par­lan­do« war ein »Pro­test gegen die töd­li­che Ver­su­chung, es sich leicht zu machen«23, die Anti­the­se zur von ten­ta­kel­haf­ten Kon­zern­struk­tu­ren gesteu­er­ten indus­tri­el­len Kul­tur­pro­duk­ti­on auf glo­ba­ler Basis.

 

Melvillephilie

 

Herman Melville: Moby-Dick (Edition Parlando, 2016)

Her­man Mel­vil­le: Moby-Dick (Par­lan­do, 2016)

Zeit sei­nes Vor­le­ser­le­bens ist Brück­ner von einer »Mel­vil­le­phi­lie«24 gezeich­net. Klas­si­sche Wer­ke wie Bart­le­by, Bil­ly Budd oder Beni­to Cere­no gehö­ren eben­so zum Par­lan­do-Reper­toire wie die eher unbe­kann­te Erzäh­lung Ich und mein Kamin. Alle Pro­duk­tio­nen über­ragt jedoch Moby-Dick in der Über­set­zung Fried­helm Rath­jens aus dem Jah­re 2006.25 Obwohl das Werk 30 Stun­den in Anspruch nimmt, wird das Hören die­ses Opus nie­mals zur ermü­den­den oder mono­to­nen Tor­tur. Vir­tu­os beherrscht Brück­ner die varia­blen Ton­re­gis­ter, um den Span­nungs­bo­gen von der Ety­mo­lo­gie des Wor­tes »Wal« bis zum Unter­gang der Pequod und ihrer Besat­zung auf­recht zu erhal­ten. Die Viel­falt der »Text­sor­ten« und der Akteu­re des Romans – von Ish­ma­el über Peter Cof­fin, Father Map­les, Quee­queg, Peleg und Bildad, Ahab, Star­buck, Stubb, Tash­te­go und Pip – führt er zu einem ein­zig­ar­ti­gen stimm­li­chen Kunst­werk zusam­men.

 

»In every way, to read Moby-Dick is to reread it.«

– Greil Mar­cus, »Moby-Dick; Or, The Wha­le«26

 

Herman Melville: Moby-Dick (Zweitausendeins, 2006)

Her­man Mel­vil­le: Moby-Dick (Zwei­tau­send­eins, 2006)

Dabei ist Brück­ner jedoch nicht ledig­lich ein »Spre­cher«, wie es im »Bei­buch« der Erst­aus­ga­be bei Zwei­tau­send­eins hieß, son­dern ein »Akteur« oder ein »Voice Actor«27 (wie Brück­ner sich selbst bezeich­net).

Sein Agie­ren in den Höhen und Tie­fen des extre­men Tex­tes über­trifft noch das gro­ße Pro­jekt der Uni­ver­si­tät von Ply­mouth namens Moby Dick Big Read, in dem jeweils ein Schauspieler/Autor oder eine Schauspielerin/Autorin (u. a. Til­da Swin­ton, Nigel Wil­liams, Ste­phen Fry, A. L. Ken­ne­dy, Bene­dict Cum­ber­batch und Andrew Del­ban­co) ein Kapi­tel lesen.

Moby Dick Big Read (University of Plymouth)

Moby Dick Big Read (Uni­ver­si­ty of Ply­mouth)

Denn Brück­ner ver­mag es, jedem ein­zel­nen Kapi­tel über den monu­men­ta­len Text als Enti­tät jeweils eine indi­vi­du­el­le Note zu geben. Dabei ist er dis­zi­pli­niert genug, die ein­zel­nen Figu­ren nicht mit akus­ti­schen Frat­zen zu ent­stel­len (wie es weni­ger talen­tier­te »Stim­men­akro­ba­ten« in vie­len Hör­buch­pro­duk­tio­nen tun28). So gelingt Brück­ner mit der Rezi­ta­ti­on von Moby-Dick selbst ein »Gip­fel­werk«, das dem Ori­gi­nal in sei­ner Strahl­kraft gerecht wird.

 

Little Pieces

 

Brückner Beat (Hazelwood, 2001)

Brück­ner Beat (Hazel­wood, 2001)

Neben immer wie­der gran­dio­sen und »mons­trö­sen« Wer­ken wie Homers Ili­as (mit einer Lauf­zeit von 22 Stun­den), Balz­acs Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen (25 Stun­den) oder Cer­van­tes’ Don Qui­jo­te (über 48 Stun­den) blieb Brück­ner auch für kür­ze­re For­men in einer Mischung aus Poe­sie und Jazz offen. Unter dem Titel Brück­ner Beat ver­öf­fent­lich­te er 2001 zusam­men mit dem Lone Wolf Trio (zu dem sein Sohn Kai Brück­ner gehör­te) poe­ti­sche Rezi­ta­tio­nen von Beat-Gedich­ten von Autoren wie Allen Gins­berg, Frank O’Hara, Law­rence Fer­lin­ghet­ti, Stan Pers­ky und ande­ren, die im Zeit­al­ter des auto­ri­tä­ren Roll­backs von einer ful­mi­nan­ten, sich über­schla­gen­den Kraft beseelt sind und gegen die gesell­schaft­li­che Eng­stir­nig­keit der Gegen­wart auf­be­geh­ren.

 

BrücknerBerlin (Argon, 2017)

Brück­ner­Ber­lin (Argon, 2017)

Dage­gen wirkt das Pro­jekt Brück­ner­Ber­lin (das zwi­schen 2014 und 2017 rea­li­siert wur­de) sehr viel ruhi­ger, eher »per­sön­lich« denn »poli­tisch«. Basie­rend auf Tex­ten Antek Krö­ners und musi­ka­lisch beglei­tet von einem Ensem­ble um die Musi­ker Tim Isfort und Kai Brück­ner lie­fert »Brück­ner der Älte­re« in einer zwi­schen Spra­che und Gesang chan­gie­ren­den Per­for­mance eines Ber­lin-Fla­neurs, der frei von jeg­li­cher Ber­lin-Ido­la­trie ist (»Durch die­se Stadt weht ein ande­rer Wind/Mal ist sie grob, mal grei­ses Kind …«). Mit die­sem Pro­jekt ent­deck­te sich Brück­ner nicht als spä­ter Chan­son­nier: Sein sprö­der Charme erin­nert an Gérard Depar­dieus Hom­mage-Album Depar­dieu Chan­te Bar­ba­ra. Mit die­sem Pro­jekt kehr­te er in die Ensem­ble-Welt zurück: Mit sei­ner Stim­me ver­lieh er den Stü­cken in der Mischung aus Indi­vi­dua­li­tät und Eigen­art und im Zusam­men­spiel mit den Arran­ge­ments und den Musi­kern eine ein­zig­ar­ti­ge Note, die jedoch erst in der Sum­me der Talen­te der Betei­lig­ten gänz­lich zur Gel­tung kommt.

 

 

Die Meisterschaft des Vorlesers

 

»I attract mad peop­le and ani­mals.«

– Juli­an Bar­nes, Flaubert’s Par­rot 29

 

Gustave Flaubert: Drei Geschichten (Edition Parlando, 2018)

Gust­ave Flau­bert: Drei Geschich­ten (Par­lan­do, 2018)

Am Ende bleibt eine gro­ße Stim­me für Meis­ter­wer­ke der Lite­ra­tur, die sich in die Pha­lanx her­aus­ra­gen­der Inter­pre­ta­to­ren ein­reiht und zugleich eine ein­zig­ar­ti­ge Posi­ti­on im Kul­tur­be­trieb ein­nimmt. Sein Kön­nen unter­streicht er mit der Lesung drei­er Erzäh­lun­gen Flau­berts, die neben dem unvoll­ende­ten Werk von Bou­vard und Pécu­chet als lite­ra­ri­sches Ver­mächt­nis des »Groß­meis­ters« fort­dau­ern. Bei Erschei­nen die­ser »Tex­te« über­schlu­gen sich Kri­ti­ker wie Édouard Dru­mont mit über­schwäng­li­chem Lob: »Ein Tem­pe­ra­ment, das sich selbst bezähmt hat, eine Vor­stel­lungs­kraft, die gelernt hat, sich zu beherr­schen, eine Spra­che von uner­hör­tem Reich­tum, jedoch eben­so von meis­ter­li­cher Schlicht­heit, das sind die Eigen­schaf­ten die­ses Ban­des, bei dem man beherzt das Wort Voll­kom­men­heit aus­spre­chen darf.«30 In die Rezi­ta­ti­on über­setzt Brück­ner die­se Meis­ter­schaft des Erzäh­lers in die Meis­ter­schaft des »Vor­le­sers«. Brück­ner zer­mah­le die Geschich­ten Flau­berts mit sei­ner brü­chig-hei­se­ren Stim­me, beschreibt die Rezen­sen­tin Jut­ta Duhm-Heit­z­mann das Kön­nen des Rezi­ta­tors, »zer­legt sie in bedeu­tungs­schwe­re Ein­zel­tei­le, die er gleich­zei­tig wie­der neu zusam­men­setzt, mit Bögen aus­stat­tet und vor­her nicht geahn­ten Tie­fen. Drei Geschich­ten so genau gele­sen und abge­tas­tet, wie es selbst die inten­sivs­te stil­le Lek­tü­re nie könn­te – auch nicht in der kon­ge­nia­len Neu­über­set­zung von Eli­sa­beth Edl.«31

Ror Wolf: Zwei oder drei Jahre später (Edition Parlando, 2007)

Ror Wolf: Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit (Par­lan­do, 2012)

Mit die­ser Kön­ner­schaft tritt Brück­ner in die Fuß­stap­fen des »Vor­le­sers der Nati­on« Gert West­phal, der auch ein »ein­zig­ar­ti­ges Vor­le­se-Reper­toire« hin­ter­ließ.32 Doch bei aller Wert­schät­zung für West­phal, des­sen Nim­bus als Regis­seur und Rezi­ta­tor unan­ge­tas­tet ist, reicht Brück­ners breit­ge­fä­cher­tes Reper­toire von der Klas­sik über die Moder­ne bis in die letz­ten Ver­wink­lun­gen der Gegen­warts­li­te­ra­tur, wobei er sowohl »Groß­schrift­stel­lern« wie Goe­the oder Flau­bert den not­wen­di­gen Respekt wider­fah­ren lässt wie den Aus- und Abschwei­fun­gen eines Ror Wolf.

