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Geschichte

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Paul Auster: Bloodbath Nation

Paul Auster, Bloodbath Nation (Rowohlt, 2024)

Paul Austers Vermächtnis Ein nahezu klassischer Essay über Waffengewalt von Jörg Auberg Im Juli 1945, als der Zwei­te Welt­krieg noch im vol­len Gan­ge war, kon­sta­tier­te der ita­lie­ni­sche Emi­grant Nic­coló Tuc­ci in der New Yor­ker pazi­fis­ti­schen Zeit­schrift Poli­tics: »Das Pro­blem ist nicht, wie man den Feind los­wird, son­dern eher, wie man den letz­ten Sie­ger los­wird. Denn was ist...

Blick zurück nach vorn

Blick zurück nach vorn  Eine Bücherlese des zurückliegenden Jahres 2022  von Jörg Auberg The Beat Goes On u den ver­dienst­vol­len Unter­neh­mun­gen des Rowohlt-Ver­la­ges gehört die Pfle­ge des »klas­si­schen Erbes« im sonst vor­nehm­lich auf Pro­fit und Ren­di­te aus­ge­rich­te­ten Holtz­brinck-Kon­zern. Seit Jah­ren wer­den Wer­ke von Autoren, wel­che die »Mar­ke« Rowohlt...

Die Masken des Genies

Thomas Mann und seine Familie am Strand (© Thomas-Mann-Archiv/ETH-Bibliothek Zürich)

Die Masken des Genies Thomas Manns Exiljahre in Princeton und Kalifornien von Jörg Auberg In sei­ner Apho­ris­men­samm­lung Mini­ma Mora­lia insis­tier­te Theo­dor W. Ador­no, dass jeder Intel­lek­tu­el­le in der Emi­gra­ti­on aus­nahms­los beschä­digt sei und sich per­ma­nent die­ser Beschä­di­gung bewusst sein müs­se. »Er lebt in einer Umwelt, die ihm unver­ständ­lich blei­ben muß, auch wenn er...

Bernd Eilert: Meine Île de Ré

Bernd Eilert: Meine Île de Ré (Mare Verlag, 2022)

Bretonisches Chill-Out Bernd Eilerts Hommage an die Île de Ré von Jörg Auberg Nach­dem ich die ers­te Hälf­te des Som­mers (mehr oder min­der) damit ver­bracht hat­te, durch den hart­nä­cki­gen Zita­ten­be­ton von Paul Aus­ters Ste­phen-Cra­ne-Bio­gra­fie In Flam­men mich zu boh­ren und das Name-Drop­ping-Pan­op­ti­kum von Colm Tói­bíns Tho­mas-Mann-Roman The Magi­ci­an zu ertra­gen, stieß...

Die Politik der Rackets

Kai Lindemann - Die Politik der Rackets

Herrschaft oder Anarchie Kai Lin­de­mann durch­leuch­tet die Pra­xis der Rackets von Jörg Auberg Der Begriff »Racket« hat im gän­gi­gen Sprach­ge­brauch mitt­ler­wei­le eine Rei­he von Bedeu­tun­gen. In ers­ter Linie wird er mit dem Ten­nis­schlä­ger in Ver­bin­dung gebracht. Dar­über hin­aus bezeich­net er (unter ande­rem) eine Pro­gram­mier­spra­che, eine Social-Media-Audio-App (»Let’s Make a...

Peter Burschel: Die Herzog August Bibliothek

Peter Burschel: Die Herzog August Bibliothek (Insel, 2022)

Die Bibliothek zwischen Kultur und Barbarei Peter Burschels Geschichte der Herzog August Bibliothek In sei­ner Sozi­al­ge­schich­te des Wis­sens beschrieb Peter Bur­ke Gott­fried Wil­helm Leib­niz als die Inkar­na­ti­on eines Uni­ver­sal­ge­lehr­ten, der den Phi­lo­so­phen mit dem Biblio­the­kar in sich ver­ein­te. Als Biblio­the­kar der 1572 gegrün­de­ten Her­zog August Biblio­thek (HAB)...

