»Liebe kann unmöglich Kommunismus sein«
Der letzte Mohikaner Walter Boehlichs Titanic-Kolumnen Von Jörg Auberg »Unten im Hof krähte der schwarze Hahn und verkündete das Grauen des nächsten Tages.«1 Herman Bang, Sommerfreuden Wie Günther Busch – der legendäre Erfinder der edition suhrkamp – hat auch Walter Boehlich keine große Schriftensammlung hinterlassen. Zwar war Boehlich nicht ein »Autor, der...
Im toten Wald der Worte Thorsten Fuchshuber demaskiert sich in seiner Theorie der Bandenherrschaft als Sprachrohr der Herrschaft Von Jörg Auberg Im US-amerikanischen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff »Racket« eine verschworene Interessengemeinschaft, die ihre Partikularziele auf Kosten der Allgemeinheit verfolgt. In den dreißiger Jahren des letzten...
Blicke auf eine infame Welt Retrospektiven auf die Erkenntnisse und Erfahrungen der Kritischen Theorie Die Kritische Theorie, wie sie von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Leo Löwenthal und anderen Intellektuellen zunächst in Frankfurt begründet und später in den USA unter veränderten Prämissen und Sichtweisen weiter...
Unerwünschte Zombies Über das Nachleben von Mordgesellen der Mafia, die sich selbst überlebten von Jörg Auberg Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die US-amerikanischen, sich einer Reihe »unerwünschter Bürger« italienischer Herkunft zu entledigen, die zu Beginn des Jahrhunderts in die USA emigriert waren und in der Folgezeit zumeist brutale...
Die See als Totenklage Ernst Schnabels Moby-Dick-Variationen Von Jörg Auberg Von Moby-Dick hatte Joseph Conrad keine hohe Meinung. »Kürzlich hatte ich Moby Dick [sic!] in der Hand«, schrieb er im Januar 1907 an Humphrey Milford. »Auf mich wirkte es wie eine ziemlich gezwungene Rhapsodie, die den Walfang zum Gegenstand hat und in den gesamten 3 Bänden nicht eine einzige...
Kafka Revisited Costas Despiniadis und Peter Kuper entdecken die Kafka-Welt aufs neue Von Jörg Auberg »Ich verstehe nichts von Politik«, sagte Karl. »Das ist ein Fehler«, sagte der Student. Franz Kafka, Der Verschollene1 In seinen »Aufzeichnungen zu Kafka« (die in den Jahren zwischen 1942 und 1953 entstanden) bemerkte Theodor W. Adorno, dass Kafkas Werk...
Schaukasten der Moderne In ihrem Buch »American Moderns« erzählt Christine Stansell die Geschichte der New Yorker Boheme zu Beginn des 20. Jahrhunderts und liefert Aufschlüsse über die Versprechen und Verwirrungen einer widersprüchlichen Moderne. Von Jörg Auberg Stets schon ist New York ein besonderer Ort gewesen. Die Stadt liegt an der Schnittstelle zwischen...
Kafkas Lachen Sigrid Hauser wirft einen kritischen Blick auf die technologische Rationalität von Kontrolle und Manipulation im öffentlichen Raum von Jörg Auberg Kürzlich wurde einem ausgebrochenen Mörder sein Faible für moderne Kommunikationsmedien zum Verhängnis. Ehe er über die niederländische Grenze fliehen konnte, ortete ihn die Polizei über sein Handy und...
Die heilige Emma von den Schlachthöfen Emma Goldmans Autobiografie liegt in einer überarbeiteten Neuausgabe vor Von Jörg Auberg Als im Jahre 1919 in den USA die Hysterie gegen politisch unerwünschte Immigranten nach der russischen Revolution eskalierte, brandmarkte der spätere Begründer des FBI J. Edgar Hoover Emma Goldman und Alexander Berkman als »die...