Auch wenn Par­lan­do als eigen­stän­di­ges Unter­neh­men nicht mehr exis­tiert, wäre es wün­schens­wert, dass Brück­ner wei­ter­hin Pro­jek­te nach sei­nem Gus­to rea­li­sie­ren könn­te. Wer­ke wie Paul Aus­ters 4 3 2 1, Ste­fa­no D’Arrigos Hor­cy­nus Orca oder Wil­liam Gass’ Der Tun­nel har­ren der Umset­zung durch einen fähi­gen »Voice Actor«. Mit Samu­el Beckett gespro­chen: »Il fault con­ti­nu­er«.

 

 

Ausgewählte Diskografie:

Ray­mond Chand­ler.
Der Geschmack des Gel­des.
5 CDs. Lauf­zeit 4:30 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2017.
ISBN: 978–3-7424–0197-7.

Ray­mond Chand­ler.
Das Gesetz der Stra­ße.
5 CDs. Lauf­zeit 4:40 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2018.
ISBN: 978–3-7424–0644-6.

Léo Malet.
Marais-Fie­ber.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1991.
2 CDs, Lauf­zeit 97 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-101–7.

Léo Malet.
Bam­bu­le am Boul’mich.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1991.
2 CDs, Lauf­zeit 102 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-062–2.

Léo Malet.
Die Näch­te von St. Ger­main.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1994.
2 CDs, Lauf­zeit 102 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-208–0.

Maj Sjö­wall und Per Wahlöö.
Die bes­ten Fäl­le. Kom­mis­sar Beck ermit­telt.
5 CDs, Lauf­zeit 4:25 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2007.
ISBN: 978–3-89813–709-6.

Maj Sjö­wall und Per Wahlöö.
Die neu­en Fäl­le. Kom­mis­sar Beck ermit­telt.
6 CDs, Lauf­zeit 5:21 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2010.
ISBN: 978–3-89813–952-6.

Guy de Mau­pas­sant.
Bel Ami.
Hör­spiel­be­ar­bei­tung von Hel­mut Peschi­na.
Pro­duk­ti­on: WDR 2000.
2 Cas­set­ten, Lauf­zeit 3 Stun­den.
Mün­chen: Der Hör­ver­lag, 2001.
ISBN: 3–89584-874–3.

Homer.
Odys­see.
Über­setzt von Klaus Stein­mann.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 16:53 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–68-9.

Homer.
Ili­as.
Über­setzt von Klaus Stein­mann.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 21:49 Stun­den, 29,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2017.
ISBN: 978–3-8398–7101-0.

Miguel de Cer­van­tes.
Don Qui­jo­te von der Man­cha.
Über­setzt von Susan­ne Lan­ge.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 48:24 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–70-2.

Johann Wolf­gang Goe­the.
Die Wahl­ver­wandt­schaf­ten.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
8 CDs, Lauf­zeit 10:10 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2014.
ISBN: 978–3-941004–51-1.

Johann Wolf­gang Goe­the.
Wil­helm Meis­ters thea­tra­li­sche Sen­dung.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 13:34 Stun­den, 24,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2017.
ISBN: 978–3-941004–93-1.

Hono­ré de Balzac.
Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen.
Über­setzt von Otto Fla­ke.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 24:56 Stun­den, 14,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–32-0.

Gust­ave Flau­bert.
Madame Bova­ry.
Über­setzt von Eli­sa­beth Edl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 14:06 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–38-2.

Gust­ave Flau­bert.
Drei Geschich­ten.
Über­setzt von Eli­sa­beth Edl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
4 CDs, Lauf­zeit 4:40 Stun­den, 19,95 Euro.
Ber­lin: Parlando/Argon, 2018.
ISBN: 978–3-8398–7112-6.

Her­man Mel­vil­le.
Moby-Dick; oder: Der Wal.
Über­setzt von Fried­helm Rath­jen.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 30 Stun­den, 24,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2016.
ISBN: 978–3-941004–77-1.

Her­man Mel­vil­le.
Bart­le­by.
Über­setzt von Eli­sa­beth Schnack.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 1:54 Stun­den, 22,50 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2003.
ISBN: 978–3-935125–26-0.

Her­man Mel­vil­le.
Ich und mein Kamin.
Über­setzt von Alfred Kuo­ni.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 CD, Lauf­zeit 87:20 Minu­ten, 12,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2008.
ISBN: 978–3-935125–91-8.

Edgar All­an Poe.
Umständ­li­cher Bericht des Arthur Gor­don Pym von Nan­tu­cket.
Über­setzt von Arno Schmidt.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
7 CDs, Lauf­zeit 547:16 Minu­ten, 29,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2008.
ISBN: 978–3-935125–88-8.

Karl Marx und Fried­rich Engels.
Das Mani­fest der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 CD, Lauf­zeit 78:25 Minu­ten, 15,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2000.
ISBN: 978–3-935125–05-5.

Wal­ter Ben­ja­min.
Ber­li­ner Kind­heit um Neun­zehn­hun­dert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 2:33 Stun­den, 22,50 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2005.
ISBN: 978–3-935125–41-3.

Wil­liam Faulk­ner.
Absa­lom, Absa­lom.
Über­setzt von Niko­laus Stingl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 17 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–71-9.

Ray­mond Chand­ler.
Der gro­ße Schlaf.
Über­setzt von Gunar Ort­lepp.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
6 CDs, Lauf­zeit 7:41 Stun­den, 29,90 Euro.
Zürich: Dio­ge­nes, 2013.
ISBN: 978–3-257–80246-7.

Richard Ford.
Kana­da.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
8 CDs, Lauf­zeit 618:30 Minu­ten, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–41-2.

Richard Ford.
Frank.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
6 CDs, Lauf­zeit 449:10 Minu­ten, 24,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–72-6.

Don DeLil­lo.
Null K.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 MP3-CD, Lauf­zeit 5:50 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2016.
ISBN: 978–3-941004–84-9.

Ror Wolf.
Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 2:34 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–36-8.

Chris­ti­an Brück­ner & The Lone World Trio.
Brück­ner Beat.
1 CD, 56 Minu­ten.
Frankfurt/Main: Hazel­wood Music, 2001.
ISBN: 978–3-000069–80-2.

Chris­ti­an Brück­ner, Antek Krö­ner, Tim Isfort, Kai Brück­ner et al.
Brück­ner­Ber­lin.
1 CD, 60 Minu­ten.
Ber­lin: Argon, 2017.
ISBN: 978–3-8398–7105-8.

 

Bildquellen


Foto von Chris­ti­an Brück­ner — © Isa­bel­le Girard de Soucan­ton, Zwei­tau­send­eins 2006

Par­lan­do-Logo — © Par­lan­do

Sze­nen­fo­to aus Bon­nie and Cly­de — © War­ner Bro­thers

Sze­nen­fo­to aus Die Vor­le­se­rin — © Stu­dio Ham­burg Enter­pri­ses

Cover Die Näch­te von St. Ger­main — © Der Audio Ver­lag 2002

Cover Bel Ami — © Der Hör­ver­lag 2001

Cover Odys­see — © Par­lan­do 2015

Cover Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen — © Par­lan­do 2012

Cover Moby-Dick 2016- © Par­lan­do 2016

Cover Moby-Dick 2006 — © Zwei­tau­send­eins 2006

Icon Moby Dick Big Read — © Uni­ver­si­ty of Ply­mouth

Cover Brück­ner Beat — © Hazel­wood 2001

Cover Brück­ner­Ber­lin — © Argon 2017

Cover Drei Geschich­ten — © Parlando/Argon 2018

Cover Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit — © Par­lan­do 2012

Fotos Frank­fur­ter Buch­mes­se — © Jörg Auberg

Col­la­ge Chris­ti­an Brückner/Parlando — © Jörg Auberg 2018

 

© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Hono­ré de Balzac, Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen, über­setzt von Otto Fla­ke, gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner (Ber­lin: Par­lan­do, 2012), Back­co­ver
  2. Per­sön­li­che Daten stam­men aus einem Inter­view mit Bet­ti­na Rust; Sen­dung Hör­bar Rust vom 10. Dezem­ber 2017, Radio Eins/RBB; https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/28/1712/171210_eins_h_rbar_rust_36026.html
  3. Cf. Eric J. Hobs­bawm, Ban­dits (Lon­don: Aba­cus, 2010), S. 176–178
  4. Max Hork­hei­mer, »Noti­zen 1949–1969«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 6, hg. Alfred Schmidt (Frankfurt/Main: Fischer, 1991), S. 359
  5. Ernest Man­del, Ein schö­ner Mord: Sozi­al­ge­schich­te des Kri­mi­nal­ro­mans, übers. Nils Tho­mas Lin­quist (Frankfurt/Main: Athe­nä­um, 1987), S. 153
  6. Cf. Léo Malet, Paris des Ver­bre­chens: Nes­tor Bur­mas klas­si­sche Fäl­le, übers. Hans-Joa­chim Hart­stein (Frankfurt/Main: Zwei­tau­send­eins, 2008)
  7. Zur Typo­lo­gie der »Jour­nail­le« cf. Hono­ré de Balzac, Von Edel­fe­dern, Phra­sen­dre­schern und Schmier­fin­ken: Die schrä­gen Typen der Jour­nail­le, hg. und übers. Rudolf von Bitt­ner (Zürich: Manes­se, 2016). Balzac ver­gleicht den »Feuil­le­to­nis­ten« mit einem »Sei­den­spin­ner« (ibid., S. 105) Ador­no sah in sei­ner »Balzac-Lek­tü­re« den »fei­len Schrei­ber­ling« zum »Lum­pen« her­ab­sin­ken, da er die Ver­hält­nis­se nicht durch­schaue, von den er pro­fi­tie­ren möch­te. Cf. Theo­dor W. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1981), S. 155
  8. Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, in: Max Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 5, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1987), S. 189
  9. Cf. André Schif­frin, Ver­la­ge ohne Ver­le­ger: Über die Zukunft der Bücher, übers. Gerd Bur­ger (Ber­lin: Wagen­bach, 2000), und Schif­frin, Words & Money (Lon­don: Ver­so, 2010)
  10. David Har­vey, Marx, Capi­tal, and the Mad­ness of Eco­no­mic Rea­son (New York: Oxford Uni­ver­si­ty Press, 2018), S. 119–120
  11. Hork­hei­mer und Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, S. 159
  12. Max Hork­hei­mer, »Zur Sozio­lo­gie der Klas­sen­ver­hält­nis­se«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 12, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1985), S. 102
  13. Chris Wel­zen­bach, »Force of Evil: Abra­ham Polon­sky and Anti-Capi­ta­list Noir«, Coun­ter­punch, 17. Janu­ar 2018, https://www.counterpunch.org/2018/01/17/force-of-evil-abraham-polonsky-and-anti-capitalist-noir/
  14. Ador­no, »Die auf­er­stan­de­ne Kul­tur« (1949), in: Ador­no, Ver­misch­te Schrif­ten, hg, Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 2003), S. 461
  15. Ador­no, »Die auf­er­stan­de­ne Kul­tur«, S. 462
  16. Ador­no, »Theo­rie der Halb­bil­dung« (1960), in: Ador­no, Sozio­lo­gi­sche Schrif­ten I, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1979), S. 103
  17. Ador­no, »Theo­rie der Halb­bil­dung«, S. 99
  18. Die Media-Paten, Spre­cher­kar­tei: Chris­ti­an Brück­ner, https://www.media-paten.com/sprecherkartei/bekannte-synchronsprecher/christian-brueckner/
  19. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S.155
  20. Hork­hei­mer und Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, S. 185
  21. Karl Marx, Das Kapi­tal, Ers­ter Band (Ber­lin: Dietz, 2008), S. 91; David Har­vey, Marx’ »Kapi­tal« lesen, übers. Chris­ti­an Frings (Ham­burg: VSA, 2011), S. 57
  22. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S. 126
  23. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S. 125
  24. Her­man Mel­vil­le, Moby-Dick; oder: Der Wal (Frankfurt/Main: Zwei­tau­send­eins, 2006), Bei­buch, S. 49
  25. Her­man Mel­vil­le, Moby-Dick; oder: Der Wal, übers. Fried­helm Rath­jen (Wien: Jung und Jung, 2016); Hör­fas­sung bei Par­lan­do 2016. Zur Dis­kus­si­on um die Moby-Dick-Über­set­zun­gen cf. Doro­thea Dieck­mann, »Text­treu oder les­bar? Dis­kus­si­on um Moby-Dick-Über­set­zun­gen«, Deutsch­land­funk, 8. Dezem­ber 2004, https://www.deutschlandfunk.de/texttreu-oder-lesbar.700.de.html?dram:article_id=82082
  26. Greil Mar­cus, »Moby-Dick; Or, The Wha­le« in: A New Litera­ry Histo­ry of Ame­ri­ca, hg. Greil Mar­cus und Wer­ner Sol­lors (Cam­bridge, MA: The Bel­knap Press of Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2009), S. 286
  27. Hör­bar Rust vom 10. Dezem­ber 2017, Radio Eins/RBB
  28. Cf. Jörg Auberg, »Ray­mond Chand­ler: Der lan­ge Abschied«, Cul­tur­Mag, 6. Juni 2009, http://culturmag.de/rubriken/buecher/raymond-chandler-der-lange-abschied/3352
  29. Juli­an Bar­nes, Flaubert’s Par­rot (Lon­don: Vin­ta­ge, 2009), S. 49
  30. Zitiert im Nach­wort zu Gust­ave Flau­bert, Drei Geschich­ten, über­setzt von Eli­sa­beth Edl (Mün­chen: Han­ser, 2017), S. 256
  31. Jut­ta Duhm-Heit­z­mann, »Gust­ave Flau­bert – Drei Geschich­ten«, WDR3, 24. Okto­ber 2018, https://www1.wdr.de/kultur/buecher/gustave-flaubert-drei-geschichten-110.html
  32. O. V., »Der Vor­le­ser ist tot«, Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, 11. Novem­ber 2002, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gert-westphal-der-vorleser-ist-tot-182515.html

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Christian Brückner: Das Hörwerk

The Voice Actor

Marginalien zu Christian Brückners »Hörbuch-Pantheon«

Von Jörg Auberg

 

Christian Brückner: The Voice Actor

Chris­ti­an Brück­ner: The Voice Actor

Man kann von Chris­ti­an Brück­ner viel hören, über ihn aber wenig. Das Feuil­le­ton und die PR-Abtei­lun­gen des Kul­tur­be­trie­bes bezeich­nen ihn oft als »Star unter den Spre­chern« oder »The Voice«, ido­li­sie­ren ihn zum Erha­be­nen auf dem Markt, der in den Olymp auf­ge­stie­gen ist, hul­di­gen ihm als ergrau­ter Zele­bri­tät, die über Schund und Kom­merz, Geschwät­zig­keit und Nich­tig­keit thront. Doch ergeht es ihm tat­säch­lich bes­ser als Luci­en de Rub­empré in Hono­ré de Balz­acs mensch­li­cher Komö­die, der in einer »Ili­as der Kor­rup­ti­on« ver­en­det?1

 

Der »Stimmenverleiher«

Am 17. Okto­ber 1943 in Wal­den­burg im ehe­ma­li­gen Schle­si­en (dem heu­ti­gen Wal­brzych) gebo­ren, kam er nach dem Ende des zwei­ten Welt­krie­ges nach Köln, wo sein Vater als Ton­in­ge­nieur beim neu­ge­grün­de­ten Nord­west­deut­schen Rund­funk arbei­te­te. Schon als Kind beglei­te­te Brück­ner sei­nen Vater in die Ton­stu­di­os und lern­te auf die­se Wei­se früh die tech­ni­sche Sei­te sei­nes zukünf­ti­gen Metiers ken­nen. Nach dem Abitur 1963 in Köln zog Brück­ner nach Ber­lin, um dem Mili­tär­dienst zu ent­kom­men. An der Frei­en Uni­ver­si­tät stu­dier­te er Ger­ma­nis­tik, Thea­ter­wis­sen­schaf­ten und Sozio­lo­gie, ver­folg­te jedoch par­al­lel zum Stu­di­um eine sprach­li­che und schau­spie­le­ri­sche Aus­bil­dung.2

Schon in sei­ner Stu­den­ten­zeit sam­mel­te er Erfah­run­gen auf klei­nen Büh­nen und in klei­nen Rol­len beim Rund­funk und finan­zier­te sein Stu­di­um teil­wei­se über Syn­chro­ni­sa­ti­ons­auf­trä­ge. So war er bereits im Som­mer 1967 – als nach der Ermor­dung Ben­no Ohnes­orgs am 2. Juni 1967 die Stu­den­ten­re­vol­te in Ber­lin erup­tier­te – in der Syn­chron­fas­sung des Burt-Ken­ne­dy-Wes­terns The War Wagon zu hören, des­sen deut­sche Urauf­füh­rung am 18. August 1967 statt­fand. Damals lieh er dem von Bruce Dern gespiel­ten Schur­ken Ham­mond sei­ne Stim­me, dem jedoch bereits nach weni­gen Minu­ten durch einen geziel­ten Schuss des Revol­ver­hel­den Lomax (dar­ge­stellt von Kirk Dou­glas) der Gar­aus berei­tet wur­de.

 

Bonnie and (Arthur Penn, 1967)

Bon­nie and Cly­de (Arthur Penn, 1967)

Weit­aus nach­hal­ti­ger war Brück­ners Syn­chro­ni­sa­ti­ons­ar­beit für Arthur Penns Out­law-Bal­la­de Bon­nie and Cly­de, die nicht allein die Ouver­tü­re für das Kino des »New Hol­ly­wood« bil­de­te, son­dern Brück­ner auch in die Ers­te Liga der Syn­chron­spre­cher hob. Cly­des »sozia­les Ban­di­ten­tum«, das sich im popu­lis­ti­schen Cre­do »Wir rau­ben Ban­ken aus« aus­drückt, ändert an den Klas­sen­ver­hält­nis­sen in der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft der »Gro­ßen Depres­si­on« nichts. Doch ist das Auf­be­geh­ren gegen die Herr­schaft der Ban­ken (das sich im sym­bo­li­schen Zer­schie­ßen des neu­en Eigen­tü­mer­schil­des der ent­eig­ne­ten Farm aus­drück­te) eine ange­mes­se­ne Revol­te, auch wenn sie den depos­se­dier­ten und obdach­lo­sen Far­mern nicht ihre Exis­tenz­grund­la­ge zurück­bringt (wobei der schwar­ze Hilfs­ar­bei­ter in der Farm­sze­ne von sei­nem ehe­ma­li­gen wei­ßen Chef jedoch erst unter­wie­sen wer­den muss, wohin er schie­ßen soll, was im poli­ti­schen Kon­text der dama­li­gen Ghet­to­auf­stän­de in Watts und anders­wo etwas selt­sam anmu­tet). Zumin­dest aber war die »Ent­eig­nung« einer Bank Aus­druck einer sozia­len Gegen­wehr, die der aso­zia­len Pra­xis der kapi­ta­lis­ti­schen Herr­schaft ein wider­stän­di­ges Aus­ru­fe­zei­chen ent­ge­gen­setzt.3

La Lectrice (Michel Deville, 1988)

La Lec­tri­ce (Michel Deville, 1988)

Dann lesen Sie! Ich habe nicht die gerings­te Nei­gung, Sie so davon­kom­men zu las­sen. Das soll­ten Sie wis­sen.

