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Aus den Archiven: Paul und Karen Avrich — Sasha and Emma

Die Untergegangenen und die Geretteten

 

In seiner unvollendeten Doppelbiografie Sasha and Emma beschreibt Paul Avrich die verwobenen Leben von Emma Goldman und Alexander Berkman

 

von Jörg Auberg

 

 

»Nur dem Geschichts­schrei­ber wohnt die Gabe bei, im Ver­gan­ge­nen den Fun­ken der Hoff­nung anzu­fa­chen, der davon durch­drun­gen ist: auch die Toten wer­den vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein. Und die­ser Feind hat zu sie­gen nicht auf­ge­hört.«

Wal­ter Ben­ja­min, »Über den Begriff der Geschich­te«

 

Als der His­to­ri­ker Paul Avrich (1931–2006) zu Beginn der 1960er Jah­re mit sei­nen Stu­di­en der anar­chis­ti­schen Geschich­te begann, schalt ihn sein Tutor, er befas­se sich mit jenen, die »ver­lo­ren« hät­ten, was nicht nur in den USA ein defor­mie­ren­der Makel war. Dies konn­te ihn jedoch nicht davon abhal­ten, zunächst die Geschich­te des rus­si­schen Anar­chis­mus und spä­ter die Kom­ple­xi­tät und Diver­si­tät der anar­chis­ti­schen Strö­mun­gen in den USA des spä­ten neun­zehn­ten und frü­hen zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts grund­le­gend zu erfor­schen. Dass er schließ­lich zum »Doy­en der Anar­chis­mus­for­schung« wur­de (wie ihn sein kürz­lich ver­stor­be­ner Kol­le­ge Nun­zio Per­ni­co­ne ein­mal nann­te), lag zum einen dar­an, dass er aller­größ­ten Wert auf Pri­mär­quel­len leg­te und rigo­ros auf Akku­ra­tes­se insis­tier­te und zum ande­ren sei­nem For­schungs­ge­gen­stand mit Empa­thie und Fair­ness begeg­ne­te, ohne die Unstim­mig­kei­ten und Feh­ler der anar­chis­ti­schen Prot­ago­nis­ten, der »Ver­lie­rer« der Geschich­te (als die sie in der gän­gi­gen Inter­pre­ta­ti­on gel­ten), außer Acht zu las­sen. Zudem gelang es Avrich dank sei­nes epi­schen Ver­mö­gens, aus sei­nen For­schungs­er­geb­nis­sen höchst les­ba­re Erzäh­lun­gen zu gestal­ten, in denen der Roh­stoff der indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen der ein­zel­nen his­to­ri­schen Akteu­re zur bewah­ren­den kol­lek­ti­ven Erin­ne­rung wird, die gegen die (mit Theo­dor W. Ador­no gespro­chen) »Anpas­sung ans je Gegen­wär­ti­ge« Ein­spruch erhebt und ein Ein­ge­den­ken dar­stellt. Im his­to­ri­schen Gedächt­nis ist der Gedan­ke ans Ande­re, die Uto­pie eines Bes­se­ren gespei­chert.

Paul und Karen Avrich: Sasha and Emma (Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2014)

Umso tra­gi­scher ist es, dass Avrich am Ende sei­nes Lebens an den Fol­gen einer Alz­hei­mer-Erkran­kung litt, sodass er sein über Jah­re ver­folg­tes Pro­jekt, eine Bio­gra­fie des rus­sisch-ame­ri­ka­ni­schen Anar­chis­ten Alex­an­der Berk­man (1870–1936), nicht voll­enden konn­te. Vor sei­nem Tod bat er sei­ne Toch­ter Karen Avrich, die als Autorin und Redak­teu­rin in New York lebt, die­ses Buch zu voll­enden, das schließ­lich unter dem Titel Sasha and Emma als Dop­pel­bio­gra­fie Berk­mans (der den Spitz­na­men »Sascha« trug) und sei­ner lebens­lan­gen Gefähr­tin Emma Gold­man (1869–1940) erschien. Im Lau­fe der Jah­re hat­te Paul Avrich Noti­zen aus Brie­fen, Pres­se­ar­ti­keln, Archiv­ma­te­ria­li­en und Inter­views mit Zeit­zeu­gen (die teil­wei­se in dem 1995 erschie­ne­nen Oral-Histo­ry-Kom­pen­di­um Anar­chist Voices ver­öf­fent­licht wur­den) zusam­men­ge­tra­gen, die Karen Avrich in Buch­form über­führ­te. Wie in den übri­gen Wer­ken Paul Avrichs steht die »kol­lek­tiv­bio­gra­fi­sche« Erfah­rung im Vor­der­grund, ohne dass der his­to­ri­sche und sozio­öko­no­mi­sche Kon­text außer Acht gelas­sen wird. In der Dop­pel­ge­schich­te der bei­den his­to­ri­schen Akteu­re beschreibt Avrich deren Emi­gra­ti­on aus Russ­land in die USA, wo ihre hoch­flie­gen­den Erwar­tun­gen rasch von den grim­mi­gen Rea­li­tä­ten des herr­schen­den Kapi­ta­lis­mus ent­täuscht wur­den. Sowohl Berk­man als auch Gold­man (die rela­tiv wohl­ha­ben­den Fami­li­en in Russ­land ent­stamm­ten) radi­ka­li­sier­ten sich im euro­pä­isch gepräg­ten anar­chis­ti­schen Milieu New Yorks, das frei­lich durch inter­frak­tio­nel­le Strei­tig­kei­ten und Eifer­süch­te­lei­en in sich zer­ris­sen war.

