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Gustave Flaubert: Der Bouvard-Pécuchet-Werkkomplex

Missgeschicke und Lichtblicke

Gustave Flauberts Werkkomplex Bouvard und Pécuchet

Von Jörg Auberg

 

Viele Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te Gust­ave Flau­bert mit dem Roman­pro­jekt Bou­vard et Pécu­chet, ohne dass er es vor sei­nem Tod im Mai 1880 zu einem Ende brin­gen konn­te. In der Inter­pre­ta­ti­on Jean-Paul Sar­tres ver­lor sich Flau­bert bei der Schöp­fung die­ses »Werk­kom­ple­xes« mit »mani­scher Beses­sen­heit« in einem »Wahn­sinns­un­ter­neh­men«, das nicht zu voll­enden war. Für spä­te­re Kom­men­ta­to­ren wie Han­jo Kes­ting gelang Flau­bert trotz allen Schei­terns der Fer­tig­stel­lung eine »höh­ni­sche Enzy­klo­pä­die der Dumm­heit«.1

 

Die Unerträglichkeit der menschlichen Dummheit

 

Nach den Erin­ne­run­gen sei­nes lang­jäh­ri­gen Freun­des Maxi­me du Camp (deren his­to­ri­sche Zuver­läs­sig­keit suspekt ist) habe Flau­bert bereits 1843 die Geschich­te zwei­er Expe­dien­ten ent­wor­fen, die nach einer unver­hoff­ten Erb­schaft der Stadt den Rücken kehr­ten und ihr Heil im Land­le­ben such­ten.2 Tat­säch­lich nah­men die bei­den »Kel­leras­seln« (wie Flau­bert sein Roman­duo zu nen­nen begann) erst in den 1870er Jah­ren Gestalt an. Für sein Pro­jekt habe er, schrieb er im Janu­ar 1880, mehr als 1500 Bücher »absor­biert«, sein Ord­ner mit Noti­zen ver­fü­ge mitt­ler­wei­le über eine Höhe von acht Zoll.3

»Da ich ein Buch anfan­gen will, das mona­te­lan­ge, umfas­sen­de Lek­tü­re erfor­dert, und ich mich nicht mit Büchern rui­nie­ren will, woll­te ich Sie fra­gen, ob Sie in Paris irgend­ei­nen Buch­händ­ler ken­nen, der mir alle Bücher lei­hen könn­te, die ich ihm nen­nen wür­de?« 4

Antriebs­kraft war die »Dumm­heit«, »die­se anony­me unper­sön­li­che Sub­stanz« (wie sie Sart­re cha­rak­te­ri­sier­te). »Die Uner­träg­lich­keit der mensch­li­chen Dumm­heit ist bei mir zur Krank­heit gewor­den«, kon­ze­dier­te Flau­bert kur­ze Zeit vor sei­nem Tod, »und die­ses Wort ist noch schwach. Fast alle Sterb­li­chen haben die Gabe, mich im höchs­ten Gra­de auf­zu­brin­gen, und ich atme nur in der Wüs­te frei.«5

In der anfäng­li­chen Kon­zep­ti­on waren die bei­den Kopis­ten Bou­vard und Pécu­chet als Medi­en der sati­ri­schen Des­il­lu­si­on gedacht, die sich nach ihrer Stadt­flucht mit Gar­ten­bau, Che­mie und Medi­zin, Psy­cho­lo­gie, Geo­lo­gie und Archäo­lo­gie, Geschich­te, Lite­ra­tur, Poli­tik, Magne­tis­mus und Okkul­tis­mus, Eso­te­rik, Reli­gi­on und Päd­ago­gik beschäf­ti­gen, ohne je einen befrie­di­gen­den Erfolg ver­bu­chen zu kön­nen. Auf jedem Gebiet schei­tern die bei­den Auto­di­dak­ten, die schließ­lich nach ihren diver­sen Miss­er­fol­gen und Fehl­schlä­gen sich vom Land­le­ben ver­ab­schie­den und zu ihrer alten Pro­fes­si­on – der Repro­duk­ti­on vor­han­de­ner Tex­te – zurück­keh­ren: Über das Sta­di­um der Kopis­ten kom­men sie am Ende nicht hin­aus. Im Lau­fe der Zeit schien Flau­bert jedoch, wie Han­jo Kes­ting schrieb, »eine gewis­se Sym­pa­thie für sei­ne bei­den Bie­der­män­ner« ent­wi­ckelt zu haben: Soll­ten Bou­vard und Pécu­chet anfangs die mensch­li­che Dumm­heit ver­kör­pern, wan­del­ten sie sich spä­ter zu deren Kri­ti­kern, zu »Agen­ten einer intel­lek­tu­el­len Auf­klä­rung«. Dass die bei­den »bis zu einem gewis­sen Grad das Sprach­rohr Flau­berts« wur­den (wie Ray­mond Que­ne­au in einer Ein­lei­tung zu einer bel­gi­schen Aus­ga­be des Romans 1947 schrieb), ist nicht nur im Kapi­tel über ihre lite­ra­ri­schen Ver­su­che zu sehen, in dem die bei­den Urtei­le über Wal­ter Scott, Alex­andre Dumas und Hono­ré de Balz­ac und die Kri­tik an der »Wie­der­ho­lung der immer glei­chen Effek­te« einer sich her­aus­bil­den­den indus­tri­el­len Kul­tur aus dem Mun­de Flau­berts über­neh­men.6

Auch wenn ihre Explo­ra­ti­on und Anwen­dung ver­schie­de­ner Spar­ten der Wis­sen­schaf­ten nicht den gewünsch­ten Erfolg zei­ti­gen, wor­auf­hin das ein­mal erwor­be­ne Wis­sen strikt ver­wor­fen wird, ist ihr Schei­tern nicht allein auf die »Unzu­läng­lich­keit ihres Dilet­tie­rens« zurück­zu­füh­ren (wie Gise­la Els­ner in ihrer Hör­spiel­fas­sung des Romans aus dem Jah­re 1976 unter­stell­te), son­dern auf die schlich­te All­tags­un­taug­lich­keit von Tei­len der »wis­sen­schaft­li­chen Errun­gen­schaf­ten«, die Auto­ren wie Els­ner ver­ab­so­lu­tie­ren.7 Wie Peter Bur­ke in sei­ner Soci­al Histo­ry of Know­ledge8 her­aus­stellt, wer­den wis­sen­schaft­li­che Ide­en oder Para­dig­men, die allein auf Grund ihrer tech­ni­schen Rea­li­sier­bar­keit mög­lich, aber einer ver­ant­wort­li­chen Nach­hal­tig­keit dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt sind, mit Recht ver­wor­fen. In ihrer schlich­ten Art unter­zie­hen Bou­vard und Pécu­chet die gän­gi­gen Ide­en einem Rea­li­täts­test, ohne sich einer obsku­ren wis­sen­schaft­li­chen Auto­ri­tät zu beu­gen, und wägen ab, ob das jewei­li­ge Pro­jekt von »gewöhn­li­cher Män­ner« (denn Frau­en erwei­sen sich für ihren klei­nen Kos­mos als per­ma­nent destruk­tiv) zu bewerk­stel­li­gen ist.