Defining the Age — Daniel Bell, His Time and Ours

Defining the Age: Daniel Bell, His Time and Ours (Columbia University Press, 2022)

Verloren und abtrünnig   Daniel Bells Lamento einer verblassten Geschichte von Jörg Auberg Der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Dani­el Bell (1919–2011) gilt als ein pro­to­ty­pi­scher Reprä­sen­tant der New Yor­ker Intel­lek­tu­el­len des 20. Jahr­hun­derts, der nicht nur den Weg von der »alten Lin­ken« in den 1930er Jah­ren zum Neo­kon­ser­va­tis­mus der Rea­gan-Ära beschritt, son­dern auch den...

Philip Oltermann: The Stasi Poetry Circle

Der Club der roten Dichter Philip Oltermann erzählt die seltsame Geschichte eines Stasi-Poeten-Zirkels Wie aus grau­er Vor­zeit wabern die­se Wor­te in die Gegen­wart. »In einer Welt«, schrie­ben Max Hork­hei­mer und Theo­dor W. Ador­no 1950, »in der die Gedan­ken mehr als je in Zweck­zu­sam­men­hän­ge ver­floch­ten sind, genügt es nicht vom Frie­den zu reden. Man muß fra­gen, wer vom Frie­den...

Karl Heinz Roth — Blinde Passagiere

Karl Heinz Roth: Blinde Passagiere - Die Coronakrise und die Folgen (Verlag Antje Kunstmann, 2022)

Der Kampf geht weiter Karl Heinz Roth analysiert die Folgen der Corona-Krise   von Max Henninger Redak­tio­nel­le Vorbemerkung ach wie vor hat die Coro­na-Pan­de­mie den Pla­ne­ten fest im Griff, wobei nicht allein gesund­heits­po­li­ti­sche Fak­to­ren die mensch­li­che Exis­tenz bestim­men, son­dern zuneh­mend auch extre­mis­ti­sche Rackets und ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche »Nar­ra­ti­ve«...

Helmut Böttiger — Die Jahre der wahren Empfindung

Helmut Böttiger: Die Jahre der wahren Empfindung (Wallstein, 2021)

Das Verschwinden der Dialektik Helmut Böttigers »Jahre der wahren Empfindung«   von Jörg Auberg   »Wer nur etwas von Lite­ra­tur ver­steht, ver­steht auch davon nichts.« Lothar Bai­er 1 Die Erin­ne­rung an die lite­ra­ri­schen 1970er Jah­re in Deutsch­land ver­bin­det sich zum einen mit »Groß­schrift­stel­lern« wie Hein­rich Böll, Gün­ter Grass, Arno Schmidt oder Uwe John­son und zum...

Ingrid Gilcher-Holtey — Warten auf Godot?

Ingrid Gilcher-Holtey und Eva Oberloskamp (Hgg.): Warten auf Godot? (Berlin: Walter de Gruyter, 2020)

Furien des Verschwindens   Anmerkungen zu einer Anthologie der »Intellectual History« nach 1968   von Jörg Auberg »Wie der Intel­lek­tu­el­le es macht, macht er es falsch.« Theo­dor W. Ador­no 1   Im Wort­schatz der New Yor­ker Intel­lek­tu­el­len, bemerk­te Euge­ne Good­he­art in einem kur­zen Abriss ihrer Geschich­te, bezeich­ne­te der Begriff »Aka­de­mi­ker« stets das...

Wolfgang Haug — Theodor Plievier: Anarchist ohne Adjektive

Wolfgang Haug: Theodor Plievier (Edition AV)

Der Autor in der Revolte Anmerkungen zu Wolfgang Haugs Biografie über Theodor Plievier von Jörg Auberg »Ein Autor muß sei­nem Stoff gewach­sen sein.« Theo­dor Plie­vier 1 In sei­ner volu­mi­nö­sen Stu­die Medi­en­in­tel­lek­tu­el­le in der Bun­des­re­pu­blik zähl­te der His­to­ri­ker Axel Schildt den Schrift­stel­ler Theo­dor Plie­vier (1892–1955) zur Grup­pe »ehemalige[r] kommunistische[r]...

