Ein kritischer Überblick über neue Buchveröffentlichung zur Rolle der Literatur im Kampf gegen den Faschismus im Spanischen Bürgerkrieg und während der deutschen Okkupation von Paris 1940
Der Fluch der Gewalt Dwight Macdonalds politische Essays von Jörg Auberg Zeit seines Lebens wurde der New Yorker Intellektuelle Dwight Macdonald (1906–1982) hinsichtlich seiner politischen Einschätzungen und intellektuellen Fähigkeiten äußerst kontrovers beurteilt. Er sei, ließ beispielsweise Leo Trotzki kurz vor seinem Tod einen revolutionären Genossen in den...
Die Verdunklung der Sonne Andrej Platonow und die Verlorenen Utopien von Jörg Auberg Drei Jahre vor seinem Tod begrüßte Alexander Blok (1880–1921), einer der herausragenden Dichter der russischen Moderne, die Oktoberrevolution 1918 enthusiastisch. Nach seinen Worten war deren Ziel, »alles neu zu machen«, »alles anders zu machen«, »unser falsches, dreckiges...
DIE DEMONTAGE EINES DEKLAMATORS BENJAMIN MYERS’ ROMAN ÜBER DAS SCHEITERN KLAUS KINSKIS von Jörg Auberg Im populären Gedächtnis ist Klaus Kinski vor allem als egomanisches »Enfant terrible« präsent, das in mindestens sechzehn Edgar-Wallace-Filmen – umgeben von abgehalfterten Diven der »Gottbegnadeten-Liste« des nationalsozialistischen Reichspropaganda...
»Das hält aus bis zum letzten Seufzer« Ein Rückblick auf das Thomas-Mann-Jahr 2025 von Jörg Auberg In memoriamHanjo Kesting(1943–2025) Thomas Mann: Mario und der Zauberer (Kunsthaus Lübeck, 2004) Als »Amerika« sich für Thomas Mann von der »Lösung« zum »Problem« wandelte, diskutierten er und seine Tochter Erika mit dem linken Filmemacher Abraham Polonsky über ein...
Es geht (vielleicht doch) um das Buch Nachträgliche Miszellen zur Frankfurter Buchmesse 2025 In alten Überlieferungen erscheinen die früheren Zeiten der Frankfurter Buchmesse oft glamourös, dramatisch und abenteuerlich, als wäre die Jagd nach Lizenzen und Buchverträgen aus überdrehten Screwball-Komödien abgekupfert. In seinen Reminiszenzen an den...
Das Elend der Fernsehkritik Über das Stampfen der Fernsehmaschine von Jörg Auberg In einem programmatischen Artikel über die destruktiv-vampirischen Möglichkeiten des Fernsehens aus dem Jahre 1970 konstatierten die Filmkritikerinnen Frieda Grafe und Enno Patalas: »Wir haben bekanntlich das beste Fernsehen der Welt – und deshalb auch das schlechteste Kino.«1 Ziel...
Flaschenposten im Schlamm Zur Aktualität der Kritischen Theorie von Jörg Auberg Bevor sich in den späten 1950er-Jahren die synonymen Begriffe der »Frankfurter Schule« und »Kritischen Theorie« im öffentlichen Bewusstsein durchsetzten, war oft die Rede von der »Horkheimer-Gruppe«. In einer Rezension der einflussreichen Anthologie Mass Culture aus dem Jahre 1957 schrieb...
Der Fall Silone Ignazio Silones Rolle im Kampf gegen den Faschismus von Jörg Auberg Heiliger, Revolutionär, Verräter In der pulsierenden Zeit des Kalten Krieges galt Ignazio Silone (1900–1978) bei antistalinistischen Linken in der westlichen Hemisphäre als »säkularer Heiliger«, als der »geliebteste Volksheld der italienischen Linken«, dessen Ruhm und...
