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Kri­ti­ken
  • Dwight Macdonald — Atrocities of the MindDwight Mac­do­nald — Atro­ci­ties of the Mind11. Juli 2026Der Fluch der Gewalt Dwight Mac­do­nalds poli­ti­sche Essays von Jörg Auberg Zeit sei­nes Lebens wur­de der New Yor­ker Intel­lek­tu­el­le Dwight Mac­do­nald (1906–1982) hin­sicht­lich sei­ner poli­ti­schen Ein­schät­zun­gen und intel­lek­tu­el­len Fähig­kei­ten äußerst kon­tro­vers beur­teilt. Er sei, ließ bei­spiels­wei­se Leo Trotz­ki kurz vor sei­nem Tod einen revo­lu­tio­nä­ren Genos­sen in den USA wis­sen, »ein biss­chen dumm«: Es feh­le ihm an Ori­gi­na­li­tät und intel­lek­tu­el­lem Stand­ver­mö­gen. Auch der sich zeit­wei­lig im trotz­kis­ti­schen Fahr­was­ser bewe­gen­de Schrift­stel­ler James T. Far­rell beklag­te, dass Mac­do­nald fort­wäh­rend sei­ne Mei­nung ände­re, wäh­rend der Anar­chist Hol­ley Can­ti­ne abschät­zig mein­te, Mac­do­nald ver­fü­ge unge­fähr über so viel phi­lo­so­phi­sche Kon­sis­tenz wie ein Kanin­chen. Han­nah Are­ndt dage­gen lob­te sei­ne »intel­lek­tu­el­le Unbe­stän­dig­keit« als Tugend eines kri­ti­schen Suchen­den, wäh­rend er für Paul Good­man schlicht »unser bes­ter Jour­na­list« war, obgleich er ihm ein man­geln­des geis­ti­ges Durch­hal­te­ver­mö­gen und eine Unlust, Pro­ble­me bis ins letz­te Detail zu durch­den­ken, attes­tier­te.1 Dwight Mac­do­nald: Mass­cult and Mid­cult (New York Review Books, 2011)In ers­ter Linie ist Mac­do­nald als Kri­ti­ker der Mas­sen­kul­tur in Erin­ne­rung – eher in der Tra­di­ti­on von T. S. Eli­ot denn der »Kri­ti­schen Theo­rie«, wie sie von der »Hor­k­hei­­mer-Grup­­pe« mit ihrem mar­xis­ti­schen Werk­zeug­kas­ten prak­ti­ziert wur­de.2 Bereits vor fünf­zehn Jah­ren hat­te der His­to­ri­ker John Sum­mers in einem schma­len Band (Mass­cult and Mid­cult: Essays Against the Ame­ri­can Grain, 2011) spä­te Tex­te Mac­do­nalds zur Kri­tik der Mas­sen­kul­tur neu her­aus­ge­ge­ben (wäh­rend frü­he­re Kul­­tur- und Film­kri­ti­ken aus den 1930er- und 1940er-Jah­­ren außen vor blie­ben). In der Aus­spa­rung von Mac­do­nalds Ana­ly­sen der sta­li­nis­ti­schen Unter­drü­ckung sowje­ti­scher Film­künst­ler wie Eisen­stein und Pudow­kin (die für ihn – laut Alex­an­der Bloom – ähn­lich ver­bre­che­risch wie die poli­ti­sche Eli­mi­na­ti­on Trotz­kis im Zuge der Ver­fol­gung der »Gene­ral­li­nie« war) als auch der Ver­än­de­rung der Mas­sen­kul­tur­kri­tik über die 1940er- und 1950er-Jah­­re kapp­te Sum­mers die his­to­ri­sche Ent­wick­lung von intel­lek­tu­el­len Pro­zes­sen ab und prä­sen­tier­te schließ­lich nur die »End­fas­sung« einer kri­ti­schen, letzt­lich poli­­tisch-ideo­­lo­­gisch ver­här­te­ten Posi­ti­on, mit der Mac­do­nald ins Grab gegan­gen ist.3 Auch in der neu­en Mac­­do­nald-Antho­­lo­­gie Atro­ci­ties of the Mind, die sich auf die poli­ti­schen Auf­sät­ze haupt­säch­lich aus den 1940er-Jah­­ren fokus­siert4, in denen Mac­do­nald in Oppo­si­ti­on zur vor­herr­schen­den poli­ti­schen und intel­lek­tu­el­len Mei­nung sei­ne anarcho-pazi­­fis­­ti­­sche Zeit­schrift Poli­tics her­aus­gab, blen­det der Her­aus­ge­ber Sum­mers vie­le Aspek­te des selbst gewähl­ten The­men­kom­ple­xes Gewalt & Poli­tik aus. Zen­tral sind die Kri­tik der Kol­lek­tiv­schuld­the­se (wie sie Mac­do­nald in sei­nem Essay »The Respon­si­bi­li­ty of Peo­p­les« 1945 for­mu­lier­te) oder der Funk­tio­na­li­tät der Kriegs­ma­schi­ne­rie mit ihrer Psy­cho­lo­gie des Tötens, wobei vor allem Welt­kriegs­hel­den wie die Gene­rä­le Geor­ge S. Pat­ton oder Wil­liam F. (»Bull«) Hal­sey als men­schen­ver­ach­ten­de, ras­sis­ti­sche Anstif­ter zum mas­sen­haf­ten Töten »her­vor­ste­chen«. Vor auf­mar­schier­ten Batail­lo­nen des US-ame­ri­­ka­­ni­­schen Mili­tärs ver­brei­te­ten sie »Gräu­el­ta­ten des Geis­tes« (atro­ci­ties of the mind). Für Mac­do­nald, der in den spä­ten 1930er-Jah­­ren den »New Deal« schon als Pro­gramm der Kriegs­er­tüch­ti­gung (»War Deal«) kri­ti­siert hat­te, führ­te die per­ma­nen­te Kriegs­öko­no­mie zur wirt­schaft­li­chen Rekon­va­les­zenz des US-Staats­­­ka­pi­­ta­­lis­­mus letzt­lich in eine zivi­li­sa­to­ri­sche Abwärts­spi­ra­le. Für ihn war der Zwei­te Welt­krieg kein »guter Krieg« (weder mora­lisch noch poli­tisch), und der Ein­satz der Atom­bom­ben redu­zie­re die Befehls­ha­ben­den »auf das mora­li­sche Niveau der Bes­ti­en von Maj­da­nek«.5  Simo­ne Weil: War and the Ili­ad (New York Review Books, 2005)Ein zen­tra­les The­ma der Zeit­schrift Poli­tics war die Gewalt, wie sie am ein­dring­lichs­ten Simo­ne Weil in ihrem Essay Die Ili­as oder das Poem der Gewalt (ent­stan­den 1938/39) beschrieb: »Die Gewalt, die von den Men­schen aus­ge­übt wird, die Gewalt, der die Men­schen aus­ge­setzt sind, die Gewalt, vor der die Men­schen zusam­men­zucken.