In den Fol­ge­jah­ren wur­de Brück­ners Stim­me zur kon­kur­renz­lo­sen Syn­chron­stim­me Robert de Niros. Dar­über hin­aus lieh er sei­ne stimm­li­chen Qua­li­tä­ten Mar­tin She­en, Robert Red­ford, Gérard Depar­dieu oder Donald Suther­land. Prä­gnant war er auch in klei­nen Sprech­rol­len, etwa in der des prä­ten­tiö­sen »Nicht-Lesers« in Michel Devilles Ver­fil­mung von Ray­mond Jeans Roman La Lec­tri­ce (1988), in der Patrick Ches­nais die Figur der halb­ge­bil­de­ten, lese­fau­len »Füh­rungs­kraft« par­odier­te, der (in lan­ger Zeit vor der #metoo-Ära) eher der »Vor­le­se­rin« sexu­el­le Avan­cen macht, als sich dem Hör­erleb­nis hin­zu­ge­ben, das mög­lichst nur ein »Qui­ckie« oder eine kom­pri­mier­te Form eines »Reader’s Digest« sein soll.

Sie sind doch bestimmt nicht nur Vor­le­se­rin! … Sie sind doch noch bestimmt ein biss­chen etwas ande­res!

Mit der Stim­me des spä­te­ren »Star-Vor­le­sers« Brück­ner erhält die Rol­le des César-Preis­trä­ger Ches­nais in der deut­schen Syn­chron­fas­sung eine iro­ni­sche Über­dreht­heit, die das Ori­gi­nal in den Schat­ten stellt.

 

Alle sind kriminell

In den 1980er und 1990er Jah­ren war Brück­ner – trotz eines län­ge­ren Auf­ent­halts in New York – neben sei­ner aus­ge­präg­ten Syn­chro­ni­sa­ti­ons­ar­beit in der bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schen Rund­funk­sze­ne über­aus prä­sent. Beschäf­ti­gung fand er vor allem in Pro­duk­tio­nen von Kri­mi­hör­spie­len, die zu einem über­aus popu­lä­ren Gen­re in einer Gesell­schaft wur­den, in der – nach einem Urteil Max Hork­hei­mers – alle kri­mi­nell waren, weil sie auf die eine oder ande­re Art in objek­ti­ve Schand­ta­ten ver­strickt waren.4 Der Auf­schwung der ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen des »Kri­mi­nal­stücks« als Roman, Hör­spiel, Fern­seh- oder Spiel­film hat­te mög­li­cher­wei­se – wie Ernest Man­del mut­maß­te – sei­nen Ursprung in der Tat­sa­che, dass »die bür­ger­li­che Gesell­schaft alles in allem eine ver­bre­che­ri­sche Gesell­schaft« sei.5

 

Léo Malet: Die Nächte von St. Germain (SWF 1994; DAV 2002)

Léo Malet: Die Näch­te von St. Ger­main (SWF 1994; DAV 2002)

In den Hör­spiel­fas­sun­gen der »poli­ti­schen« Kri­mis des schwe­di­schen Autoren­du­os Maj Sjö­wall und Per Wahlöö ver­kör­per­te er oft den unge­stü­men Heiß­sporn im Sti­le von Patrick Dewae­re. In Rund­funk­ad­ap­tio­nen von Léo Malets Kri­mi­nal­ro­ma­nen, die das Milieu und Ambi­en­te der Pari­ser Nach­kriegs­zeit mit einer fieb­ri­gen »Scound­s­cape« von Jazz-Grö­ßen wie Dizzy Gil­le­spie, Duke Elling­ton oder Sid­ney Bechet kom­bi­nier­ten, gab Brück­ner den schnodd­ri­gen, sub­ver­si­ven Noir-Detek­tiv Nes­tor Bur­ma, der sich gegen Gangs­ter und Poli­zis­ten als Agen­ten orga­ni­sier­ter Herr­schaft glei­cher­ma­ßen zur Wehr setz­te.6

 

Guy de Maupassant: Bel Ami (WDR 2000; Der Hörverlag, 2001)

Guy de Mau­pas­sant: Bel Ami (WDR 2000; Der Hör­ver­lag, 2001)

In eini­gen Hör­spiel­fas­sun­gen von Ray­mond Chand­lers Erzäh­lun­gen, die Her­mann Naber in nüch­ter­ner Prä­gnanz mit erst­klas­si­gen Akteu­ren wie Arnold Mar­quis, Horst Micha­el Neut­ze, Hans Peter Hall­wachs und ande­ren für öffent­lich-recht­li­che Rund­funk­sen­der umsetz­te, agier­te Brück­ner mit sei­ner bereits zum Mar­ken­zei­chen gewor­de­nen Stim­me, war jedoch eher das vir­tuo­se Mit­glied von wech­seln­den Ensem­bles als die von Feuil­le­to­nis­ten ehr­fürch­tig beschwo­re­ne Kul­tur-Instanz.7 Den­noch war er schon in der her­aus­ra­gen­den WDR-Pro­duk­ti­on Bel Ami aus dem Jah­re 2000 nach dem Roman Guy de Mau­pas­sants der sono­re, unter­schwel­lig kri­ti­sche Erzäh­ler, der die Ereig­nis­se um den Auf­stieg eines skru­pel­lo­sen, ehr­gei­zi­gen Jour­na­lis­ten im Pari­ser Macht­ge­fü­ge in der zwei­ten Hälf­te des 19.  Jahr­hun­derts ent­lar­vend inein­an­der fügt.

 

Die Maschine rotiert auf der Stelle

Das Jahr 2000 bedeu­te­te für Brück­ner eine Zäsur und Zei­ten­wen­de. Zusam­men mit sei­ner Frau Wal­traut grün­de­te er sei­nen eige­nen Hör­buch-Ver­lag namens Par­lan­do, der bis 2017 sei­ne Eigen­stän­dig­keit als Fami­li­en­un­ter­neh­men behaup­te­te, ehe er vom Argon-Ver­lag über­nom­men und somit in das Kon­zern-Impe­ri­um der »Holtz­brinck-Kul­tur« über­führt wur­de, in der schon ande­re Kul­tur­pro­jek­te wie etwa das Kurs­buch im Toten­reich ver­wes­ten.

 

»Kul­tur ist eine para­do­xe Ware. Sie steht so völ­lig unterm Tausch­ge­setz, daß sie nicht mehr getauscht wird; sie geht so blind im Gebrauch auf, daß man sie nicht mehr gebrau­chen kann..«

– Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, Dia­lek­tik der Auf­klä­rung8 

In den spä­ten 1990er Jah­ren boom­te das Geschäft mit Hör­bü­chern. Waren frü­her Unter­neh­mun­gen wie Cotta’s Hör­büh­ne oder Lite­ra­tur für Kopf­hö­rer des Rowohlt-Ver­la­ges finan­zi­el­le Fehl­schlä­ge, boten tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen wie die Hör­kas­set­te oder die Hör-CD eine Mög­lich­keit, Bücher in einem Cross-Media Publi­shing mehr­fach zu ver­mark­ten. Wäh­rend es nach der Neu­grün­dung des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks 1945 vor allem den Rund­funk­an­stal­ten vor­be­hal­ten war, Lite­ra­tur­ver­mitt­lung mit popu­lä­ren »Vor­le­sern« wie Gert West­phal, Will Quad­flieg oder Rolf Boy­sen für ein brei­tes Publi­kum zu betrei­ben, taten sich 1993 Buch­ver­la­ge wie Han­ser, Suhr­kamp, Fischer und Rowohlt zusam­men, um das Unter­neh­men Der Hör­ver­lag zu grün­den. Als Joint­Ven­ture von Süd­west­rund­funk und dem Auf­bau-Ver­lag wur­de der Audio Ver­lag (DAV) 1999 gegrün­det. Bei­de Unter­neh­men gehö­ren zur Ver­lags­grup­pe Ran­dom House, die mit mehr als 40 Ver­la­gen einen Groß­teil des inter­na­tio­na­len Ver­lags­we­sens kon­trol­liert.

