Texte und Zeichen

Funken der Hoffnung

F

Funken der Hoffnung

Literatur und Politik im Zeitalter des Faschismus

von Jörg Auberg

Sylvia Beach, Shakespeare and Company (Faber & Faber, 1960)
Syl­via Beach, Shake­speare and Com­pa­ny (Faber & Faber, 1960)

Im Dezem­ber 1941 such­te ein deut­scher Besat­zungs­of­fi­zier Syl­via Beachs Buch­hand­lung Shake­speare and Com­pa­ny in der Rue de l’Odéon in Paris auf und woll­te ein Exem­plar von James Joy­ces Fin­ne­gans Wake kau­fen. Beach (1887–1962) ver­wei­ger­te ihm, ihr letz­tes Exem­plar zu ver­kau­fen. Zwei Wochen spä­ter tauch­te der Offi­zier wie­der auf und droh­te alle »Waren« der Buch­hand­lung zu kon­fis­zie­ren. Dar­auf­hin beschloss Beach, ihr Geschäft zu schlie­ßen. In ihren Memoi­ren beschrieb sie das plötz­li­che Ver­schwin­den ihres Buch­la­dens, in der die »hau­te volée« der zeit­ge­nös­si­schen Avant­gar­de wie James Joy­ce, Ernest Heming­way, F. Scott Fitz­ge­rald oder Ger­tru­de Stein ver­kehrt hat­te, wie den Abbau einer Thea­ter­ku­lis­se. Mit Erlaub­nis ihrer Ver­mie­te­rin konn­te sie ihr Inven­tar und ihre Möbel in einer leer ste­hen­den Woh­nung im drit­ten Stock unter­stel­len. Nach­dem ein Maler das Schau­fens­ter über­stri­chen hat­te, exis­tier­te kei­ne Spur mehr von Shake­speare and Com­pa­ny im besetz­ten Paris.1 

Die feminine Seite des Pariser Buchhandels

Die Geschich­te von Shake­speare and Com­pa­ny sowie ihrer »Part­ner­buch­hand­lung« La Mai­son des Amis des Liv­res von Syl­via Beachs lang­jäh­ri­ger Lebens­ge­fähr­tin Adri­en­ne Mon­nier (1892–1955) beschreibt der Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Uwe Neu­mahr in sei­nem Buch Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, des­sen Titel und Unter­ti­tel etwas irre­füh­rend sind: Tat­säch­lich ist es eine detail­lier­te Dop­pel­bio­gra­fie der bei­den Buch­hand­lun­gen, die nicht allein die Zeit der deut­schen Okku­pa­ti­on im Fokus, son­dern auch die Vor- und Nach­kriegs­zei­ten. Dar­über hin­aus waren die bei­den Buch­hand­lun­gen nicht allein intel­lek­tu­el­le »Umschlag­plät­ze« für euro­päi­sche und ame­ri­ka­ni­sche Exi­lan­ten, son­dern auch für fran­zö­si­sche Autoren wie Paul Valé­ry, André Gide, Jean-Paul Sart­re, Lou­is Ara­gon oder Jean Pré­vost, der als Wider­stands­kämp­fer in einem Hin­ter­halt von deut­schen Besat­zungs­sol­da­ten getö­tet wurde.

Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten (C. H. Beck, 2026)
Uwe Neu­mahr: Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten (C. H. Beck, 2026)

»In jenen Tagen gab es kein Geld, um Bücher zu kau­fen«, schrieb Heming­way in den Memoi­ren über sei­ne Pari­ser Zeit in den 1920er-Jah­ren. »Bücher lieh man sich aus der Leih­bü­che­rei von Shake­speare and Com­pa­ny, das die Büche­rei und der Buch­la­den von Syl­via Beach in der Rue de l’Odéon Nr. 12 war.«2 Beach stun­de­te ihm nicht allein die Gebüh­ren für die Aus­lei­he, son­dern »ver­wöhn­te Heming­way«, weiß Neu­mahr zu berich­ten, »lieh ihm Geld und pries sei­ne Arbeit bei Ver­le­gern an«.3 Ohne­hin betrach­te­ten sowohl Syl­via Beach als auch Adri­en­ne Mon­nier das Geschäft der Buch­händ­le­rin weni­ger als Pro­fes­si­on zur Kapi­tal­ver­meh­rung denn als intel­lek­tu­ell-künst­le­ri­schen Beruf mit dem Anspruch, ihrem Quar­tier eine »lite­ra­ri­sche Fär­bung« zu geben, wie Éric Hazan in sei­nem Buch Die Erfin­dung von Paris schrieb.4 Ehe ein Buch im Regal oder in der Schau­fens­ter­aus­la­ge plat­ziert wur­de, muss­te es Mon­niers »Qua­li­täts­prü­fung« pas­sie­ren: »Was in ihren Augen min­der­wer­tig war oder alt, mied sie.«5

Begüns­tigt wur­de der weib­li­che Ein­stieg in den Pari­ser Buch­han­del durch den Ers­ten Welt­krieg: »Da Krieg herrsch­te, gab es in dem vor­neh­men Uni­ver­si­täts­vier­tel, dem mein Seh­nen galt«, schrieb Adri­en­ne Mon­nier, »Läden zu erschwing­ling­li­chen Prei­sen. Die Kon­kur­renz konn­te micht nicht schre­cken, waren doch die meis­ten Buch­händ­ler zu den Waf­fen geru­fen.« Zudem war die Lage der Buch­hand­lung am lin­ken Sei­ne-Ufer ein guter Ort für ein flo­rie­ren­des Geschäft. »Das Haus der Bücher­freun­de soll­te«, schreibt Neu­mahr in einer gestelz­ten Dik­ti­on, »ein kul­tu­rel­les Zen­trum wer­den, in dem die papie­re­nen Pro­duk­te schrift­stel­le­ri­schen Bemü­hens eben­so zusam­men­ka­men wie ihre Urhe­ber und Leser.«6