 

»Wenn das ein­zel­ne Indi­vi­du­um nur wenig wis­sen kann, war­um wis­sen dann alle Indi­vi­du­en zusam­men genom­men so viel mehr? Ein Irr­tum, und sei er hun­dert­tau­sen­de Jah­re alt, ergibt doch nicht nur, weil er alt ist, eine Wahr­heit! Die Men­ge folgt unwei­ger­lich dem Alt­her­ge­brach­ten. Es ist aber gera­de die klei­ne Min­der­heit, die den Fort­schritt auf den Weg bringt.«9

In Flau­berts Wis­sens­öko­no­mie hat die »Schwar­min­tel­li­genz« einer dif­fu­sen Mas­se kei­nen qua­li­ta­ti­ven Wert im Pro­zess des gesell­schaft­li­chen Fort­schritts. Bou­vard und Pécu­chet agie­ren als Agen­ten einer »klei­nen, radi­ka­len Min­der­heit« und ent­wi­ckeln als Tra­ves­ti­en ihres Autors »eine bekla­gens­wer­te geis­ti­ge Fähig­keit: näm­lich die Dumm­heit wahr­zu­neh­men und sie ein­fach nicht mehr zu ertra­gen«10.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Legende der Büchernarren

Gustave FlauGustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet (Insel Verrlag 2010)bert: Bouvard und Pécuchet (Insel Verrlag)

Gust­ave Flau­bert: Bou­vard und Pécu­chet (Insel Verr­lag 2010)

In der lite­ra­ri­schen Rezep­ti­on wur­den Bou­vard und Pécu­chet häu­fig als »Bücher­nar­ren« und Vor­läu­fer der Slap­stick-Komi­ker rubri­ziert, und der Roman konn­te als Par­odie »lächer­li­cher Män­ner« gele­sen wer­den.11 Die­se Les­art fin­det sich in vie­len Hör­spiel­be­ar­bei­tun­gen wie­der – bei­spiels­wei­se in dem frü­hen NWDR-Hör­spiel Blin­der Eifer — Umständ­li­ches Gemäl­de von der Dumm­heit (1952) in der Regie Raoul Wolf­gang Schnells oder in Tho­mas Fritz’ dia­lo­gi­schen Bear­bei­tung aus dem Jah­re 1994, in der Ulrich Wild­gru­ber und Her­mann Lau­se das Schei­tern der Mit­tel­mä­ßig­keit mit dem Furor der Genia­li­tät ver­bin­den. Selbst in Samu­el Becketts Bou­vard-Pecu­chet-Hom­mage Mer­cier et Camier (1947) über­wiegt die Clow­ne­rie, obgleich in die­sem frü­hen »fran­zö­si­schen« Roman des iri­schen Autors die eige­ne »Rei­se der lin­gu­is­ti­schen Ent­de­ckung«12 fun­kelt, wie James Knowl­son in sei­ner Beckett-Bio­gra­fie bemerkt.

»Wir gehen da hin­durch, wo sich am wenigs­ten die Haa­ren sträu­ben, sag­te Mer­cier. Wir nüt­zen die Tat­sa­che, daß auf gewis­sen Wegen weni­ger Scheiß­dreck her­um­liegt, dazu aus, uns dort durch­zu­mo­geln, unver­se­hens, uner­kannt, spur­los.«13

In Becketts Rei­se mit den Nach­fah­ren der Flau­bert-Figu­ren spie­gelt sich die Odys­see der bei­den Kopis­ten, die Que­ne­au als Essenz des Romans ansah: Am Ende der »Irr­fahrt über das Mit­tel­meer des Wis­sens« steht die Ankunft im neu­en Itha­ka, wo Bou­vard und Pécu­chet sich »mit einem Enthu­si­as­mus der Zucht von Per­lenaus­tern der mensch­li­chen Dumm­heit wid­men«.14 Dabei ist die Dumm­heit kei­nes­wegs ahis­to­risch, son­dern Flau­berts Wahr­neh­mung der Dumm­heit ist von den his­to­ri­schen Gege­ben­hei­ten geprägt. Die Ereig­nis­se der Jah­re 1870/71 – der Deutsch-fran­zö­si­sche Krieg, der Auf­stand der Pari­ser Com­mu­ne und die Zer­stö­rung von Paris – hin­ter­lie­ßen tie­fe Spu­ren in Flau­berts Psy­che. »1870 hat vie­le Leu­te wahn­sin­nig gemacht oder blö­de oder rasend«, schrieb er an Iwan Tur­gen­jew. »Ich gehö­re zu der letz­ten Kate­go­rie.«15

»Die all­ge­mei­ne Dumm­heit ertränkt mich. Seit 1870 bin ich Patri­ot gewor­den. Als ich mein Land kre­pie­ren sah, spür­te ich, daß ich es lieb­te. Preu­ßen kann sei­ne Geweh­re aus­ein­an­der­neh­men. Es bedarf sei­ner nicht, um uns umzu­brin­gen.«16

Im Zuge der Ereig­nis­se um 1870 wan­del­te sich Flau­bert vom »Volks­ver­äch­ter« zum »Repu­bli­ka­ner«, der sich nicht an den Tira­den vie­ler Jour­na­lis­ten und Schrift­stel­ler gegen die Com­mu­ne betei­lig­te, auch wenn er nie zum Demo­kra­ten wur­de.17 »Der gan­ze Traum der Demo­kra­tie besteht dar­in«, schrieb er 1871 in einem Brief an Geor­ge Sand, »den Pro­le­ta­ri­er auf das Niveau der Dumm­heit des Bür­gers zu erheben.«[18, Flau­bert, Brief an Geor­ge Sands, 4./5. Okto­ber 1871, in: Brie­fe, S. 599–600] Als Resul­tat des »Schick­sals­jah­res« 1870, in dem die Unfä­hig­keit der fran­zö­si­schen Bour­geoi­sie und ihrer herr­schen­den Reprä­sen­tan­ten, die Unter­jo­chung Frank­reichs durch die Bajo­net­te des preu­ßi­schen Hege­lia­nis­mus, die Zer­stö­rung von Paris im fran­zö­si­schen Bür­ger­krieg und die Abschlach­tung der Kom­mu­nar­den durch eine im Inne­ren wüten­den Kolo­ni­al­ar­mee, favo­ri­sier­te Flau­bert eine »Man­da­ri­nen­herr­schaft«, das Regime einer »Wis­sen­s­eli­te«.

Wie Edmund Wil­son in einem glän­zen­den Essay über Flau­berts Poli­tik schrieb, ver­führ­ten ihn die Ereig­nis­se der Pari­ser Com­mu­ne dazu, sei­ne eige­ne Art des Des­po­tis­mus als Form der Erret­tung zu emp­feh­len.18 am Ende lief der Kri­ti­ker der Dumm­heit in die Sack­gas­se der »Dumm­heit des Gescheitseins«, an deren Ende der auto­ri­tä­re Staat stand. »Die Geschei­ten haben es den Bar­ba­ren über­all leicht gemacht, weil sie so dumm sind«19, heißt es in der Dia­lek­tik der Auf­klä­rung. Am Ende konn­te auch das Bewusst­sein des Eli­tis­ten Flau­bert mit dem Fort­schritt zur neu­en Ord­nung nicht Schritt hal­ten: Die vor­geb­li­che Ver­nunft einer Wis­sen­s­eli­te wur­de von der Unver­nunft der par­ti­ku­la­ren Herr­schaft ein­kas­siert. Dabei ging es nicht um Dumm­heit oder Intel­li­genz, son­dern um tech­ni­sche Effi­zi­enz.