« 6 Zwar weist Sum­mers in sei­ner Ein­lei­tung auf die Bedeu­tung des Faschis­mus in Euro­pa und den USA für die »Psy­cho­pa­tho­lo­gie« in den 1940er-Jah­­ren hin7, doch in der Zusam­men­stel­lung der Tex­te über Gewalt & Poli­tik fehlt die »Vor­ge­schich­te« (auch in der intel­lek­tu­el­len »Text­bio­gra­fie« Mac­do­nalds) gänz­lich: Sie setzt 1945 mit dem Ende ein – der Dis­kus­si­on der Ver­ant­wort­lich­keit der Völ­ker (den Begriff hat­te Mac­do­nald von sei­nem Freund Nico­la Chia­ro­mon­te über­nom­men, einem ita­lie­ni­schen Anar­chis­ten, der im New Yor­ker Exil leb­te). Neben Ana­ly­sen des Natio­nal­so­zia­lis­mus und des »büro­kra­ti­schen Kol­lek­ti­vis­mus« (wie der Sta­li­nis­mus in trotz­kis­ti­schen Zir­keln dis­ku­tiert wur­de) beschäf­tig­te sich Mac­do­nald auch mit dem »hei­mi­schen Faschis­mus«, des­sen Vertreter*innen nicht in brau­nen Hem­den auf­tra­ten, son­dern unter dem »Ban­ner von ›Frei­heit‹ und selbst ›Demo­kra­tie‹« mar­schier­ten: Der Faschis­mus ver­barg sich hin­ter Eti­ket­ten wie »Anti­fa­schis­mus« oder »wah­rer Ame­ri­ka­nis­mus« und konn­te bei Bedarf vom Groß­ka­pi­tal akti­viert wer­den.8 In sei­nen Ana­ly­sen bezog sich Mac­do­nald vor allem auf Stu­di­en »abtrün­ni­ger« Lin­ke wie Dani­el Gué­rin und Igna­zio Silo­ne und zog sich den Zorn Trotz­kis zu, der 1940 zu Pro­to­koll gab, dass sei­ne Faschis­mus­theo­rie ledig­lich eine »arm­se­li­ge Kom­pi­la­ti­on von Pla­gia­ten« aus der trotz­kis­ti­schen Theo­rie­fa­brik sei.9  Dwight Mac­do­nald: Poli­tics Past — vor­mals Memoirs of a Revo­lu­tio­nist (Viking, 1970)Inner­halb weni­ger Jah­re durch­lief Mac­do­nald einen Pro­zess, in des­sen Ver­lauf er vom Libe­ra­lis­mus zum Mar­xis­mus, Anar­chis­mus und Pazi­fis­mus und schließ­lich zum libe­ra­len Anti­kom­mu­nis­mus des Kal­ten Krie­ges wech­sel­te. In den spä­ten 1940er-Jah­­ren fühl­te er sich aus­ge­laugt, müde und demo­ra­li­siert10, sodass er sei­ne Zeit­schrift 1949 schließ­lich ein­stell­te. In einem pro­gram­ma­ti­schen State­ment (»I Choo­se the West«) erklär­te Mac­do­nald 1952, er unter­stüt­ze »kri­tisch« den poli­ti­schen, öko­no­mi­schen und mili­tä­ri­schen Kampf des Wes­tens (der USA und ihrer Ver­bün­de­ten) gegen den Osten (die Sowjet­uni­on, ihre Satel­li­ten­staa­ten und Chi­na) und ver­ab­schie­de­te sich vom Pazi­fis­mus, der in sei­nen Augen »kei­ne ver­nünf­ti­ge Chan­ce« besit­ze, »gegen einen tota­li­tä­ren Feind« effek­tiv zu sein.11 1938 hat­te Mac­do­nald noch Mut­ma­ßun­gen ange­stellt, ob und wann die US-ame­ri­­ka­­ni­­sche Groß­bour­geoi­sie den Faschis­mus auf die Tages­ord­nung set­zen wür­de, und ein Jahr­zehnt spä­ter reih­te er sich in die Scha­ren hin­ter der Groß­bour­geoi­sie ein, der er einst unter­stellt hat­te, sie wer­de faschis­ti­sche Struk­tu­ren nut­zen, um ihre Pro­fi­te und das eige­ne Über­le­ben jen­seits der alten bür­­ger­­lich-demo­­kra­­ti­­schen Regie­rungs­form zu sichern.12 Aller­dings wech­sel­te er nicht – wie zahl­rei­che Ex-Trot­z­kis­­ten oder New Yor­ker Intel­lek­tu­el­le – ins Lager des Wes­tens als »Rene­gat« (wie Enzo Tra­ver­so unter­streicht), son­dern als »Ket­zer«, der trotz allem – auch den USA und vor allem ihrer Kul­tur­in­dus­trie gegen­über – kri­tisch blieb, wie an dem Essay »Ame­ri­ca! Ame­ri­ca!« aus dem Jah­re 1958 abzu­le­sen ist. 13  »Die­ser Intel­lek­tu­el­le«, kom­men­tiert Tra­ver­so, »gehört zu den ganz weni­gen Men­schen angel­­säch­­sisch-pro­­tes­­tan­­ti­­scher Her­kunft, die im Milieu der (weit­ge­hend vom jüdi­schen Ele­ment domi­nier­ten) New Yor­ker Intel­li­gen­zi­ja leb­ten und Anfang 1945 Ausch­witz als einen Zivi­li­sa­ti­ons­bruch begrif­fen.«14 Die Gewalt, die sich in den Ver­nich­tungs­la­gern und auf den Schlacht­fel­dern ereig­ne­te, war auch Resul­tat einer auf tech­no­lo­gi­scher Ratio­na­li­tät beru­hen­den Destruk­ti­on und Anni­hi­la­ti­on, wel­che die gesam­te Zivi­li­sa­ti­on (ein­schließ­lich der Auf­klä­rung und der »kri­ti­schen Theo­rie« des Mar­xis­mus) in den Unter­gang zu zie­hen droh­te. Die­se exis­ten­zi­el­le Kri­se ver­such­te Mac­do­nald (unter Ein­fluss sei­nes anar­chis­ti­schen Freun­des Chia­ro­mon­te) in dem Essay »The Root is Man« (1946) zu the­ma­ti­sie­ren, der selt­sa­mer­wei­se in die­ser Antho­lo­gie fehlt.15 Dwight Mac­do­nald: Atro­ci­ties of the Mind (Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go Press, 2026)Statt­des­sen sind in der Antho­lo­gie eher zweit­ran­gi­ge Tex­te wie eine Rezen­si­on von Erwin Lei­sers Doku­men­tar­film Mein Kampf (1960) auf­ge­nom­men, den Mac­do­nald mit Nuit et brouil­lard (1956) von Alain Res­nais und Jean Cayrol ver­gleicht, um zu dem Urteil zu kom­men, dass Res­nais’ Film bei ihm einen »stär­ke­ren Ein­druck« hin­ter­las­sen habe. Nicht allein die­se Gegen­über­stel­lung zwei­er grund­sätz­lich ver­schie­de­ner Fil­me ist frag­wür­dig, son­dern auch die unge­prüf­te Über­nah­me von Falsch­schrei­bun­gen von Namen (die NS-Regis­­seu­rin Leni Rie­fen­stahl wird zu »Leni Rei­fen­stahl«) und Fehl­in­for­ma­tio­nen über Erwin Lei­ser (er war kein »schwe­di­scher Regis­seur«, son­dern wur­de als deut­scher Jude 1923 in Ber­lin gebo­ren und muss­te 1938 nach Schwe­den flie­hen).16 In einer Rezen­si­on von Mac­do­nalds Memoirs of a Revo­lu­tio­nist im Jah­re 1958 kon­sta­tier­te der Lite­ra­tur­kri­ti­ker Alfred Kazin, dass Poli­tics eine kon­kre­te Anstren­gung signa­li­sier­te und ermu­tig­te, sich sei­nen eige­nen Weg zurück zum Huma­nis­mus, Expe­ri­men­ta­lis­mus und Uni­ver­sa­lis­mus von vor- und anti­mar­xis­ti­schen Sozia­lis­men zu den­ken. 17 Für die­ses Pro­jekt bedarf es jedoch einer kri­ti­schen Aus­ga­be der Tex­te Dwight Mac­do­nalds, die über die blo­ße Wie­der­auf­la­ge bereits erschie­ne­ner Essays und Arti­kel in den zurück­lie­gen­den Jahr­zehn­ten hin­aus­geht. © Jörg Auberg 2026  Biblio­gra­fi­sche Angaben:Dwight Mac­do­nald.Atro­ci­ties of the Mind.Essays on Vio­lence and Poli­tics in the Ame­ri­can Cen­tu­ry.Aus­ge­wählt und her­aus­ge­ge­ben von John Sum­mers.Vor­wort von Andrew J. Bace­vich.Chi­ca­go: Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go Press, 2026.352 Sei­ten, 25 US-Dol­lar.ISBN: 9780226847993.  