Das Genie und der Geschäftsmann

Im Fal­le von James Joy­ce war Shake­speare and Com­pa­ny weit­aus mehr als eine Buch­hand­lung: Sie wur­de für ihn zur Bank, bei der er sich über Syl­via Beach Geld lei­hen konn­te und sich die Sub­skrip­ti­ons­zah­lun­gen abhol­te, nach­dem Joy­ces Roman Ulys­ses nach Zen­sur­schwie­rig­kei­ten wegen Vor­wür­fen der Obs­zö­ni­tät und Por­no­gra­fie in einer Pri­va­tedi­ti­on bei Shake­speare and Com­pa­ny her­aus­ge­kom­men war und teil­wei­se über Sub­skrip­ti­on ver­kauft wur­de. »Vor dem Erfolg des Ulys­ses war James Joy­ce stets knapp bei Kas­se gewe­sen und hat­te von sei­nen gerin­gen Ein­künf­ten als Sprach­leh­rer gelebt«, kom­men­tiert Neu­mahr. »Nun führ­te er ein Leben auf gro­ßem Fuß«. 7

Anstatt sei­ner Gön­ne­rin dank­bar zu sein, habe Joy­ce (»ein Mann, den man nach heu­ti­gen Maß­stä­ben als Alko­ho­li­ker bezeich­nen wür­de«8) »Syl­via« (der Autor pflegt sei­ne Prot­ago­nis­tin­nen pri­mär mit dem Vor­na­men anzu­spre­chen, als wären sie sei­ne Freun­din­nen im Geis­te) dazu drän­gen wol­len, eine Koope­ra­ti­on mit Jack Kaha­ne , der in sei­nem Ver­lag Obe­lisk Press »auch anzüg­lich-por­no­gra­fi­sche Lite­ra­tur ver­öf­fent­lich­te«, wie Neu­mahr vol­ler Abscheu zu berich­ten weiß, wobei er unter­schlägt, dass dort auch Hen­ry Mil­ler, Anaïs Nin, Law­rence Dur­rell und James Han­ley publi­zier­ten. Beach unter­stell­te Kaha­ne – wahr­schein­lich nicht zu Unrecht – ein eher kom­mer­zi­el­les denn lite­ra­ri­sches Inter­es­se an Joy­ce: Der bri­ti­sche Por­no­graf feti­schi­sier­te alles, was neu war – also auch den anrü­chi­gen »Moder­nis­mus«. 9 Pri­vat beklag­te sie sich über »den gro­ßen lie­bens­wer­ten, aber gna­den­lo­sen Mann«, des­sen »ein­sei­ti­ge Geschäfts­me­tho­den« die am wenigs­ten bewun­derns­wer­te Sei­te sei­nes Cha­rak­ters gewe­sen sei­en, wäh­rend sie öffent­lich sich jeg­li­cher Kri­tik an Joy­ce ent­hielt.10 

In der Schil­de­rung der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Autor und der Buch­händ­le­rin offen­bart sich die Schwä­che des Buches: Neu­mahr wahrt nicht die kri­ti­sche Distanz zu sei­nen Prot­ago­nis­tin­nen (vor allem Adri­en­ne Mon­nier möch­te er ein Denk­mal set­zen – »nicht zuletzt wegen ihres bemer­kens­wer­ten huma­ni­tä­ren Ein­sat­zes wäh­rend der deut­schen Beset­zung«11) und depo­li­ti­siert die Geschich­te durch die belie­bi­ge Anein­an­der­rei­hung von Anek­do­ten, wäh­rend die his­to­ri­schen, öko­no­mi­schen und poli­ti­schen Macht­ver­hält­nis­se hin­ter den Fas­sa­den der Buch­lä­den ver­schwin­den. In Neu­mahrs his­to­ri­scher Kulis­se ver­schwin­det Joy­ce als klein­li­cher Geschäf­te­ma­cher, wäh­rend (wie Ter­ry Eagle­ton jüngst her­vor­hob) sei­ne her­aus­ra­gen­de Rol­le als einer der größ­ten Autoren der Moder­ne, des­sen »Glau­be an Tole­ranz, Gleich­heit, Demo­kra­tie, Fort­schritt und Kost­bar­keit des All­täg­li­chen« ihn von ande­ren Reprä­sen­tan­ten der lite­ra­ri­schen Avant­gar­de in den ers­ten Jahr­zehn­ten des 20. Jahr­hun­derts abhob, kei­ner Rede wert ist.12 

Frank Callanan, James Joyce: A Political Life (Princeton University Press, 2026)
Frank Cal­la­nan: James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life (Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 2026)