Alex­an­der Berk­man

Ein zen­tra­les Motiv des Buches ist das Ver­hält­nis der Prot­ago­nis­ten zur Gewalt. Berk­man wur­de in sei­ner revo­lu­tio­nä­ren Ima­gi­na­ti­on stark von den rus­si­schen Ter­ro­ris­ten der »Narod­na­ja Wol­ja« (»Wil­le des Vol­kes«) geprägt, die 1881 Zar Alex­an­der II. mit­tels eines Bom­ben­at­ten­tats töte­ten. Als 1892 in Homes­tead (Penn­syl­va­nia) ein Streik von Stahl­ar­bei­tern durch die Pri­vat­ar­me­en der Car­ne­gie Steel Com­pa­ny bru­tal nie­der­ge­schla­gen wur­de, bean­spruch­te Berk­man für sich die Rol­le des revo­lu­tio­nä­ren Rache­en­gels und woll­te den Ver­ant­wort­li­chen, den Kapi­ta­lis­ten Hen­ry Clay Frick, erschie­ßen, doch traf er ihn nicht töd­lich. Er wur­de über­wäl­tigt und zu vier­zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Stolz nann­te er die­se Tat den »ers­ten ter­ro­ris­ti­schen Akt in Ame­ri­ka«, der jedoch nicht den erhoff­ten »auf­klä­re­ri­schen« Effekt hat­te: Sowohl die Arbei­ter in Homes­tead als auch ein Groß­teil der Anar­chis­ten (zu denen nicht Emma Gold­man gehör­te) distan­zier­ten sich davon, und statt einer revo­lu­tio­nä­ren Erhe­bung folgt staat­li­che Repres­si­on.

»Ter­ro­rist« war für Berk­man ein Ehren­zei­chen. Als der anar­chis­ti­sche Ein­zel­tä­ter Leon Czol­g­osz in Fort­füh­rung der anar­chis­ti­schen Atten­ta­te auf euro­päi­sche Poten­ta­ten in Spa­ni­en und Ita­li­en 1901 den US-Prä­si­den­ten McK­in­ley töte­te, insis­tier­te Berk­man zur Bestür­zung Gold­mans, dass die­ses Atten­tat nicht »ter­ro­ris­tisch« gewe­sen sei, da ihm der »Hin­ter­grund der sozia­len Not­wen­dig­keit« feh­le, denn McK­in­ley sei kein direk­ter und unmit­tel­ba­rer Feind des Vol­kes gewe­sen. Die Schlacht müs­se eher im öko­no­mi­schen denn im poli­ti­schen Feld geführt wer­den. In die­sem Sin­ne betrach­te er das Atten­tat auf Frick bedeut­sa­mer und auf­klä­re­ri­scher als die Tat Czolg­s­oz’, schrieb er in sei­nen Pri­son Memoirs of an Anar­chist (1912; dt. Die Tat): »Es war gegen einen greif­ba­ren, rea­len Unter­drü­cker gerich­tet, den das Volk sich als sol­chen vor­stell­te.« Gold­man dage­gen ver­tei­dig­te Czol­g­osz, denn für sie waren bei­de Taten durch die glei­chen Idea­le und den glei­chen Geist der Selbst­auf­op­fe­rung für ein höhe­res Ziel inspi­riert. Für die ame­ri­ka­ni­sche Öffent­lich­keit stell­te die »rote Emma« das Schreck­ge­spenst des blut­dürs­ti­gen, umstürz­le­ri­schen Anar­chis­mus dar. Zwar war sie stän­dig unter poli­zei­li­cher Beob­ach­tung, doch zugleich brach sie als öffent­li­che Figur des ame­ri­ka­ni­schen Radi­ka­lis­mus aus der Enge der anar­chis­ti­schen Zir­kel aus und wur­de Teil einer kul­tur­re­vo­lu­tio­nä­ren Moder­ne, wel­che die rück­stän­di­ge ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft zu trans­for­mie­ren begann.