Das Erkalten der Moderne Die Rolle des Modernismus in den Auseinandersetzungen des Kalten Krieges von Jörg Auberg Als im Juni 1940 Paris, das »Laboratorium des zwanzigsten Jahrhunderts« (wie der Kunstkritiker Harold Rosenberg die französische Kapitale in einem Nekrolog nannte), der nazistischen Gewaltmaschine zum Opfer gefallen war und die Internationale der...
Früchte des Zorns In seinem posthum veröffentlichen Werk Assassins Against the Old Order erzählt Nunzio Pernicone die Geschichte anarchistischer Attentäter im Italien des ausgehenden 19. Jahrhunderts von Jörg Auberg In seinem Standardwerk über die Geschichte des italienischen Anarchismus Italian Anarchism, 1864–1892 (1993) vertrat der US-amerikanische...
Die Untergegangenen und die Geretteten In seiner unvollendeten Doppelbiografie Sasha and Emma beschreibt Paul Avrich die verwobenen Leben von Emma Goldman und Alexander Berkman von Jörg Auberg »Nur dem Geschichtsschreiber wohnt die Gabe bei, im Vergangenen den Funken der Hoffnung anzufachen, der davon durchdrungen ist: auch die Toten werden vor dem Feind...
Die Phantome der Freiheit In seinem Buch The Battle Against Anarchist Terrorism analysiert Richard Bach Jensen die Geschichte des anarchistischen Terrorismus zwischen 1878 und 1934 von Jörg Auberg Als nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington im September 2001 der »Krieg gegen den Terror« ausgerufen wurde, besann...
Die Insel als Gegenraum Maike Albath untersucht die Literatur Siziliens Von Jörg Auberg »Von den Inseln kann man sich nicht entfernen, höchstens fliehen, oder man möchte sie nie mehr verlassen.«1 Simone Perotti, Atlas der Mittelmeerinseln Auf seiner italienischen Reise insistierte Goethe in Palermo im April 1787, dass Italien ohne Sizilien kein Bild in der Seele mache:...
Von Mussolini zu Berlusconi In ihrem Buch Rom, Träume schildert Maike Albath die Entwicklung der italienischen Kultur vom Ende des Faschismus zu einer von Medienkonglomeraten beherrschten Gesellschaft. von Jörg Auberg Nach dem Untergang des Faschismus in Italien weste das Unheil fort. Cinecittà – 1937 von Benito Mussolini als filmische Propagandafabrik unter dem...
Der Glanz des Hauses Einaudi Maike Albath zeichnet in ihrem Buch Der Geist von Turin den Aufstieg und Fall des Verlagshauses Einaudi nach von Jörg Auberg Der italienische Verlag Einaudi gehört zu den kulturellen Institutionen, die zwar noch immer existieren und von einem legendären Ruf zehren, über die aber die Geschichte mittlerweile mitleidlos hinweggegangen ist...
Genosse Münchhausen Sigismund Krzyżanowskis Roman Münchhausens Rückkehr liegt erstmals in einer deutschen Übersetzung vor Von Jörg Auberg In dem kurzen sowjetischen Animationsfilm Münchhausens Abenteuer1 aus dem Jahre 1929 taucht Baron Münchhausen aus einem Buch auf, um augenzwinkernd zu erklären, dass er Lügner und Aufschneider nicht ertragen könne. Am Ende...
Live Fast, Die Young Der Schriftsteller und Musiker Richard Fariña kehrt aus dem Totenreich zurück Von Jörg Auberg »Natürlich war es ein Unfall«, sagte er. »Das weiß ich.«1 Ernest Hemingway, »Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber« Am 30. April 1966 – es war der 21. Geburtstag seiner Frau Mimi Baez – brach Richard Fariña mit einem Gast der Geburtstagsgesellschaft...
Aus Ruinen auferstanden Die wiederbelebte Zeitschrift »Tribune« möchte den Weg für einen neuen demokratischen Sozialismus weisen Von Jörg Auberg In jedem von uns lauert ein Abonnent.1 Fritz Kortner Wenn Intellektuelle nichts anderes tun können, starten sie eine Zeitschrift«2, schrieb Irving Howe, als er auf die Gründung seiner Zeitschrift Dissent zurück...