In der Rumpelkammer der menschlichen Dummheit

Gustave Flaubert: Der Bouvard-Pécuchet-Werkkomplex (Wallstein 2017)

Gust­ave Flau­bert: Der Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex (Wall­stein 2017)

Ange­sichts der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des unvoll­ende­ten Romans müs­sen die Kon­vo­lu­te ein­be­zo­gen wer­den, die Flau­bert wäh­rend des Schrei­bens »absor­bier­te«. Dies erschien jedoch Flau­berts »Nach­lass­ver­wal­ter« Guy de Mau­pas­sant eine kaum zu lösen­de Auf­ga­be. »Die­se Samm­lung mensch­li­cher Dumm­heit«, schrieb er 1884, »bil­de­te einen Berg von Auf­zeich­nun­gen, die zu sehr ver­streut und zu unge­ord­net sind, als daß sie jemals als Gan­zes ver­öf­fent­licht wer­den könn­ten.«20 Für den Über­set­zer und Her­aus­ge­ber Hans-Horst Hen­schen (1937–2016) war dies jedoch Ansporn, den »Werk­kom­plex« Bou­vard et Pécu­chet in Buch­form her­aus­zu­brin­gen. Zwi­schen 2003 und 2005 ver­öf­fent­lich­te er bei Eich­born neben der Über­set­zung des Romans auch eine Über­tra­gung der Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit sowie des Wör­ter­bu­ches der gemei­nen Phra­sen. Im Wall­stein-Ver­lag erschien ein Jahr nach dem Tod Hen­schens eine erwei­ter­te Aus­ga­be des »Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­ple­xes«, die sich im Rah­men eines mono­ma­ni­schen Unter­fan­gens einer »bou­vard-und-pécu­che­ti­schen Exege­se« wid­met.

Im Ver­gleich zu ande­ren Über­set­zun­gen wirkt Hen­schens Über­tra­gung stel­len­wei­se alter­tü­melnd, wenn er bei­spiels­wei­se Begrif­fe wie »Ver­dau­ungs­mo­les­te« und »sporn­streichs« (für das es kein Äqui­va­lent im Ori­gi­nal­text auf­zu­fin­den ist) oder Sät­ze wie »Die Ker­ze blak­te auf dem Fuß­bo­den« ver­wen­det. Das fran­zö­si­sche »Parb­leu« meint er mit einem kräf­ti­gen »Sap­per­ment« ein­deut­schen zu müs­sen. Daher ist Katha­ri­na Rutsch­kys Urteil aus dem Jah­re 2003, Hen­schens Über­set­zung zeich­ne sich durch einen »reso­lut moder­nen« Cha­rak­ter aus, ange­sichts der zeit­ge­mä­ßen Über­tra­gung Caro­li­ne Voll­manns mit Vor­sicht zu betrach­ten.21 Dar­über hin­aus füg­te Hen­schen dem Roman nicht nur einen aus­ge­dehn­ten Anmer­kungs­ap­pa­rat hin­zu, son­dern fühl­te sich auch bemü­ßigt, Flau­bert der Schlud­rig­keit in sei­nen Exzerp­ten zu über­füh­ren: »Wer das wohl war, Miss Opy?«, um in den Anmer­kun­gen das schein­ba­re Rät­sel auf­zu­lö­sen – es han­de­le sich um Ame­lia Opie, die zwei­te Frau des eng­li­schen Por­trät- und His­to­ri­en­ma­lers John Opie. 22 (In der fran­zö­si­schen Folio-Aus­ga­be wird der Fami­li­en­na­me der Maler­gat­tin kor­rekt wie­der­ge­ge­ben.)

Vor allem im Kom­plex der Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit (auch als Sot­ti­sier bezeich­net) und des »Phra­sen­dik­tio­närs«23 (wie Jean Amé­ry das Wör­ter­buch der gemei­nen Phra­sen nann­te) ver­steigt sich Hen­schen zu einer reak­tio­nä­ren Vari­an­te der »bou­vard-und-pécu­che­ti­schen Exege­se«. Nach Sart­re ist das Sot­ti­sier »zwangs­läu­fig eine Rum­pel­kam­mer«24, da Flau­bert in sei­nem zur Schau gestell­ten Hass auf den Gemein­platz sich im Akt des Nie­der­schrei­bens und der Doku­men­ta­ti­on der Dumm­heit an der Phra­se delek­tier­te. »Flau­bert ist«, doziert Sart­re im drit­ten Teil sei­nes »Monu­men­tal-Tor­sos« Der Idi­ot der Fami­lie, »ein Mensch des Res­sen­ti­ments geblie­ben, der die gro­ßen Wer­ke durch­fors­tet, um Schwä­chen dar­in zu fin­den, die es einem erlau­ben, deren Autor her­un­ter­zu­ma­chen.«25 Dabei fiel Flau­bert nicht allein über die »gro­ßen Wer­ke« her, son­dern auch jene, die für ihn Mach­wer­ke der Medio­kri­tät waren. Im glei­chen Furor fühl­te sich Hen­schen beru­fen, den Werk­kom­plex des Meis­ters um einen detail­lier­ten Anmer­kungs­ap­pa­rat zu erwei­tern.

In sei­nem mono­ma­ni­schen Unter­fan­gen ver­folg­te Hen­schen offen­bar das Ziel, Flau­bert nach­zu­ei­fern und am Ende zu über­tref­fen. Gegen aka­de­mi­sche Gene­ral­stä­be und digi­ta­le Tech­nik woll­te sich der Pri­vat­ge­lehr­te als soli­tä­res Indi­vi­du­um behaup­ten. So echauf­fier­te sich Hen­schen gegen das von Sté­pha­nie Dord-Crous­lé gelei­te­te Pro­jekt der Édi­ti­on élec­tro­ni­que des Dos­siers de Bou­vard et Pécu­chet, das an der Uni­ver­si­tät von Rou­en den Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex in Form digi­ta­li­sier­ter Manu­skript-Fak­si­mi­les den Ent­ste­hungs­pro­zess des Romans nach­voll­zieh­bar macht. In den Augen Hen­schens war die »offe­ne«, »elek­tro­ni­sche« Edi­ti­ons­ar­beit jedoch ein Unter­neh­men des »ideo­lo­gi­schen Staats­ap­pa­ra­tes Uni­ver­si­tät« im Sin­ne Lou­is Althussers. Die digi­ta­le Reprä­sen­ta­ti­on des Flau­bertschen Manu­skripts gehö­re — argu­men­tier­te Hen­schen im Duk­tus eines Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers – zur »heim­li­chen tech­no­kra­ti­schen Macht­er­grei­fung«.26 Erschau­dernd zog sich der Pri­vat­ge­lehr­te vor die­sen Ent­wick­lun­gen zurück und ver­ab­schie­de­te sich mit einer Pre­digt, in der er das Buch als Inge­ni­um der Tota­li­tät ver­ab­so­lu­tier­te. So ende­te der Archiv­spe­zia­list als Tech­ni­ker des ein­ge­fro­re­nen Wis­sens.