Medi­en­quel­len Cover Mass­cult and Mid­cult© New York Review Books Cover War and the Ili­ad© New York Review Books Cover Poli­tics Past© Viking Press Cover Atro­ci­ties of the Mind© Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go Press Anmer­kun­gen Leo Trotz­ki, »Répon­ses à des ques­ti­ons con­cer­nant les États-Unis« (August 1940), in: Trotz­ki, Œuvres, Bd. 24, hg. Pierre Broué (Paris: Publi­ca­ti­ons de l’Institut Léon Trots­ky, 1987), S. 291; Han­nah Are­ndt, »He’s all Dwight« (1968), in: Are­ndt, Thin­king Wit­hout a Ban­nis­ter: Essays in Under­stan­ding, 1953–1975, hg. Jero­me Kohn (New York: Scho­cken, 2018), S. 397; Hol­ley R. Can­ti­ne, »Reviews: Poli­tics«, Ret­ort 3, Nr. 4 (Früh­jahr 1947): 40; Paul Good­man, »Our Best Jour­na­list«, Dis­sent 5, Nr. 1 (Win­ter 1958): 82 Dwight Mac­do­nald, »›A Cor­rupt Bright­ness‹«, Encoun­ter 8, Nr. 6 (Juni 1957): 75 Dwight Mac­do­nald, Mass­cult and Mid­cult: Essays Against the Ame­ri­can Grain, hg. John Sum­mers (New York: New York Review Books, 2011); Alex­an­der Bloom, Pro­di­gal Sons: The New York Intellec­tu­als and Their World (New York: Oxford Uni­ver­si­ty Press, 1986), S. 111; zu Mac­do­nalds Ana­ly­se des sowje­ti­schen Kinos cf. Dwight Mac­do­nald, On Movies (New York: DaCa­po, 1981), S. 181–265Die aus­ge­wähl­ten Tex­te erschie­nen in den frü­he­ren Auf­satz­samm­lun­gen Memoirs of a Revo­lu­tio­nist (1957, 1971 unter dem Titel Poli­tics Past neu her­aus­ge­ge­ben), Dis­cri­mi­na­ti­ons (1972) und On Movies (1969; rpt. 1981)Poli­tics 2, Nr. 8 (August 1945):225; Enzo Tra­ver­so, Im Bann der Gewalt: Der euro­päi­sche Bür­ger­krieg, 1914–1945, übers. Micha­el Bay­er (Mün­chen: Sied­ler, 2008), S. 158 Simo­ne Weil, »Die Ili­as oder das Poem der Gewalt«, übers. Tho­mas Laugsti­en, in: Weil, Krieg und Gewalt: Essays und Auf­zeich­nun­gen (Zürich: Dia­pha­nes, 2025), S. 161; Simo­ne Weil, War and the Ili­ad, übers. Mary McCar­thy (New York: New York Review Books, 2005), S. 3, zuerst erschie­nen in Poli­tics, Novem­ber 1945 John Sum­mers, »Intro­duc­tion: The Last of the Free Indi­vi­du­als«, in: Dwight Mac­do­nald, Atro­ci­ties of the Mind: Essays on Vio­lence and Poli­tics in the Ame­ri­can Cen­tu­ry, hg. John Sum­mers (Chi­ca­go: Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go Press, 2026), S. 4–5 Dwight Mac­do­nald, »Fascism and the Ame­ri­can Sce­ne« (New York: Pio­neer Publishers, 1938), https://libcom.org/article/fascism-and-american-scene-dwight-macdonald, PDF-Datei, S. 3–29; Micha­el Joseph Rober­to, The Coming of the Ame­ri­can Behe­mo­th: The Ori­g­ins of Fascism in the United Sta­tes, 1920–1940 (New York: Month­ly Review Press, 2018), S. 13–14 Dwight Mac­do­nald, »What is the Fascist Sta­te?«, New Inter­na­tio­nal 7, Nr. 2 (Febru­ar 1941): 22–27; Mac­do­nald, »Fascism – A New Social Order«, New Inter­na­tio­nal 7, Nr. 4 (Mai 1941): 82–85; Dani­el Gué­rin, Sur le fascis­me: La peste bru­ne. Fascis­me et grand capi­tal (Paris: La Décou­ver­te, 2001); Igna­zio Silo­ne, Der Fascis­mus (Zürich: Euro­­pa-Ver­­lag, 1934; rpt. Frankfurt/Main: Ver­lag Neue Kri­tik, 1984); Trotz­ki, Brief an Albert Gold­man, 9. August 1940, in: Trotz­ki, Œuvres, Bd. 24, S. 292  Mac­do­nald, »A Report to the Rea­ders«, Poli­tics 5, Nr. 1 (Win­ter 1948): 58 Dwight Mac­do­nald, »I Choo­se the West«, in: Mac­do­nald, Atro­ci­ties of the Mind, S. 132 Mac­do­nald, »Fascism and the Ame­ri­can Sce­ne«, S. 28 Enzo Tra­ver­so, Ausch­witz den­ken: Die Intel­lek­tu­el­len und die Sho­ah, übers. Hel­mut Dah­mer (Ham­burg: Ham­bur­ger Edi­ti­on, 2000), S. 304; Dwight Mac­do­nald, »Ame­ri­ca! Ame­ri­ca!«, in: Mac­do­nald, Atro­ci­ties of the Mind, S. 191–205 Tra­ver­so, Ausch­witz den­ken, S. 326Dwight Mac­do­nald, »The Root is Man«, Poli­tics 3, Nr. 4 (April 1946): 97–115, und Poli­tics 3, Nr. 6 (Juli 1946): 194–214; in einer bear­bei­te­ten Form online ver­füg­bar: https://theanarchistlibrary.org/library/dwight-macdonald-the-root-is-man; zur Dis­kus­si­on des Essays sie­he Jörg Auberg, New Yor­ker Intel­lek­tu­el­le: Eine poli­­tisch-kul­­tu­­rel­­le Geschich­te von Auf­stieg und Nie­der­gang, 1930–2020 (Bie­le­feld: tran­script, 2022), S. 163–171Mac­do­nald, On Movies, S. 447–449; Mac­do­nald, Atro­ci­ties of the Mind, S. 229–231; zur Bio­gra­fie Erwin Lei­sers cf. https://dffb-archiv.de/editorial/erwin-leiser Alfred Kazin, »Old Revo­lu­tio­nists«, Par­ti­san Review 25, Nr. 1 (Win­ter 1958): 135 […]
