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Gesellschaftskritik

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Nanni Balestrini: Der Verleger

Nanni Balestrini: Der Verleger

Der Nebel des Grauens Über Nanni Balestrini, Giangiacomo Feltrinelli und verbrannte Hoffnungen Von Jörg Auberg  Plötz­lich war er ver­schwun­den. Der Text Nan­ni Bale­stri­nis soll­te etwas über die »Genera­ti­on von 1977« berich­ten, die Brü­cke von ver­gan­ge­nen Kämp­fen zu den Mög­lich­kei­ten der »Wider­stän­dig­keit« in der Gegen­wart und dar­über hin­aus schla­gen. Das Buch »Whe­re Have...

John Dos Passos: Anatomie einer Metamorphose

John Dos Passos: USA-Trilogie (Rowohlt, 2020)

Anatomie einer Metamorphose John Dos Passos’ Odyssee durch das 20. Jahrhundert von Jörg Auberg in memo­ri­am Lutz Schulenburg  (1953–2013) »Das Leben hat nur eine Form: das Vergessen.« Fran­cis Pica­bia 1 Wie vie­le Autoren präg­ten mich die »bes­ten Zei­ten« von John Dos Pas­sos. Nach Ernest Heming­way und Jack Kerou­ac und vor Wil­liam S. Bur­roughs war sei­ne USA-Tri­lo­gie mein...

Andrew Rubin — Archives of Authority

Andrew N. Rubin: Archives of Authority

Spuren der Vergangenheit Andrew Rubin analysiert die intellektuelle Kultur im Zeitalter des Kalten Krieges von Jörg Auberg Als die ame­ri­ka­ni­sche Zeit­schrift Ram­parts im Jah­re 1967, auf dem Höhe­punkt des Viet­nam­kriegs, die Abhän­gig­keit vie­ler west­li­cher Intel­lek­tu­el­ler vom ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst CIA offen­leg­te, war die Empö­rung groß. Nach dem Ende des Zwei­ten...

Hans-Christian Riechers: Peter Szondi — Eine intellektuelle Biographie

Hans-Christian Riechers: Peter Szondi - Eine intellektuelle Biographie (© Campus Verlag)

Das Szondi-Projekt Über Hans-Christian Riechers »intellektuelle Biographie« Peter Szondis von Jörg Auberg Als ich zu Beginn der 1980er Jah­re mein Stu­di­um am Insti­tut für All­ge­mei­ne und Ver­glei­chen­de Lite­ra­tur­wis­sen­schaft in West-Ber­lin auf­nahm, schweb­te noch der Geist Peter Szon­dis durch die alte Insti­tuts­vil­la. Den Dozen­ten und Dozen­tin­nen kam sein Name nur in einem...

Markus Schmidt — Verlassene Orte Niederrhein

Verlassene Orte Niederrhein (Cover)

Vor einigen Jahren warfen Jörg Schröder und Barbara Kalender einen »fremden Blick« auf die von der Herrschaft der Industrie gemodelte Landschaft, in der sich »Industriekapitäne« ihre Prunkvillen auf das Werkgelände stellen ließen, »um ihren kleinen Sklavenstaat ständig überwachen zu können«. Zu diesem »fremden Blick« durch das Objektiv einer Kamera ist Schmidt offenbar nicht fähig oder gewillt.

Barry Miles: Call Me Burroughs

Barry Miles: Call Me Burroughs (Twelve, 2014)

Der Autor als Entertainer Barry Miles‘ Burroughs-Biografie von Jörg Auberg In den letz­ten bei­den Deka­den sei­nes Lebens nutz­te Wil­liam S. Bur­roughs zahl­rei­che Gele­gen­hei­ten, an der eige­nen Legen­de als »Wild Bill Bur­roughs« und auteur mau­dit zu stri­cken und sich als lone wolf in der US-ame­ri­ka­ni­schen Lite­ra­tur dar­zu­stel­len, der gleich einem uner­schro­cke­nen...