Bezeich­nen­der­wei­se bestückt der Ver­lag sei­nen Werk­kom­plex mit einem Zitat des kon­ser­va­ti­ven Autors Mar­tin Mose­bach, der dem Her­aus­ge­ber Hen­schen eine »ver­zweif­lungs­vol­le Auf­ga­be« attes­tiert. Dabei geht jedoch ver­lo­ren – wie Peter Brooks in sei­ner glän­zen­den Stu­die Flau­bert in the Ruins of Paris (2017) unter­streicht –, dass Flau­bert, des­sen Biblio­thek 1870 von preu­ßi­schen Trup­pen heim­ge­sucht wur­de, sich von der kon­ser­va­ti­ven Ver­ein­nah­mung distan­zier­te: Er war ein »Liber­tä­rer«, der sich sowohl gegen den jako­bi­ni­schen als auch den impe­ria­len Auto­ri­ta­ris­mus wand­te. »Ich füh­le eine heil­lo­se Bar­ba­rei aus dem Boden auf­stei­gen«, schrieb er im Novem­ber 1872 an Iwan Tur­gen­jew. Und die­se Bar­ba­rei trug die deut­sche Signa­tur.27

Bibliografische Angaben:

Gust­ave Flau­bert.
Bou­vard und Pécu­chet. Der Werk­kom­plex.
Her­aus­ge­ge­ben, aus dem Fran­zö­si­schen über­setzt, anno­tiert
und mit einem Nach­wort ver­se­hen von Hans-Horst Hen­schen.
Göt­tin­gen: Wall­stein Ver­lag, 2017.
2080 Sei­ten, 128,00 EUR.
ISBN-13: 9783835331082.

 

Bildquellen



Cover Gust­ave Flau­bert: Der Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex — © Wall­stein Ver­lag

Cover Gust­ave Flau­bert: Bou­vard und Pécu­chet — © Insel Ver­lag

Ande­re Fotos — © Jörg Auberg

Eine kür­ze­re Fas­sung erschien in literaturkritik.de, Nr. 5 (März 2018)
© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Jean-Paul Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie I, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Trau­gott König (Rein­bek: Rowohlt, 1986), S. 637; Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie III, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Trau­gott König (Rein­bek: Rowohlt, 1986), S. 155; Han­jo Kes­ting, Gro­ße Roma­ne der Welt­li­te­ra­tur: 1850–1900 (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2015), S. 60
  2. Maxi­me du Camp, »Erin­ne­run­gen an Flau­bert«, in: Gust­ave Flau­bert: Leben und Werk, hg. Gerd Haff­manns et al. (Zürich: Dio­ge­nes, 1979), S. 53–54
  3. Gust­ave Flau­bert, Brief an Madame des Genet­tes, 25. Janu­ar 1880, in: Gust­ave Flau­bert: Brie­fe, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Hel­mut Schef­fel (Zürich: Dio­ge­nes, 1977), S. 711
  4. Flau­bert, Brief an Geor­ge Sand, 12. Juli 1872, in: Brie­fe, S. 612
  5. Flau­bert, Brief an Madame des Genet­tes, 25. Janu­ar 1880, in: Brie­fe, S. 711
  6. Han­jo Kes­ting, Ein­lei­tung zu: Bou­vard und Pécu­chet, HörE­di­ti­on der Welt­li­te­ra­tur (NDR Media GmbH/Membran Music Ltd.), Book­let, S. 10–11; Ray­mond Que­ne­au, »Bou­vard und Pécu­chet«, in: Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet, übers. Erich Marx (Zürich: Dio­ge­nes, 1979), S. 380; Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet, übers. Hans-Horst Hen­schen (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2017), S. 151
  7. Hör­spiel Bou­vard und Pécu­chet, Bear­bei­tung: Gise­la Els­ner, Regie: Fritz Schrö­der-Jahn, NDR 1976
  8. Peter Bur­ke, A Soci­al Histo­ry of Know­ledge, Volu­me II: From the Ency­clo­pé­die to Wiki­pe­dia (Cam­bridge: Poli­ty Press, 2012)
  9. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 250
  10. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 262
  11. Cf. bei­spiels­wei­se Peter Urban, »Zwei Bücher­nar­ren als Slap­sick-Kopis­ten«, Deutsch­land­funk, 20. Sep­tem­ber 2010
  12. James Knowl­son, Dam­ned To Fame: The Life of Samu­el Beckett (Lon­don: Blooms­bu­ry, 1997), S. 361
  13. Samu­el Beckett, Mer­cier und Camier, übers. Elmar Topho­ven (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1995), S.100
  14. Que­ne­au, »Bou­vard und Pécu­chet«, S. 387–388
  15. Flau­bert, Brief an Iwan Tur­gen­jew, 13. Novem­ber 1872, in: Gust­ave Flau­bert und Iwan Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, 1863–1880, übers. Eva Mol­den­hau­er, hg. Peter Urban (Zürich: Dio­ge­nes, 2008), S. 63
  16. Flau­bert und Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, S. 62
  17. Michel Winock, Flau­bert (Paris: Gal­li­mard, 2015), S. 515; Peter Brooks, Flau­bert in the Ruins of Paris: The Sto­ry of a Fri­endship, a Novel, and a Ter­ri­ble Year (New York: Basic Books, 2017), S. xxi
  18. Edmund Wil­son, »The Poli­tics of Flau­bert«, in: Wil­son, Litera­ry Essays and Reviews of the 1930s and 1940s, hg. Lewis M. Dab­ney (New York: Libra­ry of Ame­ri­ca, 2007), S. 87
  19. Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Bd. 5, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1987), S. 239
  20. Guy de Mau­pas­sant, »Gust­ave Flau­bert«, in: Gust­ave Flau­bert: Leben und Werk, S. 121
  21. Katha­ri­na Rutsch­ky, »Bou­vard und Pécu­chet«, Deutsch­land­funk, 10. August 2003
  22. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 335, 427
  23. Jean Amé­ry, »Die Wör­ter Gust­ave Flau­berts: Über Jean-Paul Sar­tres L’idiot de la famil­le«, in: Amé­ry, Wer­ke, Bd. 4, hg. Han­jo Kes­ting (Stutt­gart: Klett-Cot­ta, 2006), S. 204
  24. Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie I, S. 641
  25. Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie III, S. 273
  26. Hans-Horst Hen­schen, »In ini­tio …«, in: Gust­ave Flau­bert, Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit: Ein Sot­ti­sier (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2017), S. 11–23; Hen­schen, »Edi­to­ri­sche Nach­le­se«, ibid., S. 891
  27. Brooks, Flau­bert in the Ruins of Paris, S.16; Flau­bert und Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, S. 62

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Gustave Flaubert: Der Bouvard-Pécuchet-Werkkomplex

Missgeschicke und Lichtblicke

Gustave Flauberts Werkkomplex Bouvard und Pécuchet

Von Jörg Auberg

 