  • Andrej Platonow — Der StaatsbewohnerAndrej Pla­to­now — Der Staats­be­woh­ner30. Juni 2026Die Ver­dunk­lung der Son­ne Andrej Pla­to­now und die Ver­lo­re­nen Uto­pien von Jörg Auberg  Drei Jah­re vor sei­nem Tod begrüß­te Alex­an­der Blok (1880–1921), einer der her­aus­ra­gen­den Dich­ter der rus­si­schen Moder­ne, die Okto­ber­re­vo­lu­ti­on 1918 enthu­si­as­tisch. Nach sei­nen Wor­ten war deren Ziel, »alles neu zu machen«, »alles anders zu machen«, »unser fal­sches, dre­cki­ges, lang­wei­li­ges, abscheu­li­ches Leben in ein gerech­tes, sau­be­res, fröh­li­ches und schö­nes Leben zu ver­wan­deln«18 die­ser uto­pi­sche Elan bezog sich zwar zunächst auf das eine »Sechs­tel der Erde« (die Sowjet­uni­on), doch letzt­lich soll­te die »mensch­li­che Trans­for­ma­ti­ons­ak­ti­vi­tät« (wie der Phi­lo­soph Wale­ri­an Mura­wjow pos­tu­lier­te) über die »Gren­zen des Glo­bus« hin­aus bis in den Kos­mos wir­ken.19 Im Licht­oze­an (Matthes & Seitz, 2025)In der von Susan­ne Strät­ling und Georg Wit­te her­aus­ge­ge­be­nen Antho­lo­gie über die Ener­gie als »Kol­lek­tiv­sym­bol« in der sowje­ti­schen Moder­ne zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts (Im Licht­oze­an, 2025) defi­nier­te Wla­di­mir Lenin Kom­mu­nis­mus als »Sowjet­macht plus Elek­tri­fi­zie­rung des gan­zen Lan­des«, um sich von der Herr­schaft des Kapi­ta­lis­mus und sei­ner auf den fos­si­len Ener­gien Koh­le und Eisen beru­hen­den Pro­duk­ti­ons­macht »im Welt­maßstab­stab« abzu­gren­zen.20 Die­se Direk­ti­ve Lenins griff der Schrift­stel­ler und Elek­tro­in­ge­nieur (im Sin­ne Jean-Paul Sar­tres ein »Tech­ni­ker des Wis­sens«21 Andrej Pla­to­now in der frü­hen Sowjet­pha­se mit enthu­si­as­ti­schem Enga­ge­ment auf, der die Elek­tri­fi­zie­rung als »Revo­lu­ti­on in der Tech­nik« begriff. »Es gibt so viel Licht im Raum«, pos­tu­lier­te Pla­to­now, »des­halb muss der Kom­mu­nis­mus auf der gan­zen Welt aus Licht erschaf­fen wer­den.« In sei­nen Augen setz­te sich mit der Elek­tri­fi­zie­rung der Kom­mu­nis­mus »tech­nisch in der Pro­duk­ti­on« um; sie bedeu­te­te eine Befrei­ung von der Arbeit, die Über­ga­be der Pro­duk­ti­on an die Maschi­ne, den »Anfang einer neu­en völ­lig unvor­her­ge­se­he­nen Lebens­form«.22 Ähn­lich wie die Künst­ler El Lis­sitz­ky oder Kasi­mir Male­witsch sah Pla­to­now den »Sowjet­men­schen« als Künst­ler, als ein »Orga­nis­mus aus Ener­gie« in einer neu­en »öko­no­mi­schen Kul­tur der Zei­chen«. In einer »Abkehr von der Welt«, in der die Exis­tenz durch den Zwang zur Arbeit bestimmt wer­de, sah er durch die Elek­tri­fi­zie­rung und »auto­ma­ti­schen Dis­zi­pli­nie­rung« der Maschi­nen eine fröh­li­che Anar­chie begin­nen: Für den Men­schen begin­ne »ein ewi­ger Sonn­tag«. Selbst die Ener­gie der Radio­ak­ti­vi­tät wer­de durch jene des »Licht­oze­ans« in der Tota­li­tät des Uni­ver­sums um ein Viel­fa­ches über­trof­fen.23   »Der sowje­ti­sche Ener­gie­dis­kurs argu­men­tiert öko­lo­gisch«, kon­sta­tie­ren Strät­ling und Wit­te im Nach­wort zu ihrer Antho­lo­gie. »Frap­pie­rend aktu­ell ist eine die gesam­te Elek­tri­fi­zie­rungs­pro­pa­gan­da durch­zie­hen­de Skep­sis gegen­über einer Kon­zen­tra­ti­on auf fos­si­le Ener­gie­quel­len.« Aller­dings beweg­te sich die­ser Dis­kurs nicht in einem herr­schafts­frei­en Raum, son­dern war von einem »Erobe­rungs­nar­ra­tiv« geprägt, in dem es in einem Natur-Mensch-Dua­­lis­­mus um Kampf und Beherr­schung ging. Zum »Cli­ma­te Engi­nee­ring« gehör­ten die Kor­rek­tur von Fluss­läu­fen, die Anpas­sung von Erd­pro­fi­len und die Spren­gung von Erd­mas­si­ven. Für zwei Mil­li­ar­den Gold­ru­bel lie­ße sich Ost­si­bi­ri­en auf­tau­en (»Sibi­ri­en ohne Eis! Ein war­mes Land am Gesta­de des Ark­ti­schen Oze­ans«), schlug Pla­to­now vor. »Ener­gie und Enthu­si­as­mus ver­bin­den sich hier zu Umwelt-Uto­pi­en glo­ba­len, ja kos­mi­schen Maß­stabs«, resü­mie­ren Strät­ling und Wit­te.24 El Lis­sitz­ky: »Sieg über die Son­ne« 1923 at Christie’s May 1991Die uto­pi­schen Ent­wür­fe hin­sicht­lich der Nut­zung der Solar­ener­gie tru­gen jedoch auch ihre dunk­len Sei­ten in sich: Zwar wur­de die Son­ne als Geschenk dar­ge­stellt, doch war sie – wie in der futu­ris­ti­schen Oper Sieg über die Son­ne von Alex­ei Krutschonych, Weli­mir Chleb­ni­kow, Michail Mat­ju­schin und Kasi­mir Male­witsch aus dem Jah­re 1913 – auch Ziel­ob­jekt der mensch­li­chen Unter­wer­fung. »Die Son­ne als Aus­druck der alten Welt­ener­gie«, schrieb El Lis­sitz­ky 1920, »wird vom Him­mel geris­sen durch den moder­nen Men­schen, der kraft sei­nes tech­ni­schen Her­ren­tums sich sei­ne eige­ne Ener­gie­quel­le schafft.«25 In den Uto­pien wur­de zwar auch eine kos­mi­sche Kata­stro­phe (die Ver­nich­tung allen Lebens auf der Erde) in Aus­sicht gestellt, doch herrsch­te trotz allem ein opti­mis­ti­scher Glau­be an einen radi­ka­len Neu­be­ginn vor. »Da Him­mels­kör­per in der Lage sind, Leben zu näh­ren«, schrieb Mura­wjow in der zwei­ten Hälf­te der 1920er-Jah­­re, »kann neu­es Leben aus der Asche zer­stör­ter Wel­ten gebo­ren wer­den und mit unge­ahn­ter Kraft erblü­hen, wie es auch jetzt viel­leicht nach sol­chen Kata­stro­phen erblüht.