Emma Gold­man spricht über Gebur­ten­kon­trol­le in New York 1916

Als Berk­man 1906 aus dem Gefäng­nis ent­las­sen wur­de, war er von den lan­gen Jah­ren des Ein­ge­sperrt­seins, die er teil­wei­se in aus­zeh­ren­der Ein­zel­haft ver­brin­gen muss­te, gezeich­net. Die Lie­bes­be­zie­hung, die Berk­man und Gold­man in der Zeit vor dem Atten­tat auf Frick geführt hat­ten, wich einer inten­si­ven, nicht immer span­nungs­frei­en Freund­schaft. Sowohl Gold­man als auch Berk­man hat­ten wech­seln­de Part­ner und arbei­te­ten bis zum Kriegs­ein­tritt der USA an der Her­aus­ga­be der 1906 gegrün­de­ten radi­ka­len Zeit­schrift Mother Earth, die Poli­tik und Kul­tur mit­ein­an­der ver­band. Aller­dings stand auch der ehe­ma­li­ge Atten­tä­ter per­ma­nent unter Gene­ral­ver­dacht, wenn infol­ge von Arbei­ter­un­ru­hen eine Bom­be in Ame­ri­ka hoch­ging.

Emma Gold­man und Alex­an­der Berk­man zwi­schen 1917 und 1919

Nach dem Kriegs­ein­tritt der USA wur­den radi­ka­le Peri­odi­ka vom Post­ver­trieb aus­ge­schlos­sen und »sub­ver­si­ve Ele­men­te« wie Berk­man und Gold­man inhaf­tiert. Für die »rote Emma« war »Ame­ri­ka« längst zur Hei­mat gewor­den. »Unser Patrio­tis­mus ist der eines Man­nes, der eine Frau mit offe­nen Augen liebt«, sag­te sie in ihrem Pro­zess 1917. »Er ist bezau­bert von ihrer Schön­heit und sieht den­noch ihre Feh­ler.« Der US-ame­ri­ka­ni­sche Staat igno­rier­te jedoch ihren eigen­wil­li­gen Patrio­tis­mus und ver­ur­teil­te Gold­man und Berk­man zu zwei Jah­ren Haft. Danach wur­den die bei­den als »uner­wünsch­te Aus­län­der« nach Russ­land depor­tiert, wo sie der bol­sche­wis­ti­schen Revo­lu­ti­on zunächst sym­pa­thi­sie­rend gegen­über­stan­den, doch die zuneh­men­de Repres­si­on und vor allem die Nie­der­schla­gung des Matro­sen­auf­stan­des in Kron­stadt 1921 bewirk­ten eine rigo­ro­se Des­il­lu­sio­nie­rung, sodass sie Russ­land ver­lie­ßen und fort­an als Flücht­lin­ge durch Euro­pa irr­ten. Da sie auch mit ihrer Kri­tik gegen­über den Bol­sche­wi­ki nicht spar­ten, gerie­ten sie in der inter­na­tio­na­len Lin­ken zuneh­mend in Iso­la­ti­on.

Alex­an­der Berk­man in spä­te­ren Jah­ren

Zunächst mach­ten sie im Ber­li­ner Stadt­teil Char­lot­ten­burg (der auf­grund sei­nes hohen Anteils von Flücht­lin­gen aus Russ­land »Char­lot­ten­grad« genannt wur­de) Sta­ti­on, doch schon bald brach Gold­man nach Frank­reich und Eng­land auf, wo sie eine for­ma­le Ehe mit einem jun­gen Anar­chis­ten ein­ging, um die bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erlan­gen. Berk­man dage­gen leb­te seit 1925 als Staa­ten­lo­ser in einem Vor­ort von Paris, wo er eine pre­kä­re Exis­tenz führ­te und sich mit Über­set­zun­gen, Ghost­wri­ting und jour­na­lis­ti­schen Rou­ti­ne­ar­bei­ten über Was­ser hielt. Zu Beginn der 1930er Jah­re wur­de er mehr­fach aus­ge­wie­sen, konn­te jedoch immer wie­der nach Frank­reich zurück­keh­ren. »Wer­de ich aus Frank­reich aus­ge­wie­sen, habe ich kei­nen Ort, wo ich hin­ge­hen könn­te«, schrieb er 1931 vol­ler Ver­zweif­lung an sei­nen Anwalt Mor­ris Hill­quit. »Kein Land ist wil­lens, mir ein Visum zu geben.« Mit dem Her­auf­zie­hen des Nazis­mus ver­düs­ter­te sich der Hori­zont noch wei­ter, und Berk­mans Glau­ben an die eman­zi­pa­to­ri­sche Kraft der »Mas­sen« schwand. Despe­rat fühl­te er, in sei­nem Leben nichts erreicht zu haben und nichts gegen die reak­tio­nä­re Wel­le tun zu kön­nen. »Die Welt ist zu ver­dor­ben, um in ihr zu leben …«, kon­sta­tier­te er 1934. Als Krank­hei­ten sei­ne Exis­tenz noch fra­gi­ler mach­te, ver­such­te er sich im Juni 1936 in St. Tro­pez (wo er mitt­ler­wei­le leb­te) zu erschie­ßen, doch der Schuss war nicht töd­lich. Erst spä­ter erlag er den Fol­gen sei­nes Selbst­mord­ver­suchs. Die Ope­ra­tio­nen hät­ten ihn, sag­te ein Freund Gold­mans spä­ter, von einem star­ken Men­schen in einen tat­te­ri­gen alten Mann ver­wan­delt, und er sei über­zeugt gewe­sen, dass es kei­nen Sinn zum Wei­ter­le­ben gebe. In den Augen Roger Bald­wins, des Mit­be­grün­ders der Bür­ger­rechts­ver­ei­ni­gung Ame­ri­can Civil Liber­ties Uni­on (ACLU) lag die Selbst­aus­lö­schung in Berk­mans Hang zur Ver­zweif­lung begrün­det. »Er gab nie­mals sei­nen Glau­ben an die Gewalt auf, für die ver­zwei­fel­te Men­schen anfäl­lig sind«, sag­te Bald­win 1974. Für ihn war Berk­man offebar ein »destruk­ti­ver Cha­rak­ter«, der an sich selbst schei­ter­te.

