Der Vergessene Die Errettung von Iwan Heilbuts Exilroman »Zugvögel« von Jörg Auberg Im Marbacher Literaturmuseum der Moderne entdeckte Hans Magnus Enzensberger 2016 »den vergessenen deutschen Dichter Iwan Heilbut«, der 1898 in Hamburg geboren wurde und in der Weimarer Republik mit weniger ambitionierten denn monetarisierbaren Romanen reüssierte...
Am 18. August 1950 schrieb Cesare Pavese einen letzten Eintrag in sein Tagebuch, das posthum unter dem Titel Handwerk des Lebens veröffentlicht wurde: »All das ist ekelhaft. Nicht Worte. Eine Geste. Ich werde nicht mehr schreiben.« Eine Woche später vollzog Pavese auch als Mensch das Ende, als er sich in einem Turiner Durchgangshotel namens Roma gegenüber dem Bahnhof mit Schlaftabletten das Leben...
Unterwegs in der Zone Steffen Kopetzky auf den Spuren von Heinrich Heine im Harz von Jörg Auberg In Thomas Pynchons Roman Gravity’s Rainbow (1973) – der von Kritiker*innen gern als »exemplarischer postmoderner Text« und als Ulysses des späten 20. Jahrhunderts klassifiziert wird9 – taucht der Oberharz bei einem Überflug von Seesen nach Goslar Richtung Leine...
Der Fluch der Gewalt Dwight Macdonalds politische Essays von Jörg Auberg Zeit seines Lebens wurde der New Yorker Intellektuelle Dwight Macdonald (1906–1982) hinsichtlich seiner politischen Einschätzungen und intellektuellen Fähigkeiten äußerst kontrovers beurteilt. Er sei, ließ beispielsweise Leo Trotzki kurz vor seinem Tod einen revolutionären Genossen in den...
Die Verdunklung der Sonne Andrej Platonow und die Verlorenen Utopien von Jörg Auberg Drei Jahre vor seinem Tod begrüßte Alexander Blok (1880–1921), einer der herausragenden Dichter der russischen Moderne, die Oktoberrevolution 1918 enthusiastisch. Nach seinen Worten war deren Ziel, »alles neu zu machen«, »alles anders zu machen«, »unser falsches, dreckiges...
DIE DEMONTAGE EINES DEKLAMATORS BENJAMIN MYERS’ ROMAN ÜBER DAS SCHEITERN KLAUS KINSKIS von Jörg Auberg Im populären Gedächtnis ist Klaus Kinski vor allem als egomanisches »Enfant terrible« präsent, das in mindestens sechzehn Edgar-Wallace-Filmen – umgeben von abgehalfterten Diven der »Gottbegnadeten-Liste« des nationalsozialistischen Reichspropaganda...
»Das hält aus bis zum letzten Seufzer« Ein Rückblick auf das Thomas-Mann-Jahr 2025 von Jörg Auberg In memoriamHanjo Kesting(1943–2025) Thomas Mann: Mario und der Zauberer (Kunsthaus Lübeck, 2004) Als »Amerika« sich für Thomas Mann von der »Lösung« zum »Problem« wandelte, diskutierten er und seine Tochter Erika mit dem linken Filmemacher Abraham Polonsky über ein...
Es geht (vielleicht doch) um das Buch Nachträgliche Miszellen zur Frankfurter Buchmesse 2025 In alten Überlieferungen erscheinen die früheren Zeiten der Frankfurter Buchmesse oft glamourös, dramatisch und abenteuerlich, als wäre die Jagd nach Lizenzen und Buchverträgen aus überdrehten Screwball-Komödien abgekupfert. In seinen Reminiszenzen an den...