« 26 Die Kata­stro­phe auf dem einen »Sechs­tel der Erde« (der Sowjet­uni­on) voll­zog sich mit dem Tri­umph des Sta­li­nis­mus, der alle Eupho­rie der 1920er-Jah­­re ver­puf­fen ließ. Aller­dings waren bereits im leni­nis­ti­schen Modell des Auf­baus der Sowjet­uni­on star­ke auto­ri­tä­re Ten­den­zen imple­men­tiert. In der Ver­klä­rung vie­ler Revolutionär*innen zu Beginn der Deka­de war Lenin ein Mes­si­as, der den Weg in die Zukunft wies, doch in ers­ter Linie war er ein Tech­ni­ker der Revo­lu­ti­on, dem die Metho­den, Instru­men­te und Orga­ni­sa­ti­ons­mit­tel wich­ti­ger waren als die Eman­zi­pa­ti­on von Herr­schaft und Hier­ar­chie. Im Auf­bau der sozia­lis­ti­schen Gesell­schaft soll­te auf Bewähr­tes zurück­ge­grif­fen wer­den, wäh­rend die bestehen­den hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren kaum zur Dis­po­si­ti­on stan­den. Von Wis­sen­schaft und Tech­nik, Pro­duk­ti­vi­tät, Effi­zi­enz und Kon­trol­le fas­zi­niert, starr­te Lenin gebannt auf die Errun­gen­schaf­ten des US-ame­ri­­ka­­ni­­schen Kapi­ta­lis­mus, um dar­aus die Leh­ren für den öko­no­mi­schen Auf­bau des Sowjet­staa­tes zu zie­hen. Zwar erkann­te er, dass die »gewal­ti­gen Ver­voll­komm­nun­gen«, die das tay­lo­ris­ti­sche Sys­tem der Arbeits­tei­lung bewirkt hat­te, zu einer »noch grö­ße­ren Unter­drü­ckung und Unter­jo­chung« der Arbei­ter­schaft führ­ten, doch ver­band in sei­nen Augen der Tay­lo­ris­mus »die raf­fi­nier­te Bes­tia­li­tät der bür­ger­li­chen Aus­beu­tung und eine Rei­he wert­volls­ter wis­sen­schaft­li­cher Errun­gen­schaf­ten«.  Da er die Inten­ti­on ver­folg­te, alle mensch­li­chen und tech­ni­schen Res­sour­cen zu mobi­li­sie­ren, die Dis­zi­plin der Arbeiter*innen zu heben, ihr pro­duk­ti­ves Kön­nen und ihre Geschick­lich­keit vor­an­zu­trei­ben, die Arbeits­in­ten­si­tät zu stei­gern und die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on zu ver­bes­sern, dräng­te er dar­auf, die tay­lo­ris­ti­schen Metho­den auch auf das revo­lu­tio­nä­re Ter­rain aus­zu­deh­nen. »Die Sowjet­re­pu­blik muss um jeden Preis alles Wert­vol­le über­neh­men, was Wis­sen­schaft und Tech­nik auf die­sem Gebiet errun­gen haben«, erklär­te Lenin im Früh­jahr 1918. »Die Rea­li­sier­bar­keit des Sozia­lis­mus hängt ab eben von unse­ren Erfol­gen bei der Ver­bin­dung der Sowjet­macht und der sowje­ti­schen Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on mit dem neu­es­ten Fort­schritt des Kapi­ta­lis­mus. Man muss in Russ­land das Stu­di­um des Tay­lor­sys­tem, die Unter­wei­sung dar­in, sei­ne sys­te­ma­ti­sche Erpro­bung und Aus­wer­tung in Angriff neh­men.« So bedeu­te­te die bol­sche­wis­ti­sche Revo­lu­ti­on kei­nen radi­ka­len Bruch mit der bis­he­ri­gen Pra­xis: Wie ihre bür­ger­li­chen Opponent*innen glaub­ten Lenin und sei­ne Getreu­en an die Ver­hei­ßun­gen von Wis­sen­schaft, Fort­schritt und Erfolg, und in ihrem blin­den Enthu­si­as­mus für die Tech­no­lo­gie geriet ihnen schließ­lich die Pro­duk­ti­on zum Selbst­zweck, wäh­rend die zu rea­li­sie­ren­de Frei­heit in immer wei­te­re Fer­ne rück­te. 27 Andrej Pla­to­now: Die Epi­pha­ner Schleu­sen (Volk und Welt, 1986)In der Peri­ode der Sta­li­ni­sie­rung blieb Lenin trotz allem eine Licht­ge­stalt – auch in den Erzäh­lun­gen Pla­to­nows in dem Band Der Staats­be­woh­ner, die Gabrie­le Leu­pold in einer kom­men­tier­ten Neu­über­set­zung bei Suhr­kamp publi­zier­te.28 In den sati­ri­schen Tex­ten arti­ku­lier­te Pla­to­now eine zuneh­men­de Skep­sis gegen­über der herr­schaft­li­chen Wis­sen­schaft und der poli­ti­schen »Gene­ral­li­nie«, mit der miss­lie­bi­ge »Abweich­ler« zur Räson gebracht wer­den soll­ten: Pla­to­now wur­de – nach einem Wort des anglo­ame­ri­ka­ni­schen Sla­wis­ten Tho­mas Seif­rid – im »lin­ken Sumpf der rech­ten Oppo­si­ti­on« ver­or­tet.29 In der Erzäh­lung »Makar, wie er zwei­felt« aus dem Jah­re 1929 wird Lenin nur noch von den Insas­sen einer psych­ia­tri­schen Anstalt, eines »See­len­kran­ken­hau­ses«, ver­stan­den: »sie hat­ten frü­her nicht gewusst, dass Lenin alles wuss­te«. Wie ein Geist schwebt er durch die weit­läu­fi­ge staat­li­che Anstalt: »Der Sozia­lis­mus muss mit den Hän­den der Mas­sen­men­schen gebaut wer­den«, lässt Pla­to­now in sei­ner Sati­re Lenin pre­di­gen, »und nicht mit den büro­kra­ti­schen Zet­teln unse­rer Behör­den.