 

»Umschlagplatz der Ideen« (Frankfurter Buchmesse, 2015)

»Umschlag­platz der Ide­en« (Frank­fur­ter Buch­mes­se, 2015)

So wie­der­ho­len sich auf dem kapi­ta­lis­ti­schen Umschlag­platz des Hör­buch­mark­tes jene Pro­zes­se, die André Schif­frin bereits vor Jah­ren als gene­rel­le »Medi­en­kri­se« in Fol­ge öko­no­mi­scher Kon­zen­tra­ti­ons­be­we­gun­gen ana­ly­sier­te.9 Wie David Har­vey her­aus­streicht, kann die tech­ni­sche Inno­va­ti­on (das Spei­cher­me­di­um, das Unmen­gen audio­vi­su­el­ler Daten auf­zu­neh­men ver­mag) selbst als Geschäfts­be­trieb des Irr­sinns orga­ni­siert wer­den, bei dem es um den größt­mög­li­chen Pro­duk­ti­ons­aus­stoß und die maxi­ma­le Kapi­talak­ku­mu­la­ti­on geht.10

Das Medi­um Hör­buch stellt nicht das Kul­tur­gut Buch in Fra­ge; zumeist ist es die Zweit­ver­wer­tung bereits am Markt aus­ge­tes­te­ter Kul­tur­wa­ren, die sich im Zir­ku­la­ti­ons­pro­zess ein »Mar­ken­zei­chen« und einen Markt­wert erwer­ben konn­ten. Rou­ti­niert spie­len im Gewer­be der »Kon­for­mis­mus der Abneh­mer« und die »Repro­duk­ti­on des Immer­glei­chen« (wie Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no im Kul­tur­in­dus­trie-Kapi­tel der Dia­lek­tik der Auf­klä­rung ana­ly­sier­ten) inein­an­der.11 Mitt­ler­wei­le sind es nicht allein Buch­ver­la­ge, Hör­buch­pro­duk­tio­nen und Redak­tio­nen, die für die Geschäf­tig­keit des glo­ba­len Betrie­bes ver­ant­wort­lich sind. Unter­neh­men wie Audi­ble (eine Toch­ter des Ama­zon-Kon­zerns) belie­fern die Kund­schaft unab­läs­sig mit digi­ta­len Waren via Smart­pho­ne, Tablet und Blue­tooth, wobei auch tra­di­tio­nel­le Ver­mark­ter wie Rund­funk­an­stal­ten (die sich unmerk­lich zu Agen­tu­ren im neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus ent­wi­ckel­ten) die Maschi­ne­rie stän­dig mit neu ver­pack­ten Pro­duk­ten der Ver­gan­gen­heit am Lau­fen hal­ten.

»Mad world, mad kings, mad com­po­si­ti­on!«

Shake­speare, King John (Zwei­ter Akt, 1. Sze­ne)

 

The World is Reading (Frankfurter Buchmesse 2015)

The World is Rea­ding (Frank­fur­ter Buch­mes­se 2015)

In der herr­schen­den Pro­duk­ti­ons­wei­se geht es stets um »die Ergat­te­rung des größt­mög­li­chen Anteils am zir­ku­lie­ren­den Mehr­wert«12, wie es bei Max Hork­hei­mer heißt. Über­tra­gen auf den gegen­wär­ti­gen Hör­buch­markt bedeu­tet dies vor allem einen höchst­mög­li­chen quan­ti­ta­ti­ven Aus­stoß, wobei die Qua­li­tät der Pro­duk­te eine zu ver­nach­läs­si­gen­de Grö­ße ist. Wie der Box-Impre­sa­rio in dem Film Body and Soul (1947) tref­fend bemerkt: »Ever­ything is addi­ti­on or sub­trac­tion. The rest is con­ver­sa­ti­on.«13 Ver­mark­tet wird alles, das »etwas ein­bringt«, unge­ach­tet der poli­ti­schen Aus­rich­tung oder der hand­werk­li­chen Qua­li­tät. So ver­treibt der zur Wes­ter­mann-Grup­pe (die in ers­ter Linie im Schul­buch-Seg­ment agiert) gehö­ren­de Audio Media Ver­lag sowohl das auto­ri­tä­re Gedan­ken­gut eines Thi­lo Sar­ra­zin als auch plat­te Kri­mi­un­ter­hal­tung aus der Autoren­werk­statt einer Gisa Pau­ly. Ver­mut­lich ist es rea­li­täts­fremd, von einem Kon­zern, der mit der Pro­duk­ti­on von Schul­bü­chern sei­ne Pro­fi­te ein­fährt, zu erwar­ten, Bei­trä­ge zu einer kri­ti­schen Bil­dung zu lie­fern. Statt­des­sen betrei­ben die­se Agen­tu­ren der Halb­bil­dung eine Ver­här­tung des »gesell­schaft­li­chen Unwe­sens« (wie Ador­no die­sen Zustand beschrieb), die in gewalt­tä­ti­ge Wahn­sys­te­me der aktu­el­len neo­fa­schis­ti­schen Aus­prä­gung mün­det. »Die Welt ist aus den Fugen, aber die Fugen sind mit trä­ger Mas­se aus­ge­füllt«, schrieb Ador­no 1949 nach sei­ner Rück­kehr aus den USA nach Deutsch­land; »die Kul­tur ist in Trüm­mern, aber die Trüm­mer sind weg­ge­räumt, – und wo sie noch ste­hen, sehen sie aus, als wären sie ehr­wür­di­ge Rui­nen.«14

 

Die Kraft der Utopie

In der Par­lan­do-Pro­duk­ti­on leuch­tet die »Kraft der Uto­pie«15 durch. In ihren über 120 Hör­buch­pro­duk­tio­nen beruft sie sich nicht auf einen Kanon der Lite­ra­tur oder beschwört Kul­tur als fixier­te Kate­go­rie in einem erstarr­ten Kraft­feld, son­dern reflek­tiert die Ver­wüs­tun­gen und das Fak­tum des äußers­ten Grau­ens im 20. Jahr­hun­dert in ihrer Pro­duk­ti­on und ist in ihrem inhä­ren­ten Pro­gramm einer kri­ti­schen Selbst­be­sin­nung des Indi­vi­du­ums ver­pflich­tet. »Im Kli­ma der Halb­bil­dung über­dau­ern die waren­haft ver­ding­lich­ten Sach­ge­hal­te von Bil­dung auf Kos­ten ihres Wahr­heits­ge­halts und ihrer leben­di­gen Bezie­hung zu leben­di­gen Sub­jek­ten«16 In Zei­ten, da der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk unter dem Druck der Kom­mer­zia­li­sie­rung sei­ne Bil­dungs­auf­ga­ben zuneh­mend auf­gibt, springt ein klei­nes Unter­neh­men wie  Par­lan­do in die Bre­sche. Ohne öffent­lich-recht­li­che Unter­stüt­zung wären vie­le Pro­jek­te zwar nicht rea­li­sier­bar, doch bie­tet Par­lan­do ein Gegen­pro­gramm zu den »Brut­stät­ten der Halb­bil­dung«17, die Ador­no 1960 bereits in den Medi­en des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks der Bun­des­re­pu­blik ver­or­te­te.

 

Homer: Odyssee (Edition Parlando, 2015)

Homer: Odys­see (Par­lan­do, 2015)

Das Pro­gramm von Par­lan­do zeich­net sich durch ein brei­tes und reich­hal­ti­ges Spek­trum an Hör­wer­ken aus, das von klas­si­schen Tex­ten wie Homers Odys­see und Ili­as, Miguel Cer­van­tes’ Epos Don Qui­jo­te von der Man­cha über Roma­ne und Erzäh­lun­gen von Johann Wolf­gang von Goe­the, Hono­ré de Balzac, Gust­ave Flau­bert, Edgar All­an Poe, Joseph Con­rad, Franz Kaf­ka, James Joy­ce, Wil­liam Faulk­ner und Ernest Heming­way bis zu Wer­ken der neue­ren Moder­ne und Post­mo­der­ne von Paul Aus­ter, Richard Ford, Phil­ip Roth, Don DeLil­lo und Ror Wolf reicht. Neben die­sen Pro­sa­tex­ten, die den Haupt­be­stand­teil des Ver­lags­pro­gramms aus­ma­chen, rezi­tiert Brück­ner auch poe­ti­sche Wer­ke wie Hein­rich Hei­nes Gedicht Deutsch­land. Ein Win­ter­mär­chen oder Charles Bau­de­lai­res Blu­men des Bösen. Zum erwei­ter­ten Reper­toire gehö­ren nicht-fik­tio­na­le Tex­te von Wal­ter Ben­ja­min, Karl Marx, Alexis de Toc­que­vil­le oder Noam Chom­sky, die das auf­klä­re­risch-kri­ti­sche Pro­gramm des Ver­la­ges abrun­den.