Walter Boehlich: Kein Grund zur Selbstreinigung

Walter Boehlich: Kein Grund zur Selbstreinigung (Verbrecher Verlag, 2019)

Der letzte Mohikaner Walter Boehlichs Titanic-Kolumnen Von Jörg Auberg »Unten im Hof kräh­te der schwar­ze Hahn und ver­kün­de­te das Grau­en des nächs­ten Tages.«1 Her­man Bang, Som­mer­freu­den   Wie Gün­ther Busch – der legen­dä­re Erfin­der der edi­ti­on suhr­kamp – hat auch Wal­ter Boeh­lich kei­ne gro­ße Schrif­ten­samm­lung hin­ter­las­sen. Zwar war Boeh­lich nicht ein »Autor, der...

Thorsten Fuchshuber: Rackets

Im toten Wald der Worte Thorsten Fuchshuber demaskiert sich in seiner Theorie der Bandenherrschaft als Sprachrohr der Herrschaft Von Jörg Auberg Im US-ame­ri­ka­ni­schen Sprach­ge­brauch bezeich­net der Begriff »Racket« eine ver­schwo­re­ne Inter­es­sen­ge­mein­schaft, die ihre Par­ti­ku­lar­zie­le auf Kos­ten der All­ge­mein­heit ver­folgt. In den drei­ßi­ger Jah­ren des letz­ten...

Die Rückkehr der Frankfurter Schule

Die Frankfurter Schule und Frankfurt (Wallstein Verlag, 2009)

Bli­cke auf eine infa­me Welt Retro­spek­ti­ven auf die Erkennt­nis­se und Erfah­run­gen der Kri­ti­schen Theorie    Die Kri­ti­sche Theo­rie, wie sie von Max Hork­hei­mer, Theo­dor W. Ador­no, Her­bert Mar­cu­se, Leo Löwen­thal und ande­ren Intel­lek­tu­el­len zunächst in Frank­furt begrün­det und spä­ter in den USA unter ver­än­der­ten Prä­mis­sen und Sicht­wei­sen wei­ter...

Gian Carlo Fusco — Die Unerwünschten

Gian Carlo Fusco - Die Unerwünschten

Uner­wünsch­te Zombies Über das Nach­le­ben von Mord­ge­sel­len der Mafia, die sich selbst überlebten   von Jörg Auberg Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges begann die US-ame­ri­ka­ni­schen, sich einer Rei­he »uner­wünsch­ter Bür­ger« ita­lie­ni­scher Her­kunft zu ent­le­di­gen, die zu Beginn des Jahr­hun­derts in die USA emi­griert waren und in der Fol­ge­zeit zumeist bru­ta­le...

Herman Melville — Moby-Dick

Herman Melville: Moby-Dick (Diogenes, 2019)

Die See als Totenklage Ernst Schna­bels Moby-Dick-Variationen Von Jörg Auberg Von Moby-Dick hat­te Joseph Con­rad kei­ne hohe Mei­nung. »Kürz­lich hat­te ich Moby Dick [sic!] in der Hand«, schrieb er im Janu­ar 1907 an Hum­phrey Mil­ford. »Auf mich wirk­te es wie eine ziem­lich gezwun­ge­ne Rhap­so­die, die den Wal­fang zum Gegen­stand hat und in den gesam­ten 3 Bän­den nicht eine ein­zi­ge...

Costas Despiniadis: The Anatomist of Power und Peter Kuper: Kafkaesque

Kaf­ka Revisited Cos­tas Despi­nia­dis und Peter Kuper ent­de­cken die Kaf­ka-Welt aufs neue Von Jörg Auberg »Ich ver­ste­he nichts von Poli­tik«, sag­te Karl. »Das ist ein Feh­ler«, sag­te der Student. Franz Kaf­ka, Der Ver­schol­le­ne1 In sei­nen »Auf­zeich­nun­gen zu Kaf­ka« (die in den Jah­ren zwi­schen 1942 und 1953 ent­stan­den) bemerk­te Theo­dor W. Ador­no, dass Kaf­kas Werk...

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