«30 Für Pla­to­now war der »Büro­kra­tis­mus«, schrieb Lola Debü­ser in ihrem Nach­wort zu Pla­to­nows Erzäh­lun­gen 1986, »eine neue sozia­le Krank­heit, ein bio­lo­gi­sches Merk­mal einer gan­zen selb­stän­di­gen Gat­tung von Men­schen«.31  Andrej Pla­to­now: Der Staats­be­woh­ner (Suhr­kamp, 2025)Die Uto­pie der Revo­lu­ti­on lös­te sich in Büro­kra­tie auf. Als »inne­rer Dis­si­dent« und Reprä­sen­tant des »Pro­let­kul­tes« ver­such­te sich Pla­to­now der »Kul­tur des Fünf-Jah­­res-Plans« (wie Seif­rid die­se frü­he sowje­ti­sche Peri­ode dekla­riert.32) anzu­pas­sen. Der »resi­li­en­te« Autor (als »Out­cast der sowje­ti­schen Lite­ra­tur«, wie sein Bio­graf Hans Gün­ther schrieb.33) woll­te sich nicht mit dem büro­kra­ti­schen Regime über­wer­fen, in den Wider­stand und ins Exil wech­seln, son­dern sich par­ti­ell arran­gie­ren, ohne sich in Gän­ze zu unter­wer­fen. In sei­ner imma­nen­ten Kri­tik ver­wen­de­te Pla­to­now eine zum Teil direkt aus Arti­keln Sta­lins über­nom­me­ne Büro­­­kra­­tie-Spra­che. In der Erzäh­lung »Zu Gute: Eine Arme­­leu­­te-Chro­­nik« aus dem Jah­re 1931 (die in der DDR-Aus­­­ga­­be unter dem Titel »Zu Nutz und From­men« erschien) ver­dun­kel­te sich die »Erklä­rung des Kom­mu­nis­mus«: Der Staat sorg­te im Sin­ne Lenin für alles, aber es funk­tio­nier­te nicht viel wie die Elek­tro­son­ne, die bereits nach einer hal­ben Stun­de ver­losch – trotz aller wis­sen­schaft­lich auf­trump­fen­den Staats­macht. Am Ende blie­ben nur Paro­len: »Es lebe die all­täg­li­che Son­ne auf der sowje­ti­schen Erde!«34  In der Sati­re fühl­te sich Sta­lin bis zur Kennt­lich­keit der­art ent­blößt, dass er in »wüten­den Aus­fäl­len« sowohl dem Autor als auch den »Wirr­köp­fen« in der Redak­ti­on der Lite­ra­tur­zeit­schrift, in der die Erzäh­lung ver­öf­fent­licht wer­den soll­te, eine Bestra­fung androh­te, die ihnen »zu Gute« gerei­chen wer­de. »Die Kri­tik an sei­nen Tex­ten war so gra­vie­rend«, schreibt die Über­set­ze­rin Gabrie­le Leu­pold in ihrem Nach­wort, »dass der Ange­grif­fe­ne um sei­ne Exis­tenz fürch­ten muss­te.«35 Wie sei­ne Figur Makar beweg­te sich Pla­to­now »mit der Kraft sei­ner neu­gie­ri­gen Dumm­heit« fort. »Arbei­ten­de Pro­le­ta­ri­er gibt es vie­le«, heißt es in der Makar-Erzäh­­lung, »aber den­ken­de wenig – ich habe mir vor­ge­nom­men, für alle zu den­ken.« 36 In der Zeit des Sta­li­nis­mus und spä­te­rer Auto­kra­tien und Dik­ta­tu­ren kam das Den­ken unter der öko­no­mi­schen Herr­schaft zum Still­stand. Am Ende ende­te der Kom­mu­nis­mus an den Mas­sen­grä­bern der Mas­sen­men­schen. © Jörg Auberg 2026 Biblio­gra­fi­sche Angaben:Andrej Pla­to­now.Der Staats­be­woh­ner.Erzäh­lun­gen.Aus dem Rus­si­schen von Gabrie­le Leu­pold.Ber­lin: Suhr­kamp, 2025.207 Sei­ten, 25 Euro.ISBN: 978–3‑518–43114‑6.Georg Wit­te (Hg.), Susan­ne Strät­ling (Hg.).Im Licht­oze­an:Ener­gien der sowje­ti­schen Moder­ne.Ber­lin: Matthes & Seitz, 2025.734 Sei­ten, 48 Euro.ISBN: 978–3‑7518–2069‑1. Medi­en­quel­len Cover Der Staats­be­woh­ner© Suhr­kamp Ver­lag Cover Die Epi­pha­ner Schleu­sen© Volk und Welt Pla­kat von El Lis­sitz­ky Sieg über die SonneQuel­le: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/El_Lissitzky_Sieg_%C3%BCber_die_Sonne_1923_at_Christie%27s_May_1991.jpg Cover Im Licht­oze­an© Matthes und Seitz AnmerkungenAlex­an­der Blok, zitiert in: Rus­sell Jaco­by, The End of Uto­pia: Poli­tics and Cul­tu­re in an Age of Apa­thy (New York: Basic Books, 1999), S. 155Wale­ri­an Mura­wjow, »Die Umge­stal­tung des Kos­mos«, in: Im Licht­oze­an: Ener­gien der sowje­ti­schen Moder­ne, hg. Susan­ne Strät­ling und Georg Wit­te (Ber­lin: Matthes & Seitz, 2025), S. 542Wla­di­mir Lenin, »Bericht über die Tätig­keit des Rats der Volks­kom­mis­sa­re«, in: Im Licht­oze­an, S. 27Jean-Paul Sart­re, Plä­doy­er für die Intel­lek­tu­el­len: Inter­views, Arti­kel, Reden 1950–1973, hg. Vin­cent von Wro­blew­sky, übers. Eva Groe­p­ler et al. (Rein­bek: Rowohlt, 1995), S. 121Andrej Pla­to­now, »Licht und Sozia­lis­mus« und »Die Elek­tri­fi­zie­rung«, in: Im Licht­oze­an, S. 33, 42, 48El Lis­sitz­ky, »Der Klub als sozia­les Kraft­werk«; Kasi­mir Male­witsch, »Der Mensch als ener­ge­ti­scher Orga­nis­mus«; Andrej Pla­to­now, »Über die Kul­tur des ein­ge­spann­ten Lichts und der ergrün­de­ten Elek­tri­zi­tät«, Pla­to­now, »Licht und Sozia­lis­mus«; Susan­ne Strät­ling und Georg Wit­te, »Ener­gie – Schlüs­sel­be­griff der sowje­ti­schen Moder­ne«, in: Im Licht­oze­an, S. 33, 202, 208, 209, 714Andrej Pla­to­now, »Über die Ver­bes­se­rung des Kli­mas«; Strät­ling und Wit­te, »Ener­gie – Schlüs­sel­be­griff der sowje­ti­schen Moder­ne«, in: Im Licht­oze­an, S. 283, 714–718 El Lis­sitz­ky, »Die plas­ti­sche Gestal­tung der elek­tro­me­cha­ni­schen Schau ›Sieg über die Son­ne‹«, in: Im Licht­oze­an, S. 399; zur Oper cf. https://de.wikipedia.org/wiki/Sieg_%C3%BCber_die_Sonne_(Oper)Wale­ri­an Mura­wjow, »Die Umge­stal­tung des Kos­mos«, in: Im Licht­oze­an, S. 546 Quel­len sind: Lenin, »Das Tay­lor­sys­tem – Die Ver­skla­vung des Men­schen durch die Maschi­ne« (1914), in: Wer­ke, Bd. 20 (Berlin/DDR: Dietz, 1961), S. 146; »Die nächs­ten Auf­ga­ben der Sowjet­macht« (1918), in: Wer­ke, Bd. 27 (Berlin/DDR: Dietz, 1960), S. 249–250; Jörg Auberg, »Wrack und Wahn: Frag­men­te einer lin­ken Geschich­te«, unver­öf­fent­lich­tes Manu­skript, 1992, S. 31–32Frü­he­re Über­set­zun­gen erschie­nen in den spä­ten 1980er-Jah­­ren im DDR-Ver­­lag Volk und Welt und wur­den von Lola Debü­ser herausgegeben.Tho­mas Seif­rid, Andrej Pla­to­nov: Uncer­tain­ties of Spi­rit (Cam­bridge: Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press, 1992), S. 141  Andrej Pla­to­now, Der Staats­be­woh­ner, übers. Gabrie­le Leu­pold (Ber­lin: Suhr­kamp, 2025), S. 48Pla­to­now, zitiert in: Lola Debü­ser, »Die Uto­pien Andrej Pla­to­nows und sei­ner Hel­den«, in: Pla­to­now, Die Epi­pha­ner Schleu­sen: Frü­he Novel­len, hg. Lola Debü­ser (Berlin/DDR: Volk und Welt, 1986), S. 507–508Tho­mas Seif­rid, Andrej Pla­to­nov: Uncer­tain­ties of Spi­rit, S. 132–175 Hans Gün­ther, Revo­lu­ti­on und Melan­cho­lie: Andrej Pla­to­novs Pro­sa der 1920er Jah­re (Ber­lin: Frank & Tim­me, 2020), S. 92 Pla­to­now, Der Staats­be­woh­ner, S. 66Doku­men­ta­ti­on in: Pla­to­now, Der Staats­be­woh­ner, S. 165; Nach­wort von Gabrie­le Leu­pold, ibid., S. 198–199, 204 Pla­to­now, Der Staats­be­woh­ner, S. 43 […]
