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Belletristik

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Nanni Balestrini: Der Verleger

Nanni Balestrini: Der Verleger

Der Nebel des Grauens Über Nanni Balestrini, Giangiacomo Feltrinelli und verbrannte Hoffnungen Von Jörg Auberg  Plötz­lich war er ver­schwun­den. Der Text Nan­ni Bale­stri­nis soll­te etwas über die »Genera­ti­on von 1977« berich­ten, die Brü­cke von ver­gan­ge­nen Kämp­fen zu den Mög­lich­kei­ten der »Wider­stän­dig­keit« in der Gegen­wart und dar­über hin­aus schla­gen. Das Buch »Whe­re Have...

Paul Auster: Unsichtbar

Paul Auster: Invisible (New York: Henry Holt, 2009)

Ein Dichter am Rande des Nervenzusammenbruchs Über Paul Austers Roman Unsichtbar Von Jörg Auberg   Auf dem Cover des Pica­dor-Ban­des mit dem Titel Collec­ted Pro­se, der auto­bio­gra­phi­sche Schrif­ten, Essays und kür­ze­re Tex­te Paul Aus­ters ver­sam­melt, prangt das schwarz­wei­ße Por­trait des Autors als 21-jäh­ri­ger Stu­dent der New Yor­ker Colum­bia-Uni­ver­si­tät aus dem Jah­re...

Klaus Bittermann — Einige meiner besten Freunde und Feinde

Klaus Bittermann, Einige meiner besten Freunde und Feinde: 40 Jahre Tiamat (Berlin: Edition Tiamat, 2019)

Aussenseitertum der Eingeweihten Klaus Bittermann betätigt sich in Einige meiner besten Freunde und Feinde als Fachmann für »öde Literatur« Von Jörg Auberg In sei­ner Typen­leh­re der Pari­ser Pres­se lis­te­te Hono­ré de Balzac in der Rubrik Jour­na­list an ers­ter Stel­le den Typus »Der geschäfts­füh­ren­de Chef­re­dak­teur-Eigen­tü­mer-Direk­tor« auf, in des­sen Refu­gi­um alle Funk­tio­nen...

Herman Melville — Moby-Dick

Herman Melville: Moby-Dick (Diogenes, 2019)

Die See als Totenklage Ernst Schna­bels Moby-Dick-Variationen Von Jörg Auberg Von Moby-Dick hat­te Joseph Con­rad kei­ne hohe Mei­nung. »Kürz­lich hat­te ich Moby Dick [sic!] in der Hand«, schrieb er im Janu­ar 1907 an Hum­phrey Mil­ford. »Auf mich wirk­te es wie eine ziem­lich gezwun­ge­ne Rhap­so­die, die den Wal­fang zum Gegen­stand hat und in den gesam­ten 3 Bän­den nicht eine ein­zi­ge...

Costas Despiniadis: The Anatomist of Power und Peter Kuper: Kafkaesque

Kaf­ka Revisited Cos­tas Des­pi­nia­dis und Peter Kuper ent­de­cken die Kaf­ka-Welt aufs neue Von Jörg Auberg »Ich ver­ste­he nichts von Poli­tik«, sag­te Karl. »Das ist ein Feh­ler«, sag­te der Student. Franz Kaf­ka, Der Ver­schol­le­ne1 In sei­nen »Auf­zeich­nun­gen zu Kaf­ka« (die in den Jah­ren zwi­schen 1942 und 1953 ent­stan­den) bemerk­te Theo­dor W. Ador­no, dass Kaf­kas Werk...

Maike Albath: Trauer und Licht

Die Insel als Gegenraum Maike Albath untersucht die Literatur Siziliens Von Jörg Auberg »Von den Inseln kann man sich nicht ent­fer­nen, höchs­tens flie­hen, oder man möch­te sie nie mehr ver­las­sen.«1 Simo­ne Perot­ti, Atlas der Mittelmeerinseln Auf sei­ner ita­lie­ni­schen Rei­se insis­tier­te Goe­the in Paler­mo im April 1787, dass Ita­li­en ohne Sizi­li­en kein Bild in der See­le mache:...