Der »Horror-Clown« des Faschismus Georg Seeßlen analysiert die Bandenherrschaft Donald Trumps von Jörg Auberg »Amerika interessierte mich, es ist das interessanteste Land«, sagte der französische Filmregisseur Louis Malle in einem Interview mit der Filmjournalistin Christa Maerker. »So ging es jedenfalls mir immer. Es gibt viele monströse Sachen hier...
Männerwelt des Geistes Ronnie Grinberg untersucht die Maskulinität der Intellektuellen von Jörg Auberg Im zweiten Teil von Hermann Brochs Romantrilogie Die Schlafwandler träumen die deutschen Arbeiter und Angestellten von »Amerika« als einem utopischen Ort, wo man »hochkommen« könne, ohne sich »wie hier umsonst zu schinden«, und zitierten Goethe: »Amerika, du hast es...
Die Maschinerie der Verblendung Aufstieg und Niedergang der Zeitschrift »Filmkritik« von Jörg Auberg In einem programmatischen Artikel zur gesellschaftlichen Rolle des Filmkritikers konstatierte Siegfried Kracauer wenige Monate vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten, der »Filmkritiker von Rang« sei »nur als Gesellschaftskritiker denkbar«. Die Mission...
Der demokratische Tod Thomas Manns »Jahrhundertroman« Der Zauberberg von Jörg Auberg »Der Faschismus ist greisenhaft und böse, in jeglicher Gestalt.« Hans Mayer1 Rückblicke auf den Zauberberg IIm Herbst 1924 erschienen die beiden Bände des Romans Der Zauberberg, die – mit den Worten Thomas Manns in einer Einführung des Werkes für Studenten an der Princeton University im...
Die Geschichte Aldo Moros in seiner letzten Lebensphase reflektiert Leonardo Sciascia durch literarische Prismen (wie Pier Paolo Pasolini, Luigi Pirandello, Jorge Luis Borges und Edgar Allan Poe) und gewinnt auf diese Weise Einsichten, die ihn in seiner Unerbittlichkeit und Unbeirrbarkeit gegen die herrschende Meinung nahezu aller politischen Richtungen bestärken.
Paul Austers Vermächtnis Ein nahezu klassischer Essay über Waffengewalt von Jörg Auberg Im Juli 1945, als der Zweite Weltkrieg noch im vollen Gange war, konstatierte der italienische Emigrant Niccoló Tucci in der New Yorker pazifistischen Zeitschrift Politics: »Das Problem ist nicht, wie man den Feind loswird, sondern eher, wie man den letzten Sieger loswird. Denn was ist...
Der Mensch und die Texte Über Paul Auster und die Exerzitien der Literaturkritik von Jörg Auberg Wie der Intellektuelle es macht, macht er es falsch«, heißt es in Adornos Minima Moralia. Der Schriftsteller (im Sartre’schen Sinne seinem Wesen nach ein Intellektueller, dem es um die Mitteilung des Nicht-Mitteilbaren »unter Ausnutzung des Anteils an Desinformation...
Digitalisierung und Macht Intelligenz und Organisation in Zeiten des digitalen Kapitalismus von Jona Larkin White Künstliche Intelligenzen, die Streiks vorhersagen (sollen); digitale Überwachung und Plattformarbeit: Wie kann heutzutage gegen diese Machtinstrumente vorgegangen werden und welches können die neuen(?) Strategien zu einer...
Der Verlorene Guy de Maupassant und die Tortur der Seele von Jörg Auberg In Raymond Jeans Roman La Lectrice (1986, dt. Die Vorleserin) versucht die arbeitslose Ex-Studentin Marie-Constance1, mit der Gründung einer Ich-AG als Vorleserin in einer französischen Kleinstadt sich zu etablieren. Ihr ehemaliger Professor Roland empfiehlt ihr für ihr »Metier« die...
Im Maul des Abgrunds Marginalien zum Erzählkonzert »Hinab in den Maelström« von Jörg Auberg Der Begriff des Fortschritts ist in der Idee der Katastrophe zu fundieren. Daß es ›so weiter‹ geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende sondern das jeweils Gegebene. Walter Benjamin1 In seinem Standardwerk zur Erfahrung der Modernität im 19. und 20...