»Die Poli­tik des Moder­nis­mus ist ambi­va­lent«, merkt Eagle­ton an. »Ein Aspekt ist eli­tär, ras­sis­tisch, archa­isch, gewalt­tä­tig und hier­ar­chisch, wäh­rend ein eher unter­ge­ord­ne­ter Strang pro­gres­siv, demo­kra­tisch und ega­li­tär ist.« 13 Wäh­rend Ezra Pound und T. S. Eli­ot die Wege zu Faschis­mus, Kon­ser­va­tis­mus und Anti­se­mi­tis­mus ver­folg­ten, blieb Joy­ce als iri­scher Außen­sei­ter dem poli­ti­schen Non­kon­for­mis­mus ver­haf­tet und mach­te den Juden Leo­pold Bloom zu einer Haupt­fi­gur von Ulys­ses, der gegen den Ras­sis­mus iri­scher Bür­ger oppo­niert. In sei­nem unvoll­ende­ten Werk James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life kar­to­gra­fiert der His­to­ri­ker Frank Cal­la­nan (1956–2021) im Detail (und manch­mal sehr aus­ufernd) die Ver­bin­dung Joy­ces zum iri­schen Natio­na­lis­mus, reprä­sen­tiert durch Charles Ste­wart Par­nell, den Vor­sit­zen­den der »Irish Par­lia­men­ta­ry Par­ty«, der wegen einer außer­ehe­li­chen Bezie­hung von sei­nem Amt zurück­tre­ten muss­te. Trotz sei­ner Sym­pa­thie für die iri­schen Natio­na­lis­ten lehn­te Joy­ce deren Kle­ri­ka­lis­mus und Chau­vi­nis­mus ab. 

Nach­dem er 1905 in sein selbst gewähl­tes Exil in Tri­est gegan­gen war, setz­te sich Joy­ce mit dem revo­lu­tio­nä­ren Syn­di­ka­lis­mus und Anar­chis­mus medi­ter­ra­ner Prä­gung aus­ein­an­der, der in der dama­li­gen his­to­ri­schen Situa­ti­on eine pro­gres­si­ve Alter­na­ti­ve zum Staats- und Par­tei­so­zia­lis­mus in Mit­tel- oder Ost­eu­ro­pa dar­stell­te. Obwohl Joy­ce klas­si­sche anar­chis­ti­sche Autoren wie Michail Baku­nin, Pjotr Kro­pot­kin, Erri­co Mala­tes­ta und Johann Most gele­sen hat­te, inter­es­sier­ten ihn am ehes­ten Indi­vi­du­al­an­ar­chis­ten wie Ben­ja­min Tucker und Max Stir­ner. Einen direk­ten Nie­der­schlag die­ser Lek­tü­ren in sei­ner lite­ra­ri­schen Arbeit ist nach Cal­la­nan nicht nach­zu­wei­sen. »Joy­ce cha­rak­te­ri­sier­te sich nie­mals selbst Anar­chist«, kon­sta­tiert Cal­la­nan, aber ein akti­ves, auch wenn flüch­ti­ges, Inter­es­se am Anar­chis­mus über­dau­er­te sein Inter­es­se am zeit­ge­nös­si­schen Sozia­lis­mus.«14 

Nach 1907 voll­zog sich bei Joy­ce ein »De-Enga­ge­ment« hin­sicht­lich sei­ner sozia­lis­ti­schen und anar­chis­ti­schen Über­zeu­gun­gen, aber den­noch war Ulys­ses, schreibt Cal­la­nan, »eine stra­te­gisch durch­dach­te Ankla­ge des Anti­se­mi­tis­mus«, als die­ser in den Jah­ren nach dem Ers­ten Welt­krieg in Euro­pa ent­flamm­te. In die­sem Sin­ne maxi­mier­te Joy­ce das, kon­sta­tiert Cal­la­nan, »was durch einen Roman poli­tisch erreicht wer­den konn­te«.15 Durch sei­ne Auf­ent­hal­te in Tri­est und Zürich hat­te Joy­ce ein Bewusst­sein für vor­ur­teils­be­la­de­ne Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Juden und Nicht-Juden (die auch Anti­se­mi­ten sein konn­ten) ent­wi­ckelt. Mit dem Prot­ago­nis­ten Bloom ent­wi­ckel­te er (bei­spiels­wei­se in der Kon­fron­ta­ti­on mit dem iri­schen »Bür­ger«) eine imma­nen­te poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Pro­blem des Anti­se­mi­tis­mus, ohne es pla­ka­tiv zu behan­deln. Bloom als assi­mi­lier­ter Jude muss sich trotz sei­ner Ent­frem­dung von der Ver­gan­gen­heit sei­nes Vaters als Jude in Ungarn immer wie­der mit dem Juden­tum aus­ein­an­der­set­zen und sich gegen Anfein­dun­gen im iri­schen All­tag zur Wehr set­zen. 16

 

Der Perlentaucher in den Bergen

In Neu­mahrs biblio­phi­ler Kali­ko­welt ist wenig Platz für den his­to­ri­schen Kon­text von Faschis­mus und Anti­se­mi­tis­mus, dafür umso mehr für Anek­do­ten im Edel­kitsch-Design. »7, Rue de l’Odéon – die hel­le Bücher­welt war mei­ne Zuflucht wäh­rend der lan­gen Emi­gra­ti­ons­jah­re in Paris (das sel­ber mir eine Hei­mat war)«, schrieb Sieg­fried Kra­cau­er spä­ter in einer Erin­ne­rung. »Mit­ten in der Hel­le wal­te­te Adri­en­ne Mon­nier, meist in Grau geklei­det und kaum dunk­ler als ihr Reich. Ich kam zu allen Tages­stun­den; am liebs­ten nach­mit­tags, bevor esdrau­ßen zu däm­mern begann. Sie sprach mit mir oder auch nicht.« 17 Bei Neu­mahr liest sich Kra­cau­ers Begeg­nung fol­gen­der­ma­ßen: »Eines Tages betrat Kra­cau­er eher zufäl­lig La Mai­son des Amis des Liv­res – und es wur­de Lie­be auf den ers­ten Blick«18, wobei sich die Fra­ge stellt, war­um sich auf einem Waren­um­schlag­platz, den auch eine Buch­hand­lung dar­stellt, Lie­be auf den ers­ten Blick ein­stel­len soll­te – es sei denn, Fetisch und Biblio­ma­nie wären die vor­nehm­li­chen Trieb­fe­dern des Auf­su­chens eines sol­chen Etablissements. 