Emma Gold­man in den 1910er Jah­ren

Emma Gold­man emp­fand den Tod des lebens­lan­gen Freun­des als uner­mess­li­chen Ver­lust. »Mei­ne Freund­schaft mit Berk­man ist eine, die nichts außer der Tod been­den kann«, hat­te sie 1934 einem Repor­ter erklärt. Gold­man selbst unter­stütz­te im Som­mer 1936 von Lon­don aus noch die CNT-FAI im Spa­ni­schen Bür­ger­krieg, ehe sie nach Toron­to über­sie­del­te. Am 14. Mai 1940 starb sie an den Fol­gen eines Schlag­an­falls und wur­de im Chi­ca­go­er Wald­heim-Fried­hof an der Sei­te der Hay­mar­ket-Anar­chis­ten begra­ben, mit denen die Geschich­te des moder­nen Anar­chis­mus in den USA 1886 begon­nen hat­te. Sie habe Ame­ri­ka zutiefst geliebt, sag­te der Anwalt Arthur Leo­nard Ross, der sie in den USA juris­tisch ver­tre­ten hat­te, und doch hät­te sie nur im Sarg zurück­keh­ren kön­nen.

Sasha and Emma ist eine viel­schich­ti­ge, span­nen­de Erzäh­lung, die ihre Prot­ago­nis­ten durch die Geschich­te der ame­ri­ka­ni­schen Klas­sen­kämp­fe von der Zeit des spä­ten neun­zehn­ten Jahr­hun­derts bis zu den »tur­bu­len­ten Jah­ren« der Gro­ßen Depres­si­on beglei­tet, als der Anar­chis­mus ins his­to­ri­sche Sei­ten­aus kata­pul­tiert zu sein schien. Auch wenn die Emma-Gold­man-Bio­gra­fi­en Ali­ce Wex­lers und Can­dace Falks psy­cho­lo­gisch nuan­cier­ter sind oder Chris­ti­ne Stan­sell die Ver­bin­dung von revo­lu­tio­nä­rer Ima­gi­na­ti­on und künst­le­ri­scher Sen­si­bi­li­tät in der begin­nen­den ame­ri­ka­ni­schen Moder­ne kla­rer her­aus­stell­te, ist die­se Beschrei­bung einer »anar­chis­ti­schen Odys­see« ein außer­or­dent­li­ches und her­aus­ra­gen­des Buch, das zu kei­nem Zeit­punkt sei­ne fas­zi­nie­ren­de Kraft ver­liert. Über die poli­ti­sche Geschich­te hin­aus ist es auch eine bewe­gen­de Erzäh­lung über eine wun­der­ba­re, ein­zig­ar­ti­ge Freund­schaft, die Gefäng­nis, Depor­ta­ti­on und Unter­drü­ckung über­stand und tat­säch­lich erst durch den Tod ein Ende fand.

Bibliografische Angaben:

Paul und Karen Avrich.
Sasha and Emma.
The Anar­chist Odys­sey of Alex­an­der Berk­man and Emma Gold­man.
Cam­bridge, MA: The Bel­knap Press of Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2014.
528 Sei­ten, 19 Euro.
ISBN: 9780674416734.