Klaus Bittermann — Einige meiner besten Freunde und Feinde

Klaus Bittermann, Einige meiner besten Freunde und Feinde: 40 Jahre Tiamat (Berlin: Edition Tiamat, 2019)

Aussenseitertum der Eingeweihten Klaus Bittermann betätigt sich in Einige meiner besten Freunde und Feinde als Fachmann für »öde Literatur« Von Jörg Auberg In sei­ner Typen­leh­re der Pari­ser Pres­se lis­te­te Hono­ré de Balzac in der Rubrik Jour­na­list an ers­ter Stel­le den Typus »Der geschäfts­füh­ren­de Chef­re­dak­teur-Eigen­tü­mer-Direk­tor« auf, in des­sen Refu­gi­um alle Funk­tio­nen...

Wolfgang Pohrt — Gewalt und Politik

Wolfgang Pohrt: Gewalt und Politik (Edition Tiamat, 2010)

Nachruf auf eine Bestie  Wolfgang Pohrts Schriften aus den 1980er Jahren    Von Jörg Auberg Aus den »Lagu­nen des Ver­ges­sens« (Balzac) taucht Wolf­gang Pohrt, der es als pole­mi­scher Kri­ti­ker der deut­schen Lin­ken und Frie­dens­be­we­gung in den 1980er Jah­re zu eini­ger Pro­mi­nenz in den ein­schlä­gi­gen Zir­keln der alten Bun­des­re­pu­blik gebracht hat­te, mit einer...

Walter Boehlich: Kein Grund zur Selbstreinigung

Walter Boehlich: Kein Grund zur Selbstreinigung (Verbrecher Verlag, 2019)

Der letzte Mohikaner Walter Boehlichs Titanic-Kolumnen Von Jörg Auberg »Unten im Hof kräh­te der schwar­ze Hahn und ver­kün­de­te das Grau­en des nächs­ten Tages.«1 Her­man Bang, Som­mer­freu­den   Wie Gün­ther Busch – der legen­dä­re Erfin­der der edi­ti­on suhr­kamp – hat auch Wal­ter Boeh­lich kei­ne gro­ße Schrif­ten­samm­lung hin­ter­las­sen. Zwar war Boeh­lich nicht ein »Autor, der...

Thorsten Fuchshuber: Rackets

Im toten Wald der Worte Thorsten Fuchshuber demaskiert sich in seiner Theorie der Bandenherrschaft als Sprachrohr der Herrschaft Von Jörg Auberg Im US-ame­ri­ka­ni­schen Sprach­ge­brauch bezeich­net der Begriff »Racket« eine ver­schwo­re­ne Inter­es­sen­ge­mein­schaft, die ihre Par­ti­ku­lar­zie­le auf Kos­ten der All­ge­mein­heit ver­folgt. In den drei­ßi­ger Jah­ren des letz­ten...

Die Rückkehr der Frankfurter Schule

Die Frankfurter Schule und Frankfurt (Wallstein Verlag, 2009)

Bli­cke auf eine infa­me Welt Retro­spek­ti­ven auf die Erkennt­nis­se und Erfah­run­gen der Kri­ti­schen Theorie    Die Kri­ti­sche Theo­rie, wie sie von Max Hork­hei­mer, Theo­dor W. Ador­no, Her­bert Mar­cu­se, Leo Löwen­thal und ande­ren Intel­lek­tu­el­len zunächst in Frank­furt begrün­det und spä­ter in den USA unter ver­än­der­ten Prä­mis­sen und Sicht­wei­sen wei­ter...

Herman Melville — Moby-Dick

Herman Melville: Moby-Dick (Diogenes, 2019)

Die See als Totenklage Ernst Schna­bels Moby-Dick-Variationen Von Jörg Auberg Von Moby-Dick hat­te Joseph Con­rad kei­ne hohe Mei­nung. »Kürz­lich hat­te ich Moby Dick [sic!] in der Hand«, schrieb er im Janu­ar 1907 an Hum­phrey Mil­ford. »Auf mich wirk­te es wie eine ziem­lich gezwun­ge­ne Rhap­so­die, die den Wal­fang zum Gegen­stand hat und in den gesam­ten 3 Bän­den nicht eine ein­zi­ge...