  • Yves Allégret: Une si jolie petite plageYves Allé­g­ret: Une si jolie peti­te pla­ge9. Mai 2026Noir on the Beach Resi­gna­ti­on und Ver­zweif­lung in Yves Allé­g­rets Film »Une si Jolie peti­te pla­ge« von Jörg Auberg  Am 17. Juni 1944 rück­te die 9. US-Infan­­te­rie­­di­­vi­­si­on an der West­küs­te der Nor­man­die auf den Ort Bar­­ne­­ville-sur-Mer in der Man­che an, den sie in den Mor­gen­stun­den gegen fünf Uhr erreich­te. »Eini­ge deut­sche Sol­da­ten der Mili­tär­po­li­zei  wur­den gefan­gen genom­men, und das Dorf war schnell unter Kon­trol­le. In den frü­hen Mor­gen­stun­den   kam es zu meh­re­ren Zusam­men­stö­ßen mit dem Geg­ner: Es han­del­te sich um iso­lier­te Ein­hei­ten, die nicht damit gerech­net hat­ten, die Ame­ri­ka­ner bereits in der Gegend vor­zu­fin­den.«37 Vier Jah­re spä­ter war Bar­ne­ville der Dreh­ort für Yves Allé­g­rets von Regen und Tris­tesse durch­tränk­tes Film­dra­ma Une si jolie peti­te pla­ge, das häu­fig als retro­ma­ni­sche Repri­se des Vor­kriegs­klas­si­kers Quai des Bru­mes (Hafen im Nebel, 1938) von Mar­cel Car­né und Jac­ques Pré­vert klas­si­fi­ziert wird.38 Für die bei­den deut­schen Film­his­to­ri­ker Ulrich Gre­gor und Enno Pata­l­as war der Film Inbe­griff der »Rück­ent­wick­lung zur Tra­di­ti­on«, eine Melan­ge vom »poe­ti­schen Rea­lis­mus« der Vor­kriegs­zeit und modi­schen »film noir« der spä­ten 1940er-Jah­­re, ohne die The­men, »die sich eigent­lich auf­drän­gen muß­ten«, in Betracht zu zie­hen. Nach Auf­fas­sung von Gre­gor und Pata­l­as setz­te Allé­g­ret nach 1945 das fort, was Car­né vor dem Krieg begrün­det hat­te: »die Linie des düs­­ter-pes­­si­­mis­­ti­­schen, ›schwar­zen‹ Films; nur gaben sich sei­ne Wer­ke äußer­lich rea­lis­ti­scher als die poe­ti­schen Stu­dio­fil­me Car­nés; um so mehr aber ver­rie­ten sie die Zeit­be­zo­gen­heit des Gen­res«.39 Eine ähn­li­che Kri­tik äußer­te der fran­zö­si­sche Film­his­to­ri­ker Geor­ges Sadoul in einem Arti­kel für die eng­li­sche Film­zeit­schrift Sight & Sound, in dem er Allé­g­ret vor­warf, ohne grö­ße­re Varia­ti­on die fran­zö­si­schen Vor­kriegs­er­fol­ge wie Pépé le Moko (1937) und Quai des Bru­mes zu repe­tie­ren, in denen lite­ra­ri­sche Kunst­fi­gu­ren abseits des Rea­lis­mus in einem atmo­sphä­ri­schen Nebel und einem »kon­ven­tio­nel­len und ober­fläch­li­chen Pes­si­mis­mus« in die töd­li­che Ver­zweif­lung abglit­ten.40 Allé­g­rets Melo­dra­ma sei, schrieb die kali­for­ni­sche Film­jour­na­lis­tin Pam Gra­dy in einer Remi­nis­zenz an den Film, »ein Tri­umph der Stim­mung« 41, ähn­lich wie bei den Noir-Fil­­men Robert Siod­maks wie The Kil­lers (1946) oder Criss Cross (1949), in denen das Gesche­hen im Gegen­satz zu den übli­chen Noir-Erzäh­­lun­­gen aus dem dunk­len Moloch der Groß­stadt an tris­te Orte auf dem Land ver­legt wur­de. Es ist »Noir on the Beach«, um einen tref­fen­den Aus­druck der New Yor­ker Autorin Imo­gen Sara Smith zu ver­wen­den.42   Wie Fran­çois Truf­f­aut in sei­nem pro­gram­ma­ti­schen Essay »Une cer­taine ten­dance du ciné­ma fran­çais« (1954 in den Cahiers du Ciné­ma erschie­nen) schrieb, schuf Allé­g­ret mit sei­nem Dreh­buch­au­tor Jac­ques Sigurd eini­ge der »schwär­zes­ten Meis­ter­wer­ke« des fran­zö­si­schen Kinos mit dem Eti­kett »psy­cho­lo­gi­scher Rea­lis­mus« in Abgren­zung zum »poe­ti­schen Rea­lis­mus« der Vor­kriegs­zeit, wobei Truf­f­aut den Wer­ken sowohl die Psy­cho­lo­gie als auch den Rea­lis­mus absprach und die lite­ra­risch domi­nier­te »Qua­li­tät der Tra­di­ti­on« ver­höhn­te.43 Truf­f­auts Kri­tik rich­te­te sich nicht allein gegen eine über­kom­me­ne Tra­di­ti­on des fran­zö­si­schen Kinos, son­dern unter­schwel­lig gegen die »lin­ke« Ten­denz des Vor­kriegs­ki­nos, die in Fil­men von Car­né & Pré­vert zum Aus­druck kam. Wie der Film­wis­sen­schaft­ler J. Dud­ley Andrew schrieb, offen­bar­te der Angriff auf Pré­vert und die »lite­ra­ri­sche Tra­di­ti­on« einen reak­tio­nä­ren Ansatz, wenn nicht gar den Ver­such einer »Revo­lu­ti­on der kul­tu­rel­len Rech­ten«.44 In Truf­f­auts poli­ti­schem Koor­di­na­ten­sys­tem fun­gier­te Allé­g­ret ähn­lich wie Pré­vert als ein Ver­tre­ter der »lin­ken Ten­denz« im fran­zö­si­schen Kino, denn schließ­lich beweg­te er sich in den 1930er-Jah­­ren im Orbit der Trotz­kis­ten und Sur­rea­lis­ten und gehör­te bis Febru­ar 1939 zum Füh­rungs­ko­mi­tee der »Fédé­ra­ti­on inter­na­tio­na­le pour un art révo­lu­ti­on­n­aire indé­pen­dant« (FIARI).45 Von den rea­len his­to­ri­schen Erfah­run­gen der zurück­lie­gen­den zehn Jah­re – vom Krieg, von der Zer­ris­sen­heit, vom Schei­tern von Hoff­nun­gen und von Zer­stö­run­gen von Lebens­ent­wür­fen – sind im Film kaum Spu­ren zu fin­den.   