 

 

Bildquellen



Cover Sasha and Emma — Har­vard Uni­ver­si­ty Press/The Bel­knap Press

Foto Alex­an­der Berk­man als jun­ger MannWiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man in New York 1916Wiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man und Alex­an­der Berk­man (zwi­schen 1917 und 1919)Wiki­me­dia Com­mons

Foto Alex­an­der Berk­man in spä­te­ren Jah­renWiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man in den 1910er Jah­renWiki­me­dia Com­mons

Zuerst erschie­nen in satt.org, August 2013
© Jörg Auberg 2013/2019

 

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Aus den Archiven: Paul und Karen Avrich — Sasha and Emma

Die Untergegangenen und die Geretteten

 

In seiner unvollendeten Doppelbiografie Sasha and Emma beschreibt Paul Avrich die verwobenen Leben von Emma Goldman und Alexander Berkman

 

von Jörg Auberg

 

 

»Nur dem Geschichts­schrei­ber wohnt die Gabe bei, im Ver­gan­ge­nen den Fun­ken der Hoff­nung anzu­fa­chen, der davon durch­drun­gen ist: auch die Toten wer­den vor dem Feind, wenn er siegt, nicht sicher sein. Und die­ser Feind hat zu sie­gen nicht auf­ge­hört.«

Wal­ter Ben­ja­min, »Über den Begriff der Geschich­te«

 

Als der His­to­ri­ker Paul Avrich (1931–2006) zu Beginn der 1960er Jah­re mit sei­nen Stu­di­en der anar­chis­ti­schen Geschich­te begann, schalt ihn sein Tutor, er befas­se sich mit jenen, die »ver­lo­ren« hät­ten, was nicht nur in den USA ein defor­mie­ren­der Makel war. Dies konn­te ihn jedoch nicht davon abhal­ten, zunächst die Geschich­te des rus­si­schen Anar­chis­mus und spä­ter die Kom­ple­xi­tät und Diver­si­tät der anar­chis­ti­schen Strö­mun­gen in den USA des spä­ten neun­zehn­ten und frü­hen zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts grund­le­gend zu erfor­schen. Dass er schließ­lich zum »Doy­en der Anar­chis­mus­for­schung« wur­de (wie ihn sein kürz­lich ver­stor­be­ner Kol­le­ge Nun­zio Per­ni­co­ne ein­mal nann­te), lag zum einen dar­an, dass er aller­größ­ten Wert auf Pri­mär­quel­len leg­te und rigo­ros auf Akku­ra­tes­se insis­tier­te und zum ande­ren sei­nem For­schungs­ge­gen­stand mit Empa­thie und Fair­ness begeg­ne­te, ohne die Unstim­mig­kei­ten und Feh­ler der anar­chis­ti­schen Prot­ago­nis­ten, der »Ver­lie­rer« der Geschich­te (als die sie in der gän­gi­gen Inter­pre­ta­ti­on gel­ten), außer Acht zu las­sen. Zudem gelang es Avrich dank sei­nes epi­schen Ver­mö­gens, aus sei­nen For­schungs­er­geb­nis­sen höchst les­ba­re Erzäh­lun­gen zu gestal­ten, in denen der Roh­stoff der indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen der ein­zel­nen his­to­ri­schen Akteu­re zur bewah­ren­den kol­lek­ti­ven Erin­ne­rung wird, die gegen die (mit Theo­dor W. Ador­no gespro­chen) »Anpas­sung ans je Gegen­wär­ti­ge« Ein­spruch erhebt und ein Ein­ge­den­ken dar­stellt. Im his­to­ri­schen Gedächt­nis ist der Gedan­ke ans Ande­re, die Uto­pie eines Bes­se­ren gespei­chert.

Paul und Karen Avrich: Sasha and Emma (Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2014)

Umso tra­gi­scher ist es, dass Avrich am Ende sei­nes Lebens an den Fol­gen einer Alz­hei­mer-Erkran­kung litt, sodass er sein über Jah­re ver­folg­tes Pro­jekt, eine Bio­gra­fie des rus­sisch-ame­ri­ka­ni­schen Anar­chis­ten Alex­an­der Berk­man (1870–1936), nicht voll­enden konn­te. Vor sei­nem Tod bat er sei­ne Toch­ter Karen Avrich, die als Autorin und Redak­teu­rin in New York lebt, die­ses Buch zu voll­enden, das schließ­lich unter dem Titel Sasha and Emma als Dop­pel­bio­gra­fie Berk­mans (der den Spitz­na­men »Sascha« trug) und sei­ner lebens­lan­gen Gefähr­tin Emma Gold­man (1869–1940) erschien. Im Lau­fe der Jah­re hat­te Paul Avrich Noti­zen aus Brie­fen, Pres­se­ar­ti­keln, Archiv­ma­te­ria­li­en und Inter­views mit Zeit­zeu­gen (die teil­wei­se in dem 1995 erschie­ne­nen Oral-Histo­ry-Kom­pen­di­um Anar­chist Voices ver­öf­fent­licht wur­den) zusam­men­ge­tra­gen, die Karen Avrich in Buch­form über­führ­te. Wie in den übri­gen Wer­ken Paul Avrichs steht die »kol­lek­tiv­bio­gra­fi­sche« Erfah­rung im Vor­der­grund, ohne dass der his­to­ri­sche und sozio­öko­no­mi­sche Kon­text außer Acht gelas­sen wird. In der Dop­pel­ge­schich­te der bei­den his­to­ri­schen Akteu­re beschreibt Avrich deren Emi­gra­ti­on aus Russ­land in die USA, wo ihre hoch­flie­gen­den Erwar­tun­gen rasch von den grim­mi­gen Rea­li­tä­ten des herr­schen­den Kapi­ta­lis­mus ent­täuscht wur­den. Sowohl Berk­man als auch Gold­man (die rela­tiv wohl­ha­ben­den Fami­li­en in Russ­land ent­stamm­ten) radi­ka­li­sier­ten sich im euro­pä­isch gepräg­ten anar­chis­ti­schen Milieu New Yorks, das frei­lich durch inter­frak­tio­nel­le Strei­tig­kei­ten und Eifer­süch­te­lei­en in sich zer­ris­sen war.