Viele Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te Gust­ave Flau­bert mit dem Roman­pro­jekt Bou­vard et Pécu­chet, ohne dass er es vor sei­nem Tod im Mai 1880 zu einem Ende brin­gen konn­te. In der Inter­pre­ta­ti­on Jean-Paul Sar­tres ver­lor sich Flau­bert bei der Schöp­fung die­ses »Werk­kom­ple­xes« mit »mani­scher Beses­sen­heit« in einem »Wahn­sinns­un­ter­neh­men«, das nicht zu voll­enden war. Für spä­te­re Kom­men­ta­to­ren wie Han­jo Kes­ting gelang Flau­bert trotz allen Schei­terns der Fer­tig­stel­lung eine »höh­ni­sche Enzy­klo­pä­die der Dumm­heit«.1

 

Die Unerträglichkeit der menschlichen Dummheit

 

Nach den Erin­ne­run­gen sei­nes lang­jäh­ri­gen Freun­des Maxi­me du Camp (deren his­to­ri­sche Zuver­läs­sig­keit suspekt ist) habe Flau­bert bereits 1843 die Geschich­te zwei­er Expe­dien­ten ent­wor­fen, die nach einer unver­hoff­ten Erb­schaft der Stadt den Rücken kehr­ten und ihr Heil im Land­le­ben such­ten.2 Tat­säch­lich nah­men die bei­den »Kel­leras­seln« (wie Flau­bert sein Roman­duo zu nen­nen begann) erst in den 1870er Jah­ren Gestalt an. Für sein Pro­jekt habe er, schrieb er im Janu­ar 1880, mehr als 1500 Bücher »absor­biert«, sein Ord­ner mit Noti­zen ver­fü­ge mitt­ler­wei­le über eine Höhe von acht Zoll.3

»Da ich ein Buch anfan­gen will, das mona­te­lan­ge, umfas­sen­de Lek­tü­re erfor­dert, und ich mich nicht mit Büchern rui­nie­ren will, woll­te ich Sie fra­gen, ob Sie in Paris irgend­ei­nen Buch­händ­ler ken­nen, der mir alle Bücher lei­hen könn­te, die ich ihm nen­nen wür­de?« 4

Antriebs­kraft war die »Dumm­heit«, »die­se anony­me unper­sön­li­che Sub­stanz« (wie sie Sart­re cha­rak­te­ri­sier­te). »Die Uner­träg­lich­keit der mensch­li­chen Dumm­heit ist bei mir zur Krank­heit gewor­den«, kon­ze­dier­te Flau­bert kur­ze Zeit vor sei­nem Tod, »und die­ses Wort ist noch schwach. Fast alle Sterb­li­chen haben die Gabe, mich im höchs­ten Gra­de auf­zu­brin­gen, und ich atme nur in der Wüs­te frei.«5

In der anfäng­li­chen Kon­zep­ti­on waren die bei­den Kopis­ten Bou­vard und Pécu­chet als Medi­en der sati­ri­schen Des­il­lu­si­on gedacht, die sich nach ihrer Stadt­flucht mit Gar­ten­bau, Che­mie und Medi­zin, Psy­cho­lo­gie, Geo­lo­gie und Archäo­lo­gie, Geschich­te, Lite­ra­tur, Poli­tik, Magne­tis­mus und Okkul­tis­mus, Eso­te­rik, Reli­gi­on und Päd­ago­gik beschäf­ti­gen, ohne je einen befrie­di­gen­den Erfolg ver­bu­chen zu kön­nen. Auf jedem Gebiet schei­tern die bei­den Auto­di­dak­ten, die schließ­lich nach ihren diver­sen Miss­er­fol­gen und Fehl­schlä­gen sich vom Land­le­ben ver­ab­schie­den und zu ihrer alten Pro­fes­si­on – der Repro­duk­ti­on vor­han­de­ner Tex­te – zurück­keh­ren: Über das Sta­di­um der Kopis­ten kom­men sie am Ende nicht hin­aus. Im Lau­fe der Zeit schien Flau­bert jedoch, wie Han­jo Kes­ting schrieb, »eine gewis­se Sym­pa­thie für sei­ne bei­den Bie­der­män­ner« ent­wi­ckelt zu haben: Soll­ten Bou­vard und Pécu­chet anfangs die mensch­li­che Dumm­heit ver­kör­pern, wan­del­ten sie sich spä­ter zu deren Kri­ti­kern, zu »Agen­ten einer intel­lek­tu­el­len Auf­klä­rung«. Dass die bei­den »bis zu einem gewis­sen Grad das Sprach­rohr Flau­berts« wur­den (wie Ray­mond Que­ne­au in einer Ein­lei­tung zu einer bel­gi­schen Aus­ga­be des Romans 1947 schrieb), ist nicht nur im Kapi­tel über ihre lite­ra­ri­schen Ver­su­che zu sehen, in dem die bei­den Urtei­le über Wal­ter Scott, Alex­andre Dumas und Hono­ré de Balz­ac und die Kri­tik an der »Wie­der­ho­lung der immer glei­chen Effek­te« einer sich her­aus­bil­den­den indus­tri­el­len Kul­tur aus dem Mun­de Flau­berts über­neh­men.6

Auch wenn ihre Explo­ra­ti­on und Anwen­dung ver­schie­de­ner Spar­ten der Wis­sen­schaf­ten nicht den gewünsch­ten Erfolg zei­ti­gen, wor­auf­hin das ein­mal erwor­be­ne Wis­sen strikt ver­wor­fen wird, ist ihr Schei­tern nicht allein auf die »Unzu­läng­lich­keit ihres Dilet­tie­rens« zurück­zu­füh­ren (wie Gise­la Els­ner in ihrer Hör­spiel­fas­sung des Romans aus dem Jah­re 1976 unter­stell­te), son­dern auf die schlich­te All­tags­un­taug­lich­keit von Tei­len der »wis­sen­schaft­li­chen Errun­gen­schaf­ten«, die Auto­ren wie Els­ner ver­ab­so­lu­tie­ren.7 Wie Peter Bur­ke in sei­ner Soci­al Histo­ry of Know­ledge8 her­aus­stellt, wer­den wis­sen­schaft­li­che Ide­en oder Para­dig­men, die allein auf Grund ihrer tech­ni­schen Rea­li­sier­bar­keit mög­lich, aber einer ver­ant­wort­li­chen Nach­hal­tig­keit dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt sind, mit Recht ver­wor­fen. In ihrer schlich­ten Art unter­zie­hen Bou­vard und Pécu­chet die gän­gi­gen Ide­en einem Rea­li­täts­test, ohne sich einer obsku­ren wis­sen­schaft­li­chen Auto­ri­tät zu beu­gen, und wägen ab, ob das jewei­li­ge Pro­jekt von »gewöhn­li­cher Män­ner« (denn Frau­en erwei­sen sich für ihren klei­nen Kos­mos als per­ma­nent destruk­tiv) zu bewerk­stel­li­gen ist.