Ohne­hin beschränkt sich Neu­mahrs zwei­ter Teil der Geschich­te deutsch-jüdi­scher Exi­lan­ten in Paris auf eine Wie­der­auf­be­rei­tung bekann­ter »Nar­ra­ti­ve«, die Autoren wie Mar­tin Jay, Howard Eiland & Micha­el W. Jen­nings, Miri­am Han­sen, Phil­ipp Len­hard und Jörg Spä­ter über Prot­ago­nis­ten wie Wal­ter Ben­ja­min und Sieg­fried Kra­cau­er (auch in der kon­flikt­rei­chen Bezie­hung zum exi­lier­ten Frank­fur­ter Insti­tut für Sozi­al­for­schung in den Jah­ren 1938–1940) detail­liert beschrie­ben. Wäh­rend Kra­cau­er nach der Inter­nie­rung als »feind­li­cher Aus­län­der« in Mar­seil­le auf sei­ne Aus­rei­se in die USA war­te­te und die »tote Zeit« mit Noti­zen für sei­ne spä­te­re Theo­rie des Films (1960) ver­brach­te, ent­schied sich Ben­ja­min für den beschwer­li­chen Weg über die Pyre­nä­en.19

Peter E. Gordon, Walter Benjamin: The Pearl Diver (Yale University Press, 2026)
Peter E. Gor­don: Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver (Yale Uni­ver­si­ty Press, 2026)

In sei­ner kon­zi­sen Bio­gra­fie Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver (im Rah­men der Buch­rei­he Jewish Lives) beschreibt der Gesell­schafts­theo­re­ti­ker und Phi­lo­soph Peter E. Gor­don Ben­ja­mins Leben vom Ende her. Der Marsch über die Pyre­nä­en soll­te ihn nach Spa­ni­en brin­gen, um von dort die Flucht aus einem vom Faschis­mus umschlos­se­nen Euro­pa in die USA zu bewerk­stel­li­gen. Dem Flücht­ling in Frank­reich waren nicht allein frü­he­re Ein­nah­me­quel­len zer­ron­nen (Zei­tun­gen wie Die Lite­ra­ri­sche Welt oder die Frank­fur­ter Zei­tung zahl­ten nichts mehr), son­dern auch sein frü­he­res Pres­ti­ge als Lite­ra­tur­kri­ti­ker und Essay­ist war zer­sto­ben. In Frank­reich waren »Aus­län­der« schlecht gelit­ten: »Les émi­g­rés sont pires que les boches« (»Die Immi­gran­ten sind schlim­mer als die Deut­schen«), war eine gän­gi­ge Rede­wen­dung, und über­all waren Jüd*innen uner­wünscht. 20 Zudem gab es zwi­schen Ador­no, Kra­cau­er und Ben­ja­min Dif­fe­ren­zen und Span­nun­gen hin­sicht­lich der Mit­ar­beit an der Zeit­schrift für Sozi­al­for­schung, wobei sich für Ben­ja­min die Ableh­nung sei­nes rich­tungs­wei­sen­den Auf­sat­zes »Das Paris des Second Empire bei Bau­de­lai­re« wie ein Schlag ins Kon­tor anfühl­te. Obwohl er nicht ein­mal ein Mann von fünf­zig Jah­ren war, bezeich­ne­te ihn sei­ne Weg­ge­fähr­tin Lisa Fitt­ko als »alten Ben­ja­min«, der sich selbst in den Pyre­nä­en – trotz schwin­den­der Kräf­te – an sei­ne schwar­ze Akten­ta­sche klam­mer­te. Dar­in bewahr­te er – nach sei­nen Wor­ten – ein Manu­skript auf, das wich­ti­ger als er sei. 21

 

Am 26. Sep­tem­ber 1940 setz­te Ben­ja­min in Port-Bou an der spa­nisch-fran­zö­si­schen Gren­ze sei­nem Leben mit einer Mor­phi­um-Dosis ein Ende, »um sich vor den deut­schen Fol­ter­knech­ten ein für alle­mal in Sicher­heit zu brin­gen«22 (wie Rolf Tie­de­mann ein­mal schrieb). Nur an die­sem Tag war die Gren­ze gesperrt; einen Tag frü­her wären die Flücht­lin­ge durch­ge­kom­men. »Nur an die­sem Tag war die Kata­stro­phe mög­lich«, schrieb Han­nah Are­ndt.23 In Gordons Ima­gi­na­ti­on hät­te Ben­ja­min in den Kata­kom­ben einer Biblio­thek wei­ter­le­ben kön­nen, als Per­len­tau­cher auf der Suche nach halb­ver­ges­se­nen Schät­zen.24

Die lange Hoffnung
Paul Ingendaay. Entscheidung in Spanien: Der große Kampf der Literatur 1936-1939 (C. H. Beck, 2026)
Paul Ingen­da­ay: Ent­schei­dung in Spa­ni­en: Der gro­ße Kampf der Lite­ra­tur 1936–1939 (C. H. Beck, 2026)