Im Zen­trum des Gesche­hens steht Pierre, ein von Gérard Phili­pe gespiel­ter jun­ger Mann im Trench­coat, dem Depres­si­on, Hoff­nungs­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung von Beginn an ins Gesicht geschrie­ben sind. Wie der von Burt Lan­cas­ter gespiel­te Ex-Boxer »Der Schwe­de« in der Hemin­g­­way-Ver­­­fil­­mung The Kil­lers ist Pierre bereits am Anfang »fer­tig«, gezeich­net vom Pathos einer von der Gesell­schaft zum Opfer gemach­ten Figur, die auf das Ende war­tet (wie Robert G. Porf­irio in einem rich­tungs­wei­sen­den Essay über den »film noir« schrieb).46 In der Eröff­nungs­se­quenz quält sich der Auto­bus durch eine düs­te­re, vom Regen gepeitsch­te Küs­ten­land­schaft, und Pierre nimmt im ein­zi­gen geöff­ne­ten Hotel ein Zim­mer, in dem er nicht ganz fremd zu sein scheint. Nach­dem er sei­nen Kof­fer geöff­net hat, steckt er eine Pis­to­le in sei­ne Man­tel­ta­sche. In ellip­ti­scher Erzähl­wei­se ent­hül­len Allé­g­ret & Sigurd, dass Pierre in sei­ner Jugend als Für­sor­ge­zög­ling in die­sem Hotel als bil­li­ge Arbeits­kraft aus­ge­beu­tet wur­de, ehe er von einer älte­ren Sän­ge­rin als jun­ger Lieb­ha­ber in Beschlag genom­men wur­de. Nach und nach wird deut­lich, dass er die­se Sän­ge­rin getö­tet hat und auf der Flucht ist. In einer letz­ten Bewe­gung kehrt er zum trost­lo­sen Strand sei­ner ver­lo­re­nen Jugend zurück, und als Aus­weg bleibt nur der Tod.   Dem Film wird mit Recht ein Schwel­gen in Düs­ter­keit und Despe­rat­heit, Regen und Regel vor­ge­hal­ten. »Allé­g­ret mal­te ein Pan­ora­ma der Hoff­nungs­lo­sig­keit«, resü­mier­ten Gre­gor & Pata­l­as, »das sich aus lau­ter cha­rak­te­ris­ti­schen Details zusam­men­setz­te – der depri­mie­ren­den Kulis­se einer ver­kom­me­nen Gast­wirt­schaft, einer quiet­schen­den Pum­pe, einem im Win­de klap­pern­den Fens­ter­flü­gel, den gehäs­si­gen Bemer­kun­gen der Wir­tin.« 47 Unge­ach­tet der über­zeich­ne­ten Sti­li­sie­rung und feh­len­den poli­ti­schen Grun­die­rung in der Zeit hob Geor­ges Sadoul die Leis­tung Gérard Philipes als tra­gi­sche Figur her­vor, ohne die unter­schwel­li­ge sexu­el­le und öko­no­mi­sche Aus­beu­tung und Trau­ma­ti­sie­rung des Jugend­li­chen zu the­ma­ti­sie­ren. »Gérard Phili­pe ver­kör­per­te einen durch Gele­gen­heit zum Ver­bre­cher gewor­de­nen jun­gen Mann, der an die in Nebel und Regen gehüll­te Stät­te sei­ner trau­ri­gen Jugend zurück­kehrt, um sich hier schwei­gend sei­ner Ver­zweif­lung hin­zu­ge­ben, bis zum Selbst­mord. Es war dies einer der sel­te­nen Fäl­le, daß er auf der Lein­wand starb, den der Tod so früh erei­len soll­te …« 48   Das Por­tal Film­dienst urteilt schließ­lich: »Ein atmo­sphä­risch sehr dich­ter, von Resi­gna­ti­on und Trost­lo­sig­keit gepräg­ter Film in der Tra­di­ti­on des ›poe­ti­schen Rea­lis­mus‹. Er beschränkt sich frei­lich mehr auf das Zele­brie­ren von Stim­mun­gen und blen­det dabei eine Beschrei­bung der sozia­len Hin­ter­grün­de rigo­ros aus.« 49 Trotz aller Ein­wän­de bleibt Une si jolie peti­te pla­ge als ein außer­ge­wöhn­li­cher Film in Erin­ne­rung. © Jörg Auberg 2026  Anmer­kun­gen D‑Day Over­lord: Ency­clo­paed­ia of the D‑Day Landings and the Batt­le of Nor­man­dy, https://www.dday-overlord.com/en/battle-of-normandy/cities/barneville-carteretOli­vi­er Bar­rot, L’Ami post­hu­me: Gérard Phili­pe, 1922–1959 (Paris: Gras­set, 2008), S. 80Ulrich Gre­gor und Enno Pata­l­as, Geschich­te des Films, Bd. 2: 1940–1960 (Rein­bek: Rowohlt, 1976), S. 293Geor­ges Sadoul, »The French Cine­ma 1948–49«, Sight and Sound, 18, Nr. 69 (Früh­jahr 1949), S. 58Pam Bra­dy, »I Wake Up Dre­a­ming 2012 Review: Une Si Jolie Peti­te Pla­ge«, https://cinezinekane.com/2012/05/10/une-si-jolie-petite-plage/; abge­ru­fen 06.05.2026Imo­gen Sara Smith, In Lonely Places: Film Noir Bey­ond the City (Jef­fer­son, NC: McFar­land, 2011), S. 214–216 Fran­çois Truf­f­aut, »A Cer­tain Ten­den­cy of the French Cine­ma«, https://adferoafferro.wordpress.com/2009/03/10/film-essay-truffault-a-certain-tendency-of-the-french-cinema/, PDF-Datei, S. 14–15 Dud­ley Andrew, »On Cer­tain Ten­den­ci­es of the French Cine­ma«, in: A New Histo­ry of French Lite­ra­tu­re, hg. Denis Hol­lier (Cam­bridge, Mass.: Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 1994), S. 997Micha­el Löwy, »Leo Trotz­ki und die revo­lu­tio­nä­re Kunst«, 7. Novem­ber 2020, https://intersoz.org/leo-trotzki-und-die-revolutionaere-kunst/, abge­ru­fen: 08.05.2026Robert G. Porf­irio, »No Way Out: Exis­ten­ti­al Motifs in the Film Noir«, Sight and Sound, 45, Nr. 4 (Herbst 1976), S. 215Ulrich Gre­gor und Enno Pata­l­as, Geschich­te des Films, Bd. 2: 1940–1960, S. 294Geor­ges Sadoul, Gérard Phili­pe (Berlin/DDR: Hen­schel­ver­lag, 1962), S. 9–10 https://www.filmdienst.de/film/details/34400/ein-hubscher-kleiner-strand […]

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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