 

»Wenn das ein­zel­ne Indi­vi­du­um nur wenig wis­sen kann, war­um wis­sen dann alle Indi­vi­du­en zusam­men genom­men so viel mehr? Ein Irr­tum, und sei er hun­dert­tau­sen­de Jah­re alt, ergibt doch nicht nur, weil er alt ist, eine Wahr­heit! Die Men­ge folgt unwei­ger­lich dem Alt­her­ge­brach­ten. Es ist aber gera­de die klei­ne Min­der­heit, die den Fort­schritt auf den Weg bringt.«9

In Flau­berts Wis­sens­öko­no­mie hat die »Schwar­min­tel­li­genz« einer dif­fu­sen Mas­se kei­nen qua­li­ta­ti­ven Wert im Pro­zess des gesell­schaft­li­chen Fort­schritts. Bou­vard und Pécu­chet agie­ren als Agen­ten einer »klei­nen, radi­ka­len Min­der­heit« und ent­wi­ckeln als Tra­ves­ti­en ihres Autors »eine bekla­gens­wer­te geis­ti­ge Fähig­keit: näm­lich die Dumm­heit wahr­zu­neh­men und sie ein­fach nicht mehr zu ertra­gen«10.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Legende der Büchernarren

Gustave FlauGustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet (Insel Verrlag 2010)bert: Bouvard und Pécuchet (Insel Verrlag)

Gust­ave Flau­bert: Bou­vard und Pécu­chet (Insel Verr­lag 2010)

In der lite­ra­ri­schen Rezep­ti­on wur­den Bou­vard und Pécu­chet häu­fig als »Bücher­nar­ren« und Vor­läu­fer der Slap­stick-Komi­ker rubri­ziert, und der Roman konn­te als Par­odie »lächer­li­cher Män­ner« gele­sen wer­den.11 Die­se Les­art fin­det sich in vie­len Hör­spiel­be­ar­bei­tun­gen wie­der – bei­spiels­wei­se in dem frü­hen NWDR-Hör­spiel Blin­der Eifer — Umständ­li­ches Gemäl­de von der Dumm­heit (1952) in der Regie Raoul Wolf­gang Schnells oder in Tho­mas Fritz’ dia­lo­gi­schen Bear­bei­tung aus dem Jah­re 1994, in der Ulrich Wild­gru­ber und Her­mann Lau­se das Schei­tern der Mit­tel­mä­ßig­keit mit dem Furor der Genia­li­tät ver­bin­den. Selbst in Samu­el Becketts Bou­vard-Pecu­chet-Hom­mage Mer­cier et Camier (1947) über­wiegt die Clow­ne­rie, obgleich in die­sem frü­hen »fran­zö­si­schen« Roman des iri­schen Autors die eige­ne »Rei­se der lin­gu­is­ti­schen Ent­de­ckung«12 fun­kelt, wie James Knowl­son in sei­ner Beckett-Bio­gra­fie bemerkt.

»Wir gehen da hin­durch, wo sich am wenigs­ten die Haa­ren sträu­ben, sag­te Mer­cier. Wir nüt­zen die Tat­sa­che, daß auf gewis­sen Wegen weni­ger Scheiß­dreck her­um­liegt, dazu aus, uns dort durch­zu­mo­geln, unver­se­hens, uner­kannt, spur­los.«13

In Becketts Rei­se mit den Nach­fah­ren der Flau­bert-Figu­ren spie­gelt sich die Odys­see der bei­den Kopis­ten, die Que­ne­au als Essenz des Romans ansah: Am Ende der »Irr­fahrt über das Mit­tel­meer des Wis­sens« steht die Ankunft im neu­en Itha­ka, wo Bou­vard und Pécu­chet sich »mit einem Enthu­si­as­mus der Zucht von Per­lenaus­tern der mensch­li­chen Dumm­heit wid­men«.14 Dabei ist die Dumm­heit kei­nes­wegs ahis­to­risch, son­dern Flau­berts Wahr­neh­mung der Dumm­heit ist von den his­to­ri­schen Gege­ben­hei­ten geprägt. Die Ereig­nis­se der Jah­re 1870/71 – der Deutsch-fran­zö­si­sche Krieg, der Auf­stand der Pari­ser Com­mu­ne und die Zer­stö­rung von Paris – hin­ter­lie­ßen tie­fe Spu­ren in Flau­berts Psy­che. »1870 hat vie­le Leu­te wahn­sin­nig gemacht oder blö­de oder rasend«, schrieb er an Iwan Tur­gen­jew. »Ich gehö­re zu der letz­ten Kate­go­rie.«15

»Die all­ge­mei­ne Dumm­heit ertränkt mich. Seit 1870 bin ich Patri­ot gewor­den. Als ich mein Land kre­pie­ren sah, spür­te ich, daß ich es lieb­te. Preu­ßen kann sei­ne Geweh­re aus­ein­an­der­neh­men. Es bedarf sei­ner nicht, um uns umzu­brin­gen.«16

Im Zuge der Ereig­nis­se um 1870 wan­del­te sich Flau­bert vom »Volks­ver­äch­ter« zum »Repu­bli­ka­ner«, der sich nicht an den Tira­den vie­ler Jour­na­lis­ten und Schrift­stel­ler gegen die Com­mu­ne betei­lig­te, auch wenn er nie zum Demo­kra­ten wur­de.17 »Der gan­ze Traum der Demo­kra­tie besteht dar­in«, schrieb er 1871 in einem Brief an Geor­ge Sand, »den Pro­le­ta­ri­er auf das Niveau der Dumm­heit des Bür­gers zu erheben.«[18, Flau­bert, Brief an Geor­ge Sands, 4./5. Okto­ber 1871, in: Brie­fe, S. 599–600] Als Resul­tat des »Schick­sals­jah­res« 1870, in dem die Unfä­hig­keit der fran­zö­si­schen Bour­geoi­sie und ihrer herr­schen­den Reprä­sen­tan­ten, die Unter­jo­chung Frank­reichs durch die Bajo­net­te des preu­ßi­schen Hege­lia­nis­mus, die Zer­stö­rung von Paris im fran­zö­si­schen Bür­ger­krieg und die Abschlach­tung der Kom­mu­nar­den durch eine im Inne­ren wüten­den Kolo­ni­al­ar­mee, favo­ri­sier­te Flau­bert eine »Man­da­ri­nen­herr­schaft«, das Regime einer »Wis­sen­s­eli­te«.

Wie Edmund Wil­son in einem glän­zen­den Essay über Flau­berts Poli­tik schrieb, ver­führ­ten ihn die Ereig­nis­se der Pari­ser Com­mu­ne dazu, sei­ne eige­ne Art des Des­po­tis­mus als Form der Erret­tung zu emp­feh­len.18 am Ende lief der Kri­ti­ker der Dumm­heit in die Sack­gas­se der »Dumm­heit des Gescheitseins«, an deren Ende der auto­ri­tä­re Staat stand. »Die Geschei­ten haben es den Bar­ba­ren über­all leicht gemacht, weil sie so dumm sind«19, heißt es in der Dia­lek­tik der Auf­klä­rung. Am Ende konn­te auch das Bewusst­sein des Eli­tis­ten Flau­bert mit dem Fort­schritt zur neu­en Ord­nung nicht Schritt hal­ten: Die vor­geb­li­che Ver­nunft einer Wis­sen­s­eli­te wur­de von der Unver­nunft der par­ti­ku­la­ren Herr­schaft ein­kas­siert. Dabei ging es nicht um Dumm­heit oder Intel­li­genz, son­dern um tech­ni­sche Effi­zi­enz.