Alex­an­der Berk­man

Ein zen­tra­les Motiv des Buches ist das Ver­hält­nis der Prot­ago­nis­ten zur Gewalt. Berk­man wur­de in sei­ner revo­lu­tio­nä­ren Ima­gi­na­ti­on stark von den rus­si­schen Ter­ro­ris­ten der »Narod­na­ja Wol­ja« (»Wil­le des Vol­kes«) geprägt, die 1881 Zar Alex­an­der II. mit­tels eines Bom­ben­at­ten­tats töte­ten. Als 1892 in Homes­tead (Penn­syl­va­nia) ein Streik von Stahl­ar­bei­tern durch die Pri­vat­ar­me­en der Car­ne­gie Steel Com­pa­ny bru­tal nie­der­ge­schla­gen wur­de, bean­spruch­te Berk­man für sich die Rol­le des revo­lu­tio­nä­ren Rache­en­gels und woll­te den Ver­ant­wort­li­chen, den Kapi­ta­lis­ten Hen­ry Clay Frick, erschie­ßen, doch traf er ihn nicht töd­lich. Er wur­de über­wäl­tigt und zu vier­zehn Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Stolz nann­te er die­se Tat den »ers­ten ter­ro­ris­ti­schen Akt in Ame­ri­ka«, der jedoch nicht den erhoff­ten »auf­klä­re­ri­schen« Effekt hat­te: Sowohl die Arbei­ter in Homes­tead als auch ein Groß­teil der Anar­chis­ten (zu denen nicht Emma Gold­man gehör­te) distan­zier­ten sich davon, und statt einer revo­lu­tio­nä­ren Erhe­bung folgt staat­li­che Repres­si­on.

»Ter­ro­rist« war für Berk­man ein Ehren­zei­chen. Als der anar­chis­ti­sche Ein­zel­tä­ter Leon Czol­g­osz in Fort­füh­rung der anar­chis­ti­schen Atten­ta­te auf euro­päi­sche Poten­ta­ten in Spa­ni­en und Ita­li­en 1901 den US-Prä­si­den­ten McK­in­ley töte­te, insis­tier­te Berk­man zur Bestür­zung Gold­mans, dass die­ses Atten­tat nicht »ter­ro­ris­tisch« gewe­sen sei, da ihm der »Hin­ter­grund der sozia­len Not­wen­dig­keit« feh­le, denn McK­in­ley sei kein direk­ter und unmit­tel­ba­rer Feind des Vol­kes gewe­sen. Die Schlacht müs­se eher im öko­no­mi­schen denn im poli­ti­schen Feld geführt wer­den. In die­sem Sin­ne betrach­te er das Atten­tat auf Frick bedeut­sa­mer und auf­klä­re­ri­scher als die Tat Czolg­s­oz’, schrieb er in sei­nen Pri­son Memoirs of an Anar­chist (1912; dt. Die Tat): »Es war gegen einen greif­ba­ren, rea­len Unter­drü­cker gerich­tet, den das Volk sich als sol­chen vor­stell­te.« Gold­man dage­gen ver­tei­dig­te Czol­g­osz, denn für sie waren bei­de Taten durch die glei­chen Idea­le und den glei­chen Geist der Selbst­auf­op­fe­rung für ein höhe­res Ziel inspi­riert. Für die ame­ri­ka­ni­sche Öffent­lich­keit stell­te die »rote Emma« das Schreck­ge­spenst des blut­dürs­ti­gen, umstürz­le­ri­schen Anar­chis­mus dar. Zwar war sie stän­dig unter poli­zei­li­cher Beob­ach­tung, doch zugleich brach sie als öffent­li­che Figur des ame­ri­ka­ni­schen Radi­ka­lis­mus aus der Enge der anar­chis­ti­schen Zir­kel aus und wur­de Teil einer kul­tur­re­vo­lu­tio­nä­ren Moder­ne, wel­che die rück­stän­di­ge ame­ri­ka­ni­sche Gesell­schaft zu trans­for­mie­ren begann.