 

 

Der Vorleser als Statthalter

Paral­lel zu die­sen her­aus­ra­gen­den Pro­duk­tio­nen ver­ding­te sich Brück­ner auch immer wie­der in Unter­neh­mun­gen der Fern­seh­an­stal­ten, die den Main­stream-Markt bedien­ten. So trat er in Seri­en wie Die­se Drom­buschs, Tat­ort, Rosa Roth, Lieb­ling Kreuz­berg oder Lie­be am Fjord auf oder ver­ding­te sich als Spre­cher für Gui­do Knopps schlei­fen­för­mi­ge Hit­ler-Doku­men­ta­tio­nen wie »Hit­lers Hel­fer«, »Hit­lers Krie­ger« oder »Hit­lers Frau­en«. In der  »Spre­cher­kar­tei« des Inter­net-Por­tals »Die­Me­dia-Paten« wird sei­ne Stim­me als »rau­chig«, »seri­ös«, »sonor«, »warm« und »mar­kant« beschrie­ben und für neue Auf­trä­ge als buch­bar ange­prie­sen.18

Honoré de Balzac: Verlorene Illusionen (Edition Parlando, 2012)

Hono­ré de Balzac: Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen (Par­lan­do, 2012)

Unge­ach­tet des in den Jahr­zehn­ten erwor­be­nen Kult­sta­tus ist Brück­ner noch immer auf die Ver­käuf­lich­keit ange­wie­sen, muss sich von sol­chen Ver­mark­tungs­agen­tu­ren anprei­sen las­sen, ohne jedoch wie Balz­acs Schrei­ber­ling Luci­en de Rub­empré in den Tie­fen der Kor­rup­ti­on zu ver­sump­fen, weil er unfä­hig zur »Tren­nung von Glück und Arbeit« wäre.19 »Der Kerl spricht ja für Geld«, könn­te jemand aus­ru­fen in Ana­lo­gie zu dem hart­nä­cki­gen Geschäfts­mann Beet­ho­ven, der sich über die Ver­mark­tungs­fä­hig­keit des Roman­schrift­stel­lers Wal­ter Scott echauf­fier­te.20 Rub­empré wird anfäl­lig für die Kor­rup­ti­on, weil er in den schmut­zi­gen Ver­hält­nis­sen sei­ne Rein­heit bewah­ren möch­te, obgleich er sich immer wie­der mit Gefäl­lig­kei­ten, Bevor­zu­gun­gen und Gunst­be­zeu­gun­gen kor­rum­pie­ren lässt, um wei­ter in der Gesell­schaft zu reüs­sie­ren. Im Tausch gegen sozia­les und kul­tu­rel­les Kapi­tal muss er sich der Herr­schaft als Opfer über­ant­wor­ten, will jedoch in sei­ner gesell­schaft­li­chen Pra­xis als wider­stän­di­ger Intel­lek­tu­el­ler gel­ten. Heim­ge­zahlt wird es ihm am Ende mit der voll­kom­me­nen Demü­ti­gung des Aus­schlus­ses vom Markt und der Ver­ban­nung in die Pro­vinz, aus der er kam.

Über den »Waren­wert« sei­ner aus­ge­bil­de­ten Stim­me, der sich aus den Ver­wer­tungs­pro­zes­sen der Kul­tur­ma­schi­ne­rie speis­te, die Brück­ner über Jahr­zehn­te bedien­te, konn­te er den »Gebrauchs­wert« sei­ner stimm­li­chen Fähig­kei­ten in eine Form »geis­ti­gen Kapi­tals« über­füh­ren, das zwar in sei­nen minia­tur­haf­ten Zir­ku­la­ti­ons­pro­zes­sen kei­ne gro­ßen Gewin­ne abwarf, aber doch einen »Mehr­wert« erwirt­schaf­te­te. Wie Robin­son ret­tet er die Gebrauchs­ge­gen­stän­de aus den Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Schiff­bruchs und ver­wen­det sie, um sie auf »lich­ter Insel« als Gegen­ent­wurf gegen das »finst­re euro­päi­sche Mit­tel­al­ter« des Auto­ri­ta­ris­mus zu bewah­ren.21 Obwohl Brück­ner allent­hal­ben von den Agen­tu­ren des kul­tu­rel­len Betrie­bes hofiert wird, hat er sich über die Jah­re eine kri­ti­sche Distanz erhal­ten, die ihn von ande­ren »Stim­men­ak­teu­ren« unter­schei­det. »Der Künst­ler, der das Kunst­werk trägt«, schrieb Ador­no, »ist nicht der je Ein­zel­ne, der es her­vor­bringt, son­dern durch sei­ne Arbeit, durch pas­si­ve Akti­vi­tät wird er zum Statt­hal­ter des gesell­schaft­li­chen Gesamt­sub­jekts.«22 Brück­ner redu­ziert sich nicht auf die Rol­le eines »Vor­le­sers«, son­dern agiert als wider­stän­di­ger Statt­hal­ter des mög­lich Bes­se­ren: Das Indi­vi­dual­un­ter­neh­men »Par­lan­do« war ein »Pro­test gegen die töd­li­che Ver­su­chung, es sich leicht zu machen«23, die Anti­the­se zur von ten­ta­kel­haf­ten Kon­zern­struk­tu­ren gesteu­er­ten indus­tri­el­len Kul­tur­pro­duk­ti­on auf glo­ba­ler Basis.

 

Melvillephilie

 

Herman Melville: Moby-Dick (Edition Parlando, 2016)

Her­man Mel­vil­le: Moby-Dick (Par­lan­do, 2016)

Zeit sei­nes Vor­le­ser­le­bens ist Brück­ner von einer »Mel­vil­le­phi­lie«24 gezeich­net. Klas­si­sche Wer­ke wie Bart­le­by, Bil­ly Budd oder Beni­to Cere­no gehö­ren eben­so zum Par­lan­do-Reper­toire wie die eher unbe­kann­te Erzäh­lung Ich und mein Kamin. Alle Pro­duk­tio­nen über­ragt jedoch Moby-Dick in der Über­set­zung Fried­helm Rath­jens aus dem Jah­re 2006.25 Obwohl das Werk 30 Stun­den in Anspruch nimmt, wird das Hören die­ses Opus nie­mals zur ermü­den­den oder mono­to­nen Tor­tur. Vir­tu­os beherrscht Brück­ner die varia­blen Ton­re­gis­ter, um den Span­nungs­bo­gen von der Ety­mo­lo­gie des Wor­tes »Wal« bis zum Unter­gang der Pequod und ihrer Besat­zung auf­recht zu erhal­ten. Die Viel­falt der »Text­sor­ten« und der Akteu­re des Romans – von Ish­ma­el über Peter Cof­fin, Father Map­les, Quee­queg, Peleg und Bildad, Ahab, Star­buck, Stubb, Tash­te­go und Pip – führt er zu einem ein­zig­ar­ti­gen stimm­li­chen Kunst­werk zusam­men.

 

»In every way, to read Moby-Dick is to reread it.«

– Greil Mar­cus, »Moby-Dick; Or, The Wha­le«26

 

Herman Melville: Moby-Dick (Zweitausendeins, 2006)

Her­man Mel­vil­le: Moby-Dick (Zwei­tau­send­eins, 2006)

Dabei ist Brück­ner jedoch nicht ledig­lich ein »Spre­cher«, wie es im »Bei­buch« der Erst­aus­ga­be bei Zwei­tau­send­eins hieß, son­dern ein »Akteur« oder ein »Voice Actor«27 (wie Brück­ner sich selbst bezeich­net).

Sein Agie­ren in den Höhen und Tie­fen des extre­men Tex­tes über­trifft noch das gro­ße Pro­jekt der Uni­ver­si­tät von Ply­mouth namens Moby Dick Big Read, in dem jeweils ein Schauspieler/Autor oder eine Schauspielerin/Autorin (u. a. Til­da Swin­ton, Nigel Wil­liams, Ste­phen Fry, A. L. Ken­ne­dy, Bene­dict Cum­ber­batch und Andrew Del­ban­co) ein Kapi­tel lesen.

Moby Dick Big Read (University of Plymouth)

Moby Dick Big Read (Uni­ver­si­ty of Ply­mouth)

Denn Brück­ner ver­mag es, jedem ein­zel­nen Kapi­tel über den monu­men­ta­len Text als Enti­tät jeweils eine indi­vi­du­el­le Note zu geben. Dabei ist er dis­zi­pli­niert genug, die ein­zel­nen Figu­ren nicht mit akus­ti­schen Frat­zen zu ent­stel­len (wie es weni­ger talen­tier­te »Stim­men­akro­ba­ten« in vie­len Hör­buch­pro­duk­tio­nen tun28). So gelingt Brück­ner mit der Rezi­ta­ti­on von Moby-Dick selbst ein »Gip­fel­werk«, das dem Ori­gi­nal in sei­ner Strahl­kraft gerecht wird.

 

Little Pieces

 

Brückner Beat (Hazelwood, 2001)

Brück­ner Beat (Hazel­wood, 2001)

Neben immer wie­der gran­dio­sen und »mons­trö­sen« Wer­ken wie Homers Ili­as (mit einer Lauf­zeit von 22 Stun­den), Balz­acs Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen (25 Stun­den) oder Cer­van­tes’ Don Qui­jo­te (über 48 Stun­den) blieb Brück­ner auch für kür­ze­re For­men in einer Mischung aus Poe­sie und Jazz offen. Unter dem Titel Brück­ner Beat ver­öf­fent­lich­te er 2001 zusam­men mit dem Lone Wolf Trio (zu dem sein Sohn Kai Brück­ner gehör­te) poe­ti­sche Rezi­ta­tio­nen von Beat-Gedich­ten von Autoren wie Allen Gins­berg, Frank O’Hara, Law­rence Fer­lin­ghet­ti, Stan Pers­ky und ande­ren, die im Zeit­al­ter des auto­ri­tä­ren Roll­backs von einer ful­mi­nan­ten, sich über­schla­gen­den Kraft beseelt sind und gegen die gesell­schaft­li­che Eng­stir­nig­keit der Gegen­wart auf­be­geh­ren.