Richard Fariña: Been Down So Long It Looks Like Up To Me

Live Fast, Die Young Der Schrift­stel­ler und Musi­ker Richard Fari­ña kehrt aus dem Toten­reich zurück   Von Jörg Auberg   »Natür­lich war es ein Unfall«, sag­te er. »Das weiß ich.«1 Ernest Heming­way, »Das kur­ze glück­li­che Leben des Fran­cis Macomber«   Am 30. April 1966 – es war der 21. Geburts­tag sei­ner Frau Mimi Baez – brach Richard Fari­ña mit einem Gast der...

Tribune: The Relaunch

Aus Ruinen auferstanden Die wiederbelebte Zeitschrift »Tribune« möchte den Weg für einen neuen demokratischen Sozialismus weisen   Von Jörg Auberg   In jedem von uns lau­ert ein Abon­nent.1 Fritz Kort­ner     Wenn Intel­lek­tu­el­le nichts ande­res tun kön­nen, star­ten sie eine Zeit­schrift«2, schrieb Irving Howe, als er auf die Grün­dung sei­ner Zeit­schrift Dis­sent zurück...

Zora Neale Hurston und Toni Morrison

Zora Neale Hurston: Barracoon (HarperCollins UK, 2018)

Der Bann der Vergangenheit Zwei Bücher von Zora Neale Hurston und Toni Morrison schärfen das Bewusstsein gegen den Rassismus Von Jörg Auberg   The past is never dead. It’s not even past.1 Wil­liam Faulk­ner, Requi­em for a Nun   Nach ihrem Selbst­ver­ständ­nis sind die USA das »Land der Frei­en«. »Kei­ne Idee ist für Ame­ri­ka­ner in ihrem Ver­ständ­nis als Indi­vi­du­en und...

Michael Sontheimer und Peter Wensierski: Berlin — Stadt der Revolte

Michael Sontheimer und Peter Wensierski: Berlin – Stadt der Revolte (Ch. Links Verlag, 2018)

Die Revolte als Anekdotenreigen In »Berlin – Stadt der Revolte« wird die Geschichte der »Revolte« gegen die Autoritäten in Berlin seit 1965 auf eine bloße Aneinanderreihung von Anekdoten reduziert   von Jörg Auberg   In ihrem Buch Ber­lin – Stadt der Revol­te unter­neh­men die Spie­gel-Jour­na­lis­ten Micha­el Sont­hei­mer und Peter Wen­sier­ski den Ver­such, die »jün­ge­re Geschich­te...

Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger: Das Jahr der Revolte

Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger: Das Jahr der Revolte (Schöffling, 2017)

Doppelte Enttäuschungen   Claus-Jürgen Göpfert und Bernd Messinger beschreiben das Jahr 1968 aus einer Frankfurter Perpektive  Von Jörg Auberg   Die Zeit ist die Kom­pli­zin der Ent­frem­dung und beläßt als Trost nur die Erin­ne­rung an die Illu­si­on der Jugend.1 Erich Köh­ler   [sh_margin margin=“30” ][/sh_margin]  Am Ende von Gust­ave Flau­berts Roman L’É­du­ca­ti­on...

Frankfurter Buchmesse 2017

»Die Toten sterben beim Jagen« (Robert Desnos)

Es geht nicht um das Buch Marginalien zur Frankfurter Buchmesse 2017 Von Jörg Auberg »Beim Besuch einer Buch­mes­se ergriff mich eine son­der­ba­re Beklem­mung«1, notier­te Theo­dor W. Ador­no im Okto­ber 1959. Im Jah­re 2017 erin­ner­te die Frank­fur­ter Buch­mes­se an jene Ereig­nis­se vor fünf­zig Jah­ren, die Roman Brod­mann unter dem Titel Der Poli­zei­staats­be­such – Beob­ach­tun­gen...

Upton Sinclair: Boston

Nicola Sacco (rechts) und Bartolemeo Vanzetti (links), 1923

Vom Sterben zweier »obskurer Radikaler«   Upton Sinclairs Roman Boston liegt in einer deutschen Neuübersetzung vor Von Jörg Auberg   Am Abend des 23. August 1927, nach­dem in Charles­town (Mas­sa­chu­setts) die bei­den ita­lie­ni­schen Anar­chis­ten Nico­la Sac­co und Bar­to­lo­meo Van­zet­ti auf dem elek­tri­schen Stuhl hin­ge­rich­tet wor­den waren, ent­lu­den sich am rech­ten Sei­ne...

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