In den Jah­ren zwi­schen 1936 und 1939 war Spa­ni­en der Ort einer hoff­nungs­vol­len Uto­pie, die sich jedoch zer­schlug. »Auf den Schlacht- und Mord­fel­dern des spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges wur­de zum letz­ten Male um Frei­heit, Soli­da­ri­tät, Mensch­lich­keit in revo­lu­tio­nä­rem Sin­ne gekämpft …«, schrieb Her­bert Mar­cu­se rück­bli­ckend. »Hier war das Ende einer geschicht­li­chen Peri­ode, und der Schre­cken der kom­men­den kün­dig­te sich an in der Gleich­zei­tig­keit des Bür­ger­kriegs in Spa­ni­en und der Pro­zes­se in Mos­kau.«25 In sei­ner anek­do­ti­schen Kom­pi­la­ti­on Ent­schei­dung in Spa­ni­en redu­ziert der lang­jäh­ri­ge Spa­ni­en-Kor­re­spon­dent der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung Paul Ingen­da­ay den Bür­ger­krieg auf den »gro­ßen Kampf der Lite­ra­tur« und kapri­ziert sich auf die »Big Names« der »Geschich­te« wie Ernest Heming­way, Geor­ge Orwell, Mar­tha Gell­horn, Robert Capa oder Pablo Picas­so. »Eine inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät wie damals hat­te es in der Geschich­te noch nie gege­ben – nach­zu­le­sen nicht nur bei Orwell und Heming­way, son­dern auch bei Egon Erwin Kisch, Simo­ne Weil, bei Hein­rich und Tho­mas Mann«, heißt es in Ingen­da­ays »Vor­spann«. »Ihre poli­ti­schen Spu­ren sind bis heu­te sicht­bar.«26 

Im pene­tran­ten Prä­sens des jour­na­lis­ti­schen Schrei­bers, der mit sei­ner Schreib­wei­se in der »Lüge der Dar­stel­lung«27 (Ador­no) Authen­ti­zi­tät und Erklä­rungs­au­tori­tät vor­gau­kelt, repe­tiert Ingen­da­ay Tage­buch­ein­trä­ge, Noti­zen, Auf­sät­ze oder Erin­ne­run­gen von Zele­bri­tä­ten des Kul­tur­be­triebs wie Tho­mas Mann, Luis Buñuel, Heming­way, Gell­horn, Capa und Picas­so, des­sen Werk Guer­ni­ca im Ingen­da­ay-Argot sich auf »die Bebil­de­rung des ver­hee­ren­den Bom­ben­an­griffs der Legi­on Con­dor auf ein bas­ki­sches Städt­chen« redu­ziert, wäh­rend Capa das »berühm­tes­te Kriegs­fo­to des 20. Jahr­hun­derts« gemacht habe (als hät­te es die Kriegs­fo­to­gra­fie im Viet­nam­krieg nicht gege­ben).28 

So treibt das feuil­le­to­nis­ti­sche Schwemm­holz durch den trä­gen »Fluß der abge­stan­de­nen Spra­che« 29 (Ador­no): Ingen­da­ay schwa­dro­niert über den »sagen­um­wo­be­nen« Anar­chis­ten Buen­a­ven­tura Dur­ru­ti, die »Bril­len­trä­ge­rin an der Front« Simo­ne Weil oder das »Auf­se­hen erre­gen­de blon­de Haar« und die »schlan­ken Bei­ne« von Mar­tha Gell­horn. In ste­ti­gen Akten über­grif­fi­ger Aneig­nung geriert sich der Schrei­ber als unsicht­ba­rer Beglei­ter von Klaus und Eri­ka Mann auf ihrer Rei­se im Auf­trag der Pari­ser Tages­zei­tung im Juni 1938 nach Spa­ni­en (»Auf dem Weg nach Bar­ce­lo­na wech­seln sich Bil­der der Zer­stö­rung und ver­blüf­fen­der Nor­ma­li­tät ab.«) oder spa­ziert durch Heming­ways Kopf (»Aber dann setzt er sich in Bewe­gung, und sei­ne Vor­freu­de ist groß.«) 30

Anekdoten im Strom des Immergleichen
Der Schriftsteller Alvah Bessie als Mitglied der Abraham Lincoln Brigade in Spanien, April 1938 (abgebildet auf dem Buchcover: Alan M. Wald, Trinity of Passion, 2007)
Der Schrift­stel­ler Alvah Bes­sie als Mit­glied der Abra­ham Lin­coln Bri­ga­de in Spa­ni­en, April 1938 (abge­bil­det auf dem Buch­co­ver: Alan M. Wald, Tri­ni­ty of Pas­si­on, 2007)

In sei­ner Kom­pi­la­ti­on ver­mag Ingen­da­ay kei­ne neu­en Erkennt­nis­se bezüg­lich des Ver­hält­nis­ses von Lite­ra­tur und Poli­tik zu ergrün­den. Bereits in den 1960er-Jah­ren hat­ten Autoren wie Allen Gutt­man (The Wound in the Heart, 1962), Fre­de­rick R. Ben­son (Wri­ters in Arms, 1967) und Stan­ley Weint­raub (The Last Gre­at Cau­se, 1968) die Rol­le von Schriftsteller*innen und Intel­lek­tu­el­le im Spa­ni­schen Bür­ger­krieg detail­lier­ter und reflek­tier­ter ana­ly­siert als in einem vor­geb­lich gro­ßen Kampf »der Lite­ra­tur«.31 Indem sich Ingen­da­ay allein auf die »Big Names« kapri­ziert, bleibt auch nur die Vor­füh­rung des Doku­men­tar­films Spa­nish Earth (1937) von Jor­is Ivens (unter Mit­ar­beit von Ernest Heming­way) im Wei­ßen Haus, und Igen­da­ay zitiert einen bri­ti­schen Schrift­stel­ler namens Antho­ny Powell, der sei­ner Über­zeu­gung Aus­druck ver­lieh, dass die­ser Film »kei­ne Kino­ge­schich­te schrei­ben« wer­de.32 All die ande­ren Doku­men­tar­fil­me über den Spa­ni­schen Bür­ger­krieg aus den Jah­ren 1936 bis 1939 sind Ingen­da­ay kei­ner Rede wert, denn Leo T. Hur­witz oder Ben Mad­dow sind kei­ne »Big Names« im Lin­go des FAZ-Neo-Jour­na­lis­mus.33 