 

BrücknerBerlin (Argon, 2017)

Brück­ner­Ber­lin (Argon, 2017)

Dage­gen wirkt das Pro­jekt Brück­ner­Ber­lin (das zwi­schen 2014 und 2017 rea­li­siert wur­de) sehr viel ruhi­ger, eher »per­sön­lich« denn »poli­tisch«. Basie­rend auf Tex­ten Antek Krö­ners und musi­ka­lisch beglei­tet von einem Ensem­ble um die Musi­ker Tim Isfort und Kai Brück­ner lie­fert »Brück­ner der Älte­re« in einer zwi­schen Spra­che und Gesang chan­gie­ren­den Per­for­mance eines Ber­lin-Fla­neurs, der frei von jeg­li­cher Ber­lin-Ido­la­trie ist (»Durch die­se Stadt weht ein ande­rer Wind/Mal ist sie grob, mal grei­ses Kind …«). Mit die­sem Pro­jekt ent­deck­te sich Brück­ner nicht als spä­ter Chan­son­nier: Sein sprö­der Charme erin­nert an Gérard Depar­dieus Hom­mage-Album Depar­dieu Chan­te Bar­ba­ra. Mit die­sem Pro­jekt kehr­te er in die Ensem­ble-Welt zurück: Mit sei­ner Stim­me ver­lieh er den Stü­cken in der Mischung aus Indi­vi­dua­li­tät und Eigen­art und im Zusam­men­spiel mit den Arran­ge­ments und den Musi­kern eine ein­zig­ar­ti­ge Note, die jedoch erst in der Sum­me der Talen­te der Betei­lig­ten gänz­lich zur Gel­tung kommt.

 

 

Die Meisterschaft des Vorlesers

 

»I attract mad peop­le and ani­mals.«

– Juli­an Bar­nes, Flaubert’s Par­rot 29

 

Gustave Flaubert: Drei Geschichten (Edition Parlando, 2018)

Gust­ave Flau­bert: Drei Geschich­ten (Par­lan­do, 2018)

Am Ende bleibt eine gro­ße Stim­me für Meis­ter­wer­ke der Lite­ra­tur, die sich in die Pha­lanx her­aus­ra­gen­der Inter­pre­ta­to­ren ein­reiht und zugleich eine ein­zig­ar­ti­ge Posi­ti­on im Kul­tur­be­trieb ein­nimmt. Sein Kön­nen unter­streicht er mit der Lesung drei­er Erzäh­lun­gen Flau­berts, die neben dem unvoll­ende­ten Werk von Bou­vard und Pécu­chet als lite­ra­ri­sches Ver­mächt­nis des »Groß­meis­ters« fort­dau­ern. Bei Erschei­nen die­ser »Tex­te« über­schlu­gen sich Kri­ti­ker wie Édouard Dru­mont mit über­schwäng­li­chem Lob: »Ein Tem­pe­ra­ment, das sich selbst bezähmt hat, eine Vor­stel­lungs­kraft, die gelernt hat, sich zu beherr­schen, eine Spra­che von uner­hör­tem Reich­tum, jedoch eben­so von meis­ter­li­cher Schlicht­heit, das sind die Eigen­schaf­ten die­ses Ban­des, bei dem man beherzt das Wort Voll­kom­men­heit aus­spre­chen darf.«30 In die Rezi­ta­ti­on über­setzt Brück­ner die­se Meis­ter­schaft des Erzäh­lers in die Meis­ter­schaft des »Vor­le­sers«. Brück­ner zer­mah­le die Geschich­ten Flau­berts mit sei­ner brü­chig-hei­se­ren Stim­me, beschreibt die Rezen­sen­tin Jut­ta Duhm-Heit­z­mann das Kön­nen des Rezi­ta­tors, »zer­legt sie in bedeu­tungs­schwe­re Ein­zel­tei­le, die er gleich­zei­tig wie­der neu zusam­men­setzt, mit Bögen aus­stat­tet und vor­her nicht geahn­ten Tie­fen. Drei Geschich­ten so genau gele­sen und abge­tas­tet, wie es selbst die inten­sivs­te stil­le Lek­tü­re nie könn­te – auch nicht in der kon­ge­nia­len Neu­über­set­zung von Eli­sa­beth Edl.«31

Ror Wolf: Zwei oder drei Jahre später (Edition Parlando, 2007)

Ror Wolf: Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit (Par­lan­do, 2012)

Mit die­ser Kön­ner­schaft tritt Brück­ner in die Fuß­stap­fen des »Vor­le­sers der Nati­on« Gert West­phal, der auch ein »ein­zig­ar­ti­ges Vor­le­se-Reper­toire« hin­ter­ließ.32 Doch bei aller Wert­schät­zung für West­phal, des­sen Nim­bus als Regis­seur und Rezi­ta­tor unan­ge­tas­tet ist, reicht Brück­ners breit­ge­fä­cher­tes Reper­toire von der Klas­sik über die Moder­ne bis in die letz­ten Ver­wink­lun­gen der Gegen­warts­li­te­ra­tur, wobei er sowohl »Groß­schrift­stel­lern« wie Goe­the oder Flau­bert den not­wen­di­gen Respekt wider­fah­ren lässt wie den Aus- und Abschwei­fun­gen eines Ror Wolf.

Auch wenn Par­lan­do als eigen­stän­di­ges Unter­neh­men nicht mehr exis­tiert, wäre es wün­schens­wert, dass Brück­ner wei­ter­hin Pro­jek­te nach sei­nem Gus­to rea­li­sie­ren könn­te. Wer­ke wie Paul Aus­ters 4 3 2 1, Ste­fa­no D’Arrigos Hor­cy­nus Orca oder Wil­liam Gass’ Der Tun­nel har­ren der Umset­zung durch einen fähi­gen »Voice Actor«. Mit Samu­el Beckett gespro­chen: »Il fault con­ti­nu­er«.

 

 

Ausgewählte Diskografie:

Ray­mond Chand­ler.
Der Geschmack des Gel­des.
5 CDs. Lauf­zeit 4:30 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2017.
ISBN: 978–3-7424–0197-7.

Ray­mond Chand­ler.
Das Gesetz der Stra­ße.
5 CDs. Lauf­zeit 4:40 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2018.
ISBN: 978–3-7424–0644-6.

Léo Malet.
Marais-Fie­ber.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1991.
2 CDs, Lauf­zeit 97 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-101–7.

Léo Malet.
Bam­bu­le am Boul’mich.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1991.
2 CDs, Lauf­zeit 102 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-062–2.

Léo Malet.
Die Näch­te von St. Ger­main.
Pro­duk­ti­on: Süd­west­rund­funk 1994.
2 CDs, Lauf­zeit 102 Minu­ten.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2000.
ISBN: 3–89813-208–0.

Maj Sjö­wall und Per Wahlöö.
Die bes­ten Fäl­le. Kom­mis­sar Beck ermit­telt.
5 CDs, Lauf­zeit 4:25 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2007.
ISBN: 978–3-89813–709-6.

Maj Sjö­wall und Per Wahlöö.
Die neu­en Fäl­le. Kom­mis­sar Beck ermit­telt.
6 CDs, Lauf­zeit 5:21 Stun­den. 19,99 Euro.
Ber­lin: Der Audio Ver­lag, 2010.
ISBN: 978–3-89813–952-6.

Guy de Mau­pas­sant.
Bel Ami.
Hör­spiel­be­ar­bei­tung von Hel­mut Peschi­na.
Pro­duk­ti­on: WDR 2000.
2 Cas­set­ten, Lauf­zeit 3 Stun­den.
Mün­chen: Der Hör­ver­lag, 2001.
ISBN: 3–89584-874–3.

Homer.
Odys­see.
Über­setzt von Klaus Stein­mann.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 16:53 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–68-9.

Homer.
Ili­as.
Über­setzt von Klaus Stein­mann.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 21:49 Stun­den, 29,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2017.
ISBN: 978–3-8398–7101-0.

Miguel de Cer­van­tes.
Don Qui­jo­te von der Man­cha.
Über­setzt von Susan­ne Lan­ge.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 48:24 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–70-2.

Johann Wolf­gang Goe­the.
Die Wahl­ver­wandt­schaf­ten.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
8 CDs, Lauf­zeit 10:10 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2014.
ISBN: 978–3-941004–51-1.

Johann Wolf­gang Goe­the.
Wil­helm Meis­ters thea­tra­li­sche Sen­dung.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 13:34 Stun­den, 24,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2017.
ISBN: 978–3-941004–93-1.

Hono­ré de Balzac.
Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen.
Über­setzt von Otto Fla­ke.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 24:56 Stun­den, 14,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–32-0.

Gust­ave Flau­bert.
Madame Bova­ry.
Über­setzt von Eli­sa­beth Edl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 14:06 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–38-2.

Gust­ave Flau­bert.
Drei Geschich­ten.
Über­setzt von Eli­sa­beth Edl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
4 CDs, Lauf­zeit 4:40 Stun­den, 19,95 Euro.
Ber­lin: Parlando/Argon, 2018.
ISBN: 978–3-8398–7112-6.

Her­man Mel­vil­le.
Moby-Dick; oder: Der Wal.
Über­setzt von Fried­helm Rath­jen.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 30 Stun­den, 24,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2016.
ISBN: 978–3-941004–77-1.

Her­man Mel­vil­le.
Bart­le­by.
Über­setzt von Eli­sa­beth Schnack.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 1:54 Stun­den, 22,50 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2003.
ISBN: 978–3-935125–26-0.

Her­man Mel­vil­le.
Ich und mein Kamin.
Über­setzt von Alfred Kuo­ni.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 CD, Lauf­zeit 87:20 Minu­ten, 12,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2008.
ISBN: 978–3-935125–91-8.

Edgar All­an Poe.
Umständ­li­cher Bericht des Arthur Gor­don Pym von Nan­tu­cket.
Über­setzt von Arno Schmidt.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
7 CDs, Lauf­zeit 547:16 Minu­ten, 29,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2008.
ISBN: 978–3-935125–88-8.

Karl Marx und Fried­rich Engels.
Das Mani­fest der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 CD, Lauf­zeit 78:25 Minu­ten, 15,95 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2000.
ISBN: 978–3-935125–05-5.

Wal­ter Ben­ja­min.
Ber­li­ner Kind­heit um Neun­zehn­hun­dert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 2:33 Stun­den, 22,50 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2005.
ISBN: 978–3-935125–41-3.