In der Rumpelkammer der menschlichen Dummheit

Gustave Flaubert: Der Bouvard-Pécuchet-Werkkomplex (Wallstein 2017)

Gust­ave Flau­bert: Der Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex (Wall­stein 2017)

Ange­sichts der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des unvoll­ende­ten Romans müs­sen die Kon­vo­lu­te ein­be­zo­gen wer­den, die Flau­bert wäh­rend des Schrei­bens »absor­bier­te«. Dies erschien jedoch Flau­berts »Nach­lass­ver­wal­ter« Guy de Mau­pas­sant eine kaum zu lösen­de Auf­ga­be. »Die­se Samm­lung mensch­li­cher Dumm­heit«, schrieb er 1884, »bil­de­te einen Berg von Auf­zeich­nun­gen, die zu sehr ver­streut und zu unge­ord­net sind, als daß sie jemals als Gan­zes ver­öf­fent­licht wer­den könn­ten.«20 Für den Über­set­zer und Her­aus­ge­ber Hans-Horst Hen­schen (1937–2016) war dies jedoch Ansporn, den »Werk­kom­plex« Bou­vard et Pécu­chet in Buch­form her­aus­zu­brin­gen. Zwi­schen 2003 und 2005 ver­öf­fent­lich­te er bei Eich­born neben der Über­set­zung des Romans auch eine Über­tra­gung der Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit sowie des Wör­ter­bu­ches der gemei­nen Phra­sen. Im Wall­stein-Ver­lag erschien ein Jahr nach dem Tod Hen­schens eine erwei­ter­te Aus­ga­be des »Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­ple­xes«, die sich im Rah­men eines mono­ma­ni­schen Unter­fan­gens einer »bou­vard-und-pécu­che­ti­schen Exege­se« wid­met.

Im Ver­gleich zu ande­ren Über­set­zun­gen wirkt Hen­schens Über­tra­gung stel­len­wei­se alter­tü­melnd, wenn er bei­spiels­wei­se Begrif­fe wie »Ver­dau­ungs­mo­les­te« und »sporn­streichs« (für das es kein Äqui­va­lent im Ori­gi­nal­text auf­zu­fin­den ist) oder Sät­ze wie »Die Ker­ze blak­te auf dem Fuß­bo­den« ver­wen­det. Das fran­zö­si­sche »Parb­leu« meint er mit einem kräf­ti­gen »Sap­per­ment« ein­deut­schen zu müs­sen. Daher ist Katha­ri­na Rutsch­kys Urteil aus dem Jah­re 2003, Hen­schens Über­set­zung zeich­ne sich durch einen »reso­lut moder­nen« Cha­rak­ter aus, ange­sichts der zeit­ge­mä­ßen Über­tra­gung Caro­li­ne Voll­manns mit Vor­sicht zu betrach­ten.21 Dar­über hin­aus füg­te Hen­schen dem Roman nicht nur einen aus­ge­dehn­ten Anmer­kungs­ap­pa­rat hin­zu, son­dern fühl­te sich auch bemü­ßigt, Flau­bert der Schlud­rig­keit in sei­nen Exzerp­ten zu über­füh­ren: »Wer das wohl war, Miss Opy?«, um in den Anmer­kun­gen das schein­ba­re Rät­sel auf­zu­lö­sen – es han­de­le sich um Ame­lia Opie, die zwei­te Frau des eng­li­schen Por­trät- und His­to­ri­en­ma­lers John Opie. 22 (In der fran­zö­si­schen Folio-Aus­ga­be wird der Fami­li­en­na­me der Maler­gat­tin kor­rekt wie­der­ge­ge­ben.)

Vor allem im Kom­plex der Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit (auch als Sot­ti­sier bezeich­net) und des »Phra­sen­dik­tio­närs«23 (wie Jean Amé­ry das Wör­ter­buch der gemei­nen Phra­sen nann­te) ver­steigt sich Hen­schen zu einer reak­tio­nä­ren Vari­an­te der »bou­vard-und-pécu­che­ti­schen Exege­se«. Nach Sart­re ist das Sot­ti­sier »zwangs­läu­fig eine Rum­pel­kam­mer«24, da Flau­bert in sei­nem zur Schau gestell­ten Hass auf den Gemein­platz sich im Akt des Nie­der­schrei­bens und der Doku­men­ta­ti­on der Dumm­heit an der Phra­se delek­tier­te. »Flau­bert ist«, doziert Sart­re im drit­ten Teil sei­nes »Monu­men­tal-Tor­sos« Der Idi­ot der Fami­lie, »ein Mensch des Res­sen­ti­ments geblie­ben, der die gro­ßen Wer­ke durch­fors­tet, um Schwä­chen dar­in zu fin­den, die es einem erlau­ben, deren Autor her­un­ter­zu­ma­chen.«25 Dabei fiel Flau­bert nicht allein über die »gro­ßen Wer­ke« her, son­dern auch jene, die für ihn Mach­wer­ke der Medio­kri­tät waren. Im glei­chen Furor fühl­te sich Hen­schen beru­fen, den Werk­kom­plex des Meis­ters um einen detail­lier­ten Anmer­kungs­ap­pa­rat zu erwei­tern.

In sei­nem mono­ma­ni­schen Unter­fan­gen ver­folg­te Hen­schen offen­bar das Ziel, Flau­bert nach­zu­ei­fern und am Ende zu über­tref­fen. Gegen aka­de­mi­sche Gene­ral­stä­be und digi­ta­le Tech­nik woll­te sich der Pri­vat­ge­lehr­te als soli­tä­res Indi­vi­du­um behaup­ten. So echauf­fier­te sich Hen­schen gegen das von Sté­pha­nie Dord-Crous­lé gelei­te­te Pro­jekt der Édi­ti­on élec­tro­ni­que des Dos­siers de Bou­vard et Pécu­chet, das an der Uni­ver­si­tät von Rou­en den Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex in Form digi­ta­li­sier­ter Manu­skript-Fak­si­mi­les den Ent­ste­hungs­pro­zess des Romans nach­voll­zieh­bar macht. In den Augen Hen­schens war die »offe­ne«, »elek­tro­ni­sche« Edi­ti­ons­ar­beit jedoch ein Unter­neh­men des »ideo­lo­gi­schen Staats­ap­pa­ra­tes Uni­ver­si­tät« im Sin­ne Lou­is Althussers. Die digi­ta­le Reprä­sen­ta­ti­on des Flau­bertschen Manu­skripts gehö­re — argu­men­tier­te Hen­schen im Duk­tus eines Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kers – zur »heim­li­chen tech­no­kra­ti­schen Macht­er­grei­fung«.26 Erschau­dernd zog sich der Pri­vat­ge­lehr­te vor die­sen Ent­wick­lun­gen zurück und ver­ab­schie­de­te sich mit einer Pre­digt, in der er das Buch als Inge­ni­um der Tota­li­tät ver­ab­so­lu­tier­te. So ende­te der Archiv­spe­zia­list als Tech­ni­ker des ein­ge­fro­re­nen Wis­sens.