Dar­über hin­aus nimmt es Ingen­da­ay mit den his­to­ri­schen Fak­ten (wie an Fall von John Dos Pas­sos deut­lich wird). »Als der ame­ri­ka­ni­sche Schrift­stel­ler John Dos Pas­sos um den 8. April 1937 Valen­cia erreicht, seit fünf Mona­ten der Sitz der repu­bli­ka­ni­schen Regie­rung, stol­pert er gera­de­zu in den Skan­dal, der sei­ne Ein­stel­lung zum Kom­mu­nis­mus für immer ver­än­dern: Sein spa­ni­scher Freund José Robles Pazos ist ver­schwun­den.« 34 Poli­ti­sche Ent­wick­lun­gen wer­den auf pri­va­te Ereig­nis­se redu­ziert, wäh­rend his­to­ri­sche Pro­zes­se und auch die Vor­ge­schich­te aus­ge­blen­det wer­den: Dos Pas­sos’ »Ein­stel­lung zum Kom­mu­nis­mus« war seit den 1920-er Jah­ren illu­si­ons­los und kri­tisch, auch wenn er zeit­wei­lig sich aus der Distanz im Orbit der US-ame­ri­ka­ni­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei und ihren kul­tu­rel­len Orga­nen wie New Mas­ses und Par­ti­san Review beweg­te. Bereits vor sei­ner Rück­kehr nach Spa­ni­en 1937 (er hat­te bereits als jun­ger Mann 1916–1917 eini­ge Zeit in Spa­ni­en ver­bracht) hat­te er sich von der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei ent­fernt (nach­dem er 1932 noch zu jenen Intel­lek­tu­el­len gehört hat­te, die zur Wahl des kom­mu­nis­ti­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten Wil­liam Z. Fos­ter auf­ge­ru­fen hat­ten).35 

Schatten des Betriebes

Ingen­da­ay geriert sich als gro­ßer Erklä­rer der Geschich­te und bie­tet leicht kon­su­mier­ba­re, den Publi­kums­ge­schmack bedie­nen­de Geschich­ten in Anek­do­ten­form feil – ob das Beschrie­be­ne von his­to­ri­scher Zuver­läs­sig­keit abge­deckt ist, spielt eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le: Jedem Wort ist der Waren­cha­rak­ter des Schrei­ber-Urteils imple­men­tiert, und der Wert der Schrei­ber­spra­che misst sich an der Zahl der lob­hu­deln­den Pres­se­stim­men, die der Ver­lag wie Jagd­tro­phä­en aus einer schlech­ten Heming­way-Ver­fil­mung auf sei­ner Home­page prä­sen­tiert.36 Dos Pas­sos’ »Ableh­nung des Kapi­ta­lis­mus, die sei­ner gro­ßen Roman­tri­lo­gie U.S.A. abzu­le­sen ist, äußert sich zwangs­läu­fig«, schreibt Ingen­da­ay, »im Pro­test gegen die Hin­rich­tung der bei­den Anar­chis­ten Fer­di­nan­do Sac­co und Bar­to­lo­meo Van­zet­ti und führt eini­ge Jah­re dar­auf zu tie­fer Sym­pa­thie für den ibe­ri­schen Anar­chis­mus, der beson­ders in der kata­la­ni­schen Arbei­ter­be­we­gung Wur­zeln geschla­gen hat.«37 

Sac­co wur­de zwar als Fer­di­nan­do getauft, doch seit 1917 nann­te er sich Nico­la, mit dem er (auch inter­na­tio­nal) bekannt wur­de.38 Den angeb­lich zwangs­läu­fi­gen Zusam­men­hang zwi­schen der »Ableh­nung des Kapi­ta­lis­mus« und dem Pro­test gegen die Exe­ku­ti­on von Sac­co & Van­zet­ti ver­mei­det Ingen­da­ay zu bele­gen – er behaup­tet ihn ledig­lich. Rea­li­ter war Dos Pas­sos’ Enga­ge­ment für Sac­co & Van­zet­ti aus ihrem Außen­sei­ter­sta­tus als Immi­gran­ten in der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft begrün­det: In sei­nem Pam­phlet Facing the Chair aus dem Jah­re 1927 beschrieb er ihre Bio­gra­fien iro­nisch als »Geschich­te der Ame­ri­ka­ni­sie­rung von zwei im Aus­land gebo­re­nen Arbei­tern« und ver­such­te den Anar­chis­mus als eine Poli­tik der Hoff­nung als Gegen­pol zur domi­nan­ten Herr­schaft von Reak­ti­on und Angst dar­zu­stel­len.39 Das Inter­es­se für Spa­ni­en und den Anar­chis­mus bei Dos Pas­sos rühr­te aus sei­ner schon frü­hen indi­vi­dua­lis­ti­schen Revol­te, und in meh­re­ren Auf­ent­hal­ten in Spa­ni­en seit 1916 beschäf­tig­te er sich mit der »klas­si­schen Hei­mat der Anar­chis­ten«. Dem Pro­test gegen die Ver­fol­gung von Sac­co & Van­zet­ti schloss er sich dage­gen erst zehn Jah­re spä­ter an. 40