Emma Gold­man spricht über Gebur­ten­kon­trol­le in New York 1916

Als Berk­man 1906 aus dem Gefäng­nis ent­las­sen wur­de, war er von den lan­gen Jah­ren des Ein­ge­sperrt­seins, die er teil­wei­se in aus­zeh­ren­der Ein­zel­haft ver­brin­gen muss­te, gezeich­net. Die Lie­bes­be­zie­hung, die Berk­man und Gold­man in der Zeit vor dem Atten­tat auf Frick geführt hat­ten, wich einer inten­si­ven, nicht immer span­nungs­frei­en Freund­schaft. Sowohl Gold­man als auch Berk­man hat­ten wech­seln­de Part­ner und arbei­te­ten bis zum Kriegs­ein­tritt der USA an der Her­aus­ga­be der 1906 gegrün­de­ten radi­ka­len Zeit­schrift Mother Earth, die Poli­tik und Kul­tur mit­ein­an­der ver­band. Aller­dings stand auch der ehe­ma­li­ge Atten­tä­ter per­ma­nent unter Gene­ral­ver­dacht, wenn infol­ge von Arbei­ter­un­ru­hen eine Bom­be in Ame­ri­ka hoch­ging.

Emma Gold­man und Alex­an­der Berk­man zwi­schen 1917 und 1919

Nach dem Kriegs­ein­tritt der USA wur­den radi­ka­le Peri­odi­ka vom Post­ver­trieb aus­ge­schlos­sen und »sub­ver­si­ve Ele­men­te« wie Berk­man und Gold­man inhaf­tiert. Für die »rote Emma« war »Ame­ri­ka« längst zur Hei­mat gewor­den. »Unser Patrio­tis­mus ist der eines Man­nes, der eine Frau mit offe­nen Augen liebt«, sag­te sie in ihrem Pro­zess 1917. »Er ist bezau­bert von ihrer Schön­heit und sieht den­noch ihre Feh­ler.« Der US-ame­ri­ka­ni­sche Staat igno­rier­te jedoch ihren eigen­wil­li­gen Patrio­tis­mus und ver­ur­teil­te Gold­man und Berk­man zu zwei Jah­ren Haft. Danach wur­den die bei­den als »uner­wünsch­te Aus­län­der« nach Russ­land depor­tiert, wo sie der bol­sche­wis­ti­schen Revo­lu­ti­on zunächst sym­pa­thi­sie­rend gegen­über­stan­den, doch die zuneh­men­de Repres­si­on und vor allem die Nie­der­schla­gung des Matro­sen­auf­stan­des in Kron­stadt 1921 bewirk­ten eine rigo­ro­se Des­il­lu­sio­nie­rung, sodass sie Russ­land ver­lie­ßen und fort­an als Flücht­lin­ge durch Euro­pa irr­ten. Da sie auch mit ihrer Kri­tik gegen­über den Bol­sche­wi­ki nicht spar­ten, gerie­ten sie in der inter­na­tio­na­len Lin­ken zuneh­mend in Iso­la­ti­on.

Alex­an­der Berk­man in spä­te­ren Jah­ren

Zunächst mach­ten sie im Ber­li­ner Stadt­teil Char­lot­ten­burg (der auf­grund sei­nes hohen Anteils von Flücht­lin­gen aus Russ­land »Char­lot­ten­grad« genannt wur­de) Sta­ti­on, doch schon bald brach Gold­man nach Frank­reich und Eng­land auf, wo sie eine for­ma­le Ehe mit einem jun­gen Anar­chis­ten ein­ging, um die bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erlan­gen. Berk­man dage­gen leb­te seit 1925 als Staa­ten­lo­ser in einem Vor­ort von Paris, wo er eine pre­kä­re Exis­tenz führ­te und sich mit Über­set­zun­gen, Ghost­wri­ting und jour­na­lis­ti­schen Rou­ti­ne­ar­bei­ten über Was­ser hielt. Zu Beginn der 1930er Jah­re wur­de er mehr­fach aus­ge­wie­sen, konn­te jedoch immer wie­der nach Frank­reich zurück­keh­ren. »Wer­de ich aus Frank­reich aus­ge­wie­sen, habe ich kei­nen Ort, wo ich hin­ge­hen könn­te«, schrieb er 1931 vol­ler Ver­zweif­lung an sei­nen Anwalt Mor­ris Hill­quit. »Kein Land ist wil­lens, mir ein Visum zu geben.« Mit dem Her­auf­zie­hen des Nazis­mus ver­düs­ter­te sich der Hori­zont noch wei­ter, und Berk­mans Glau­ben an die eman­zi­pa­to­ri­sche Kraft der »Mas­sen« schwand. Despe­rat fühl­te er, in sei­nem Leben nichts erreicht zu haben und nichts gegen die reak­tio­nä­re Wel­le tun zu kön­nen. »Die Welt ist zu ver­dor­ben, um in ihr zu leben …«, kon­sta­tier­te er 1934. Als Krank­hei­ten sei­ne Exis­tenz noch fra­gi­ler mach­te, ver­such­te er sich im Juni 1936 in St. Tro­pez (wo er mitt­ler­wei­le leb­te) zu erschie­ßen, doch der Schuss war nicht töd­lich. Erst spä­ter erlag er den Fol­gen sei­nes Selbst­mord­ver­suchs. Die Ope­ra­tio­nen hät­ten ihn, sag­te ein Freund Gold­mans spä­ter, von einem star­ken Men­schen in einen tat­te­ri­gen alten Mann ver­wan­delt, und er sei über­zeugt gewe­sen, dass es kei­nen Sinn zum Wei­ter­le­ben gebe. In den Augen Roger Bald­wins, des Mit­be­grün­ders der Bür­ger­rechts­ver­ei­ni­gung Ame­ri­can Civil Liber­ties Uni­on (ACLU) lag die Selbst­aus­lö­schung in Berk­mans Hang zur Ver­zweif­lung begrün­det. »Er gab nie­mals sei­nen Glau­ben an die Gewalt auf, für die ver­zwei­fel­te Men­schen anfäl­lig sind«, sag­te Bald­win 1974. Für ihn war Berk­man offebar ein »destruk­ti­ver Cha­rak­ter«, der an sich selbst schei­ter­te.