Wil­liam Faulk­ner.
Absa­lom, Absa­lom.
Über­setzt von Niko­laus Stingl.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 MP3-CDs, Lauf­zeit 17 Stun­den, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–71-9.

Ray­mond Chand­ler.
Der gro­ße Schlaf.
Über­setzt von Gunar Ort­lepp.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
6 CDs, Lauf­zeit 7:41 Stun­den, 29,90 Euro.
Zürich: Dio­ge­nes, 2013.
ISBN: 978–3-257–80246-7.

Richard Ford.
Kana­da.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
8 CDs, Lauf­zeit 618:30 Minu­ten, 29,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–41-2.

Richard Ford.
Frank.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
6 CDs, Lauf­zeit 449:10 Minu­ten, 24,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2015.
ISBN: 978–3-941004–72-6.

Don DeLil­lo.
Null K.
Über­setzt von Frank Hei­bert.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
1 MP3-CD, Lauf­zeit 5:50 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2016.
ISBN: 978–3-941004–84-9.

Ror Wolf.
Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit.
Gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner.
2 CDs, Lauf­zeit 2:34 Stun­den, 19,99 Euro.
Ber­lin: Par­lan­do, 2012.
ISBN: 978–3-941004–36-8.

Chris­ti­an Brück­ner & The Lone World Trio.
Brück­ner Beat.
1 CD, 56 Minu­ten.
Frankfurt/Main: Hazel­wood Music, 2001.
ISBN: 978–3-000069–80-2.

Chris­ti­an Brück­ner, Antek Krö­ner, Tim Isfort, Kai Brück­ner et al.
Brück­ner­Ber­lin.
1 CD, 60 Minu­ten.
Ber­lin: Argon, 2017.
ISBN: 978–3-8398–7105-8.

 

Bildquellen


Foto von Chris­ti­an Brück­ner — © Isa­bel­le Girard de Soucan­ton, Zwei­tau­send­eins 2006

Par­lan­do-Logo — © Par­lan­do

Sze­nen­fo­to aus Bon­nie and Cly­de — © War­ner Bro­thers

Sze­nen­fo­to aus Die Vor­le­se­rin — © Stu­dio Ham­burg Enter­pri­ses

Cover Die Näch­te von St. Ger­main — © Der Audio Ver­lag 2002

Cover Bel Ami — © Der Hör­ver­lag 2001

Cover Odys­see — © Par­lan­do 2015

Cover Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen — © Par­lan­do 2012

Cover Moby-Dick 2016- © Par­lan­do 2016

Cover Moby-Dick 2006 — © Zwei­tau­send­eins 2006

Icon Moby Dick Big Read — © Uni­ver­si­ty of Ply­mouth

Cover Brück­ner Beat — © Hazel­wood 2001

Cover Brück­ner­Ber­lin — © Argon 2017

Cover Drei Geschich­ten — © Parlando/Argon 2018

Cover Die Vor­zü­ge der Dun­kel­heit — © Par­lan­do 2012

Fotos Frank­fur­ter Buch­mes­se — © Jörg Auberg

Col­la­ge Chris­ti­an Brückner/Parlando — © Jörg Auberg 2018

 

© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Hono­ré de Balzac, Ver­lo­re­ne Illu­sio­nen, über­setzt von Otto Fla­ke, gele­sen von Chris­ti­an Brück­ner (Ber­lin: Par­lan­do, 2012), Back­co­ver
  2. Per­sön­li­che Daten stam­men aus einem Inter­view mit Bet­ti­na Rust; Sen­dung Hör­bar Rust vom 10. Dezem­ber 2017, Radio Eins/RBB; https://www.radioeins.de/programm/sendungen/sendungen/28/1712/171210_eins_h_rbar_rust_36026.html
  3. Cf. Eric J. Hobs­bawm, Ban­dits (Lon­don: Aba­cus, 2010), S. 176–178
  4. Max Hork­hei­mer, »Noti­zen 1949–1969«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 6, hg. Alfred Schmidt (Frankfurt/Main: Fischer, 1991), S. 359
  5. Ernest Man­del, Ein schö­ner Mord: Sozi­al­ge­schich­te des Kri­mi­nal­ro­mans, übers. Nils Tho­mas Lin­quist (Frankfurt/Main: Athe­nä­um, 1987), S. 153
  6. Cf. Léo Malet, Paris des Ver­bre­chens: Nes­tor Bur­mas klas­si­sche Fäl­le, übers. Hans-Joa­chim Hart­stein (Frankfurt/Main: Zwei­tau­send­eins, 2008)
  7. Zur Typo­lo­gie der »Jour­nail­le« cf. Hono­ré de Balzac, Von Edel­fe­dern, Phra­sen­dre­schern und Schmier­fin­ken: Die schrä­gen Typen der Jour­nail­le, hg. und übers. Rudolf von Bitt­ner (Zürich: Manes­se, 2016). Balzac ver­gleicht den »Feuil­le­to­nis­ten« mit einem »Sei­den­spin­ner« (ibid., S. 105) Ador­no sah in sei­ner »Balzac-Lek­tü­re« den »fei­len Schrei­ber­ling« zum »Lum­pen« her­ab­sin­ken, da er die Ver­hält­nis­se nicht durch­schaue, von den er pro­fi­tie­ren möch­te. Cf. Theo­dor W. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1981), S. 155
  8. Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, in: Max Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 5, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1987), S. 189
  9. Cf. André Schif­frin, Ver­la­ge ohne Ver­le­ger: Über die Zukunft der Bücher, übers. Gerd Bur­ger (Ber­lin: Wagen­bach, 2000), und Schif­frin, Words & Money (Lon­don: Ver­so, 2010)
  10. David Har­vey, Marx, Capi­tal, and the Mad­ness of Eco­no­mic Rea­son (New York: Oxford Uni­ver­si­ty Press, 2018), S. 119–120
  11. Hork­hei­mer und Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, S. 159
  12. Max Hork­hei­mer, »Zur Sozio­lo­gie der Klas­sen­ver­hält­nis­se«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Band 12, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1985), S. 102
  13. Chris Wel­zen­bach, »Force of Evil: Abra­ham Polon­sky and Anti-Capi­ta­list Noir«, Coun­ter­punch, 17. Janu­ar 2018, https://www.counterpunch.org/2018/01/17/force-of-evil-abraham-polonsky-and-anti-capitalist-noir/
  14. Ador­no, »Die auf­er­stan­de­ne Kul­tur« (1949), in: Ador­no, Ver­misch­te Schrif­ten, hg, Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 2003), S. 461
  15. Ador­no, »Die auf­er­stan­de­ne Kul­tur«, S. 462
  16. Ador­no, »Theo­rie der Halb­bil­dung« (1960), in: Ador­no, Sozio­lo­gi­sche Schrif­ten I, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1979), S. 103
  17. Ador­no, »Theo­rie der Halb­bil­dung«, S. 99
  18. Die Media-Paten, Spre­cher­kar­tei: Chris­ti­an Brück­ner, https://www.media-paten.com/sprecherkartei/bekannte-synchronsprecher/christian-brueckner/
  19. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S.155
  20. Hork­hei­mer und Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, S. 185
  21. Karl Marx, Das Kapi­tal, Ers­ter Band (Ber­lin: Dietz, 2008), S. 91; David Har­vey, Marx’ »Kapi­tal« lesen, übers. Chris­ti­an Frings (Ham­burg: VSA, 2011), S. 57
  22. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S. 126
  23. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, S. 125
  24. Her­man Mel­vil­le, Moby-Dick; oder: Der Wal (Frankfurt/Main: Zwei­tau­send­eins, 2006), Bei­buch, S. 49
  25. Her­man Mel­vil­le, Moby-Dick; oder: Der Wal, übers. Fried­helm Rath­jen (Wien: Jung und Jung, 2016); Hör­fas­sung bei Par­lan­do 2016. Zur Dis­kus­si­on um die Moby-Dick-Über­set­zun­gen cf. Doro­thea Dieck­mann, »Text­treu oder les­bar? Dis­kus­si­on um Moby-Dick-Über­set­zun­gen«, Deutsch­land­funk, 8. Dezem­ber 2004, https://www.deutschlandfunk.de/texttreu-oder-lesbar.700.de.html?dram:article_id=82082
  26. Greil Mar­cus, »Moby-Dick; Or, The Wha­le« in: A New Litera­ry Histo­ry of Ame­ri­ca, hg. Greil Mar­cus und Wer­ner Sol­lors (Cam­bridge, MA: The Bel­knap Press of Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2009), S. 286
  27. Hör­bar Rust vom 10. Dezem­ber 2017, Radio Eins/RBB
  28. Cf. Jörg Auberg, »Ray­mond Chand­ler: Der lan­ge Abschied«, Cul­tur­Mag, 6. Juni 2009, http://culturmag.de/rubriken/buecher/raymond-chandler-der-lange-abschied/3352
  29. Juli­an Bar­nes, Flaubert’s Par­rot (Lon­don: Vin­ta­ge, 2009), S. 49
  30. Zitiert im Nach­wort zu Gust­ave Flau­bert, Drei Geschich­ten, über­setzt von Eli­sa­beth Edl (Mün­chen: Han­ser, 2017), S. 256
  31. Jut­ta Duhm-Heit­z­mann, »Gust­ave Flau­bert – Drei Geschich­ten«, WDR3, 24. Okto­ber 2018, https://www1.wdr.de/kultur/buecher/gustave-flaubert-drei-geschichten-110.html
  32. O. V., »Der Vor­le­ser ist tot«, Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, 11. Novem­ber 2002, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/gert-westphal-der-vorleser-ist-tot-182515.html

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