Die lange Hoffnung, Begleitbuch zum gleichnamigen Dokumentarfilm der Medienwerkstatt Freiburg (Trotzdem Verlag, 1985)
Die lan­ge Hoff­nung, Begleit­buch zum gleich­na­mi­gen Doku­men­tar­film der Medi­en­werk­statt Frei­burg (Trotz­dem Ver­lag, 1985)

Bemer­kens­wert ist, dass Ingen­da­ay zwar einen Abschnitt »Fäl­schung oder Wirk­lich­keit?« in sei­ne Kom­pi­la­ti­on auf­nimmt, aber selbst zu kei­ner kri­ti­schen Selbst­re­fle­xi­on fähig ist. Sei­ne Schreib­wei­se ist im bes­ten Fall plump und geschwät­zig; sie ist vom Duk­tus des Gleich­gül­ti­gen geprägt, denn es gibt nir­gend­wo in die­sem Text das Bemü­hen, die poli­ti­schen Spu­ren des Ver­gan­ge­nen mit neu­en »Fun­ken der Hoff­nung« zu ent­fa­chen. Auch »die Toten wer­den vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein«, schrieb Wal­ter Ben­ja­min kurz vor sei­nem Tod. »Und die­ser Feind hat zu sie­gen nicht auf­ge­hört.«41

 

© Jörg Auberg 2026

 

Biblio­gra­fi­sche Angaben:

Uwe Neu­mahr.
Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten.
Paris 1940 — Zuflucht und Wider­stand.
Mün­chen: C. H. Beck, 2026.
320 Sei­ten, 25 Abbil­dun­gen, 26 Euro.
ISBN: 978–3‑406–84494‑2.

Paul Ingen­da­ay.
Ent­schei­dung in Spa­ni­en.
Der gro­ße Kampf der Lite­ra­tur, 1936–1939.
Mün­chen: C. H. Beck, 2026.
352 Sei­ten, 23 Abbil­dun­gen, 28 Euro.
ISBN: 978–3‑406–84363‑1.

Frank Cal­la­nan.
James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life.
Prince­ton: Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 2026.
944 Sei­ten, 18 Abbil­dun­gen, 45 US-Dol­lar.
ISBN: 978–0‑691–22797‑9.

Peter E. Gor­don.
Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver.
New Haven, NJ: Yale Uni­ver­si­ty Press, 2026.
224 Sei­ten, 8 Abbil­dun­gen, 28 US-Dol­lar.
ISBN: 978–0‑300–21686‑8.

Medi­en­quel­len
Bei­trags­bild© Jörg Auberg/Moleskin Blues
Cover Shake­speare and Company© Faber & Faber (Archiv des Autors)
Cover Die Buch­hand­lung der Exilanten© C. H. Beck
Cover James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life© Prince­ton Uni­ver­si­ty Press
Cover Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver© Yale Uni­ver­si­ty Press
Cover Ent­schei­dung in Spanien© C. H. Beck
Cover Tri­ni­ty of Passion© Uni­ver­si­ty of North Caro­li­na Press
Cover Die lan­ge Hoffnung© Trotz­dem Verlag