Emma Gold­man in den 1910er Jah­ren

Emma Gold­man emp­fand den Tod des lebens­lan­gen Freun­des als uner­mess­li­chen Ver­lust. »Mei­ne Freund­schaft mit Berk­man ist eine, die nichts außer der Tod been­den kann«, hat­te sie 1934 einem Repor­ter erklärt. Gold­man selbst unter­stütz­te im Som­mer 1936 von Lon­don aus noch die CNT-FAI im Spa­ni­schen Bür­ger­krieg, ehe sie nach Toron­to über­sie­del­te. Am 14. Mai 1940 starb sie an den Fol­gen eines Schlag­an­falls und wur­de im Chi­ca­go­er Wald­heim-Fried­hof an der Sei­te der Hay­mar­ket-Anar­chis­ten begra­ben, mit denen die Geschich­te des moder­nen Anar­chis­mus in den USA 1886 begon­nen hat­te. Sie habe Ame­ri­ka zutiefst geliebt, sag­te der Anwalt Arthur Leo­nard Ross, der sie in den USA juris­tisch ver­tre­ten hat­te, und doch hät­te sie nur im Sarg zurück­keh­ren kön­nen.

Sasha and Emma ist eine viel­schich­ti­ge, span­nen­de Erzäh­lung, die ihre Prot­ago­nis­ten durch die Geschich­te der ame­ri­ka­ni­schen Klas­sen­kämp­fe von der Zeit des spä­ten neun­zehn­ten Jahr­hun­derts bis zu den »tur­bu­len­ten Jah­ren« der Gro­ßen Depres­si­on beglei­tet, als der Anar­chis­mus ins his­to­ri­sche Sei­ten­aus kata­pul­tiert zu sein schien. Auch wenn die Emma-Gold­man-Bio­gra­fi­en Ali­ce Wex­lers und Can­dace Falks psy­cho­lo­gisch nuan­cier­ter sind oder Chris­ti­ne Stan­sell die Ver­bin­dung von revo­lu­tio­nä­rer Ima­gi­na­ti­on und künst­le­ri­scher Sen­si­bi­li­tät in der begin­nen­den ame­ri­ka­ni­schen Moder­ne kla­rer her­aus­stell­te, ist die­se Beschrei­bung einer »anar­chis­ti­schen Odys­see« ein außer­or­dent­li­ches und her­aus­ra­gen­des Buch, das zu kei­nem Zeit­punkt sei­ne fas­zi­nie­ren­de Kraft ver­liert. Über die poli­ti­sche Geschich­te hin­aus ist es auch eine bewe­gen­de Erzäh­lung über eine wun­der­ba­re, ein­zig­ar­ti­ge Freund­schaft, die Gefäng­nis, Depor­ta­ti­on und Unter­drü­ckung über­stand und tat­säch­lich erst durch den Tod ein Ende fand.

Bibliografische Angaben:

Paul und Karen Avrich.
Sasha and Emma.
The Anar­chist Odys­sey of Alex­an­der Berk­man and Emma Gold­man.
Cam­bridge, MA: The Bel­knap Press of Har­vard Uni­ver­si­ty Press, 2014.
528 Sei­ten, 19 Euro.
ISBN: 9780674416734.

 

 

Bildquellen



Cover Sasha and Emma — Har­vard Uni­ver­si­ty Press/The Bel­knap Press

Foto Alex­an­der Berk­man als jun­ger MannWiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man in New York 1916Wiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man und Alex­an­der Berk­man (zwi­schen 1917 und 1919)Wiki­me­dia Com­mons

Foto Alex­an­der Berk­man in spä­te­ren Jah­renWiki­me­dia Com­mons

Foto Emma Gold­man in den 1910er Jah­renWiki­me­dia Com­mons

Zuerst erschie­nen in satt.org, August 2013
© Jörg Auberg 2013/2019

 

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