Aus den Archiven: Maike Albath — Rom, Träume

Maike Albath: Rom, Träume (Berenberg, 2013)

Von Mussolini zu Berlusconi   In ihrem Buch Rom, Träume schildert Maike Albath die Entwicklung der italienischen Kultur vom Ende des Faschismus zu einer von Medienkonglomeraten beherrschten Gesellschaft. von Jörg Auberg   Nach dem Unter­gang des Faschis­mus in Ita­li­en wes­te das Unheil fort. Cin­eci­ttà – 1937 von Beni­to Mus­so­li­ni als fil­mi­sche Pro­pa­gan­da­fa­brik unter dem...

Richard Fariña: Been Down So Long It Looks Like Up To Me

Live Fast, Die Young Der Schrift­stel­ler und Musi­ker Richard Fari­ña kehrt aus dem Toten­reich zurück   Von Jörg Auberg   »Natür­lich war es ein Unfall«, sag­te er. »Das weiß ich.«1 Ernest Heming­way, »Das kur­ze glück­li­che Leben des Fran­cis Macomber«   Am 30. April 1966 – es war der 21. Geburts­tag sei­ner Frau Mimi Baez – brach Richard Fari­ña mit einem Gast der...

Andrej Platonow: Tschewengur

Die Utopie in den Augen toter Fische   Andrej Platonows jahrzehntelang verbotener Roman Tschewengur liegt in einer überarbeiteten Neuausgabe vor   Von Jörg Auberg   Im Jah­re 1927 fei­er­ten die sowje­ti­schen Macht­ha­ber ihr »Oktober«-Jubiläum mit einer Heroi­sie­rung ihrer zehn­jäh­ri­gen Herr­schaft. In Fil­men wie Okto­ber (Ser­gej M. Eisen­stein), Das Ende von Sankt...

Gustave Flaubert: Der Bouvard-Pécuchet-Werkkomplex

Missgeschicke und Lichtblicke Gustave Flauberts Werkkomplex Bouvard und Pécuchet Von Jörg Auberg   Viele Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te Gust­ave Flau­bert mit dem Roman­pro­jekt Bou­vard et Pécu­chet, ohne dass er es vor sei­nem Tod im Mai 1880 zu einem Ende brin­gen konn­te. In der Inter­pre­ta­ti­on Jean-Paul Sar­tres ver­lor sich Flau­bert bei der Schöp­fung die­ses »Werk­kom­ple­xes«...

Joseph Conrad: Die Schattenlinie

Joseph Conrad (1916)

In falscher Verkleidung Joseph Conrads Roman »Die Schattenlinie« liegt in einer Neuübersetzung vor   Von Jörg Auberg   An Joseph Con­rads Roman Die Schat­ten­li­nie fas­zi­nier­te Giu­sep­pe Toma­si di Lam­pe­du­sa die Evo­ka­ti­on eines kaum fass­ba­ren Bann­flu­ches natür­li­cher und fan­tas­ti­scher Kräf­te. »In The Shadow Line ver­fol­gen wir gebannt«, schrieb Lam­pe­du­sa, »wie ein...

Upton Sinclair: Boston

Nicola Sacco (rechts) und Bartolemeo Vanzetti (links), 1923

Vom Sterben zweier »obskurer Radikaler«   Upton Sinclairs Roman Boston liegt in einer deutschen Neuübersetzung vor Von Jörg Auberg   Am Abend des 23. August 1927, nach­dem in Charles­town (Mas­sa­chu­setts) die bei­den ita­lie­ni­schen Anar­chis­ten Nico­la Sac­co und Bar­to­lo­meo Van­zet­ti auf dem elek­tri­schen Stuhl hin­ge­rich­tet wor­den waren, ent­lu­den sich am rech­ten Sei­ne...

Andrej Platonow: Die Baugrube

Andrej Platonow - 1938

[sh_margin margin=“30” ][/sh_margin] Die Schwermut der Vergeblichkeit Andrej Platonows Roman Die Baugrube liegt in einer deutschen Neuübersetzung vor [sh_margin margin=“30” ][/sh_margin] Von Jörg Auberg [sh_margin margin=“30” ][/sh_margin]   Als die Gro­ße Depres­si­on die west­li­che Welt ergriff, galt vie­len das »sowje­ti­sche Expe­ri­ment« als Gegen­ent­wurf zur kapi­ta­lis­ti­schen...