Anmerkungen

  1. Quel­len: https://www.shakespeareandcompany.com/history; https://cupblog.org/2019/11/19/the-last-days-of-shakespeare-and-company/; Uwe Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten: Paris 1940 — Zuflucht und Wider­stand (Mün­chen: C. H. Beck, 2026), S. 116–117
  2. Ernest Heming­way, A Moveable Feast: The Res­to­red Text, hg. Seán Heming­way (New York: Scrib­ner, 2009), S. 31 
  3. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 56 
  4. Éric Hazan, Die Erfin­dung von Paris, übers. Micha­el Mül­ler und Karin Utten­dör­fer (Ber­lin: Matthes & Seitz, 2020), S. 134 
  5. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 20 
  6. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 34–35
  7. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 89 
  8. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 89 
  9. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 91; Neil Pear­son, Obe­lisk: A Histo­ry of Jack Kaha­ne and the Obe­lisk Press (Liver­pool: Liver­pool Uni­ver­si­ty Press, 2007), S. 414 
  10. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 104 
  11. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 289
  12. Ter­ry Eagle­ton, »Star­ve­ling Rabblem­ent«, Lon­don Review of Books, 48, Nr. 13 (23. Juli 2026): 46
  13. Ter­ry Eagle­ton, »Star­ve­ling Rabblem­ent«, S. 46
  14. Frank Cal­la­nan, James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life (Prince­ton: Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 2026), S. S. 478, 512; Zitat: S. 539
  15. Cal­la­nan, James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life, S. 788
  16. Cal­la­nan, James Joy­ce: A Poli­ti­cal Life, S. 808–809
  17. Sieg­fried Kra­cau­er, »Zur Erin­ne­rung an Adri­en­ne Mon­nier«, in: Kra­cau­er, Wer­ke, Bd. 5:4: Essays, Feuil­le­tons, Rezen­sio­nen, 1932–1965, hg. Inka Mül­der-Bach (Ber­lin: Suhr­kamp, 2011), S. 628
  18. Neu­mahr, Die Buch­hand­lung der Exi­lan­ten, S. 165 
  19. Jörg Spä­ter, Sieg­fried Kra­cau­er: Eine Bio­gra­phie (Ber­lin: Suhr­kamp, 2016), S. 394–408; Miri­am Bra­tu Han­sen, Cine­ma and Expe­ri­ence: Sieg­fried Kra­cau­er, Wal­ter Ben­ja­min, and Theo­dor W. Ador­no (Ber­ke­ley: Uni­ver­si­ty of Cali­for­nia Press, 2012), S. 253–266
  20. Peter E. Gor­don, Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver (New Haven, NJ: Yale Uni­ver­si­ty Press, 2026), S. 117, 138 
  21. Gor­don, Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver, S. 156 
  22. Rolf Tie­de­mann, Ador­no und Ben­ja­min noch ein­mal: Erin­ne­run­gen, Begleit­wor­te, Pole­mi­ken (Mün­chen: edi­ti­on text + kri­tik, 2011), S. 310 
  23. Han­nah Are­ndt, Men­schen in fins­te­ren Zei­ten, hg, Ursu­la Ludz (Mün­chen: Piper, 2012), S. 221 
  24. Gor­don, Wal­ter Ben­ja­min: The Pearl Diver, S. 161 
  25. Her­bert Mar­cu­se, Vor­wort zu: Mar­cu­se, Kul­tur und Gesell­schaft I (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1965), S. 11 
  26. Paul Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en: Der gro­ße Kampf der Lite­ra­tur, 1936–1939 (Mün­chen: C. H. Beck, 2026), S. 8
  27. Theo­dor W. Ador­no, Noten zur Lite­ra­tur, hg. Rolf Tie­de­mann (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1981), S. 45
  28. Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en, S. 11, 77
  29. Theo­dor W. Ador­no, Mini­ma Mora­lia: Refle­xio­nen aus dem beschä­dig­ten Leben (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1987), S. 106
  30. Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en, S. 45, 63, 136, 10, 167; zu Klaus Manns Spa­ni­en-Repor­ta­gen cf. Klaus Mann, Das Wun­der von Madrid: Auf­sät­ze, Reden, Kri­ti­ken 1936–1938, hg. Uwe Nau­mann und Micha­el Töte­berg (Rein­bek: Rowohlt, 1993), S. 396–424; und Fre­de­ric Spotts, Cur­sed Lega­cy: The Tra­gic Life of Klaus Mann (New Haven, NJ: Yale Uni­ver­si­ty Press, 2016), S. 131–133
  31. Allen Gutt­man, The Wound in the Heart: Ame­ri­ca in the Spa­nish Civil War (New York: The Free Press, 1962); Fre­de­rick R. Ben­son, Wri­ters in Arms: The Lite­ra­ry Impact of the Spa­nish Civil War (New York: New York Uni­ver­si­ty Press, 1967); Stan­ley Weint­raub, The Last Gre­at Cau­se: The Intellec­tu­als and the Spa­nish Civil War (New York: Wey­bright & Tal­ley, 1968); sie­he auch Dani­el Aaron, »Ethics and Poli­tics«, New York Times, 18. Febru­ar 1968, und Ste­phen Spen­der, »Wri­ters and Revo­lu­tio­na­ries: The Spa­nish War«, New York Review of Books, 13, Nr. 5 (25. Sep­tem­ber 1969), https://www.nybooks.com/articles/1969/09/25/writers-and-revolutionaries-the-spanish-war/
  32. Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en, S. 228
  33. Zur Geschich­te des Films im Spa­ni­schen Bür­ger­krieg sie­he Peter Nau, »Spa­ni­scher Bür­ger­krieg und Film«, Film­kri­tik 18, Nr. 10 (Okto­ber 1974): 441–488; Rus­sell Camp­bell, Cine­ma Strikes Back: Radi­cal Film­ma­king in the United Sta­tes, 1930–1942 (Ann Arbor, MI: UMI Rese­arch Press, 1982), S. 165–192; Jörg Auberg, »Die Pro­jek­ti­on des Fal­schen: Medi­en, Rea­li­tät und der Spa­ni­sche Bür­ger­krieg«, Tran­via, Nr. 19 (Dezem­ber 1990): 78–83
  34. Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en, S. 178
  35. Zu Dos Pas­sos’ poli­ti­scher Ent­wick­lung wäh­rend des Spa­ni­schen Bür­ger­krie­ges cf. Robert C. Rosen, John Dos Pas­sos: Poli­tics and the Wri­ter (Lin­coln: Uni­ver­si­ty of Nebras­ka Press, 1981), S. 93–96; und die Arti­kel in: John Dos Pas­sos: The Major Non­fic­tion­al Pro­se, hg. Donald Pizer (Detroit: Way­ne Sta­te Uni­ver­si­ty Press, 1988), S. 183–195
  36. https://www.chbeck.de/ingendaay-entscheidung-spanien/product/39976653
  37. Ingen­da­ay, Ent­schei­dung in Spa­ni­en, S. 179
  38. Paul Avrich, Sac­co and Van­zet­ti: The Anar­chist Back­ground (Prince­ton, NJ: Prince­ton Uni­ver­si­ty Press, 1991), S. 10
  39. Rosen, John Dos Pas­sos: Poli­tics and the Wri­ter, S. 52–56
  40. Jörg Auberg, »Das Ende der Stra­ße: John Dos Pas­sos und die spa­ni­sche Uto­pie«, Tran­via, Nr. 23 (Dezem­ber 1991): 5–7; Auberg, »Ana­to­mie einer Meta­mor­pho­se: John Dos Pas­sos’ Odys­see durch das 20. Jahr­hun­dert«, Mole­skin Blues, ver­öf­fent­licht 17. Okto­ber 2020, https://moleskinblues.net/2020/10/17/john-dos-passos-anatomie-einer-metamorphose/
  41. Wal­ter Ben­ja­min, »Über den Begriff der Geschich­te«, in: Gesam­mel­te Schrif­ten, Bd. I:2, hg. Rolf Tie­de­mann und Her­mann Schwep­pen­häu­ser (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1991), S. 695 

Kommentar hinzufügen

Moleskin Blues Error: GRAVE

Texte und Zeichen

Um auf dem Laufenden zu bleiben …

Jörg Auberg - Writer, critic, editor, publisher