Bezeich­nen­der­wei­se bestückt der Ver­lag sei­nen Werk­kom­plex mit einem Zitat des kon­ser­va­ti­ven Autors Mar­tin Mose­bach, der dem Her­aus­ge­ber Hen­schen eine »ver­zweif­lungs­vol­le Auf­ga­be« attes­tiert. Dabei geht jedoch ver­lo­ren – wie Peter Brooks in sei­ner glän­zen­den Stu­die Flau­bert in the Ruins of Paris (2017) unter­streicht –, dass Flau­bert, des­sen Biblio­thek 1870 von preu­ßi­schen Trup­pen heim­ge­sucht wur­de, sich von der kon­ser­va­ti­ven Ver­ein­nah­mung distan­zier­te: Er war ein »Liber­tä­rer«, der sich sowohl gegen den jako­bi­ni­schen als auch den impe­ria­len Auto­ri­ta­ris­mus wand­te. »Ich füh­le eine heil­lo­se Bar­ba­rei aus dem Boden auf­stei­gen«, schrieb er im Novem­ber 1872 an Iwan Tur­gen­jew. Und die­se Bar­ba­rei trug die deut­sche Signa­tur.27

Bibliografische Angaben:

Gust­ave Flau­bert.
Bou­vard und Pécu­chet. Der Werk­kom­plex.
Her­aus­ge­ge­ben, aus dem Fran­zö­si­schen über­setzt, anno­tiert
und mit einem Nach­wort ver­se­hen von Hans-Horst Hen­schen.
Göt­tin­gen: Wall­stein Ver­lag, 2017.
2080 Sei­ten, 128,00 EUR.
ISBN-13: 9783835331082.

 

Bildquellen



Cover Gust­ave Flau­bert: Der Bou­vard-Pécu­chet-Werk­kom­plex — © Wall­stein Ver­lag

Cover Gust­ave Flau­bert: Bou­vard und Pécu­chet — © Insel Ver­lag

Ande­re Fotos — © Jörg Auberg

Eine kür­ze­re Fas­sung erschien in literaturkritik.de, Nr. 5 (März 2018)
© Jörg Auberg 2018

Nachweise

  1. Jean-Paul Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie I, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Trau­gott König (Rein­bek: Rowohlt, 1986), S. 637; Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie III, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Trau­gott König (Rein­bek: Rowohlt, 1986), S. 155; Han­jo Kes­ting, Gro­ße Roma­ne der Welt­li­te­ra­tur: 1850–1900 (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2015), S. 60
  2. Maxi­me du Camp, »Erin­ne­run­gen an Flau­bert«, in: Gust­ave Flau­bert: Leben und Werk, hg. Gerd Haff­manns et al. (Zürich: Dio­ge­nes, 1979), S. 53–54
  3. Gust­ave Flau­bert, Brief an Madame des Genet­tes, 25. Janu­ar 1880, in: Gust­ave Flau­bert: Brie­fe, her­aus­ge­ge­ben und über­setzt von Hel­mut Schef­fel (Zürich: Dio­ge­nes, 1977), S. 711
  4. Flau­bert, Brief an Geor­ge Sand, 12. Juli 1872, in: Brie­fe, S. 612
  5. Flau­bert, Brief an Madame des Genet­tes, 25. Janu­ar 1880, in: Brie­fe, S. 711
  6. Han­jo Kes­ting, Ein­lei­tung zu: Bou­vard und Pécu­chet, HörE­di­ti­on der Welt­li­te­ra­tur (NDR Media GmbH/Membran Music Ltd.), Book­let, S. 10–11; Ray­mond Que­ne­au, »Bou­vard und Pécu­chet«, in: Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet, übers. Erich Marx (Zürich: Dio­ge­nes, 1979), S. 380; Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet, übers. Hans-Horst Hen­schen (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2017), S. 151
  7. Hör­spiel Bou­vard und Pécu­chet, Bear­bei­tung: Gise­la Els­ner, Regie: Fritz Schrö­der-Jahn, NDR 1976
  8. Peter Bur­ke, A Soci­al Histo­ry of Know­ledge, Volu­me II: From the Ency­clo­pé­die to Wiki­pe­dia (Cam­bridge: Poli­ty Press, 2012)
  9. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 250
  10. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 262
  11. Cf. bei­spiels­wei­se Peter Urban, »Zwei Bücher­nar­ren als Slap­sick-Kopis­ten«, Deutsch­land­funk, 20. Sep­tem­ber 2010
  12. James Knowl­son, Dam­ned To Fame: The Life of Samu­el Beckett (Lon­don: Blooms­bu­ry, 1997), S. 361
  13. Samu­el Beckett, Mer­cier und Camier, übers. Elmar Topho­ven (Frankfurt/Main: Suhr­kamp, 1995), S.100
  14. Que­ne­au, »Bou­vard und Pécu­chet«, S. 387–388
  15. Flau­bert, Brief an Iwan Tur­gen­jew, 13. Novem­ber 1872, in: Gust­ave Flau­bert und Iwan Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, 1863–1880, übers. Eva Mol­den­hau­er, hg. Peter Urban (Zürich: Dio­ge­nes, 2008), S. 63
  16. Flau­bert und Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, S. 62
  17. Michel Winock, Flau­bert (Paris: Gal­li­mard, 2015), S. 515; Peter Brooks, Flau­bert in the Ruins of Paris: The Sto­ry of a Fri­endship, a Novel, and a Ter­ri­ble Year (New York: Basic Books, 2017), S. xxi
  18. Edmund Wil­son, »The Poli­tics of Flau­bert«, in: Wil­son, Litera­ry Essays and Reviews of the 1930s and 1940s, hg. Lewis M. Dab­ney (New York: Libra­ry of Ame­ri­ca, 2007), S. 87
  19. Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no, »Dia­lek­tik der Auf­klä­rung«, in: Hork­hei­mer, Gesam­mel­te Schrif­ten, Bd. 5, hg. Gun­zelin Schmid Noerr (Frankfurt/Main: Fischer, 1987), S. 239
  20. Guy de Mau­pas­sant, »Gust­ave Flau­bert«, in: Gust­ave Flau­bert: Leben und Werk, S. 121
  21. Katha­ri­na Rutsch­ky, »Bou­vard und Pécu­chet«, Deutsch­land­funk, 10. August 2003
  22. Flau­bert, Bou­vard und Pécu­chet (2017), S. 335, 427
  23. Jean Amé­ry, »Die Wör­ter Gust­ave Flau­berts: Über Jean-Paul Sar­tres L’idiot de la famil­le«, in: Amé­ry, Wer­ke, Bd. 4, hg. Han­jo Kes­ting (Stutt­gart: Klett-Cot­ta, 2006), S. 204
  24. Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie I, S. 641
  25. Sart­re, Der Idi­ot der Fami­lie III, S. 273
  26. Hans-Horst Hen­schen, »In ini­tio …«, in: Gust­ave Flau­bert, Uni­ver­sal­en­zy­klo­pä­die der mensch­li­chen Dumm­heit: Ein Sot­ti­sier (Göt­tin­gen: Wall­stein, 2017), S. 11–23; Hen­schen, »Edi­to­ri­sche Nach­le­se«, ibid., S. 891
  27. Brooks, Flau­bert in the Ruins of Paris, S.16; Flau­bert und Tur­gen­jew, Brief­wech­sel, S. 62

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