John Fante: Little Italy

John Fante

Endstation Hollywood Zwei neue deut­sche Über­set­zun­gen ver­su­chen, den lan­ge in ver­ges­sen­heit Gera­te­nen Autoren  John Fan­te ins Bewusst­sein der Öffent­lich­keit zu rücken Von Jörg Auberg Zu Zei­ten der Depres­si­on galt John Fan­te (1909–1983) als jun­ger auf­stre­ben­der Autor, der mit sei­nen Roma­nen Wait Until Spring, Ban­di­ni (1938) und Ask the Dust (1939) das Fun­da­ment...

Fjodor Dostojewskij: Aufzeichnungen aus dem Abseits

Fjodor Dostojewskij: Aufzeichnungen aus dem Abseits

Leben oder erzählen Fjo­dor Dos­to­jew­skis »Unter­grund­mensch« wird in einer neu­en Über­set­zung der Defor­ma­ti­on durch den reak­tio­nä­ren Zeit­geist geop­fert. Von Jörg Auberg   Fjodor M. Dos­to­jew­skis Novel­le Zapiski iz pod­polʹ­ja aus dem Jah­re 1864 zählt zu den gro­ßen lite­ra­ri­schen Tex­ten des 19. Jahr­hun­derts, die auf die intel­lek­tu­el­le Ent­wick­lung der Moder­ne...

Benno Käsmayr: Marotte

Lesezeichen aus Marotte

Marotten eines Kleinverlegers Benno Käsmayr legt eine Anthologie aus der Geschichte des Maro-Verlages vor von Jörg Auberg [sh_margin margin=“30” ][/sh_margin] Time reflec­ted back a worn out pie­ce of trade. Wil­liam S. Bur­roughs1 [sh_margin margin=“30” ][/sh_margin] Aus den Tie­fen der Zeit taucht eine Fla­schen­post des Maro-Ver­la­ges auf, gespickt mit Tex­ten aus einer...

John Dos Passos: Manhattan Transfer

John Dos Passos: Manhattan Transfer (Rowohlt, 2016)

New Yor­ker Jeremiaden John Dos Pas­sos‘ klas­si­scher New-York-Roman Man­hat­tan Trans­fer liegt in einer Neu­über­set­zung auf Deutsch vor   Von Jörg Auberg   »New York was a con­ti­nent in itself.« John Dos Pas­sos, The Best Times1   John Dos Pas­sos‘ New-York-Opus Man­hat­tan Trans­fer (1925) gehört neben Andrej Belys Peters­burg (1913), James Joy­ces Ulys­ses (1922) und Alfred...

Kamel Daoud: Der Fall Mersault

Eine monströse Wunde Kamel Daoud  lie­fert mit sei­nem Debüt­ro­man Der Fall Mer­sault eine Gegen­dar­stel­lung zu Albert Camus‘ Roman Der Frem­de   Von Jörg Auberg »Der Frem­de von Camus fand schon unmit­tel­bar nach sei­nem Erschei­nen eine sehr güns­ti­ge Auf­nah­me«1, begann Jean-Paul Sart­re sei­ne Rezen­si­on von Albert Camus’ Erst­lings­ro­man L’Étran­ger im Jah­re 1943. Mit...

Pasolini Reloaded

Ein sanfter, gewaltsamer Revolutionär Zu drei Wiederveröffentlichungen Pier Paolo Pasolinis Von Jörg Auberg »Wo zum Unter­gang bestimmt ist eine Gesell­schaft, fällt sie ihm anheim: der Ein­zel­ne nie.« Pier Pao­lo Paso­li­ni, Gramsci’s Asche   I.Dem ame­ri­ka­ni­schen Autor Edmund White war Pier Pao­lo Paso­li­ni nicht recht geheu­er. In den Augen Whites beweg­te sich der...

Michael Köhlmeier: Umblättern und andere Obsessionen

Zau­ber und Spuk Über Michael Köhlmeiers Erzählung »Umblättern und Andere Obsessionen« Von Jörg Auberg   »Kreß hat­te sich unter dem Dach mit ein paar hun­dert Büchern eingenistet.« Anna Seg­hers, Das sieb­te Kreuz1 Mei­ne Mut­ter glaub­te, Bücher könn­ten Men­schen bes­ser machen«2, schreibt Micha­el Köhl­mei­er in sei­nem Erzähl­band Umblät­tern und ande­re Obses­sio­nen, der jüngst...

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